Kino 2016

2016 war ein solides Kinojahr. Die Kinobetreiber werden nicht zufrieden sein, denn es fehlten ihnen die absoluten Blockbuster. So konnte nur "Rogue One - A Star Wars Story" über eine Million Euro am Startwochenende verzeichnen. Die kommerziell erfolgreichsten Filme des Jahres waren animiert: "Findet Dorie", "Zoomania", "Pets" und "Ice Age 5" haben Geld in die Kassen gespült.

Mein Film des Jahres ist "The Nice Guys". Er hat als einziger Streifen 5 Sterne bekommen. Ebenfalls top ist der Indie-Horrorfilm "Don't breathe" und der neue "Star Trek Beyond". Die meisten Comic-Verfilmungen haben mir gefallen: "Deadpool" und "Doctor Strange" haben 4 Sterne ergattert, während "Superman vs. Batman" die schwächste Verfilmung 2016 war. "Gods of Egypt" ist die Gurke des Jahres (nur 1 Stern). Aber auch "Die 5.Welle", "The Mechanic 2" und "Assassin's Creed" stehen mit 1 1/2 Sternen ganz unten.

Im Cinemaxx gab es am Ende des Jahres neue VIP-Sitze, für die man natürlich mehr bezahlen muss. Das Sommer-Ticket von Cinemaxx war eine gute Idee. Die Fußball-EM in Frankreich (da kam nicht so recht Stimmung auf) und Olympia in Rio (egal) haben mich vom Kino wenig abgehalten.

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2017

 
Der  Dezember 2016 steht im Zeichen von Star Wars. Leider hat die neue Zwischenepisode "Rogue One" enttäuscht. Bis auf das furiose Ende war der Film langatmig. Highlight des Monats ist Clint Eastwoods "Sully", klar der beste Film im Dezember. Der letzte Streifen in diesem Jahr, "Assassin's Creed", enttäuscht auf der ganzen Linie.
Sully

2016    

The Nice Guys

Office Christmas Party

  Don't Breathe
Rogue One   Star Trek Beyond
Underworld: Blood Wars   The Hateful 8
Assassin's Creed   Doctor Strange
 
Assassin's Creed (3D)

Assassin's Creed (3D) 

Regie: Justin Kurzel. Darsteller: Michael Fassbender (Cal Lynch / Aguilar), Marion Cotillard (Sofia), Jeremy Irons (Rikkin), Brendas Gleeson (Joseph Lynch), Charlotte Rampling (Ellen Kaye), Michael K. Williams (Moussa), Ariane Labed (Maria), Denis Ménochet (McGowen)

Inhalt: Callum Lynch soll wegen Mordes hingerichtet werden, doch kurz bevor das Urteil vollstreckt wird, kommt er im Auftrag der Firma Abstergo Industries in die Einrichtung der Wissenschaftlerin Sophia Rikkin nach Madrid, wo Menschen mit hohem Gewaltpotenzial geheilt werden sollen. Nur wenig später erfährt Callum jedoch, dass hinter der Organisation des Generaldirektors Alan Rikkin die moderne Inkarnation des Templerordens steckt. Die Templer wollen den legendären Apfel Edens finden, um damit den freien Willen der Menschheit zu steuern – und Callum soll ihnen dabei behilflich sein. Mittels einer Maschine durchlebt er die Erinnerungen seines Vorfahren Aguilar de Nerha, einem Assassinen zur Zeit der Spanischen Inquisition. Doch während er in der Vergangenheit seine Mission ausführt, erlernt Callum immer mehr Fähigkeiten, die er in der Gegenwart gegen die Templer einsetzen kann.

Mein Eindruck: Das Videospiel 'Assassin's Creed' habe ich nie gespielt, von da her bin ich ohne Vorkenntnis (und ohne große Erwartung) in den Film gegangen. Nach knapp 2 Stunden Laufzeit war ich froh, dass der Streifen endlich zu Ende war. "Assassin's Creed" hat mich in keinster Weise unterhalten. Der Film ist - trotz guter Besetzung - durchweg langweilig. Die komplizierte Handlung, die ich bis heute nicht verstanden habe, trägt zum Unmut bei. Da helfen auch einige nette Actionsequenzen nicht drüber hinweg, dass der Film ein Flop ist. Die Sequenz, in der Aguilar und seine Begleitung über die Dächer der Stadt verfolgt werden, ist komplett spannungslos. Immer wieder können die beiden den Schergen entkommen, und zwar mit Stunts und Flugeinlagen, die Jackie Chan den Neid ins Gesicht treiben würden. Irgendwie ist keine der Figuren sympathisch. Okay, Michael Fassbender ist ein guter Schauspieler, doch er kann wenig aus der Rolle des Assasinen herausholen. Sein Charakter hat keine Zeit sich zu entwickeln, denn kaum ist er der Todesspritze entronnen muss er im mittelalterlichen Spanien eine Actionsequenz nach der anderen meistern. Die Altstars Jeremy Irons und Charlotte Rampling werten den Film mit ihrer Anwesenheit auf, aber ihre (kurzen) Rollen geben einfach zu wenig her. Ein Scherz ist 3D: Die spärlichen 3D-Szenen, die halbwegs gut aussehen, kann man an einer Hand abzählen. Fazit: Als Videospiel wohl der Hammer, als Film ein Rohrkrepierer.

Kino-Info: Volle Hütte nach Weihnachten: Am Mittwochabend ist Kino 6 fast ausverkauft. Der Film ist einen Tag vorher (27.12.) gestartet.

Kinostart: 27.12.2016
Fantasy, Action
116 Min.
FSK: 16
67

 

 
Office Christmas Party

Office Christmas Party 

Regie: Will Speck, Josh Gordon. Darsteller: Jason Bateman (Josh Parker), Olivia Munn (Tracey Hughes), T.J. Miller (Clay Vanstone), Jennifer Anniston (Carol Vanstone), Kate McKinnon (Mary), Courtney B. Vance (Walter Davis), Jillian Bell (Trina), Rob Corddry (Jeremy)

Inhalt: Familie hin oder her, die knallharte Geschäftsfrau Carol ist fest entschlossen, die wenig lukrative Filiale ihres Bruders Clay endgültig zu schließen. Doch so einfach lässt sich der beliebte Chef nicht unterkriegen. Er plant eine epische Weihnachtsfeier, deren Ziel es ist, einen potentiellen Kunden zu beeindrucken und somit die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter zu sichern. Während der Party entwickelt sich jedoch eine unkontrollierbare Eigendynamik, in der jegliche Grenzen von Moral und Ordnung gesprengt werden.

Mein Eindruck: Über "Office Christmas Party" gibt es nicht viel zu sagen. Der Streifen ist eine ordentliche Komödie mit wenig Story und einigen guten, einigen miesen Gags. Die Besetzung ist gut und macht den Film sehenswert. Jason Bateman ("Kill the Boss") spielt einen mitfühlenden Mitarbeiter, der loyal ist und die Eskapaden seines Bosses Clay (T.J. Miller) ertragen muss. Jennifer Anniston kann sich hier mal von ihrer fiesen Seite zeigen, denn sie spielt eine knallharte Geschäftsfrau, die die Filiale ihres eigenen Bruders schießen will. Natürlich ist sie nicht so hart wie sie tut, obwohl sie das kleine Mädchen am Flughafen richtig fertig macht. Olivia Munn ("The Newsroom") gefällt als attraktive Programmiererin, die schließlich mit ihrem Einsatz die Firma rettet. Kate McKinnon hat man im Sommer als weiblichen Ghostbuster gesehen, hier spielt sie ein zugeknöpfte Anstandsdame, die allerdings durch die exzessive Party ihr wahres Gesicht zeigt. Die Chemie der Schauspieler stimmt, man verzeiht die Ungereimtheiten in der Story und lässt sich weihnachtlich unterhalten. So eine Bürofeier hätte jeder Mitarbeiter gerne...

Kino-Info: Der Film scheint nicht zu ziehen: Trotz weihnachtlicher Story verirrten sich keine 20 Leute in die Abendvorstellung in Kino 3.

Kinostart: 8.12.2016
Komödie
106 Min.
FSK: 12
66

 

 
Rogue One - A Star Wars Story (3D)

Rogue One - A Star Wars Story (3D) 

Regie: Gareth Edwards. Darsteller: Felicity Jones (Jyn Erso), Diego Luna (Cassian Andor), Ben Mendelsohn (Orson Krennic), Forest Whitaker (Saw Gerrera), Donnie Yen (Chirrut Imwe), Wen Jiang (Baze Malbus), Riz Ahmed (Bodhi Rook), Mads Mikkelsen (Galen Erso)

Inhalt: Das Imperium regiert das Universum mit harter Hand und untermauert seine Machtstellung durch die Konstruktion des Todessterns, einem monströsen Planetenkiller, dem die Widerstandskämpfer nichts entgegenzusetzen haben. Ein hochriskantes Himmelfahrtskommando soll die Wende zugunsten der Rebellion erzwingen. Dazu machen sich Captain Cassian Andor,  sein umprogrammierter imperialer Sicherheitsdroide K-2SO und die dickköpfige Jyn Erso auf, um die Pläne des Todessterns zu stehlen.

Mein Eindruck: Letztes Jahr lief Episode 7 kurz vor Weihnachten an, dieses Jahr schickt Disney einen Lückenfüller-Star-Wars ins Rennen. "Rogue One - A Star Wars Story" ist ein abgeschlossenes Kapitel, das zwischen Episode III und IV statt findet. Ich bin kein Star Wars-Hardcore-Fan, von da her war meine Vorfreude nicht gerade riesig. Natürlich interessiert mich der Film, also bin ich direkt reingegangen. Mein Fazit: Der Film wäre eine große Enttäuschung, wenn nicht die letzten 30 Minuten wären. Das erste Drittel des Films, in dem die Darsteller vorgestellt werden, ist äußerst zäh. Man lernt viele neue Planeten und neue Leute kennen, und das ist strunzenlangweilig. Die neuen Rebellen lösen bei mir überhaupt keine Sympathien aus, im Grunde ist es mir egal, was mit denen passiert. Auch Hauptdarstellerin Felicity Jones ("Inferno") bleibt sehr blass, ihr Gegenüber Diego Luna als Cassian ist ein Voll-Flop. Interessant sind einzig die Referenzen zu den alten Star Wars Filmen, wie z.B. General Tarkin. Forest Whitaker als durchgeknallter Rebell hat mir überhaupt nicht gefallen. Der Film rettet sich nur dadurch vor einem Fiasko, weil im letzten Drittel die Post so richtig abgeht. Die Rebellen greifen die imperiale Basis an, um an die Pläne des Todessterns zu gelangen. Hier gibt es Boden-, Luft- und Raumschiff-Kämpfe vom allerfeinsten. Tolle Bilder, tolle Action, endlich geht es mal ab in dem lahmen Streifen. Hier lohnt sich zum ersten Mal auch die 3D-Brille, die zuvor völlig unnütz ist. Der Auftritt von Darth Vader ist ein nettes Zubrot, ebenso wie der von der jungen Carrie Fisher. Kurzum: "Rogue One" ist nicht mein Fall. Der gehört zwar zur Star Wars Saga, fühlt sich aber nicht so an. Schade.

Kino-Info: In der 17Uhr-Vorstellung am Start-Donnerstag war das große Kino 1 gut gefüllt. Zur Feier des Tages haben wir uns die VIP-Sitze gegönnt.

Kinostart: 15.12.2016
Action, Sci-Fi, Abenteuer
134 Min.
FSK: 12
65

 

 
Underworld: Blood Wars

Underworld: Blood Wars 

Regie: Anna Foerster. Darsteller: Kate Beckinsale (Selene), Theo James (David), Lara Pulver (Semira), Charles Dance (Thomas), Tobias Menzies (Marius), Bradley James (Varga)

Inhalt: Vampirin und Todeshändlerin Selene muss die brutalen Attacken des Lykaner-Klans und der Vampire, die sie verraten haben, abwehren. Zusammen mit ihrem einzigen Verbündeten Theo und dessen Vater Thomas gilt es, den ewigen Kampf zwischen Werwölfen und Vampiren zu beenden.  Als besonders gefährlich entpuppt sich der Lykaner Marius, der es auf Selenas besonders reines Blut abgesehen hat.

Mein Eindruck: Die Underworld-Saga ist so eine Sache. Teil 1 aus dem Jahr 2003 war ein Überraschungserfolg, Teil 2 "Evolution" (2006) ist für mich der beste Teil der Serie. Dann ging es bergab: "Aufstand der Lykaner" (2009) erzählt die Vorgeschichte...langweilig...und Awakening (2012) brachte den kommerziell erfolgreichsten Teil hervor, auch weil Kate Beckinsale wieder die Hauptrolle übernommen hatte. Teil 4 hat mir nicht gefallen und war für mich der Tiefpunkt der Serie. Jetzt ist mit "Blood Wars" Teil 5 ins Kino gekommen. Der Film ist ganz unterhaltsam, aber im Grunde nix besonderes. Wie schon bei den Vorgängern bietet der Streifen überhaupt keine Handlung. Alles, was Selene macht oder tut, ist relativ schnuppe, Spannung kommt nie auf. Es gibt natürlich eine Menge Action-Szenen, die manchmal immer noch schlecht aussehen. Das ist bei der heutigen Technik ein Armutszeugnis. Einzig Kate Beckinsale, die in den 13 Jahren seit Teil 1 nicht gealtert ist, gefällt in ihrem Latex-Kampfanzug. Doch große Emotionen oder Sympathien kommen selbst bei ihr nicht auf, dafür ist der Plot viel zu simpel gestrickt. Ich hatte keine großen Erwartungen an den Film und von da her bin ich nicht enttäuscht worden. Immerhin: Ich konnte den Film in 2D schauen, da ist mir 3D erspart geblieben - was für ein Glück!

Kino-Info: 4 Leute verirrten sich in der Nachmittagsvorstellung in der Filmpassage.

Kinostart: 1.12.2016
Action, Horror
92 Min.
FSK: 16
64

 

 
Sully

Sully 

Regie: Clint Eastwood. Darsteller: Tom Hanks (Chesley 'Sully' Sullenberger), Aaron Eckhart (Jeff Skiles), Laura Linney (Lorraine Sullenberger), Charles Porter (Mike O'Malley), Anna Gunna (Elizabeth Davis)

Inhalt: Am 15. Januar 2009 erlebte die Welt das "Wunder auf dem Hudson", als Captain "Sully" Sullenberger sein defektes Flugzeug im Gleitflug auf dem eisigen Wasser des Hudson River notlandete und das Leben aller 155 Menschen an Bord rettete. Doch während Sully noch von der Öffentlichkeit und in den Medien für seine beispiellose flugtechnische Meisterleistung gefeiert wurde, begann man bereits mit der Untersuchung des Falls, der fast seinen Ruf und seine Laufbahn ruiniert hätte.

Mein Eindruck: Clint Eastwood hat wieder mal einen tollen Film rausgehauen. Der mittlerweile 86jährige Regisseur hat die wahre Geschichte vom 'Wunder auf dem Hudson' verfilmt: Captain Sullenberger, genannt Sully, rettet mit seiner Notwasserung auf dem Hudson River alle Passagiere vor dem Tod. Tom Hanks spielt Sully, und er macht es wieder mal phantastisch. Er ist einer der wenigen Darsteller, der in jeder Rolle gut und glaubhaft rüberkommt. Ihm zur Seite steht Aaron Eckhart ("Thank You For Smoking") als sein Co-Pilot Jeff. Auch er (und sein riesiger Schnauzbart) sind eine Bereicherung des Films. Clint Eastwood gelingt es, die an sich bekannte Story auf originelle und spannende Weise umzusetzen. So gibt es immer wieder Rückblenden und Zeitsprünge, man sieht die Notwasserung aus verschiedenen Perspektiven und man weiß am Ende des Films die Leistung von Sully zu würdigen. "Sully" ist ein Film, der komplett auf seinen Hauptdarsteller zugeschnitten ist. Aber auch die Trickeffekte haben mir seht gut gefallen, sie fügen sich nahtlos ins Gesamtkonzept des Films ein. Clint Eastwood ist ein wunderbarer Regisseur. Allerdings waren seine letzten Filme "J.Edgar" (2011), "Jersey Boys" (2014) und "American Sniper" (2014) nicht mehr so stark. Mit "Sully" hat sich der Meister wieder in die 1.Liga katapultiert.

Kino-Info: In der frühen Nachmittagsvorstellung ist nicht viel los. Außerdem ist es im Kino recht frisch.

Kinostart: 1.12.2016
Drama
96 Min.
FSK: 12
63

 

 
Der beste Film im  November 2016 war eindeutig "Arrival" von Denis Villeneuve. Leicht entäuscht war ich vom zweiten Jack Reacher-Streifen und Woody Allens neuem Werk "Café Society". Den zweiten Teil von Bad Santa braucht kein Mensch.
Arrival

2016    

The Nice Guys

Deepwater Horizon

  Don't Breathe
Jack Reacher - Kein Weg zurück   Star Trek Beyond
Café Society   The Hateful 8
Bad Santa 2   Doctor Strange
 
Bad Santa 2

Bad Santa 2 

Regie: Mark Waters . Darsteller: Billy Bob Thornton (Willie Soke), Kathy Bates (Sunny Soke), Tony Cox (Marcus Skidmore), Christina Hendricks (Diane Hastings), Brett Kelly (Thurman Merman), Ryan Hansen (Regent Hastings), Jenny Zigrino (Gina De Luca)

Inhalt: Angetrieben von billigem Whisky und Gier möchte Willie mit seinem Kumpan Marcus am Weihnachtsabend eine Wohltätigkeitsveranstaltung in Chicago ausrauben. Wieder mit von der Partie ist der mollige und drollige Thurman Merman, ein 125 Kilo schwerer Sonnenschein, der es als einer der wenigen schafft, ein Stück Menschlichkeit in Willie hervorzubringen. Als sich Willies Mutter Sunny den beiden anschließt, beginnen die Probleme: Während Sunny versucht, die illegale Karriere der Bande anzukurbeln, steht sie deren kriminellen Fähigkeiten leider massiv im Weg.

Mein Eindruck: 2003 kam "Bad Santa" ins Kino. Der Film war ein Highlight, denn so einen kaputten Weihnachtsmann hat man noch nie auf der Leinwand gesehen. 13 Jahre hat es gedauert, bis eine Fortsetzung entstanden ist. "Bad Santa 2" ist ein müder Aufguss des ersten Films, und er kommt um Lichtjahre zu spät. Das einzig Gute an dem Streifen sind die Darsteller. Billy Bob Thornton ist wieder als Weihnachtsmann Willie unterwegs, auch sein kleiner Kumpel Marcus (Tony Cox) hat sich kaum verändert und ist wieder mit von der Partie. Neu ist Kathy Bates als Willies Mutter Sunny, die - wie ich zugeben muss - schon einen sehr speziellen Auftritt hinlegt. Was mir persönlich am besten gefallen hat: Thurman Merman, der Junge aus Teil 1, kehrt als Erwachsener (na ja) auf die Leinwand zurück. Es gibt zwar keine Gurke aus Kiefernholz, aber er hat so seine Momente. Leider ist der Rest des Film eine Aneinanderreihung schlechter Gags, die meistens unterste Schublade sind und keinen Fisch vom Teller ziehen. Ich wollte schon "Bad Santa 2" im Kino sehen, kann aber jetzt verstehen, dass der Film sang- und klanglos untergeht.

Kino-Info: Die Abendvorstellung am Mittwoch zog 4 Leute ins Kino 9. Immerhin konnte ich den neuen VIP-Sitz mal austesten: Es gibt schlechteres... ;-)

Kinostart: 24.11.2016
Komödie, Krimi
93 Min.
FSK: 16
62

 

 
Café Society

Café Society 

Regie: Woody Allen. Darsteller: Jesse Eisenberg (Bobby), Kristen Stewart (Vonnie), Steve Carell (Phil Stern), Sheryl Lee (Karen Stern), Parker Posey (Rad), Paul Schneider (Steve), Corey Stoll (Ben Dorfman), Blake Lively (Veronica), Ken Stott (Marty Dorfman)

Inhalt: Ende der 1930er: Bobby wuchs zwar in der schroffen Bronx auf, fühlt sich aber zur Glitzerwelt Hollywoods hingezogen, zu der er familiäre Verbindungen hat. Sein Onkel Phil ist ein hochrangiger Filmagent in der Traumfabrik. So hat Bobby auch gleich einen guten Kontakt, als er seinen Plan in die Tat umsetzt, es im Filmgeschäft zu versuchen. Sein Onkel hat keine Zeit für ihn, doch mit dessen hübscher Sekretärin Vonnie verbringt Bobby sowieso viel lieber seine Zeit. Er verliebt sich Hals über Kopf, nur ist Vonnie zu seinem Bedauern in einen anderen verliebt – in Phil. Schon bald muss Bobby feststellen, dass das Showbusiness in jeder Hinsicht der pure Wahnsinn ist.

Mein Eindruck: Vor ziemlich genau einem Jahr hab ich "Irrational Man" von Woody Allen im Kino gesehen. Der hat mir damals gut gefallen, sein neustes Werk "Café Society" hat bei mir nicht so eingeschlagen. Für mich plätschert der Streifen so vor sich hin, hat im Grunde keinen Höhepunkt, lebt von den guten Darstellern. Jesse Eisenberg ("The Social Network") und Kristen Stewart ("Twilight") gefallen in ihren Rollen als Naivling und Sekretärin. Die beiden haben schon in "Adventureland" (2009) und "American Ultra" (2015) zusammengespielt, Eisenberg war bereits in einem Woody Allen-Film zu sehen ("To Rome With Love"). Ebenfalls stark trumpft Steve Carell ("The Big Short") als Hollywood-Produzent auf. Ansonsten ist alles wie immer. Dieses Mal kann Woody Allen musikalisch aus dem vollen schöpfen, es gibt jede Menge Jazz, der hervorragend zu den Bildern passt. Humor ist so eine Sache, denn im Grunde sind die lustigen Szenen die mit Ben Dorfman (Corey Stoll), dem Bruder von Bobby, der sich als Gangster in New York etabliert. Ben hat Ärger mit der Gewerkschaft - kein Problem, die Leichen werden in einem Betongrab entsorgt. Kurzum: Irgendwie hat "Café Society" trotz aller positiven Aspekte bei mir nicht gezündet.

Kino-Info: Am Kino-Montag ist der kleine Saal im Filmforum sehr mäßig besucht. Das ist auch gut so, dann kann man sich in Ruhe den Film anschauen.

Kinostart: 10.11.2016
Drama, Lovestory, Komödie
96 Min.
FSK: 12
61

 

 
Arrival

Arrival 

Regie: Denis Villeneuve. Darsteller: Amy Adams (Dr. Louise Banks), Jeremy Renner (Ian Donnelly), Michael Stuhlbarg (Agent Halpern), Forest Whitaker (Colonel Weber), Tzi Ma (General Shang), Mark O'Brien (Captain Marks)

Inhalt: Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intention - ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks und den Mathematiker Ian Donnelly im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit - die eigene und die der gesamten Menschheit.

Mein Eindruck: Es gibt mittlerweile wenige Filme, auf die ich mich im Kino freue. "Arrival" ist die Ausnahme, denn ich hatte hohe Erwartungen an den Sci-Fi-Streifen - und die sind nicht enttäuscht worden. Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve hat schon mit "Prisoners" (2013) und "Sicario" (2015) zwei außergewöhnliche Filme ins Kino gebracht, seine neustes Werk steht den Vorgängern in nichts nach. 12 Raumschiffe landen auf der ganzen Welt und die Menschheit versucht fieberhaft rauszufinden, ob die Aliens feindlich sind oder nicht. Doch wie nimmt man mit ihnen Kontakt auf? Die Sprachwissenschaftlerin Louis Banks soll das Problem lösen, sie versucht mit den Besuchern einen Dialog aufzubauen, was natürlich nicht einfach ist. Amy Adams spielt Louise Banks und sie ist wie geschaffen für die Rolle. Ihr zur Seite steht Jeremy Renner als Naturwissenschaftler Ian, der aber klar in ihrem Schatten steht. Der komplette Film ist auf Amy Adams zugeschnitten, es ist ein sehr persönliches Verhältnis, was uns Regisseur Villeneuve präsentiert. Immer wieder gibt es Rückblenden mit Louise und ihrer Tocher, die - wie wir am Anfang des Films erfahren - schon in jungen Jahren an Krebs stirbt. Die Entschlüsselung der Alien-Sprache und ihre persönlichen Erinnerungen gehen in einander über, erst am Ende versteht man, was dahinter steckt. "Arrival" ist zwar ein Sci-Fi-Film mit Außerirdischen, doch er ist in erster Linie ein sehr persönliches Porträt einer starken Frau. Vergleich man "Arrival" z.B. mit "Independence Day", dann vergleicht man Äpfel mit Birnen. "Arrival" besticht durch lange Einstellungen (Kubrick lässt grüßen) und einen bedächtigen Aufbau der Handlung. Ich kann nur sagen: Genau mein Ding!

Kino-Info: In der ersten Nachmittagsvorstellung am Donnerstag war nicht viel los. Jedes Cinemaxx-Kino hat jetzt VIP-Sitze. Hab mal zur Probe gesessen, ist nicht schlecht.

Kinostart: 24.11.2016
Drama, Sci-Fi
117 Min.
FSK: 12
60

 

 
Sneak: Deepwater Horizon

Sneak: Deepwater Horizon 

Regie: Peter Berg. Darsteller: Mark Wahlberg (Mike Williams), Kurt Russell (Jimmy Harrell), Gina Rodriguez (Andrea Fleytas), John Malkovich (Vidrine), Kate Hudson (Felicia), Dave Maldonado (Kuchta), Ethan Suplee (Jason Alexander), Douglas M. Griffin (Landry)

Inhalt: Mike Williams ist Cheftechniker der Ölplattform Deepwater Horizon. Auf der Bohrinsel herrscht ein gutes Arbeitsklima. Die Stimmung der Besatzung wird lediglich hin und wieder durch die hohen Tiere von BP getrübt, die den Arbeitern Druck machen wollen, weil sie im Zeitplan 43 Tage zurückliegen. Jimmy Harrell, der Chef der Deepwater Horizon, will dennoch nicht auf die nötigen Tests verzichten, um die Sicherheit der Arbeiter nicht zu gefährden. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es nach einem auf Anordnung nur schlampig durchgeführten Test, bei dem auf den Computerbildschirmen falsche Daten angezeigt werden, am 20. April 2010 auf der Plattform zu einer Explosion.

Mein Eindruck: Ein dicker Fisch als Sneak Preview: Am Montagabend zeigt das Cinemaxx "Deepwater Horizon" - den hatte ich nicht erwartet.

Der Name ist Programm. 'Deepwater Horizon' ist der Name einer Erdöl-Bohrplattform im Golf von Mexiko, die 2010 explodierte und sank. Regisseur Peter Berg ("Lone Survivor") erzählt in seinem gleichnamigen Film, wie es zu dieser Katastrophe gekommen ist. Die Hauptrolle spielt Mark Wahlberg ("Ted"), der als Chefmechaniker auf der Bohrinsel arbeitet und der als Letzter diese verlassen konnte. Wahlberg zieht wie gewohnt ruhig und stoisch seine Rolle durch. Ebenfalls gut aufgelegt gibt sich Kurt Russell ("Die Klapperschlange") als Chef der Deepwater, während John Malkovich ("R.E.D.") als unsympathischer BP-Mann seine Vorzüge zeigen kann. Der eigentliche Hingucker ist die Bohrinsel selber. Man bekommt einen Eindruck davon, wie das Leben an so einem außergewöhnlichen Arbeitsplatz abläuft. Die Trickeffekte der Katastrophe sind top und kommen im Kino gut rüber. Seltsamerweise hat mich der Film trotz aller positiven Dinge nicht wirklich gepackt. Es gibt eigentlich nix zu meckern, aber irgendwie kann ich mich nur zu 3 Sternen aufraffen. Das einzige, was mir nicht gefallen hat, war der zu sentimentale Abspann, wo die Original-Betroffenen noch zu Wort kommen und der Toten gedenkt wird. Das war für mich zu sehr aufgetragen. Fazit: Der Film macht alles richtig, aber ich bin irgendwie nicht wirklich zufrieden damit.

Kino-Info: Große Freude bei den Sneakern (und mir), als klar wurde, dass "Deepwater Horizon" gezeigt wird. Kino 5 war allerdings nur mäßig gefüllt.

Kinostart: 24.11.2016
Drama, Action
108 Min.
FSK: 12
59

 

 
Jack Reacher - Kein Weg zurück

Jack Reacher - Kein Weg zurück 

Regie: Edward Zwick. Darsteller: Tom Cruise (Jack Reacher), Cobie Smulders (Turner), Aldis Hodge (Espin), Danika Yarosh (Samantha), Patrick Heusinger (The Hunter)

Inhalt: Als der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher seine alte Wirkungsstätte in Washington, D.C. besucht, wo er die Frau treffen will, die seinen ehemaligen Job macht, ist die nicht in ihrem Büro, sondern im Knast. Major Susan Turner wurde wegen angeblichen Verrats in ein Hochsicherheitsgefängnis gesteckt. Außerdem erfährt Reacher, dass eine Ex-Prostituierte Geld von ihm will – offenbar hat er eine Tochter, die 15-jährige Samantha. Reacher tut das, was er am besten kann: Er befreit Turner aus dem Gefängnis und macht sich mit ihr samt potentieller Tochter auf die Flucht, verfolgt von einem hocheffizienten Killer. Dabei decken Reacher und Turner Stück für Stück eine Verschwörung auf, die etwas mit der Vergangenheit des Einzelkämpfers zu tun hat.

Mein Eindruck: Die zweite Verfilmung von Jack Reacher kommt an die erste nicht ran. "Jack Reacher" (2012) ist für mich ein Top-Film, der sich angenehm von den üblichen Krimis/Thrillern abhebt, weil der Hauptdarsteller etwas besonderes ist. Jack Reacher ist ein Mann ohne Hab und Gut, er hinterlässt keine Spuren, ist nicht im System. Die Art, wie er mit schwierigen Situationen fertig ist, ist witzig und überraschend zugleich. Leider geht beim zweiten Teil etwas von der Stimmung verloren: Reacher und Major Turner (Cobie Smulders aus "How I Met Your Mother") sind nach dem Gefängnisausbruch permanent auf der Flucht. Dazu gesellt sich Reachers Tochter Samantha (Danika Yarosh), die vielleicht gar nicht seine Tochter ist, aber in Sicherheit gebracht werden muss. Die Handlung ist nicht so pfiffig wie beim ersten Teil, die Auflösung des Army-Komplotts haut keinen aus den Kino-Sesseln. "Jack Reacher - Kein Weg zurück" kann mit der ersten Verfilmung nicht mithalten. Trotzdem bietet der Streifen solide Action, die man sich im Kino geben kann.

Kino-Info: In der Lichtburg ist Donnerstagabend wenig los: Knapp 20 Leute verlaufen sich in dem großen Kino.

Kinostart: 10.11.2016
Thriller, Action, Drama
119 Min.
FSK: 16
58

 

 
Der Oktober 2016 brachte 6 Filme, darunter mehrere dicke Fische. Allerdings hat mir Dorie, die Fortsetzung von "Findet Nemo", nur bedingt gefallen. Dagegen ist Marvels neuer Streifen "Doctor Strange" erfreulich gut geworden. Tom Hanks alias Robert Langdon kommt auch im dritten Film nicht aus dem Quark.
Doctor Strange

2016    

The Nice Guys

The Accountant

  Don't Breathe
Insel der besonderen Kinder   Star Trek Beyond
Die glorreichen Sieben   The Hateful 8
Findet Dorie   Doctor Strange
Inferno   Trumbo
 
Inferno

Inferno 

Regie: Ron Howard. Darsteller: Tom Hanks (Robert Langdon), Felicity Jones (Sienna Brooks), Omar Sy (Christoph Bouchard), Irrfan Khan (Harry Sims), Sidse Babett Knudsen (Elizabeth Sinskey), Ben Foster (Betrand Zobrist), Ana Ularu (Vayentha)

Inhalt: Der Milliardär Bertrand Zobrist meint, die Erde sei so überbevölkert, dass es schon bald keine Hoffnung mehr gibt, die katastrophalen Folgen dieser Fehlentwicklung noch einmal umzukehren. Er hat deshalb eine Seuche entwickelt, die für eine nachhaltige Dezimierung der Menschheit sorgen soll. Professor Robert Langdon erkennt schnell, dass es nur einen Weg gibt, Zobrists Plan noch zu stoppen: Er muss "Inferno" entschlüsseln, den ersten Teil von Dantes "Göttlicher Komödie". Als er ohne Erinnerung an die vergangenen Tage in einem Krankenhaus in Florenz aufwacht, tut er sich mit der Ärztin Sienna Brooks zusammen. Sie soll ihm dabei helfen, sein lückenhaftes Gedächtnis wieder auf Vordermann zu bringen.

Mein Eindruck: Ich hab so meine Probleme mit den Verfilmungen von Dan Brown. Weder "DaVinci Code - Sakrileg" (2006) noch "Illuminati" (2009) haben mir als Film wirklich gefallen. Die Bücher hingegen waren spitzenmäßig. Jetzt wurde mit "Inferno" sein viertes Buch verfilmt. Das habe ich nicht gelesen, trotzdem hat mir der Film wieder nur bedingt gefallen. "Inferno" wurde an Originalschauplätzen in Italien gedreht und die sehen verdammt gut aus. Die Bilder aus Florenz und Venedig animieren zu einem Italien-Urlaub und geben einen würdigen Rahmen für den Thriller ab. Tom Hanks alias Langdon ist natürlich den ganzen Film auf der Flucht. Er muss jede Menge Rätsel lösen um die Welt vor einer Seuche zu retten. Weitere Pluspunkte ist die gute Besetzung: So macht Felicity Jones ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") als Langdons Partnerin einen guten Eindruck, während Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde") als WHO-Beauftragter ebenfalls eine starke Darbietung abliefert. Das hört sich alles super an, aber der Film als ganzes kann nicht überzeugen. Die ewige Flucht vor den Häschern ist auf Dauer ermüdend, die Lösung der Rätsel ist kaum spannend, weil man als Zuschauer schon Dante-Experte sein muss, um mithalten zu können. Auch der Anfang des Films, wo Langdon im Krankenhaus merkwürdige Visionen erlebt, ist ziemlich nervig. Man ist froh, wenn er wieder einen klaren Kopf hat. Fazit: Trotz einiger guter Ansätze reiht sich "Inferno" an die Mittelmäßigkeit der anderen Langdon-Verfilmungen ein.

Kino-Info: Am Halloween-Montagabend ist der große Kinosaal 7 sehr gut gefüllt. Da gibt es doch einige, die lieber ins Kino gehen als Halloween zu feiern.

Kinostart: 13.10.2016
Thriller, Mystery
122 Min.
FSK: 12
57

 

 
Doctor Strange (3D)

Doctor Strange (3D) 

Regie: Scott Derrickson. Darsteller: Benedict Cumberbatch (Dr. Stephen Strange), Chiwetel Ejiofor (Mordo), Rachel McAdams (Christine Palmer), Tilda Swinton (The Ancient One), Mads Mikkelsen (Kaecilius), Benedict Wong (Wong), Michael Stuhlbarg (Dr. West)

Inhalt: Der egozentrische, hochintelligente Neurochirurg Dr. Stephen Strange steht nach einem Autounfall, bei dem seine wichtigsten Instrumente, seine Hände, schwer verletzt wurden, vor dem Nichts. Seine letzte Hoffnung auf Heilung führt ihn nach Tibet zu einem sonderbaren Einsiedler, doch überfällt ihn dort eine komplett neue, übernatürliche Realität. Nur sehr langsam schwinden seine Zweifeln an der Existenz magischer Kräfte und beginnt er sich seiner wahren Begabungen und Fähigkeiten bewusst zu werden. Immer weiter dringt er in neue, mystische Dimensionen vor, doch als Mittelsmann zwischen Raum und Zeit, entdeckt er nicht nur kosmische Parallelwelten, sondern entfesselt auch deren dunkelste Mächte, die unserer Welt bisher verborgen blieben.

Mein Eindruck: Meine Euphorie bei "Doctor Strange" hielt sich in Grenzen. Ich hab die Comics nie gelesen, die Figur des Stephen Strange war mir komplett unbekannt. Der Trailer erinnert an "Inception" und war auch nicht der Brüller. Jetzt hab ich den Film gesehen und muss sagen: Hut ab! Benedict Cumberbatch hat schon in einigen Top-Filmen mitgespielt ("The Imitation Game", "Star Trek: Into Darkness"). Jetzt ist er in der Superhelden-Riege als Dr. Stephen Strange unterwegs. Seine Darstellung des egozentrischen, selbstverliebten Chirurgen ist erste Sahne, man nimmt ihm das hochnäsige Arschloch locker ab. Umso mehr muss er sich zusammenreißen, wenn er in Katmandu einen komplett neuen Lebensansatz verpasst bekommt. Was ihm The Ancient One (Tilda Swinton) beibringt, ist genau der Mumpitz, den er als Wissenschaftler immer belächelt hat. Apropos Tilda Swinton: Die britische Schauspielerin ist absolut nicht mein Fall, aber in der Rolle der Magierin überzeugt sie auf der ganzen Linie. Gegen die beiden Hauptdarsteller kommt Mads Mikkelsen ("Casino Royale") als Bösewicht nicht wirklich an. Auch Chiwetel Ejiofor ("12 Years a Slave") und Rachel McAdams ("Spotlight") sind eher Stichwortgeber, denn ihre Rollen geben wenig her. Dafür überzeugt "Doctor Strange" in Tricktechnik und Optik. Immerhin sind einige 3D-Effekte wirklich gut - und es ist selten, dass ich so was zugebe! Der neue Marvel-Ableger liefert überzeugende Action, der Humor kommt nicht zu kurz und man verläßt nach knapp 2 Stunden den Kinosaal überraschend erfreut. Das hätte ich Doctor Strange vorher gar nicht zugetraut. PS: Es gibt noch 2 Szenen im und nach dem Abspann, also sitzen bleiben. PS2: Die Szene mit Thor ist super! :)

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist das große Kino 1 ganz ordentlich gefüllt. Bei anderen Marvel-Filmen war mehr los...

Kinostart: 20.10.2016
Abenteuer, Action, Fantasy
115 Min.
FSK: 12
56

 

 
The Accountant

The Accountant 

Regie: Gavin O'Connor. Darsteller: Ben Affleck (Christian Wolff), Anna Kendrick (Dana Cummings), J.K. Simmons (Ray King), Jon Bernthal (Brax), Jeffrey Tambor (Frances Silverberg), Cynthia Addai-Robinson (Marybeth Medina), John Lithgow (Lamar Black)

Inhalt: Christian Wolff ist ein Mathematik-Fachmann, der mit Zahlen deutlich besser zurechtkommt als mit Menschen. Unter der Tarnung einer kleinstädtischen Steuerberatung arbeitet er als Buchhalter für einige der gefährlichsten Unterweltorganisationen der Welt. Die Steuerfahndungsabteilung des Finanzministeriums unter Leitung von Ray King kommt ihm auf die Spur. Christian arbeitet momentan für eine legale Firma, die Pionierarbeit im Bereich der Robotik leistet: Dort hat nämlich eine Buchhalterin Unstimmigkeiten in Millionenhöhe entdeckt. Doch während Christian ins Labyrinth der Buchführung einsteigt und der Wahrheit immer näher kommt, steigt die Zahl der Todesfälle in seiner Umgebung.

Mein Eindruck: Ben Affleck ist nicht immer mein Fall. Einige Filme von ihm als Schauspieler sind überhaupt nicht mein Ding ("Runner Runner", "Gigli"), als Regisseur hat er aber einige Highlights rausgehauen (z.B. "Argo"). Jetzt kommt er als autistischer Buchhalter mit Kampfausbildung daher - hört sich komisch an, hat mir aber gefallen. Für diese Rolle ist Affleck wie geschaffen. Im Grunde kommt er mit einem Gesichtsausdruck durch den Film. Das hat damals schon Steven Seagal perfektioniert, funktioniert aber hier auch für Affleck. Irgendwie nimmt man ihm seine Geschichte ab: Problemkind, von Vater zur Kampfausbildung gezwungen, durch seinen Autismus Zahlengenie und so weiter. Er prüft die Bücher einer legalen Firma und kommt trotzdem ins Kreuzfeuer. Anstatt alleine zu fliehen hilft er der Buchhalterin Dana (Anna Kendrick) und muss die Sache auf seine Weise aus der Welt schaffen. Ich würde den Film als sanften Thriller mit Drama-Einlagen einordnen. Erst zum Schluß gibt es eine längere Action-Sequenz, die aber auch ihre schrägen Seiten hat. Neben den Hauptdarstellern gefällt J.K. Simmons ("Whiplash") und vor allem Jon Bernthal. Der Ex-Sheriff aus Walking Dead dreht in dem Film so richtig auf und liefert eine Tor-Darstellung ab. Fazit: "The Accountant" kann man sich im Kino geben.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag sitzen wir (wieder mal) im kleinen Kino. Immerhin: Der Saal ist ganz gut gefüllt.

Kinostart: 20.10.2016
Drama, Thriller
128 Min.
FSK: 16
55

 

 
Findet Dorie

Findet Dorie

Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane. Deutsche Synchronsprecher: Anke Engelke (Dorie), Christian Tramitz (Marlin), Vicco Clarén (Nemo), Elisabeth Günther (Jenny), Oliver Siebeck (Charlie), Roland Hemmo (Hank), Rubina Nath (Destiny), Axel Malzacher (Bailey)

Inhalt: Dorie, die blaue Paletten-Doktorfisch-Dame ohne Kurzzeitgedächtnis, lebt inzwischen glücklich und zufrieden mit Nemo und Marlin im Korallenriff, als sie einen Geistesblitz hat: Irgendwo da draußen müsste doch ihre Familie sein, die vielleicht längst nach ihr sucht. Und so startet Dorie mit Marlin und Nemo in das größte Abenteuer ihres Lebens, das sie durch den Ozean bis zum berühmten Meeresbiologischen Institut in Kalifornien mit seinem Aquarium und seiner Rettungsstation für Meerestiere führt.

Mein Eindruck: Ich bin etwas enttäuscht aus dem Kino gekommen, denn "Findet Dorie" hat nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen. "Findet Nemo" von 2003 ist einer meine Animations-Lieblingsfilme und deshalb war der Druck auf Teil 2 schon gewaltig. Von der Machart her ist der Film natürlich top. Pixar hat zwar schon viele Konkurrenten, aber im Endeffekt sind die immer noch die Nummer 1 der Branche. Was mich am meisten gestört hat ist Hauptdarstellerin Dorie selber. Sie verfällt zu oft in depressive Phasen, weil sie sich halt nicht erinnern kann. In Teil 1 war das noch viel lustiger, jetzt zieht es einen runter. Klarer Punktsieger ist Oktopus Hank: Er sorgt für die meisten coolen Szenen und bringt frischen Wind in die Geschichte. "Findet Dorie" ist natürlich ein Film für die ganze Familie, doch ich hätte mir den generell lustiger gewünscht. In meiner Vorstellung gab es ganz selten Lacher. Super war der Vorfilm "Piper". Abgesehen davon, dass man die Animation kaum von der wahren Welt unterscheiden kann, gab es hier (gefühlt) mehr lustige Szenen als im Hauptfilm. Kurzum: "Findet Dorie" ist beileibe kein schlechter Film, doch mich persönlich hat er nicht so angesprochen. "Findet Nemo" ist da eine ganz andere Liga.

Kino-Info: Die 2D-Abendvorstellung am Dienstag war mäßig gefüllt. In der dritten Woche ist das ganz normal.

Kinostart: 29.9.2016
Animation
97 Min.
FSK: ohne
54

 

 
Die Insel der besonderen Kinder

Die Insel der besonderen Kinder

Regie: Tim Burton. Darsteller: Eva Green (Miss Peregrine), Asa Butterfield (Jake), Ella Purnell (Emma Bloom), Samuel L. Jackson (Baron), Terence Stamp (Abraham 'Abe' Portman), Rupert Everett (Ornithologe), Judi Dench (Miss Avocet), Chris O'Dowd (Franklin Portman)

Inhalt: Seit frühester Kindheit hört Jacob von seinem Großvater Abraham immer wieder wundervolle und fantasiereiche Geschichten von einer Insel, auf der er sich vor Monstern versteckte und mit Kindern lebte, die alle außergewöhnliche Fähigkeiten besaßen. Als der Junge 16 ist, stirbt sein Großvater, scheinbar zerfleischt von einem wilden Tier. Doch Jacob meint, etwas anderes gesehen zu haben und wird neugierig: Er ringt seinen Eltern die Erlaubnis ab, zu der Insel zu reisen, auf der sein Opa zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in einem Waisenhaus wohnte. Das alte Haus in Großbritannien ist längst eine verlassene Ruine, doch Jacob findet Anhaltspunkte dafür, dass die "besonderen Kinder" aus Abrahams Geschichten noch leben, gut behütet von der resoluten Miss Peregrine – aber die Gefahr, die Abraham das Leben kostete, ist noch immer nicht gebannt.

Mein Eindruck: Nach "Frankenweenie" (2012) und "Big Eyes" (2014) hat Tim Burton wieder Regie geführt. Er präsentiert einen Film, der genau auf seiner Wellenlänge liegt: Ein fantastisches Abenteuer, ein Märchen mit außergewöhnlichen Menschen und bösen Monstern. Der Streifen braucht etwas, um in die Pötte zu kommen. Die Vorgeschichte um Jake und seinen Opa zieht sich etwas, und unser Hauptdarsteller Asa Butterfield ("Ender's Game") braucht über eine halbe Stunde, bis er endlich an dem Waisenhaus ankommt. Von da an nimmt der Film mehr Fahrt auf. Aber erst als Samuel L. Jackson als Baron die Bühne betritt geht die Post richtig ab. Im letzten Drittel müssen die Kinder ihre Fähigkeiten einsetzen, um Heimleiterin Miss Peregrine - grandios gespielt von Eva Green ("300: Rise of an Empire") - aus der Gewalt der Hollows zu retten. Die Darsteller haben mir allesamt gefallen. Die Erwachsenen-Rollen sind mit Top-Mimen besetzt (Stamp/Dench/Everett), die Kinder machen ihre Aufgabe auch sehr gut. Samuel L. Jackson hat man so noch nie gesehen, er bringt trotz seiner Bösartigkeit einige nette Gags in seiner Rolle unter. Die Verfilmung des Romans von  Ransom Riggs ist genau das richtige für Tim Burton. Da noch weitere Bücher zu dem Thema existieren wäre ich nicht überrascht, wenn die besonderen Kinder auf die Leinwand zurückkehren.

Kino-Info: Und schon wieder in Kino 8. Das ist am Donnerstag-Abend gut gefüllt - und der Film ist nicht 3D - sehr gut.

Kinostart: 6.10.2016
Fantasy, Abenteuer
127 Min.
FSK: 12
53

 

 
Die glorreichen Sieben

Die glorreichen Sieben 

Regie: Antoine Fuqua. Darsteller: Denzel Washington (Chisom), Chris Pratt (Josh Faraday), Ethan Hawke (Goodnight Robicheaux), Vincent D'Onofrio (Jack Horne), Byung-hun Lee (Billy Rocks), Manuel Garcia-Rulfo (Vasquez), Martin Sensmeier (Red Harvest), Haley Bennett (Emma Cullen), Peter Sarsgaard (Bartholomew Bogue)

Inhalt: Die Stadt Rose Creek steht unter der tödlichen Kontrolle des Geschäftsmanns Bartholomew Bogue. Die verzweifelten Einwohner engagieren daher zu ihrem Schutz sieben Outlaws: den Kopfgeldjäger Sam Chisolm, den Spieler Josh Farraday, den Gesetzlosen Vasquez, den Fährtenleser Jack Horne, den Scharfschützen Goodnight Robicheaux, den Krieger Red Harvest und den Auftragskiller Billy Rocks. Während sie die Stadt auf den gewalttätigen Showdown vorbereiten, der unausweichlich bevorsteht, finden diese sieben Söldner heraus, dass es bei ihrem Kampf um mehr als nur um Geld geht.

Mein Eindruck: Remakes sind immer so eine Sache, denn viele von denen kommen an das Original nicht ran. Jetzt hat sich "Training Day"-Regisseur Antoine Fuqua den Westernklassiker "Die glorreichen Sieben" (1960) vorgenommen. Er hat die Handlung leicht abgewandelt, denn nun wird nicht mehr ein mexikanisches Dorf von Banditen terrorisiert, sondern eine US-Kleinstadt von einem skrupellosen Geschäftsmann. Ich muss sagen, mir hat der Film gefallen.

Das Original von John Sturges ist einer der besten Western aller Zeiten. Natürlich kann das Remake den nicht toppen, aber die Neuverfilmung gefällt durch jede Menge Action und cooler Sprüche. Jetzt spielt Denzel Washington die Hauptrolle des Anführers, damals musste Yul Brynner ran. Er spielt - wie gewohnt - gut. Zu seinen Top-Mitstreiter zählen Chris Pratt ("Guardians of the Galaxy") und Ethan Hawke ("Gattaca"). Vincent D'Onofrio ("Full Metal Jacket") hätte ich nicht erkannt, wenn ich nicht gewusst hätte, dass er die Rolle des Trappers mit der hohen Stimme spielt. Die restlichen von den 7 sind unbekannt - was aber nicht schlecht ist. Die Handlung ist im Grunde klar, der Film ist trotz 133 Minuten Laufzeit nie langweilig und man hat mal wieder einen Western im Kino gesehen. PS: Der einzige, der noch Western macht, ist Tarantino ("The Hateful 8" oder "Django Unchained").

Kino-Info: Das kleine Kino 11 ist am Tag der Deutschen Einheit bis auf die ersten Reihen voll. Scheint ein guter Kino-Tag zu sein.

Kinostart: 22.9.2016
Western
133 Min.
FSK: 16
52

 

 
Im September 2016 komme ich auf 5 Filme. Der Thriller von Fede Alvarez "Don't Breathe" und der Hai-Schocker "The Shallows" sind meine Highlights des Monats. Etwas enttäuscht bin ich vom dritten Purge-Streifen, da ist die Luft raus. Im Oktober werde ich einige September-Starts noch nachlegen (Dorie, glorreichen 7, Snowden).
Don't Breathe

2016    

The Nice Guys

The Shallows

  Don't Breathe
War Dogs   Star Trek Beyond
Bad Moms   The Hateful 8
The Purge: Election Year   Trumbo
 
War Dogs

War Dogs 

Regie: Todd Phillips. Darsteller: Jonah Hill (Efraim Diveroli), Miles Teller (David Packouz), Ana de Armas (Iz), Kevin Pollak (Ralph Slutzky), Bradley Cooper (Henry Girard), Patrick St. Esprit (Captain Philip Santos), Shaun Toub (Marlboro), JB Blanc (Bashkim)

Inhalt: 2005 lebt David in Miami und mit gerade einmal Anfang 20 hat er schon mehrere Bruchlandungen als Unternehmer über sich ergehen lassen müssen. Dann tritt Davids alter Schulfreund Efraim auf den Plan, der mit seiner Firma Waffen im Netz verkauft. Und dabei ist ihm eine ganz interessante Information unter die Augen gekommen: Die US-Regierung hat damit begonnen, Rüstungsaufträge für den Irak-Krieg jetzt auch im Internet auszuschreiben, wodurch es auch kleineren Anbietern ermöglicht wird, am lukrativen Geschäft teilzuhaben. Efraim will dafür David mit ins Boot holen, doch der hat zunächst Gewissensbisse – schließlich war er doch immer gegen den Krieg. Doch die Aussicht auf Erfolg und schnellem Reichtum stimmt ihn dann doch noch um.

Mein Eindruck: "War Dogs" ist der neue Film von Todd Phillips, dem Regisseur der "Hangover"-Trilogie. Die Story um zwei junge Waffenhändler aus Miami ist wahr, sie basiert auf einen Artikel des Rolling-Stone-Magazines. Ich muss zugeben, dass mir die Mischung aus "Lord of War" und "The Wolf of Wall Street" gut gefallen hat. Die beiden Hauptdarsteller Jonah Hill ("The Wolf of Wall Street") und Miles Teller ("Whiplash") bringen die ungewöhnliche Story vorran. Hill spielt Efraim, einen skrupellosen Geschäftsmann, dem es egal ist, wie er die Kohle nach Hause bringen kann. Teller daqegen hat den guten Part inne, doch ständige Geldknappheit bringt ihn ins Waffengeschäft, obwohl er Pazifist ist. Die anderen Darsteller sind Nebenfiguren oder Stichwortgeber. Nur Bradley Cooper als Waffenhändler (mit besonderer Brille) hat ein paar kleine, feine Auftritte. Jonah Hill und Miles Teller sorgen mit ihrer unorthodoxen Art dafür, dass die knapp 2 Stunden im Kino immer unterhaltsam bleiben. Ich kann mit "War Dogs" gut leben und kann den nur weiterempfehlen.

Kino-Info: Wieder in Kino 8, diesmal am Donnerstagabend. Heute ist das Kino auch ganz gut besucht, auch wenn die Bad Moms mehr gezogen haben.

Kinostart: 29.9.2016
Drama, Komödie, Krieg
115 Min.
FSK: 12
51

 

 
Bad Moms

Bad Moms 

Regie: Jon Lucas, Scott Moore. Darsteller: Mila Kunis (Amy), Kathryn Hahn (Carla), Kristen Bell (Kiki), Christina Applegate (Gwendolyn), Jada Pinkett Smith (Stacy), Annie Mumolo (Vicky), Clark Duke (Dale Kipler), Jay Hernandez (Jessie Harkness)

Inhalt: Amy Mitchell steckt mittendrin im Alltagswahnsinn. Die attraktive 32-Jährige strampelt sich ganz schön ab, um Kids und Karriere unter einen Hut zu bringen. Als sie herausfindet, dass sie von ihrem Mann Mike auch noch betrogen wird, ist Schluss mit Nettigkeit und Perfektion. Ab sofort pfeift Amy auf alle Regeln, setzt den untreuen Gatten kurzerhand vor die Tür und lässt es mit ihren neuen Freundinnen, der braven Kiki und der frivolen Carla, so richtig krachen: Supermom war gestern - jetzt regieren die Bad Moms!

Mein Eindruck: Wenn man den Trailer zu "Bad Moms" kennt, dann weiß man, was einen erwartet - und genau das bekommt man auch. "Bad Moms" ist eine abgefahrene, übertriebene Ami-Komödie, die gut unterhält und manchmal auch unter die Gürtellinie geht. Die Hauptrollen spielen allesamt Frauen, und sie machen das verdammt gut. Mila Kunis ("Jupiter Ascending") gefällt als gebeutelte Mutter, die irgendwann den Stress ablegt und sich mit ihren Freundinnen ausklingt. Gerade diese Freundinnen haben es in sich: Kathryn Hahn ("Captain Fantastic") ist als Single-Mutter eine reine Katastrophe, sie haut einen unangemessenen Spruch nach dem anderen raus. Kristen Bell ("House of Lies") überzeugt als schüchterne Kiki, die von ihrem Mann nieder gemacht wird und nicht richtig durchblickt. Die 3 rocken den Supermarkt (zur Musik von Icona Pop) oder feiern eine ausgelassene Teenie-Party für gestresste Mütter. Auch 'Dumpfbacke' Christina Applegate gefällt als klinisch-gereinigte Vorsitzende der Elternpflegschaft. Natürlich sind die Bad Moms gar nicht so schlecht, sie rücken nur die übertrieben perfekten Verhältnisse in der Schule wieder zurecht. Der Streifen war in der ersten Woche die Nummer 1 im Kino und das nicht zu unrecht.

Kino-Info: Die Vorstellung am Mittwochabend fand wegen des Männerabends im kleinen Kino 8 statt, Das war sehr gut besucht, Frauenanteil 80%.

Kinostart: 22.9.2016
Komödie
101 Min.
FSK: 12
50

 

 
Don't breathe

Don't breathe 

Regie: Fede Alvarez. Darsteller: Stephen Lang (Blinder Mann), Jane Levy (Rocky), Dylan Minnette (Alex), Dabiel Zovatto (Money), Katia Bokor (Cindy)

Inhalt: Der Vater von Alex arbeitet im Sicherheitsgeschäft – sehr praktisch, wenn man wie Alex ein Dieb ist. Das Insiderwissen hilft dem jungen Mann, die teuren Sicherheitssysteme reicher Leute zu überwinden und in Villen fette Beute zu machen. Alex ist auf diesen Diebestouren nicht allein: Rocky, als sein heimlicher Schwarm die Hauptmotivation für die Einbrüche, begleitet ihn, um sich und ihrer kleinen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Dritter im Bunde ist Money, Rockys Freund, der des Kicks wegen mitmacht. Ein Kick der besonderen Art steht dem Trio bevor, als es in das Haus eines Kriegsveteranen einsteigt, der nach dem Unfalltod seines einzigen Kindes ein großes Schmerzensgeld bekommen haben soll. Der Veteran ist blind, was kann also schiefgehen?

Mein Eindruck: Ich hab von Horrorfilmen mittlerweile die Schnauze voll. Früher hab ich die gerne gesehen, heute nerven mich die zumeist billig produzierten Geister- oder Splatterproduktionen. Anders bei "Don't breathe": Der für kleines Geld produzierte Horror-Thriller bekommt weltweit gute Kritiken. Die minimalistische Story um den Einbruch dreier Jugendlicher in das Haus eines blinden Mannes ist spannend umgesetzt und trotz des beschränkten Drehortes - das Haus des Blinden halt - überzeugt der Film auf der ganzen Linie. Der Titel ist Programm: Wenn unsere jungen Einbrecher auf den blinden Mann treffen, dann hält man als Zuschauer auch den Atem an - so gefesselt ist man von der Handlung. Regisseur Fede Alvarez ("Evil Dead") hat es geschafft, mit einer Handvoll Schauspieler einen Reißer aufs Parkett zu legen, der es in sich hat. Einzig Stephen Lang, der mit ungeheurer Kraft den Blinden spielt, ist durch seine Rolle in "Avatar" bekannt. Die jungen Schauspieler kennen nur Insider. Natürlich gibt es hier und da einige Logiklöcher, aber die werden durch die spannende Handlung wettgemacht. Kleiner Film, große Wirkung: "Don't breathe" ist ein Highlight des Kinojahres!

Kino-Info: Da der Film abends nur um 21 Uhr läuft musste ich auf eine Nachmittagsvorstellung ausweichen. So hat mir die Filmpassage eine Privatvorstellung gegönnt.

Kinostart: 8.9.2016
Thriller, Horror
89 Min.
FSK: 16
49

 

 
The Purge: Election Day

The Purge: Election Year 

Regie: James DeMonaco. Darsteller: Frank Grillo (Leo Barnes), Elizabeth Mitchell (Senator Charlie Roan),  Mykelti Williamson (Joe Dixon), Joseph Julian Soria (Marcos ), Betty Gabriel (Laney Rucker), Terry Serpico (Earl Danzinger), Edwin Hodge (Dante Bishop)

Inhalt: Einmal im Jahr dürfen alle US-Bürger eine Nacht lang ungehindert alle Straftaten begehen, nach denen ihnen der Sinn steht, ohne strafrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. So soll dem Verbrechen für den Rest des Jahres Einhalt geboten werden. Doch der Widerstand in der Bevölkerung gegen diese drastische Maßnahme wächst. Um etwas an den Zuständen zu ändern, setzt sich die Senatorin Charlie Roan, die in einer Purge-Nacht Jahre zuvor nur knapp mit ihrem Leben davon gekommen ist, auf politischer Ebene dafür ein, die gesetzlose Nacht abzuschaffen. Doch damit zieht sie schnell den Unmut hoher Regierungsvertreter auf sich, die sich ihrer bei der bevorstehenden "Säuberung" entledigen wollen. Beschützt von ihrem raubeinigen Sicherheitschef Leo Barnes versucht Charlie durch die Nacht zu kommen, um das System ein für alle Mal zu Fall zu bringen.

Mein Eindruck: Nach "The Purge - Die Säuberung" (2013) und "The Purge - Anarchy" (2014) wird zum dritten Mal im Kino gepurged. Die beiden Vorgänger haben mir gut gefallen, Teil 3 eher nicht. Für mich ist die Luft aus der Story raus.

Wieder mal steht die Purge-Nacht an, dieses Mal unter besonderen Bedingungen: Selbst hohe Regierungsbeamte bekommen keinen Schutz mehr und sind zum Abschuss freigegeben. So kommt es, dass die Senatorin und Präsidentschaftsanwärterin Elizabeth Mitchell von einem Killerkommando gejagt wird. Sie bekommt Hilfe von ihrem Sicherheitschef Leo und einigen Zivilisten, die sie lebend durch die Nacht bringen wollen. Mir kommt es so vor, als ob Regisseur James DeMonaco noch einen drauf setzen will. Die Purger werden immer extremer, der Horror der Nacht wird zur morbiden Unterhaltung gestörter Freaks. Ganz übel war für mich die junge Schwarze, die im Laden einen Schokoriegel stehlen wollte. Es war ganz klar, dass die Alte in der Purge-Nacht wieder kommt, um den Laden zu zerstören. Ich hätte die sofort erschossen. Immerhin hat sie später das bekommen, was sie verdient hat. "The Purge - Election Year" ist handwerklich ordentlich gemacht, man bekommt im Grunde all das, was man erwartet. Dummerweise kam mir bei keine Spannung auf und so plätscherte der Streifen so vor sich hin. Wie gesagt, für mich ist die Luft raus, es wurde genug gepurged.

Kino-Info: Ich war überrascht: Am Start-Donnerstag ist das große Kino 7 sehr gut gefüllt - trotz 30-Grad-Sommerwetter.

Kinostart: 15.9.2016
Thriller, Action, Horror
109 Min.
FSK: 16
48

 

 
The Shallows

The Shallows 

Regie: Jaume Collet-Serra. Darsteller: Blake Lively (Nancy), Oscar Jaenada (Carlos), Angelo Josue Lozana Corzo (Surfer 1), Jose Manuel Trujillo Salas (Surfer 2), Brett Cullen (Dad), Sedona Legge (Chloe), Diego Espejel (Intoxicated Man)

Inhalt: Nancy surft alleine an einem einsamen Strand, als sie plötzlich von einem Weißen Hai angegriffen wird. In letzter Sekunde kann sie sich auf einem Felsen im Meer in Sicherheit bringen. Doch obwohl sie nur wenige hundert Meter von der rettenden Küste entfernt ist, wird der Weg dorthin zum ultimativen Willenstest. Ein nervenaufreibender Kampf auf Leben und Tod beginnt.

Mein Eindruck: Ich bin ein Freund von Hai-Filmen. Allerdings erscheinen diese vorwiegend auf DVD/Blu-ray und sind minderer Qualität: Von "Sharkopus" über "Super Shark" bis zu "Zombie Shark" - die Haie werden von Billigfirmen als Dutzendware verwurstet. Im Kino sieht man Haie selten, aber jetzt gibt es mit "The Shallows" endlich einen richtig guten und spannenden Fischstäbchen-Film. Yes!

Die Story ist simpel: Nancy, eine junge Surferin, wird von einem Hai angegriffen. Obwohl sie in Standnähe ist hat sie keine Chance, dem Hai zu entkommen. Es beginnt ein spannender Überlebenskampf. Blake Lively ("Für immer Adaline") spielt Nancy und der komplette Film ist auf sie zugeschnitten. Mir ist die 29jährige Schauspielerin bislang noch nicht besonders ausgefallen, diese Rolle spielt sie mit Bravour. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und leidet deswegen mit ihr. Die übrigen Personen, die in dem 87minütigen Streifen vorkommen, sind nur Beiwerk. Regisseur Jaume Collet-Serra ("Non-Stop") versteht es, die simple Story voranzutreiben. Natürlich trägt die wunderbare Location auch dazu bei, dass der Film gut rüberkommt. Der Hai ist computeranimiert, sieht aber sehr gut aus und ist keine Knallcharge wie beispielsweise Sharktopus. Natürlich gibt es einige Ungereimtheiten, die man einfach hinnehmen muss und auch das Ende ist nicht gerade sehr realistisch. Doch darüber kann ich locker hinwegsehen, denn "The Shallows" hat mich gut unterhalten. Nach knappen 80 Minuten ist der Film vorbei (der Rest ist Nachspann), der Kampf Frau vs. Hai ist entschieden und ich hab endlich mal wieder einen guten Hai-Film gesehen.

Kino-Info: Das Cinemaxx hat mir am Mittwoch-Abend eine Privatvorstellung in Kino 9 gegönnt.

Kinostart: 25.8.2016
Thriller, Horror
87 Min.
FSK: 12
47

 

 
 

Die Cinemaxx Sommerticket Action

Von Juli bis August 2016 hat das Cinemaxx mehrere Sommertickets verkauft. Ein Ticket beinhaltet 5 Filme, die man im festgelegten Zeitraum einmal im Kino anschauen konnte. Viele Filme waren in 3D, und so kann man sich leicht ausrechnen, wann sich das Ticket (Verkaufspreis 22 Euro) rentiert hat.

Ich hatte mir das Sommer- und Hero-Ticket gesichert. 9 von 10 Filmen habe ich gesehen (alle außer "Smaragdgrün" - der ging gar nicht). Nicht alle Filme (s.u.) waren wirklich prickelnd, doch für einen Preis von unter 5 Euro pro Film nehme ich das sehr gelassen hin. Deswegen war ich im August auch so oft im Kino, man nimmt ja gerne alles mit.

Cinemaxx, das war eine sehr gute Aktion!

 

 
Im August 2016 war das Motto: Masse statt Klasse. 9 Filme habe ich im Kino gesehen, keiner hat mehr als 3 Sterne ereicht. Film des Monats ist ganz knapp "Suicide Squad" geworden. Der neue Statham-Mechanic ist für mich der Flop des Sommers. 
Suicide Squad

2016    

The Nice Guys

Zeit für Legenden

  Star Trek Beyond
Jason Bourne   The Hateful 8
Legend of Tarzan   Trumbo
Die Unfassbaren 2   Money Monster
Captain Fantastic      
Teenage Mutant Ninja T. II      
Ghostbusters      
The Mechanic: Resurrection      
 
Die Unfassbaren 2

Die Unfassbaren 2 

Regie: Jon M. Chu. Darsteller: Jesse Eisenberg (J. Daniel Atlas), Mark Ruffalo (Dylan Rhodes), Woody Harrelson (Merritt McKinney), Dave Franco (Jack Wilder), Lizzy Caplan (Lula), Daniel Radcliffe (Walter Mabry), Morgan Freeman (Thaddeus Bradley), Michael Caine (Arthur Tressler), Jay Chou (Li)

Inhalt: Ein Jahr ist vergangen, seit die Unfassbaren das FBI überlistet und ihrem Publikum mit unglaublichen Magie-Darbietungen zu einem unverhofften Geldsegen verholfen haben. Noch immer vom FBI verfolgt, betreten sie nun nicht ganz freiwillig wieder die große Bühne. Zusammen mit der mysteriösen Lula, die sich ihnen anschließt, treffen sie auf den undurchsichtigen Walter Mabry. Das technische Wunderkind hat ganz eigene Vorstellungen von einem gelungenen Zaubertrick und verfolgt einen perfiden Plan. Was die Vier nicht wissen: Mabry ist der Ziehsohn von Arthur Tressler, der mit den "Vier Reitern" noch eine Rechnung offen hat. Und auch Thaddeus Bradley, ein alter Bekannter der Unfassbaren und Meister der Zauberkunst, zieht im Hintergrund seine Fäden. Jetzt müssen die Magier ihr gesamtes Können aufbieten, um ein rettendes Ass aus dem Ärmel zu ziehen.

Mein Eindruck: "Die Unfassbaren" habe ich 2013 in einer Sneak-Preview gesehen und mit 3 Sternen bewertet. Die Fortsetzung kann mit Teil 1 nicht mithalten, ist aber relativ unterhaltsam und kommt so 2 1/2 Sterne. Großer Vorteil des Films ist die gute Besetzung inklusive der beiden Altstars und Schwergewichte Morgen Freeman und Michael Caine. Der neue weibliche Reiter, Lula, gespielt von Lizzy Caplan ("Masters of Sex"), gefällt mit ihrer unorthodoxen Art. Völlig daneben war für mich die Doppelrolle von Woody Harrelson. Sein Zwillingsbruder mit Haaren (!) ist für mich Anwärter auf die Goldene Himbeere, so sehr hat mich der Typ genervt. Harry Potter Star Daniel Radcliffe kann als Schurke wenig überzeugen. Die Story ist sehr simpel gehalten und wirkt wie mit der heißen Nadel gestrickt. Natürlich kommen wieder einige Zaubertricks zur Anwendung, doch auch das Finale im Flugzeug wirkt irgendwie lasch - da hat Teil 1 mehr gefesselt. Trotz aller Kritik geht der Film aber ganz gut ab und bietet einige spektakuläre Schauplätze. Das Ende ist ausgerichtet auf einen dritten Teil, doch nach den mageren Einspielergebnissen von Teil 2 ist eine Fortsetzung fraglich...

Kino-Info: Am Mittwoch - dem letzten Sommerticket-Tag - war Kino 5 mäßig gefüllt.

Kinostart: 25.8.2016
Thriller, Krimi
130 Min.
FSK: 12
46

 

 
The Mechanic - Resurrection

Mechanic - Resurrection 

Regie: Dennis Gansel. Darsteller: Jason Statham (Arthur Bishop), Jessica Alba (Gina), Michelle Yeoh (Mei), Tommy Lee Jones (Max Adams), Sam Hazeldine (Crain)

Inhalt: Seine Tage als Elite-Killer hat Arthur Bishop hinter sich gelassen - dachte er zumindest! Doch dann holt ihn die mörderische Vergangenheit ein: Bishops Erzfeind Riah Crain entführt seine Freundin Gina und zwingt ihn zur Rückkehr in den alten Job. Innerhalb kürzester Zeit soll der "Mechanic" einmal um die ganze Welt reisen und das tun, was keiner so gut kann wie er: drei schier unmögliche Auftragsmorde begehen und sie dabei wie Unfälle aussehen lassen.

Mein Eindruck: Jason Statham ist für mich der letzte wahre Action-Darsteller. Darum weiß man, was man von seinen Filmen zu erwarten hat. Sein neustes Werk, "Mechanic - Resurrection" ist für mich ein Totalausfall. Das Statham ausgerechnet einen zweiten Teil zu "The Mechanic" von 2011 gedreht hat, das ist schon seltsam. Egal, die Eröffnungssequenz in Rio fängt ja gar nicht so schlecht an, bis zum dem Zeitpunkt, wo er von der Gondel springt und auf einem Paraglider landet. Ab hier war klar: Super-Statham kann alles, was er will. Viel schlimmer sind aber viele Kleinigkeiten, die mir den Film vermiest haben. Zum Beispiel die Romanze zwischen Statham und Jessica Alba. Zuerst arrangiert, später echt - diese abstruse Liebesbeziehung zieht keinen Fisch vom Teller. Die 3 Morde, die Auftragskiller Bishop in wenigen Tagen erledigen muss, sind in dieser Zeit unmöglich zu schaffen. Für jeden Job wäre ein halbes Jahr nötig, um die komplexe Eliminierung zu planen und durchzuführen. Schließlich mein Höhepunkt im thailändischen Gefängnis: Anstatt einen Schergen in Ruhe zu lassen, damit dieser seinen verhaßten Warlord umbringen kann, tötet Bishop ihn...warum? Leichter hätte er es gar nicht haben können. Und zum Schluss der Megakracher: Wie entkommt man von einer Insel, die rundherum von gefräßigen Haien bewacht wird? Ganz einfach, mit Anti-Hai-Creme! Immerhin hatte Batman damals ein Anti-Hai-Spray, Statham nimmt lieber die Creme. Ich will nicht auf Logik bei Actionfilmen herumreiten, aber in diesem Streifen des deutschen Regisseurs Dennis Gansel sind zu viele Sachen einfach nur schlecht.

Kurzum: "Mechanic - Resurrection" bietet zwar Action, aber zumeist schlechtgemacht und strunzenlangwelig. Es kann nur besser werden, aber hoffentlich nicht im dritten Teil.

Kino-Info: Am Donnerstag startet der zweite Mechanic um 21 Uhr in Kino 4 - nicht meine Zeit.

Kinostart: 25.8.2016
Action
99 Min.
FSK: 16
45

 

 
Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (3D) 

Regie: Dave Green. Darsteller: Megan Fox (April O'Neil), Will Arnett (Vernon Fenwick), Laura Linney (Chief Vincent), Stephen Amell (Casey Jones), Tyler Perry (Baxter Stockman), Brian Tee (Shredder), Stephen Farrelly (Rocksteady), Gary Anthony Williams (Bebop)

Inhalt: Die Teenage Mutant Ninja Turtles Raphael, Michelangelo, Donatello und Leonardo sehen sich mit mehrfacher Gefahr konfrontiert: Diesmal müssen sie es nicht nur mit Erzfeind Shredder aufnehmen, sondern auch mit dessen mutierten Handlangern Bebop und Rocksteady – während der Alien-Kriegsherr Krang im Hintergrund an seinem Welteroberungsplan arbeitet. Glücklicherweise stehen den humanoiden Schildkröten weiterhin Reporterin April O'Neil sowie Kameramann Vern zur Seite, und sie finden im Eishockeyschläger-bewaffneten Casey Jones einen neuen Verbündeten. Aber wollen die Turtles weiterhin die Helden im Schatten bleiben – oder sich New York endlich zeigen?

Mein Eindruck: 2014 gab es ein Reboot der Teenage Mutant Ninja Turtles. Dieser Streifen von Jonathan Liebesman ist bei mir komplett durchgefallen und war einer der schlechtesten Filme des Jahres. Jetzt ist Teil 2 da und ich sehe mir den im Kino an, wie kann das denn sein? Ganz einfach, durch das Cinemaxx Sommerticket habe ich den Film im Vorfeld bezahlt. Na ja, und bevor man was verschwendet...

Kurz und knackig: Der neuen Turtles-Streifen ist wieder nix besonderes, hat mir aber viel besser gefallen als Teil 1 (was für ein Wunder). Immerhin gibt es viel mehr Gags und der Film nimmt sich selber nicht mehr so ernst. Man wird von CGI-Effekten erschlagen, die aber in 3D gar nicht schlecht aussehen. Die menschlichen Darsteller sind allesamt nur Beiwerk: Weder Megan Fox noch Will Arnett oder der neue Mitspieler Stephen Amell hinterlassen einen positiven Eindruck. So komme ich immerhin auf 2 Sterne, das ist ein Stern mehr als Teil 1.

Kino-Info: Die Abend-Vorstellung am heißen Mittwoch Abend ist mäßig gefüllt.

Kinostart: 11.8.2016
Action, Komödie, Abenteuer
113 Min.
FSK: 12
44

 

 
Captain Fantastic

Captain Fantastic  

Regie: Matt Ross. Darsteller: Viggo Mortensen (Ben), George MacKay (Bo), Samantha ISler (kielyr), Annalise Basso (Vespyr), Nicholas Hamilton (Rellian), Shree Crooks (Zaja), Charlie Shotwell (Nai), Frank Langella (Jack), Kathryn Hahn (Harper), Steve Zahn (Dave)

Inhalt: Der hochgebildete Ben lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen.

Mein Eindruck: Ich bin enttäuscht. Der Trailer zu "Captain Fantastic" hat mir ganz gut gefallen, doch der Film hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Dabei ist einiges an dem Streifen von Regisseur und Drehbuchautor Matt Ross gar nicht so übel. Die Besetzung hat mir gut gefallen. Abgesehen von Vater Ben - Viggo Mortensen (Aragorn aus "Herr der Ringe") - sind mir die jugendlichen Darsteller allesamt unbekannt. Sie spielen ihre Rollen glaubhaft und voller Enthusiasmus, man nimmt ihnen ihre harte Ausbildung in der Wildnis ab. Im Streifen gibt es einige schräge Momente, vor allem dann, wenn die Aussteiger auf die normale Welt treffen. Doch hier hätte man mehr draus machen können, einige Szenen sind dann doch eher lächerlich. Beispielsweise macht Sohn Bo seiner Campingplatz-Bekanntschaft direkt einen Heiratsantrag, nachdem sie ihn geküsst hat. Dafür, das Bo ein Harvard Stipendium in der Tasche hat, ist er doch ziemlich zurückgeblieben. Gegen Ende wird der Film am schlimmsten. Der Kitsch-Faktor wird immer größer, und das halbgare Happy-End kann so gar nicht überzeugen. Vollkommen außer acht gelassen wird übrigens Opa Jack, gespielt von Frank Langella ("Frost/Nixon"): Er hat Vater Ben mit harten Mitteln gedroht, die Vormundschaft über dessen Kinder zu erkämpfen. Doch am Ende hört und sieht man nichts mehr von ihm. Im Grunde hat "Captain Fantastic" Potential für einen guten Film, doch irgendwie kommt keine Stimmung rüber und der Kitsch zieht den Streifen vollends runter.

Kino-Info: Die 18:30-Vorstellung im Film Forum ist ganz ordentlich besucht.

Kinostart: 18.8.2016
Drama
120 Min.
FSK: 12
43

 

 
Suicide Squad (3D)

Suicide Squad (3D)  

Regie: David Ayer. Darsteller: Will Smith (Deadshot), Margot Robbie (Harley Quinn), Viola Davis, (Amanda Waller), Jared Leto (The Joker), Jai Courtney (Boomerang), Jay Hernandez (Diablo), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Killer Croc), Cara Delevigne (June Moone / Enchantress), Joel Kinnaman (Rick Flag), Karen Fukuhara (Katana)

Inhalt: Gift gegen Gift, Feuer gegen Feuer? Das zumindest scheint der Gedanke der amerikanischen Geheimagentin Amanda Waller zu sein, als sie einen heiklen Entschluss fasst: Um einer geheimnisvollen und unbesiegbar erscheinenden Bedrohung endgültig das Handwerk zu legen, gebraucht es mehr als nur hochgerüstete Soldaten auf einem Himmelfahrtskommando. Man braucht ganz einfach die gemeingefährlichsten Fieslinge, die derzeit im Gefängnis vor sich hin schmoren, denn die haben offenbar nichts mehr zu verlieren. Doch die illustre Truppe, zu der Knalltüten wie die exzentrische Harley Quinn, Deadshot und Captain Boomerang gehören, merkt schnell, dass sie im Zweifelsfall einfach nur entbehrliches Kanonenfutter und Sündenbock sein soll.

Mein Eindruck: Im DC-Universum geht es ab, man will mit Marvel mithalten. Nach dem Kampf zwischen Superman und Batman lässt DC jetzt die Suicide Squad los. Die Bösen der Bösen sollen in Gotham City die Drecksarbeit machen und die Welt vor einer bösen Hexe und ihrem Bruder retten. Eines ist ganz klar: Margot Robbie ("Legend of Tarzan") als durchgeknallte Harley Quinn stielt allen die Show. Die Freundin des Jokers, die ebenso bescheuert und exzentrisch ist wie ihr Freund, dominiert den Film. Da hat es selbst Will Smith schwer da mitzuhalten. Smith hat mir gut gefallen, allerdings nimmt man ihm nicht ab, dass er wirklich böse ist - er ist einfach zu sympathisch als Familenvater. Die anderen Bösewichter sind nur Nebenfiguren. So ist z.B. Boomerang (Jai Courtney) völlig überflüssig, er trägt im Grunde nichts zum Gelingen der Mission bei. Das ist ein Manko des Films, denn es sind einfach zu viele Superhelden auf einmal im Einsatz. Der Totalausfall schlechthin ist Cara Delevigne als Hexe Enchantress. Ihr nimmt man ihre Rolle so gar nicht ab. Auch der Joker - noch böser als böse: Jared Leto - ist mehr eine Nebenfigur, der zumeist nur in Rückblenden vorkommt.

"Suicide Squad" hat einige gute Ansätze, aber leider auch einige Macken. 3D war dieses Mal gut, für den Film kann ich das nur empfehlen. Summa summarum vergebe ich mittelmäßige 3 Sterne für einen durchschnittlichen Film.

Kino-Info: Am Donnerstag-Abend ist das große Kino 1 seht gut gefüllt, wir kriegten nur noch Sitzplätze am Rand (was aber gar nicht so schlecht ist).

Kinostart: 18.8.2016
Comic, Action, Komödie
123 Min.
FSK: 16
42

 

 
Jason Bourne

Jason Bourne  

Regie: Paul Grengrass. Darsteller: Matt Damon (Jason Bourne), Tommy Lee Jones (CIA Director Robert Dewey), Alicia Vikander (Heather Lee), Vincent Cassel (Asset), Julia Stiles (Nicky Parsons), Riz Ahmed (Aaron Kalloor), Ato Essandoh (Craig Jeffers)

Inhalt: Jason Bourne lebt verborgen im Untergrund. Als seine alte Verbündete Nicky Parsons ins Visier der CIA gerät, taucht Bourne wieder auf, um ihr zu helfen. Mit neuen Informationen zu seiner Vergangenheit konfrontiert, wird dem ehemaligen Top-Spion der CIA bald klar, dass er sich in akuter Lebensgefahr befindet. Denn die CIA hat nicht nur ihre beste Cyber-Spezialistin Heather Lee auf ihn angesetzt, sondern auch einen Spezialagenten, der vor nichts zurückzuschrecken scheint.

Mein Eindruck: Matt Damon ist als Jason Bourne zurück! Nachdem er die Rolle in 3 Teilen (2002 - 2007)  gespielt hatte wurde die Serie ohne ihn fortgesetzt: In "Das Bourne Vermächtnis" (2012) übernahm Jeremy Renner die Hauptrolle. Scheinbar hat der Film die Erwartungen nicht erfüllt, denn jetzt ist das Original wieder am Start. In Teil 5 (mit dem schlichten Titel "Jason Bourne") geht es so weiter wie in Teil 2 "Die Bourne Verschwörung" und Teil 3 "Das Bourne Ultimatum": Bourne wird von der CIA durch mehrere Städte (hier: Berlin, London, Las Vegas) gejagt und kann immer wieder entkommen. Regisseur Paul Greengrass, der schon für 2 & 3 verantwortlich war, zieht seinen Stil wie gewohnt durch und präsentiert extrem schnell geschnittene Action-Sequenzen. Dabei übertreibt er es leider zu oft, was man besonders an der Autoverfolgungsjagd in Las Vegas sieht. Immerhin kam der Film mit guten Darstellern aufwarten. Altstar Tommy Lee Jones ("Auf der Flucht") gefällt als CIA Director, während Shootingstar und Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander ("Codename U.N.C.L.E.") emotionslos und unterkühlt agiert. Wenn das so weiter geht und der Film Kasse macht, dann wird Jason Bourne noch lange auf der Flucht vor seiner Vergangenheit bleiben. Na ja, es gibt schlimmeres. 3 Sterne für den Agententhriller sind für mich gerechtfertigt.

Kino-Info: Zuerst sah es so aus, als ob Kino 1 am Mittwochabend leer bleibt. Dann hat es sich aber noch ganz passabel gefüllt.

Kinostart: 11.8.2016
Thriller, Action
124 Min.
FSK: 16
41

 

 
Legend of Tarzan (3D)

Legend of Tarzan (3D)  

Regie: David Yates. Darsteller: Alexander Skarsgård (John Clayton/Tarzan), Christoph Waltz (Leon Rom), Margot Robbie (Jane Clayton), Samuel L. Jackson (George Washington Williams), Djimon Hounsou (Chief Mbonga), Sidney Ralitsoele (Wasimbu)

Inhalt: Es sind schon viele Jahre vergangen, nachdem Tarzan den afrikanischen Dschungel hinter sich gelassen hat. Jetzt lebt er unter seiner neuen Identität als britischer Adliger John Clayton III, Lord Greystoke, mit seiner geliebten Frau Jane ein standesgemäßes Leben in der Zivilisation. Eines Tages erhält er einen Auftrag direkt vom Parlament: Als Sonderbotschafter für Handelsfragen soll Tarzan zurück in den Dschungel vom Kongo geschickt werden. Noch ahnt er allerdings nicht, dass er dabei nur als Schachfigur in einer gefährlichen Intrige aus Rache und Habgier missbraucht werden soll, die der Captain Leon Rom aus Belgien eingefädelt hat. Aber auch er und die anderen Drahtzieher haben noch keinen blassen Schimmer, was für eine tödliche Lawine sie mit ihrem diabolischen Plan ins Rollen bringen.

Mein Eindruck: Tarzan ist wieder da! Dieses Mal ist Alexander Skarsgård, bekannt aus der TV-Serie "True Blood", der neue Dschungelheld. "Legend of Tarzan" erinnert von der Machart her an die "Dark Knight"-Batman-Filme. Tarzan ist nach London zurückgekehrt und lebt mit seiner Frau Jane als John Clayton III. auf seinem bescheidenen Anwesen. Doch er ist hin und hergerissen, er kann seine Vergangenheit als Affenmensch nicht verdrängen. Durch einen Vorwand wird er in die alte Heimat gelockt, wo er direkt wieder den Dschungelheld heraushängen lassen kann. Grundsätzlich ist der Streifen von Harry Potter Regisseur David Yates nicht übel. Wie in "Jungle Book" sind alle Tiere animiert, und die meisten sehen richtig gut aus. Bei der Eisenbahn- und der Büffel-Sequenz funktioniert die Tricktechnik nicht so gut, die Action wirkt billig und dahingerotzt. Tarzan muss viel mehr tun, als seinen Dschungel zu retten, er muss den ganzen Kongo vor dem belgischen König beschützen. Die rechte Hand des Königs, der fiese Leon Rom, ist sein Gegenspieler. Dieser wird von Christoph Waltz gespielt. Wieder mal lässt er einen Schurken heraushängen, doch so langsam wird sein Spiel langweilig, denn man hat den Mimen schon zu oft in dieser Rolle gesehen. Margot Robbie (als Jane) und Samuel L. Jackson (als Tarzans Sidekick) liefern ordentliche Darstellungen ab. In wenigen Szenen lohnt sich 3D, aber wie so oft hätte ich gerne drauf verzichtet. Kurzum: Der neue Tarzan ist okay, anders als Johnny Weissmüller, aber sehenswert.

Kino-Info: Am Kino-Dienstag ist das kleine Kino 9 ganz gut gefüllt. Mein Sommerticket wurde nicht eingelesen, wie alle anderen auch. Da hatte die Cinemaxx-Crew am Schalter Stress.

Kinostart: 28.7.2016
Abenteuer, Drama
110 Min.
FSK: 12
40

 

 
Ghostbusters

Ghostbusters  

Regie: Paul Feig. Darsteller: Kristen Wiig (Erin Gilbert), Melissa McCarthy (Abby Yates), Kate McKinnon (Jilian Holtzmann), Leslie Jones (Patty Tolan), Chris Hemsworth (Kevin), Andy Garcia (Bürgermeister Bradley), Steve Higgins (Dekan), Karan Soni (Bennie)

Inhalt: Abby Yates hat schon immer an Gespenster geglaubt, es ist ihr ganz egal, ob man sie dafür belächelt. In einem heruntergekommenen Labor erforscht sie das Paranormale, unterstützt wird sie von der schrägen, aber genialen Ingenieurin Jillian Holtzmann, die allerlei abgefahrene Anti-Geister-Waffen bastelt. Abbys alte Freundin Erin Gilbert hat das umstrittene Forschungsgebiet hingegen schon lange für eine Karriere als seriöse Physikerin aufgegeben, was einst zum Bruch zwischen den beiden Partnerinnen geführt hat. Doch als Erin kurz vor einer Festanstellung an der renommierten Columbia-Universität steht, wird sie von der gemeinsamen Geisterforschervergangenheit eingeholt. Sie bittet Abby um Hilfe, aber die wittert schnell eine ganz andere Gelegenheit und schleppt Erin mit zu einem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, in dem es zu einer Geistererscheinung gekommen sein soll. Nach diesem Termin ist nichts mehr so wie vorher: Die Frauen mischen als Ghostbusters New York auf.

Mein Eindruck: Kein anderer Film wurde vor seinem Kinostart so beschimpft wie die Neuverfilmung von "Ghostbusters". Der Shitstorm im Internet war riesig und die Fans waren empört, dass 4 Frauen die neuen Ghostbusters sein sollen. Ich habe mir jetzt selber ein Bild gemacht und bin wenig begeistert - mit Ach und Krach vergebe ich so gerade 2 Sterne.

Natürlich kann die Neuverfilmung in keinster Weise mit dem alten Film von 1984 mithalten, das war von vorneherein klar. Ich hab versucht, dem neuen Streifen eine Chance zu geben, doch schon nach 20 Minuten habe ich aufgegeben. Dabei hat mir Kristen Wiig ("Brautalarm") als biedere Wissenschaftlerin gut gefallen. Doch so bald Melissa McCarthy ("Spy: Susan Cooper Undercover") ins Spiel kommt, gehen bei mir die Lichter aus. Ich komme mit der Frau nicht klar, sie nervt mich einfach nur. Ihre Mitstreiterin, Kate McKinnon ("Saturday Night Live"), hat als durchgeknallte Ingenieurin einige gute Szenen, doch oftmals schießt sie mit ihrer Rolle übers Ziel hinaus. Leslie Jones ("Saturday Night Live") als vierte Ghostbusterin ist mehr oder weniger Stichwortgeberin. Für mich zünden die Gags nicht, auch die von Chris Hemsworth ("Thor") nicht. Er spielt einen gutaussehenden Deppen, der noch nicht mal in der Lage ist, ein Telefon zu bedienen. Ha ha.

Tricktechnisch gesehen gibt es am Ende den erwarteten Overkill. Sieht zwar ganz nett aus, kann aber auch nicht überzeugen. Der Schurke des Film, ein biederer Angestellter, ist völlig deplatziert und seine Beweggründe sind komplett sinnfrei. Die alten Ghostbusters-Darsteller haben allesamt Mini-Auftritte, aber in anderen Rollen - so sehen wir z.B. Dan Aykroyd als Taxifahrer. Dazu kann ich auch nur sagen: verschenkt! Regisseur Paul Feig ("Taffe Mädels") ist mit der Neuauflage überfordert und man kann nur hoffen, dass es keinen zweiten Teil mehr gibt. Thema 3D: Der Film wird in 2D und 3D angeboten, und da war natürlich klar, was ich nehmen werde.

Kino-Info: In der frühen Nachmittags-Vorstellung finden sich 30 Besucher ein. Gelacht wurde gar nicht...

Kinostart: 4.8.2016
Komödie, Action, Fantasy
117 Min.
FSK: 12
39

 

 
Zeit für Legenden

Zeit für Legenden 

Regie: Stephen Hopkins. Darsteller: Stephan James (Jesse Owens), Jason Sudeikis (Larry Snyder), Shanice Banton (Ruth Solomon), Jeremy Irons (Avery Brundage), Eli Goree (Dave Albritton), William Hurt (Jeremiah Mahoney), David Kross (Carl 'Luz' Long)

Inhalt: Ohio, 1934. Der schwarze Ausnahme-Athlet Jesse Owens trainiert unter seinem Coach Larry Snyder, der ihn auf die Olympischen Spiele in Berlin vorbereiten will. Sportlich läuft es perfekt für Jesse, der immer wieder Bestzeiten läuft - aber der Trubel um seine Person macht ihm zu schaffen. Zwei Jahre später hat er mit Snyders Hilfe rechtzeitig für Olympia zu innerer Stärke gefunden. Als Jesse jedoch erfährt, dass die Nazis die Olympischen Spiele für Ihre rassistische Propaganda nutzen wollen, erwägt er, sie zu boykottieren. Doch letztlich trifft er die einzig richtige Entscheidung: Er reist nach Berlin - und macht die Spiele nicht nur zu seinem persönlichen sportlichen Triumph, sondern sorgt für eine herbe Niederlage für Hitlers Nazi-Regime.

Mein Eindruck: "Zeit für Legenden", der im Original schlicht "Race" heißt, beschreibt die Geschichte des US-Ausnahmeläufers Jesse Owens. Der Film beginnt in Ohio 1934 und endet nach den Olympischen Spielen 1936. Handwerklich kann man über den Streifen von Stephen Hopkins nicht meckern: Er ist solide inszeniert, bietet ordentliche Schauspieler und kann optisch überzeugen (Stichwort: Olympiastadion). Doch man merkt, dass Regisseur Hopkins vom TV kommt - er hat mehrere Folgen von "24" oder "House of Cards" inszeniert. Seinem Läuferdrama fehlt im Grunde das gewisse Etwas. Der Film ist zu glatt und deswegen wird man als Zuschauer nicht gefesselt. Nazi-Deutschland ist natürlich das Reich des Bösen, aber diese Darstellung ist zu einseitig. Hopkins versucht hier und da einige kritische Anmerkungen, diese sind aber sehr oberflächig und trivial. Gut gefallen haben mir hingegen einige Schauspieler, allen voran Jeremy Irons ("Die Poesie des Unendlichen") als Avery Brundage. Jason Sudeikis, den man normalerweise von Komödien wie "Wir sind die Millers" oder "Kill the Boss" kennt, liefert eine erstaunlich gute Darstellung ab. Stephan James als Jesse Owens hingegen bleibt irgendwie blass (Ha Ha!). Was natürlich die Spannung komplett raubt ist die Tatsache, dass man weiß, wie es ausgeht. Natürlich wird Jesse Owens in Berlin starten, natürlich gewinnt er den 100-Meter-Lauf usw. Ich ziehe mal kurz einen anderen Läufer-Film heran, "Die Stunde des Siegers". Der Streifen ist richtig klasse, und er weiß, wie man eine Olympia-Story gut rüberbringt. "Zeit für Legenden" hingegen ist kein schlechter Film, er ist solider Durchschnitt mit dem Beigeschmack, dass da mehr drin gewesen wäre.

Kino-Info: Im Eulenspiegel verlieren sich am Kinotag knapp 10 Leute.

Kinostart: 28.7.2016
Sport, Drama
118 Min.
FSK: ohne
38

 

 
Die EM ist durch, jetzt geht es wieder mehr ins Kino. Im Juli 2016 hat mich nur ein Film überzeugt, nämlich der dritte neue Star Trek. Ein weiterer Blockbuster, der zweite Teil von ID4, war ganz okay, mehr nicht. Die anderen Filme, die ich gesehen habe, konnten sich nicht vorne in der Rangliste platzieren.
Star Trek Beyond

2016    

The Nice Guys

Maggies Plan

  Star Trek Beyond
Independence Day: Wiederkehr   The Hateful 8
Central Intelligence   Trumbo
Verräter wie wir   Money Monster
 
Maggies Plan

Sneak: Maggies Plan 

Regie: Rebecca Miller. Darsteller: Greta Gerwig (Maggie), Ethan Hawke (John), Julianne Moore (Georgette), Maya Rudolph (Felicia), Bill Hader (Tony), Travis Fimmel (Guy)

Inhalt: Der New Yorker Dozentin Maggie fehlt eigentlich nur eines im Leben: ein eigenes Kind. Mit ihr und den Männern klappt es auf lange Sicht einfach nicht. Aber das ist für die Mittdreißigerin kein Grund, auf Nachwuchs zu verzichten. Sie tüftelt einen Plan aus: Ihr ehemaliger Kommilitone Guy, nun stolzer Inhaber eines Gurken-Imperiums, spendet sein Sperma. Damit will sie sich dann selbst befruchten. Etwa zur gleichen Zeit lernt Maggie den verheirateten Anthropologie-Professor und angehenden Autor John kennen. Während er zunehmend unter der Beziehung zu seiner eiskalten Frau Georgette leidet, findet er mehr und mehr Gefallen an Maggie.

Mein Eindruck: "Maggies Plan" ist ein Woody Allen Film ohne Woody Allen. Im Mittelpunkt der intelligent-chaotischen Komödie steht die Independent-Darstellerin Greta Gerwig ("Frances Ha"). Als Dozentin Maggie plant sie im winterlichen New York ihre Zukunft: Sie will ein Baby, aber keinen Vater. Eine Sperma-Probe ihres Ex-Kommilitones Guy soll helfen. Gerade Guy - gespielt von "Vikings"-Star Travis Fimmel, hat am Anfang des Films die Lacher auf seiner Seite. Doch dann verliebt sich Maggie in John, der an der Uni als Professor Vorträge hält. Schließlich kommen die beiden zusammen und die geplante künstliche Befruchtung fällt ins Wasser. Drei Jahre später hat Maggie ihre Tochter, sie lebt mit John zusammen. Die Beziehung zu Johns Ex-Frau (Georgette) ist allerdings etwas nervig. Georgette wird wunderbar gespielt von Julianne Moore. Mit dänischem Akzent und Kontrollzwang gibt sie eine wunderbare Vorstellung. Auch Ethan Hawke liefert als John eine gute Darstellung ab. Dem Film fehlt leider die Komik, und das ist das Manko des Streifens. Es gibt nur sehr wenige Lacher und die Beziehungsprobleme sind nicht so prickelnd wie erwartet. Die Ausgangssituation wird etwas verschenkt, da wäre mehr drin gewesen. Trotzdem ist "Maggies Plan" eine solide Komödie im Woody Allen Stil, die durch die guten Darsteller-Leistungen lohnenswert ist.

Kino-Info: Die letzte Sneak am Dienstag (ab 1.8. wieder am Montag) war mäßig voll.

Kinostart: 4.8.2016
Komödie
99 Min.
FSK: ohne
37

 

 
Star Trek: Beyond (3D)

Star Trek: Beyond (3D) 

Regie: Justin Lin. Darsteller: Chris Pine (James T. Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban (Dr. Leonard McCoy), Zoe Saldana (Uhura), Simon Pegg (Scotty), Sofia Boutella (Jaylah), Anton Yelchin (Chekov), John Cho (Sulu), Idris Elba (Krall)

Inhalt: Die Crew der Enterprise befindet sich auf einer 5-Jahres-Mission, um fremde Welten zu erforschen. Während sie unterwegs im All sind, werden sie vom feindseligen Außerirdischen Krall und seinen Schergen angegriffen, was in einer Katastrophe mündet: Die Enterprise wird vollständig vernichtet und die einzelnen Besatzungsmitglieder müssen notgedrungen Zuflucht auf dem fremden Planeten Altamid suchen. Weit voneinander getrennt, müssen sie versuchen, sich auf unbekanntem Terrain durchzuschlagen.

Mein Eindruck: Die Vorzeichen waren nicht gut: J.J. Abrams, Regisseur der letzten beiden Star Trek-Filme, ist zu Star Wars abgewandert. Sein Ersatz ist ausgerechnet Justin Lin, der mit Fast & Furious jede Menge Kohle eingespielt hat. Der erste Trailer hat mich auch nicht vom Hocker gerissen, es konnte nicht schlimmer kommen. Doch es ist gut gegangen, der neue "Star Trek: Beyond" ist ein richtiger Kracher geworden.

Alle Mann sind wieder an Bord und die Enterprise ist seit 3 Jahren im Weltall unterwegs. Doch jetzt bekommt sie es mit einem Gegner zu tun, den sie nicht besiegen kann. Hier kommt mein einziger Wehrmutstropfen, denn die Enterprise wird (wieder mal) zerstört. Abgesehen davon geht die Action auf dem Planeten gut weiter. Während sich Kirk und Chekov auf fremden Terrain durchschlagen, bekommt es Scotty mit der Außerirdischen Jaylah zu tun. Für die meisten Sprüche ist dieses Mal McCoy zuständig, der sich mit seinem Intim-Feind Spock durchschlagen muss. Ich will gar nicht mehr schreiben, der neue Star Trek kann sich in Ausstattung, Tricktechnik, Schauspiel sehen lassen. Die Story ist eher nicht so originell und 3D wäre nicht zwingend erforderlich - das sind die einzigen kleinen Nachteile. Mein Highlight: Wer hätte gedacht, dass die Musik der Beastie Boys in Star Trek vorkommt...und nicht nur im Trailer... :-)

Kino-Info: Ich konnte es nicht abwarten und war in der frühen Nachmittags-Vorstellung drin...mit etwa 20 anderen Besuchern.

Kinostart: 21.7.2016
Sci-Fi, Action
123 Min.
FSK: 12
36

 

 
Independence Day: Wiederkehr (3D)

Independence Day: Wiederkehr (3D) 

Regie: Roland Emmerich. Darsteller: Liam Hemsworth (Jake Morrison), Jeff Goldblum (David Levinson), Jessie T. Usher (Dylan Hiller), Bill Pullman (Präsident Whitmore), Maika Moore (Patricia Whitmore), Sela Ward (Präsident Lanford), Brent Spiner (Dr. Brakish Okun)

Inhalt: 20 Jahre ist es her, dass Aliens die Erde attackierten und die Hälfte der Bevölkerung auslöschten. Vor allem der mutigen Mission des Piloten Steven Hiller und des Satellitentechnikers David Levinson verdanken wir es, dass die Außerirdischen 1996 besiegt wurden – tragischerweise kam Hiller dann 2007 ums Leben, als er einen Alien-Hybrid-Fighter testete. Und 2016 wird er umso mehr vermisst, als sich die Warnung des Ex-Präsidenten Whitmore bewahrheitet und die Außerirdischen einen neuen, noch verheerenderen Angriff starten! Die Menschheit, die in bis dato nie gekannter Einigkeit ein mit Alien-Technologie erweitertes Verteidigungssystem schuf, steht vor ihrer größten Herausforderung. Die Hoffnungen ruhen auf den jungen Kampfpiloten Jake und Dylan, dem Sohn des verstorbenen Steven Hiller.

Mein Eindruck: Im September 1996 habe ich "Independence Day" im Kino gesehen und war schlichtweg begeistert. Mir hat der Film von vorne bis hinten total gut gefallen, die Schwächen des Streifens habe ich ausgeblendet. 20 Jähre später bringt Regisseur Roland Emmerich die Fortsetzung in die deutschen Kinos, ich kann dazu nur sagen: Ganz nett. Handwerklich ist der Film gut gemacht, denn das Budget von 165 Mio. Dollar lässt viele Special Effects gut aussehen. Die Story wurde angepasst: Nach der Alien Attacke von 1996 hat sich die Erde gewandelt. Die Alien-Technologie hat die Menschheit weit nach vorne gebracht, es gibt Weltraumstationen (z.B. auf dem Mond) und ein völlig neues Verteidigungssystem. Einige Darsteller aus Teil sind wieder am Start, vor allem Jeff Goldblum und Bill Pullman haben größere Auftritte. Will Smith sucht man vergebens, er wurde wegen zu hoher Gagenforderung (angeblich 50 Mio. Dollar) nicht mehr berücksichtigt. Dafür geht sein Filmsohn Dylan (Jessie T. Usher) für ihn auf Alien-Jagd. Generell gibt es eine Riege junger Schauspieler, die die Welt retten sollen. Doch sowohl Liam Hemsworth ("Die Tribute von Panem"), als auch der angesprochene Usher ("When The Game Stands Tall") und die Präsi-Tochter (Maika Moore aus "It follows") bleiben extrem blass und gewinnen keine Sympathien. Dagegen hat Brent Spiner, der als Prof. Okun nach 20 Jahren aus dem Koma erwacht, die besten Szenen im Film. Ansonsten gibt es viel altbekanntes und wenig prickelndes. Die Story ist natürlich sehr ähnlich wie im Original, was soll man auch sonst erwarten? Doch bei mir kam kaum Stimmung auf, irgendwie ist die Pfiffigkeit aus ID4 komplett verloren gegangen. Ich kann so gerade noch 3 Sterne vertreten, was nicht an 3D liegt, denn dazu kann ich nur sagen: Braucht kein Mensch.

Kino-Info: Am späten Sonntagnachmittag war das große Kino 7 gut gefüllt. Der Sommer ist noch nicht da...

Kinostart: 14.7.2016
Sci-Fi, Action
121 Min.
FSK: 12
35

 

 
Verräter wie wir

Verräter wie wir 

Regie: Susanna White. Darsteller: Ewan McGregor (Perry), Stellan Skarsgård (Dima), Naomie Harris (Gail), Damian Lewis (Hector), Jeremy Notham (Aubrey Longrigg), Mark Gatiss (Billy Matlock), Mark Stanley (Ollie), Alicia von Rittberg (Natasha)

Inhalt: Der Oxford-Dozent Perry verbringt mit seiner Frau, der Anwältin Gail, einen romantischen Urlaub unter Palmen in Marrakesch. Dort lernen die beiden den zwielichtigen Russen Dima kennen. Nach einer wilden Party offenbart Dima seinem neuen Freund Perry ein ernsthaftes Problem: Als Geldwäscher der russischen Mafia trachten ihm Killer nach dem Leben. Dima will nach England überlaufen - und der unauffällige Perry ist dafür die perfekte Tarnung. Als der britische Geheimagent Hector auf den Plan tritt, geraten Gail und Perry zwischen die Fronten - und in eine Hetzjagd über Paris und London bis in die Schweizer Alpen, bei der am Ende niemand mehr dem anderen trauen kann.

Mein Eindruck: "Verräter wie wir" basiert auf einem Roman des englischen Schriftstellers John Le Carré. Seine Spionageromane sind Bestseller, allerdings zählt der 2010 entstandene "Verräter wie wir" zu seinen schwächeren Werken. Auch der Film ist leider recht mau ausgefallen, obwohl sich die Besetzung sehen lassen kann. Hauptdarsteller Ewan McGregor ("Jane got a Gun") spielt Professor Perry sehr zurückhaltend und mit wenig Emotionen. Auch seine Frau Gail, gespielt von 'Moneypenny' Naomie Harris, wirkt unterkühlt und teilnahmslos. Da muss man sich schon wundern, warum sich die beiden auf so eine Spionageaffäre überhaupt einlassen. Richtig gut ist Stellan Skarsgard ("Thor") als russischer Geldwäscher Dima: Er geht komplett in seiner Rolle auf und er macht den Film halbwegs sehenswert. Damian Lewis, bekannt aus dem TV-Hit "Homeland", liefert als Geheimagent eine solide Darstellung ab. Der Film spielt an vielen interessanten Locations, die Spannung hält sich aber schwer in Grenzen. Selbst gegen Ende, wenn die Familie von Dima vor der Russenmafia flieht, kommt keine Stimmung auf. Für mich plätschert der Streifen von der ersten Minute so vor sich hin und er hält das bis zum Ende konsequent durch. Etwas mehr Action hätte dem Film gut getan, Spannung so wie so. Von da her kann ich nur 2 1/2 Sterne vergeben.

Kino-Info: Der Film hat es im Cinemaxx auf eine Woche Laufzeit gebracht - am letzten regulären Abend war ich drin - mit immerhin 20 anderen.

Kinostart: 7.7.2016
Thriller
108 Min.
FSK: 16
34

 

 
Central Intelligence

Central Intelligence 

Regie: Rawson Marshall Thurber. Darsteller: Dwayne Johnson (Bob Stone), Kevin Hart (Calvin Joyner), Amy Ryan (Agent Pamela Harris), Danielle Nicolet (Maggie), Jason Bateman (Trevor), Aaron Paul (Phil), Ryan Hansen (Steve), Thomas Kretschmann (The Buyer)

Inhalt: In seiner Jugend hatte es Bob nicht gerade leicht. Mit seinem Übergewicht und seiner verschrobenen Art war er an der High School regelmäßig Ziel für fiesen Spott und Sticheleien. Einer der wenigen, die Bob damals nett behandelt haben, war sein bei allen sehr beliebter Mitschüler Calvin. 20 Jahre später fristet letzterer nun ein Dasein als gesitteter Buchhalter, der hin und wieder noch immer sehnsüchtig an seine wilderen Tage denkt. Aus Bob ist hingegen ein obercooles Muskelpaket geworden, das als Top-Spion für die CIA arbeitet. Als die beiden nach all den Jahren wieder aufeinandertreffen, versucht Bob, seinen ehemaligen Schulkameraden für eine gefährliche streng geheime Mission zu rekrutieren.

Mein Eindruck: "Central Intelligence" ist eine Komödie, wie man sie heutzutage häufig im Kino findet. Die Handlung ist austauschbar und wenig originell, die Darsteller spielen stereotype Charaktere ohne Tiefgang, die Gags sind mittelmäßig und oft unter der Gürtellinie. Auf "Central Intelligence" trifft vieles zu, hinzu kommt noch der Größenunterschied der beiden Hauptdarsteller: Gegen die Schrankwand Dwayne - The Rock - Johnson wirkt der 1,63 Meter kleine Kevin Hart wie ein Zwerg. Allerdings ist Dwayne Johnson als CIA-Agent kein harter Hund, er liebt Einhörner und verhält sich mehr wie ein aufgedrehter Teenager. Da kommt Calin (Kevin Hart) als dröger Buchhalter kaum gegen ihn an. Jedes Mal, wenn er sich von seinem alten Schulkollegen distanzieren will, wird er immer tiefer in den Schlamassel reingezogen. Der Film ist schon ein bisschen mühsam. Einige Gags sind nicht schlecht, aber oftmals nervt Comedian Kevin Hart auf seine Art nur. Als kleiner Snack war der Streifen ganz in Ordnung, denn im Moment läuft nicht viel im Kino. Ich hatte auch kein Highlight erwartet, von da her sind 2 1/2 Sterne in Ordnung.

Kino-Info: "Central Intelligence" hält sich hartnäckig im Kino und deshalb bin ich auch reingegangen. :-)

Kinostart: 16.6.2016
Komödie
108 Min.
FSK: 12
33

 

 
Der Juni 2016 brachte immerhin 4 neue Filme, und das obwohl am 10.6. die Euro in Frankreich losging. Mit "The Nice Guys" habe ich den ersten 5-Sterne-Film des Jahres gesehen. Auch die anderen Filme waren verhältnismäßig gut, von da her bin ich mit dem Juni zufrieden.
The Nice Guys

2016    

The Nice Guys

Money Monster

  The Hateful 8
Green Room   Trumbo
Bastille Day   Money Monster
 
Bastille Day

Bastille Day 

Regie: James Watkins. Darsteller: Idris Elba (Sean Briar), Richard Madden (Michael Mason), Charlotte Le Bon (Zoe Naville), José Garcia (Victor Gamieux), Kelly Reilly (Karen Dacre), Anatol Yusef (Tom Luddy), Eriq Ebouaney (Baba), Alexander Cooper (City Cop)

Inhalt: Der US-Amerikaner Michael Mason, der mithilfe gerissener Taschendiebstähle seinen Lebensunterhalt bestreitet, gerät nach einem Anschlag in Paris ins Visier der Geheimdienste. Der CIA-Agent Sean Briar wird auf ihn angesetzt, um ihn in die USA zu überführen. Aber Mason ist nicht nur unschuldig, er ist auch der Einzige, der die Spur zu den Attentätern zurückverfolgen kann. Gemeinsam decken Briar und Mason eine Verschwörung auf, deren Netz bis in die obersten Reihen des französischen Staatsapparates reicht. Und sie haben nur 24 Stunden, um den nächsten Anschlag zu verhindern.

Mein Eindruck: "Bastille Day" kann man leicht einordnen: Action-Film mit überschaubarer Handlung, ein typischer No-Brainer. Der englische Regisseur James Watlkins hat sich nach dem Horror-Film "Eden Lake" (2008) und dem Thriller "Die Frau in Schwarz" (2012) dem nächsten Genre zugewendet, dem Action-Film. Und genau das bietet der Film - nicht mehr und nicht weniger. Sehenswert ist vor allem Hauptdarsteller Idris Elba, bekannt aus der TV-Serie "Luther": Er spielt den stoischen CIA-Agenten Briar, der - getreu seinem Motto - erst handelt, dann nachdenkt. So kommt es auch schnell zu der ersten Actionsequenz: Briar verfolgt den Flüchtigen Michael über die Dächer von Paris und stellt ihn schließlich auf einem Markt. Natürlich kommen sofort Erinnerungen an James Bond oder "96 Hours - Taken 2" auf, denn in diesen Filmen gab es ähnliche Action (allerdings auf den Dächern von Istanbul). Das ungleiche Paar Briar und Michael (Micheal Mason) rauft sich zusammen und wurschtelt sich durch Schießereien, Autoverfolgungsjagden und einem Banküberfall. Die Logik bleibt komplett auf der Strecke, aber die Action und Spannung zieht den Zuschauer in seinen Bann. Regisseur Watkins lässt seinen Film üpber 90 Minuten lang in Paris spielen und nutzt dabei viele sehenswerte Kameraeinstellungen. Fazit: "Bastille Day" kann ich Action-Freunden nur empfehlen, ich vergebe 3 solide Sterne.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag verirren sich 10 Leute in Kino 10. Über 30 Grad und EM machen den Kinos zu schaffen.

Kinostart: 23.6.2016
Action
92 Min.
FSK: 16
32

 

 
The Nice Guys

The Nice Guys 

Regie: Shane Black. Darsteller: Russell Crowe (Jackson Healy), Ryan Gosling (Holland March), Angourie Rice (Holly March), Margaret Qualley (Amelia Kuttner), Matt Bomer (John Boy), Yaya DaCosta (Tally), Keith David (Older Guy), Kim Basinger (Judith Kuttner)

Inhalt: Los Angeles 1977: Privatdetektiv Holland March und Knochenbrecher Jackson Healy haben nicht wirklich viel gemein. Bis sich beide blöderweise in den Fall der vermissten Amelia verstrickt sehen. Und dann passiert auch noch ein Mord an einem Porno-Star, der scheinbar erst einmal nichts damit zu tun hat. Widerwillig zur Zusammenarbeit gezwungen, streifen sie gemeinsam mit Marchs pubertierenden Tochter Holly durch L. A., um verworrenen Hinweisen auf den Grund zu gehen. Bis Amelias Spur sie auf eine Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung bringt, die sie zum Ziel von skrupellosen Profikillern werden lässt.

Mein Eindruck: Shane Black hat sich als Drehbuchautor in den 80ern mit Filmen wie "Lethal Weapon" oder "Last Boy Scout" einen Namen gemacht. 2013 hat er als Autor und Regisseur den dritten "Iron Man" ins Kino gebracht. Sein neustes Werk, "The Nice Guys" (wieder Drehbuch und Regie), ist ein absoluter Volltreffer und für mich der beste Film des Jahres - bis jetzt. Der Streifen liegt genau auf meiner Wellenlänge. Los Angeles Ende der 70er Jahre: Die Ölkrise macht Benzin teuer, der Smog macht das Atmen schwer und die Discowelle erreicht ihren Höhepunkt. Das ungleiche Duo Russell Crowe (Schläger) und Ryan Gosling (Privatdetektiv) rauft sich zusammen, um den verworrenen Fall der verschwundenen Amelia zu lösen. In typischer Buddy-Movie-Manier wurschteln sich die beiden Protagonisten durch die Stadt der Engel, lassen kein Fettnäpfchen aus, sind aber irgendwie erfolgreich. Regisseur Shane Black versteht es wunderbar, den Flair der 70er in seinen Film einzufangen. Von Location über Autos bis zu den Klamotten - hier stimmt einfach alles. Der Humor ist sehr gut und hebt sich wohltuend von der mittlerweile üblichen Haudrauf-Comedy ab. Es gab einige Szenen, wo die Leute im Kino richtig gelacht haben. Die Musik passt wie Faust auf Auge: Von 'Papa was a Rolling Stone' bis 'Boogie Wonderland' - es wird nichts ausgelassen. Da kann ich nur sagen: Höchstwertung für die "Nice Guys"!

Kino-Info: Am Mittwochabend ist Kino 3 nicht wirklich voll.

Kinostart: 2.6.2016
Komödie, Thriller, Krimi
116 Min.
FSK: 16
31

 

 
Green Room

Green Room 

Regie: Jeremy Saulnier. Darsteller: Anton Yelchin (Pat), Patrick Stewart (Darcy), Joe Cole (Reece), Alia Shawkat (Sam), Imogen Poots (Amber),  Callum Turner (Tiger), David W. Thompson (Tiger), Macon Blair (Gabe), Erid Edelstein (Big Justin)

Inhalt: Mit dem letzten Tropfen Benzin und völlig abgebrannt, schafft es die Punkband "Ain't Rights" gerade noch zu ihrem Gig in einer entlegenen Kneipe im amerikanischen Nirgendwo. Das Publikum besteht ausschließlich aus Nazi-Skinheads und der Plan, sofort nach dem Auftritt abzuhauen, scheitert, als sie unfreiwillig Zeuge eines brutalen Mordes werden. Der gnadenlose Anführer der Nazi-Gang, Darcy Banker, befiehlt seiner Kampftruppe, alle Zeugen des Verbrechens zu eliminieren. Die Band verbarrikadiert sich gemeinsam mit der Skin-Braut Amber im Backstageraum. Es folgt ein erbarmungsloser Showdown Skins vs. Punks.

Mein Eindruck: "Green Room" ist ein kleiner, gemeiner Film und man muss sich schon sputen, um den im Kino zu sehen (nach einer Woche wurde er im Cinemaxx abgesetzt). Dabei hat das Werk von Regisseur Jeremy Saulnier ("Blue Ruin") alles, was ein Film mit FSK 18 Freigabe braucht: Spannung, Horror und Splatter. Es gibt einige härtere Szenen, aber die stehen nicht im Vordergrund, sondern passen sich der unwirklichen Handlung an. Obwohl die Story sehr schräg rüberkommt ist sie durchaus realistisch. Die Darsteller - zumeist unbekannte Akteure - unterstützen die schmierige und trashige Atmosphäre rund um die Nazi-Spelunke. Die beiden bekannten Darsteller kennt man aus Star Trek: Anton Yelchin spielt in den letzten beiden "Star Trek"-Streifen Pavel Chekov, während der Käpt'n der Enterprise, Jean-Luc Picard alias Patrick Stewart, als Chef der Nazi-Bande eine knallharte Vorstellung abliefert. Von "Green Room" habe ich vorher nur wenige Artikel gelesen und die haben ausgereicht, um mich ins Kino zu locken. Ungewöhnlicherweise habe ich keinen Trailer gesehen, was schon recht selten vorkommt, denn man kennt sonst alle Neustarts. Von da her war das ein netter Kinoabend, der mich nicht enttäuscht hat.

Kino-Info: Im kleinen Kino 10 verlieren sich am schwülen Montagabend eine Handvoll Leute.

Kinostart: 2.6.2016
Thriller, Horror
96 Min.
FSK: 18
30

 

 
Money Monster

Money Monster 

Regie: Jodie Foster. Darsteller: George Clooney (Lee Gates), Julia Roberts (Patty Fenn), Jack O'Connell (Kyle Budwell), Dominic West (Walt Camby), Caitriona Balfe (Diane Lester), Giancarlo Esposito (Captain Powell), Lenny Venito (Lenny, The Cameraman)

Inhalt: Der berühmt-berüchtigte Finanzguru Lee Gates hat es sogar zu einer eigenen Sendung im Fernsehen gebracht. Allerdings haben ihm seine Börsentipps, bei denen es neben der Qualität der Anlage wie in jedem TV-Format immer auch um die gute Show geht, nicht nur Fans beschert: Der Paketbote Kyle hat durch ein schlechtes Investment gerade seine gesamten Ersparnisse an der Börse verzockt. Den Insidertipp für die Anlage hatte er aus Gates' Sendung. Nun ist er derart verzweifelt, dass er bewaffnet mitten in die Liveshow stürmt und den Moderator als Geisel nimmt.

Mein Eindruck: Jodie Foster hat nach Jahren wieder mal einen Kinofilm gedreht. Ihr letztes Werk "Der Biber" (2011) mit Mel Gibson war nicht gerade prickelnd. Zwischenzeitlich hat sie eine Episode der TV-Serie "House of Cards" und 2 Folgen von "Orange is the new black" gedreht. Mit "Money Monster" liefert sie einen guten Kinofilm ab, der auf der ganzen Linie überzeugt. George Clooney und Julia Roberts sind zwei Top-Darsteller, die ihren vierten gemeinsamen Film machen (nach "Ocean's 11", "Confession of a Dangerous Man" und "Ocean's 12"). Witzigerweise sieht man die beiden selten zusammen, nur in der Eröffnungssequenz unterhalten sie sich. Julia Robert sitzt als Produzentin fast den ganzen Film hinter der Kamera, Clooney als TV-Star agiert davor. Kaum beginnt die Show Money Monster, da nimmt der unscheinbare Kyle die Kontrolle, legt Lee Gates eine Sprengweste an und verlangt nach Aufklärung. Von da an hält der Film seine Spannung bis zur letzten Minute. Natürlich kann man dem Streifen einige Vorwürfe machen, z.B. Wieso verwandelt sich der egozentrische Clooney so schnell in einen hilfsbereiten Samariter? Ist Kapitalismus wirklich schlecht, denn die Algorithmen sind doch super? Diese Vorwürfe bestreite ich nicht. Da mich der Film aber über die kompletten 99 Minuten in seinen Bann gezogen hat sehe ich darüber hinweg. Für mich ist "Money Monster" ein gut gemachter und spannender Streifen mit Top-Darstellern - mehr will ich gar nicht.

Kino-Info: Kino 4 ist am Mittwochabend mäßig gefüllt.

Kinostart: 26.5.2016
Drama, Thriller
99 Min.
FSK: 12
29

 

 
Im Mai 2016 standen mit "X-Men" und "Warcraft" zwei Blockbuster auf dem Programm. Beide Filme haben mich mit kleinen Einschränkungen überzeugt. Das Schach-Drama "Bauernopfer" hat mich in diesem Monat am meisten gefesselt.
Bauernopfer

2016    

The Hateful 8

Ein Hologramm für den König

  Trumbo
X-Men: Apocalypse   Zoomania
Warcraft: The Beginning   Bauernopfer
Triple 9   Deadpool
 
Warcraft: The Beginning (3D)

Warcraft: The Beginning (3D) 

Regie: Duncan Jones. Darsteller: Travis Fimmel (Anduin Lothar), Paula Patton (Garona), Ben Foster (Medivh), Dominic Cooper (Llane Wrynn), Toby Kebbell (Durotan / Antonidas), Ben Schnetzer (Khadgar), Clancy Brown (Blackhand), Daniel Wu (Gul'dan)

Inhalt: In Azeroth, dem Reich der Menschen, herrscht seit vielen Jahren Frieden. Doch urplötzlich sieht sich seine Zivilisation von einer furchteinflößenden Rasse bedroht: Ork-Krieger haben ihre, dem Untergang geweihte, Heimat Draenor verlassen, um sich andernorts eine neue aufzubauen. Als sich ein Portal öffnet, um die beiden Welten miteinander zu verbinden, bricht ein unbarmherziger und erbitterter Krieg um die Vorherrschaft in Azeroth los, der auf beiden Seiten große Opfer fordert.

Mein Eindruck: Dieses Mal muss ich es neidlos zugeben: "Warcraft - The Beginning" ist in 3D erste Sahne. Seit langer Zeit hab ich im Kino einen Film gesehen, der sich dreidimensional wirklich lohnt. Generell ist die Optik das beste am Film. Die Computereffekte, die Ausstattung, die Kostüme und Waffen - alles passt wunderbar zusammen. Vor allem die Ork-Krieger mit ihren schweren Rüstungen überzeugen auf der ganzen Linie. Actionmäßig ist alles super, doch leider krankt der Film daran, dass er nicht ansatzweise an die Coolness von "Herr der Ringe" kommt. Es fehlt das epische, was an der Story liegt. Die Handlung bietet wenig Überraschungen und ist sehr übersichtlich: Orks fallen ein, Menschen wehren sich. Natürlich gibt es hier und da einige Nuancen, aber im Grunde ist das alles. Jetzt mal ehrlich: Wer erwartet denn von einer Videospiel-Vorlage eine oscarreife Story? Die Fans kommen garantiert auf ihre Kosten, auch ich bin nicht enttäuscht, denn ich hatte im Vorfeld schlimmeres erwartet. Wie gesagt, alles was knallt ist super, den Rest muss man halt hinnehmen. Im Vergleich zu dem neuen "X-Men" (siehe unten) hat mir "Warcraft" eben nicht so gut gefallen, von da her gibt es 3 Sterne.

Kino-Info: Das große Kino 1 war am späten Sonntag-Nachmittag ordentlich gefüllt. Pluspunkt: Bei Warcraft gibt es keine Pause!

Kinostart: 26.5.2016
Action, Abenteuer, Fantasy
124 Min.
FSK: 12
28

 

 
X-Men: Apocalypse (3D)

X-Men: Apocalypse (3D) 

Regie: Bryan Singer. Darsteller: James McAvoy (Professor Charles Xavier), Michael Fassbender (Erik Lehnsherr/Magneto), Jennifer Lawrence (Raven/Mystique), Nicholas Hoult (Hank/Beast), Oscar Isaac (Apocalypse), Rose Byrne (Moira Mactaggert), Evan Peters (Peter Maximoff/Quicksilver), Sophie Turner (Jean Gray), Tye Sheridan (Scott Summers/Cyclops)

Inhalt: Seit Anbeginn der Menschheit wurde er als Gott verehrt: Apocalypse, der erste und mächtigste Mutant des Universums, vereint die Kräfte vieler verschiedener Mutanten und ist dadurch unsterblich und unbesiegbar. Nachdem Apocalypse nach tausenden von Jahren erwacht, ist er desillusioniert von der Entwicklung der Welt und rekrutiert ein Team von mächtigen Mutanten - unter ihnen der entmutigte Magneto - um die Menschheit zu reinigen, eine neue Weltordnung zu erschaffen und über alles zu herrschen. Als das Schicksal der Erde in der Schwebe ist, muss Raven mit Hilfe von Prof. X ein Team junger Mutanten anführen, um ihren größten Erzfeind aufzuhalten und die Auslöschung der Menschheit zu verhindern.

Mein Eindruck: Der dritte Teil der neuen X-Men-Trilogie hat mir gut gefallen. Die Mutanten rund um Professor Charles Xavier sehen ihrer größten Herausforderung entgegen: Der erste und mächtigste aller Mutanten, der alte ägyptische Gott Ra bzw. En Sabah Nur wird durch Zufall aus seinem Schlaf erweckt und strebt die Weltherrschaft an. Gegen ihn sehen alle anderen Mutanten schlecht aus, aber die X-Men haben einen Trumpf in der Hand, um ihn zu stoppen. "X-Men: Apocalypse" ist großes Popkorn-Kino mit den bekannten Zutaten. Der Film spielt im Jahr 1983, was man aber bis auf wenige Andeutungen kaum merkt. Die komplette Besetzung des X-Men-Filme ist am Start und muss verschiedene Probleme lösen: Raven befreit auf der ganzen Welt diverse Mutanten aus ihren Gefängnissen. Magneto hat sich in Polen zurückgezogen und lebt dort unerkannt als Stahlarbeiter. Professor X kümmert sich in seiner Schule um junge Mutanten. Das Auftauchen der neuen Gefahr bringt sie alle zusammen, allerdings auch auf verschiedenen Seiten. Optisch ist der Film ein Genuss, die Action-Sequenzen stimmen - auch wenn es mal wieder die typische Massenzerstörung gibt. 3D hat mich dieses Mal überzeugt, was mich selber ein wenig wundert. Gerade der Vorspann und die erste Actionsequenz in Ägypten ist sehr plastisch. Mein Highlight ist der Auftritt von Quicksilver, wie er die Kids aus Xaviers Schule rettet: Zur Musik von "Sweet Dreams" ist das die beste Sequenz im kompletten Film - auch in 3D. Alles in allem bin ich mit dem Film sehr zufrieden. Ach ja, Wolverine kommt natürlich auch vor und wenn man bis zum Ende sitzen bleibt, dann kommt noch eine kleine Szene.

Kino-Info: Das große Kino 1 war am Mittwochabend (vor Fronleichnam) mäßig gefüllt. Das Cinemaxx macht mal wieder eine Pause - würg!

Kinostart: 19.5.2016
Action, Sci-Fi, Abenteuer, Comic
145 Min.
FSK: 12
27

 

 
Ein Hologramm für den König

Ein Hologramm für den König 

Regie: Tom Tykwer. Darsteller: Tom Hanks (Alan), Alexander Black (Yousef), Sarita Choudhury (Zahra), Sidse Babett Knudsen (Hanne), Ben Whishaw (Dave), Tracy Fairaway (Kit), Jane Perry (Ruby), Tom Skerritt (Ron), David Menkin (Brad), Christy Meyer(Cayley)

Inhalt: Alan Clay, ein 54 Jahre alter amerikanischer Geschäftsmann, steht wegen der Bankenkrise kurz vorm Scheitern. Um seine Firma vor dem finanziellen Bankrott zu bewahren, begibt sich Clay nach Saudi-Arabien, wo er sich einen rettenden Deal in der IT-Branche erhofft. Dort soll eine neue Wirtschaftsmetropole entstehen und Clay möchte dem saudischen König Abdullah eine neuwertige Hologramm-Technologie vorstellen, die von großem Nutzen für die aufblühende Stadt sein könnte. Dabei muss er nicht nur mit der erdrückenden Hitze Saudi-Arabiens klarkommen, sondern sich auch noch gedulden, ob der König überhaupt zu einem Treffen erscheint.

Mein Eindruck: Tom Tykwer hat bereits 2012 mit Tom Hanks zusammengearbeitet, und zwar in dem Film "Cloud Atlas". Jetzt schickt ihn der deutsche Regisseur in die Wüste, denn in "Ein Hologramm für den König" versucht Hanks dem saudischen Herrscher eine IT-Anlage anzudrehen. Der Film ist komplett auf Tom Hanks zugeschnitten. Ähnlich wie Bill Murray in "Lost in Translation" erlebt der Zuschauer, wie sich ein US-Amerikaner in einem fremden Land durchschlagen muss. Alan Clay hat Schlafprobleme, die Hitze und der Jetlag machen ihm zu schaffen und seine arabischen Kontaktleute sind eigentlich nie da. Er schlägt sich mehr schlecht als recht durch, findet aber in seinem Fahrer Yousef einen Freund, der ihn langsam in die Sitten und Gebräuche des Landes einweist. Mir haben vor allen die Locations gefallen. In einer öden Wüstengegend soll eine blühende Stadt entstehen. Neben viel Sand gibt es schon einige Wohnblocks, aber viel zu sehen gibt es nicht. Die Außenaufnahmen entstanden in Marokko und Ägypten, das passt. Hanks ist ein Schauspieler, den man jede Rolle abnimmt. So auch in diesem Film: Alan Clay hat finanziell Schiffbruch erlitten, der Manager muss einen erfolgreichen Deal in Saudi-Arabien abliefern, um im Geschäft zu bleiben. Gerade die Szene, in der er das Zelt betritt, spiegelt seine Wandlungsfähigkeit wieder. Als er eintritt, verzieht sich seine Miene und man merkt, dass er am Boden zerstört ist. Doch mit jedem Schritt, den er auf seine Mitarbeiter zugeht, wird er immer zuversichtlicher und überspielt den Schock. Das ist Professionalität, und er zieht sie durch, auch wenn die Umstände katastrophal sind. Die übrigen Darsteller sind weitestgehend unbekannt, spielen aber sehr gut. Vor allem Clays Chauffeur Yousef hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Mir hat der neue Streifen von Tom Tykwer gut gefallen, ich kann den nur empfehlen.

Kino-Info: Der Film läuft nur noch am späten Nachmittag und deshalb waren 7 Leute in Kino 8.

Kinostart: 28.4.2016
Drama
98 Min.
FSK: 6
26

 

 
Triple 9

Triple 9 

Regie: John Hillcoat. Darsteller: Chiwetel Ejiofor (Michael Atwood), Casey Affleck (Chris Allen), Anthony Mackie (Marcus Belmont), Woody Harrelson (Jeffrey Allen), Aaron Paul (Gabe Welch), Kate Winslet (Irina Vlaslov), Gal Gadot (Elena Vlaslaov), Norman Reedus (Russell Welch)

Inhalt: Atlanta ist schwer vom Verbrechen gebeutelt, die örtliche Polizei sieht sich mit Straßenschlachten, öffentlichen Hinrichtung und brutaler Folter konfrontiert, mit denen die übermächtige Russenmafia ihre Vorherrschaft deutlich macht. Für viele Cops bietet sich die verführerische Möglichkeit, den ein oder anderen Dollar dazuzuverdienen, wenn sie gelegentlich wegsehen oder auch mal eine Bank für die Mafia ausrauben. Zu den korrupten Polizisten gehört auch Marcus Atwood, der gar nicht begeistert ist, als man ihm als Partner den idealistischen Frischling Chris zur Seite stellt, der ausgerechnet auch noch der Neffe des Sergeant ist. Doch der blauäugige Chris kommt Atwood und seiner korrupten Truppe ganz gelegen, als sie für einen wahnwitzigen Plan ein leicht reinzulegendes Opfer benötigen: Russenmafia-Chefin Irina Vlaslov verlangt von den Bullen einen wahnwitzigen Raubzug, und Atwood will Chris im Dienst um die Ecke bringen, um den Polizei-Notrufcode "999" auszulösen und im entstehenden Chaos ruhig das Ding drehen zu können.

Mein Eindruck: "Triple 9" ist ein Action-Thriller mit einigen guten Ansätzen. So ist die Eröffnungssequenz mit dem ersten Überfall sehenswert und spannend gemacht. Die Darsteller, vorwiegend aus der zweiten Reihe, aber keineswegs zweite Wahl, machen ihre Sache ebenfalls gut. Trotzdem hat mich der Film nicht überzeugt, denn je länger der Streifen dauert, desto langatmiger wird er. Irgendwie hat er mich an den Ben Affleck Thriller "The Town" (2010) erinnert. Dieser Film hat mich damals überzeugt, "Triple 9" hingegen versandet in den knapp zwei Stunden immer mehr. Außerdem kam nie wirklich Stimmung auf, denn trotz guter Darsteller entwickelt man keine Sympathien für die Mimen. Und dann ist da noch Kate Winslet. Sie spielt die Chefin der Russenmafia und ich hätte sie nie erkannt, wenn ich nicht vorher gewusst hätte, dass sie es ist. Sie wollte wohl mal gegen ihr Image spielen , aber das ist meiner Meinung nach gescheitert. Trotz guter Ansätze enttäuscht "Triple 9". Allerdings gibt es ein Highlight: Der Film war nicht in 3D! :-)

Kino-Info: Die Abendvorstellung am Donnerstag war mäßig besucht - Feiertag und Sonnenschein zu Christi Himmelfahrt

Kinostart: 5.5.2016
Action, Thriller
116 Min.
FSK: 16
25

 

 
Bauernopfer

Bauernopfer 

Regie: Edward Zwick. Darsteller: Tobey Maguire (Bobby Fischer), Liev Schreiber (Boris Spassky), Michael Stuhlbarg (Paul Marshall), Peter Sarsgaard (Father Bill Lombardy), Lily Rabe (Joan Fischer), Robin Weigert (Regina Fischer), Conrad Pla (Carmine Nigro)

Inhalt: 1972 - Amerika verfällt dem Schachfieber als sein jüngster Schach-Großmeister der Geschichte, Bobby Fischer, auf seinen russischen Rivalen Boris Spassky in einem spektakulären Spiel um die Weltmeisterschaft trifft. Die amerikanisch-russische Konfrontation auf dem Schachbrett mitten in den Wogen des Kalten Krieges löst einen wahren Medienzirkus aus und Fischer findet sich plötzlich als Spielball der Interessen zweier Weltmächte wieder, während er gleichzeitig mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Bobby Fischer glaubt, vom KGB verfolgt zu werden und auch seine engsten Berater verfolgen eine eigene Agenda.

Mein Eindruck: Mir sind die Namen Bobby Fischer und Boris Spassky nicht unbekannt, an die Schachweltmeisterschaft im Jahr 1972 habe ich keine Erinnerung. Es macht Spaß in Edward Zwicks Film "Bauernopfer" einzutauchen. Der Regisseur schafft es auf geniale Weise, das dröge Thema Schach in einen spannenden Film umzuwandeln. Dabei steht nicht das Spiel im Vordergrund, sondern seine Spieler. Der US-Amerikaner Bobby Fischer war ein genialer Schachspieler, der schon seit frühester Jugend Großmeister geschlagen hat. In den 60- und 70er Jahren haben die Russen das Schachspiel dominiert, Weltmeister Boris Spassky galt als unschlagbar. Nach langem hin und her kommt es dann 1972 in Reykjavik zum Showdown der Giganten. Das Event hat damals die ganze Welt fasziniert, war es ja auch ein Kampf der Supermächte. Es ging nicht nur um Schach sondern auch um Prestige. Tobey Maguire spielt Bobby Fischer in einer intensiven Art und Weise. Fischers Genie ist unbestritten, doch er entwickelt seine eigene Paranoia und führt sich dementsprechend auf. Spassky hingegen verhält sich wie ein Rockstar: Mit cooler Sonnenbrille und Gefolge tritt er auf wie ein Superstar. Liev Schreiber ("Ray Donovan") gefällt als cooler Schachtitan. In weiteren Rollen runden Michael Stuhlbarg ("A Seriuos Man") und Peter Sarsgaard ("Jarhead") die gute Besetzung ab. "Bauernopfer" ist visuell ein Genuss, er verbindet die fortlaufende Handlung mit alten unscharfen TV-Aufnahmen. Das Szenenbild, die Kostüme, die Bauten - alles wirkt sehr authentisch und zieht den Zuschauer zurück in die damalige Zeit. Was mir persönlich nicht so gefallen hat: Der Film ist auf einmal sehr schnell zu Ende, das hätte man eleganter lösen können. Trotzdem: "Bauernopfer" ist ein Top-Film!

Kino-Info: Die 18:30 Uhr-Vorstellung im Filmforum ist mäßig besucht.

Kinostart: 28.4.2016
Drama, Biographie
115 Min.
FSK: 6
24

 

 
Der April 2016 war der 3D-Monat: 3 von 4 Filmen waren in 3D - und nur der Captain hat darin überzeugt. Auch der neue Cloverfield war in Ordnung, während "Gods of Egypt" aktuell der schlechteste Film des Jahres ist. Es fehlen noch 2 Filme von Ende April, die ich im Mai nachlegen werde. Im Mai warten mit X-Men und Warcraft zwei Blockbuster, die hoffentlich einschlagen.
The First Avenger: Civil War

2016    

The Hateful 8

10 Cloverfield Lane

  Trumbo
The Huntsman & The Ice Queen   Zoomania
Gods of Egypt   Deadpool
 
The First Avenger: Civil War (3D)

The First Avenger: Civil War (3D)

Regie: Joe & Anthony Russo. Darsteller: Chris Evans (Steve Rogers /Captain America), Robert Downey Jr. (Tony Stark/Iron Man), Scarlett Johansson (Natasha Romanoff /Black Widow), Sebastian Stan (Bucky Barnes/Winter Soldier), Anthony Mackie (Sam Wilson/Falcon), Daniel Brühl (Zemo), Jeremy Renner (Clint Barton/Hawkeye), Chadwick Boseman (T'Challa/Black Panther), Don Cheadle (Lt. James Rhodes/War Machine), Paul Bettany (Vision)

Inhalt: Nach all der Zerstörung, die mit der Abwehr globaler Bedrohungen durch die Avengers einhergegangen ist, ist die US-Regierung der Meinung, dass es eine stärkere Kontrolle der Superhelden braucht. Man beschließt daher eine Instanz zu schaffen, die dafür Sorge tragen soll, dass die Helden nur noch auf Anweisung aktiv werden und Bericht erstatten. „Iron Man“ Tony Stark unterstützt den Plan. Er hat nach der gescheiterten Schöpfung des feindseligen Super-Roboters Ultron aus erster Hand erfahren müssen, was passieren kann, wenn man auf eigene Faust handelt. Doch Steve Rogers alias Captain America weiß nur zu gut, wie eine solch mächtige Organisation missbraucht werden kann. Er stellt sich gegen das Vorhaben, sodass es zur Auseinandersetzung mit seinem Kollegen kommt.

Mein Eindruck: Zum dritten Mal muss Captain America ran, doch dieses Mal ist es weniger ein Einzelfilm, sondern eher der dritte Avengers-Streifen. Es fehlen lediglich Thor und Hulk, dafür kommen z.B. Ant-Man und Spider-Man zum Einsatz. Man muss natürlich die Vorgeschichten kennen, sonst ist man komplett aufgeschmissen. Ich bin mit dem neuen Abenteuer recht zufrieden. In den 148 Minuten gibt es einige Längen, dafür aber auch die üblich guten Actionszenen. Allein der interne Kampf der Avengers gegeneinander auf dem Leipziger Flughafen ist schon eine Wucht. Hier kommt der Humor, der mir in der ersten Hälfte des Films etwas gefehlt hat, richtig auf. Den besten Auftritt hat meiner Meinung nach Ant-Man - da haben sich die beiden Regisseure Joe & Anthony Russo ("The Return of the First Avenger") etwas besonderes einfallen lassen. Ähnlich wie bei "Batman vs Superman" werden die Superhelden kritisch durchleuchtet. Sie helfen zwar der Menschheit, erzeugen aber weiteren Schrecken und Zerstörung. Von da her ist der Film etwas düsterer, allerdings nicht so wie beim angesprochenen neuen Superman. 3D fand ist ganz gelungen, und das will schon was heißen. Der Bösewicht ist so eine Sache: Der deutsche Daniel Brühl spielt Zemo, einem Ex-Militär, der es versteht, die Avengers gegeneinander aufzuwiegelen. Für mich ist er nicht gerade der Top-Bösewicht, da hätte sich doch ein besserer finden lassen können. Egal, der gesamte Film ist schon sehenswert.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war Kino 7 nicht so voll wie gedacht.

Kinostart: 28.4.2016
Comic, Fantasy, Action
148 Min.
FSK: 12
23

 

 
Gods of Egypt (3D)

Gods of Egypt (3D)

Regie: Alex Proyas. Darsteller: Nikolaj Coster-Waldau (Horus), Gerald Butler (Set), Brenton Thwaites (Bek), Elodie Yung (Hathor), Courtney Eaton (Zaya), Bryan Brown (Osiris), Chadwick Boseman (Thoth), Geoffrey Rush (Ra)

Inhalt: Der sterbliche Held Bek tritt eine gefährliche Reise an, um nicht nur seine wahre Liebe, sondern auch die Welt zu retten. Er verbündet sich mit dem mächtigen Gott Horus, um sich Set, dem gnadenlosen Gott der Finsternis, entgegen zu stellen. Dieser hat sich den Thron Ägyptens widerrechtlich angeeignet und das Land in Chaos und Verderben gestürzt. Beks und Horus atemberaubender Kampf gegen Set und seine Schergen führt sie sowohl in das Leben nach dem Tod als auch hinein in das Himmelreich der Götter.

Mein Eindruck: "Gods of Egypt" enttäuscht in allen Belangen. Wie immer sieht der Trailer ganz nett aus, der ganze Film ist kompletter Mumpitz. Regisseur Alex Projas ("I Robot") hat sich die ägyptischen Mythologie vorgenommen und diese nach seinem Belieben durcheinander gewirbelt. So sind die Götter im Gegensatz zu den Menschen dreimal so groß (wow), damit man sie besser erkennen kann. Horus soll das Reich von Vater Osiris übernehmen, Set schnappt sich seinen Thron und legt Ägypten in Schutt und Asche. Das nehmen wir mal so hin. Wenn das wenigstens interessant oder spannend präsentiert würde, dann könnte ich damit leben. Leider ist dem nicht so. Die Darsteller sind allesamt eindimensionale Abziehbilder ohne Charisma, die Handlung ist ein Witz, der Film wird nur durch seine Effekte zusammen gehalten. Diese sind manchmal nicht schlecht, mein persönliches Highlight ist der Kampf zwischen Horus und den beiden Riesenschlangen. Doch der Rest enttäuscht, alles wirkt ohne Sinn und Verstand zusammengeschustert. Gerald Butler, den ich ganz gerne sehe, hat nach "London has fallen" einen weiteren Flop gelandet. Sein Set, der Gott der Finsternis, ist unterirdisch und seiner Schauspielerei nicht würdig. Auch der großartige Geoffrey Rush ("The King's Speech") ist in seiner Rolle als Sonnenkönig Ra ein Totalausfall. Allein die Story, dass er im Weltall jeden Tag gegen einen Riesenwurm kämpfen muss, um die Welt zu retten, klappt mir die Fußnägel hoch. Ich könnte noch weiter über den Film herziehen, aber es lohnt sich im Grunde nicht.

Kino-Info: Am frühen Dienstagabend waren nur eine Handvoll Zuschauer in Kino 6.

Kinostart: 21.4.2016
Abenteuer, Fantasy
128 Min.
FSK: 12
22

 

 
The Huntsman & The Ice Queen (3D)

The Huntsman & The Ice Queen (3D)

Regie: Cedric Nicolas-Troyan. Darsteller: Chris Hemsworth (The Huntsman), Emily Blunt (Freya), Jessica Chastain (Sara), Charlize Theron (Ravenna), Sophie Cookson (Pippa), Nick Frost (Nion), Rob Brydon (Griff), Sherida Smith (Mrs. Bromwyn)

Inhalt: Lange vor ihrer schicksalhaften Schlacht gegen Snow White regiert die böse Königin Ravenna gemeinsam mit ihrer Schwester Freya ihr Reich. Doch dann wird Freya durch einen bitteren Verrat das Herz gebrochen und sie flieht aus ihrer Heimat in einen winterlichen Palast, in dem sie einsam ihr Dasein fristet und ein Heer aus kriegerischen Huntsmen um sich schart. Unter den ihr treu ergebenen Kämpfern sind auch Eric und Sara, die jedoch gegen Freyas oberstes Gebot verstoßen, als sie sich ineinander verlieben: Niemand in ihrem Reich darf Liebe empfinden! Die Eiskönigin schickt das Liebespaar in die Verbannung.

Mein Eindruck: 2012 kam "Snow White & The Huntsman" in die deutschen Kino. Mir hat der Film damals gut gefallen, ich hab vergeben. Jetzt gibt es einen zweiten Teil, der zeitlich vor Teil 1 beginnt, dann aber später endet. Snow White ist dieses Mal raus, Kristen Stewart wurde nicht mehr benötigt. Im Mittelpunkt steht Chris Hemsworth ("Thor"), der sich dieses Mal gegen zwei böse Weiber durchsetzen muss. Zum einen die coole Eiskönigin Freya (Emily Blunt - "Sicario") und noch einmal gegen die böse Ravenna (Charlize Theron - "Mad Max: Fury Road"), die aus dem Totenreich wiederauferstanden ist. Abgerundet wird die sehr gute Besetzung durch Jessica Chastain ("Der Marsianer"), die als weibliche Huntsman Chris Hemsworth zur Seite steht. Besetzung top, Film Flop. Bei mir kam überhaupt keine Stimmung auf. Die Handlung plätschert vor sich hin und reißt keinen vom Hocker. Einige Action-Sequenzen sind ganz nett (z.B. die Kobolt-Szene), aber auch hier gibt es keine Spannung. Tricktechnisch ist der Film natürlich nicht übel, auch gibt es einige nette 3D-Effekte. Das reicht aber leider nicht aus. Im Grunde hab ich den Film schon verdrängt, da schau ich mir lieber noch einmal den ersten Huntsman an.

Kino-Info: Zum Start der zweiten Woche war Kino 5 (die harten Sitze) sehr sehr mäßig gefüllt.

Kinostart: 7.4.2016
Abenteuer, Fantasy
114 Min.
FSK: 12
21

 

 
10 Cloverfield Land

10 Cloverfield Lane 

Regie: Dan Trachtenberg. Darsteller: Mary Elizabeth Winstead (Michelle), John Goodman (Howard), John Gallagher Jr. (Emmett), Suzanne Cryer (Leslie)

Inhalt: Nach einem Autounfall wacht die junge Michelle in einem Schutzkeller auf. Darin befinden sich auch der Besitzer des Hauses und ein weiterer Mann, die behaupten, dass die Außenwelt nicht mehr sicher sei. Ohne zu wissen, wo sie sich überhaupt befindet, wächst das Misstrauen in ihr gegenüber ihren beiden Mitbewohnern.

Mein Eindruck: 2008 kam "Cloverfield" in die Kinos, ein Monster-Film, der von J.J. Abrams ("Star Wars: Das Erwachen der Macht") produziert wurde und bei dem Matt Reeves Regie geführt hat. Damals wurde ein Riesenbuhei um den Film gemacht und vieles geheim gehalten. Der Hype ist an mir vorbeigegangen, ich hab den mit wackliger Handkamera gedrehten Film nie komplett gesehen. Jetzt kommt aus dem Nichts ein weiterer mysteriöser Streifen, der wieder 'Cloverfield' im Titel hat: "10 Cloverfield Lane". Der Trailer zeigt 3 Leute in einem Bunker, es gibt keine Hinweise auf die Story. Auf eine gewisse Art ist es sehr gut, dass man kaum was von der Handlung kennt, denn so geht man recht unvoreingenommen ins Kino. Man spekuliert natürlich, ob der neue Film in irgendeiner Form mit dem Streifen aus 2008 zu tun hat. Beantworten werde ich die Frage nicht, ich verrate auch nichts über die Handlung. Nur soviel: Mary Elizabeth Winstead ("The Returned") spielt ihre Rolle sehr gut. Man kann sich komplett mit ihr identifizieren, denn alles, was sie erfährt, ist für den Zuschauer ebenfalls neu. John Goodman (zuletzt in "Trumbo") ist als Chef des Bunkers nicht richtig einzuordnen: Ist er nun ein Samariter, der Michelle gerettet hat oder hat er andere, verborgene Absichten? John Gallagher Jr. ("The Newsroom") ist der dritte im Bunde, er hat von den dreien den schwächsten Part. Ich bin mit dem Film zufrieden, mehr kann und will ich nicht sagen.

Kino-Info: Das Wetter war zu gut: Am Montagabend verirren sich 10 Leute in Kino 3

Kinostart: 31.3.2016
Thriller, Mystery, Sci-Fi
104 Min.
FSK: 16
20

 

 
Der März 2016 war ein guter Kinomonat: Viele gute Filme und nur ein Ausfall: "London has fallen" war sehr lasch und kam gar nicht an Teil 1 heran. "Trumbo" hat mir - wie erwartet - gut gefallen. Ich bin etwas überrascht über die guten Wertungen von "Zoolander 2" und "Der Spion und sein Bruder". Der April wird eher mau und wird mit dem März nicht mithalten können.
Trumbo

2016    

The Hateful 8

Zoomania

  Trumbo
Zoolander 2   Zoomania
Der Spion und sein Bruder   Deadpool
Eddie the Eagle      
13 Hours      
Batman v Superman      
London hat fallen      
 
Zoomania (3D)

Zoomania (3D) 

Regie: Byron Howard, Rich Moore. Deutsche Synchronstimmen: Josefine Preuß (Judy Hopps), Florian Halm (Nick Wilde), Oliver Stritzel (Chief Bogo), Britta Steffenhagen (Dawn Bellwether), Daniel Zillmann (Benjamin Clawhauser), Rüdiger Hoffmann (Flash)

Inhalt: Zoomania, eine gigantische Stadt voller Möglichkeiten: Hier leben die unterschiedlichsten Tierarten Seite an Seite, sei es in Sahara-Wolkenkratzern oder Iglu-Appartements. Für jede Vorliebe findet sich der passende Wohnraum. Mitten in den Trubel dieser Großstadt wird die junge Polizistin Judy Hopps versetzt, die hofft, nun endlich einmal einen großen Fall lösen zu dürfen. Aber als kleiner Nager zwischen lauter großgewachsenen Kollegen wird sie nur belächelt und so darf Judy lediglich Parksündern nachjagen. Als ihr Chef sie endlich mit einem spannenden Auftrag betraut, stellt die clevere Häsin schnell fest, dass sie Hilfe braucht, um die mysteriöse Verschwörung aufzudecken, die die Bewohner von Zoomania in Atem hält. Notgedrungen lässt sie sich auf eine Zusammenarbeit mit dem vorlauten Fuchs und Trickbetrüger Nick Wilde ein. 

Mein Eindruck: "Zoomania" - im Original "Zootopia" - ist der neuste Animations-Hit aus dem Hause Disney. In der Metropole Zoomania leben alle Tiere der Welt friedlich beieinander. Egal ob Raubtier oder Herdentier, egal ob groß oder klein. Disney hat die verschiedenen Tierqualitäten witzig in Szene gesetzt. So hat der Zug, der am Hauptbahnhof ankommt, 3 verschiedene Ein- und Ausgänge: Eine große Tür für Elefanten oder Giraffen, eine mittlere für Schafe und Zeug und eine kleine für Mäuse etc. Die Klein-Tiere haben in Zoomania ihren eigenen Stadtteil, der genau auf ihre Winzigkeit zugeschnitten ist. Dagegen bekommt man im Elefanten-Eisladen natürlich nur Jumbo-Portionen. In diesem kulturellen Wirrwarr erlebt die Häsin Judy, frisch von der Polizei-Akademie und erster Hase beim ZDP, ihren ersten großen Fall: das spurlose Verschwinden von Mr. Otterton. Die Animation ist sehr gut, vor allem die Grossstadt-Sequenzen incl. der Vororte (Regenwald oder Tundra) sieht top aus. Der Mix der verschiedenen Tierarten garantiert jede Menge Spaß. Eine Kernszene wurde schon im Trailer gezeigt: Ausgerechnet Faultiere leiten die KFZ-Behörde, und Faultier Flash bringt mit seiner Langsamkeit Judy zur schieren Verzweifelung. (Kleine Anmerkung: Im Film spricht Rüdiger Hoffmann Flash, die Stimmer im Trailer war aber viel besser!). Der Fall des verschwundenen Otters erinnert an alte Krimis aus den 40ern, wo unsere Protagonisten immer wieder auf neue Spuren gestoßen werden und mit der halben Unterwelt in Berührung kommt. Kurzum: "Zoomania" hat mir sehr gut gefallen - ganz im Gegensatz zum hochgelobten "Alles steht Kopf" vom letzten Jahr. Thema 3D war - wie bei allen Aminationsfilmen - gut.

Kino-Info: In der 4.Woche zieht der Film immer noch Zuschauer ins Kino.

Kinostart: 3.3.2016
Animation
108 Min.
FSK: ohne
19

 

 
Eddie The Eagle - Alles ist möglich

Eddie The Eagle - Alles ist möglich 

Regie: Dexter Fletcher. Darsteller: Taron Egerton (Eddie Edwards), Hugh Jackman (Bronson Peary), Jo Hartley (Janette), Keith Allen (Terry), Iris Berben (Petra), Edvin Endre (Matti Nykänen), Jim Broadbent (BBC Commentator), Christopher Walker (Warren Sharp)

Inhalt: Seit seiner Kindheit träumt der Brite Eddie Edwards davon, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Nachdem er sich erfolglos an verschiedenen Sportarten versucht hat, wird Ende der 1980er Jahre sein Interesse für das Skispringen geweckt, dem er sich trotz fehlender Erfahrung schließlich immer intensiver widmet. Während seiner Vorbereitung in Garmisch-Partenkirchen lernt er den Ex-Skispringer Bronson Peary kennen. Dieser kann Eddies klägliche Versuche, sich selbst das Skispringen beizubringen, nicht mit ansehen und nimmt den Anfänger fortan unter seine Fittiche. Unter seiner Anleitung setzt Eddie mit wenig Talent, aber umso mehr Ehrgeiz alles daran, seinen Traum von Olympia endlich Wirklichkeit werden zu lassen. 

Mein Eindruck: "Eddie The Eagle" erzählt die wahre Geschichte des englischen Ski-Springers Eddie Edwards, der 1988 an den Olympischen Spielen in Calgary teilgenommen hat. Dem echten Eddie wurde der Film vorab gezeigt. Er fand ihn ganz gelungen, vor allem der Hauptdarsteller Taron Egerton hat ihm gefallen. Allerdings sagte er auch, dass vom Film nur 5% wahr wären.

Mir hat der Streifen rund um das Phänomen Eddie The Eagle gut gefallen. Taron Egerton, der bereits in "Kingsman" die Hauptrolle spielte, gefällt als ungelenker Sportler, der zwar nicht wirklich gut ist, dafür aber nie aufgibt. Ihm zur Seite hat man Hugh Jackman gestellt, der in seiner Rolle total aufgeht. Sein Bronson Peary, ein geschasster US-Skispringer, ist ein Säufer und Rauhbein, der zuerst mit dem trotteligen Eddie nichts anfangen kann. Schließlich raufen sich die beiden zusammen und geben als Trainer/Schüler ein nettes Team ab. Ich bin kein Freund von Skispringen, aber der Film vermittelt sehr gut die Gefahr, die von diesem Sport ausgeht. Außerdem sind die Bilder von der Großschanze überragend, da hat man allein vom Runterschauen ein flaues Gefühl und kann Eddie nur bewundern, dass er den Mut aufgebracht hat, da runterzuspringen. Auch wenn "Eddie The Eagle" nicht wirklich so passiert ist, der Streifen unterhält auf der ganzen Linie, baut Spannung auf, ist ironisch und lustig und bietet 106 Minuten gute Unterhaltung.

Kino-Info: In die Fun2Night-Mini-Vorpremiere am Dienstag-Abend verirrten sich ca. 15 Leute. Der Rest war wohl zu Hause und ht das 4:1 gegen Italien angeschaut.

Kinostart: 31.3.2016
Komödie, Drama, Sport
106 Min.
FSK: ohne
18

 

 
Batman v Superman - Dawn of Justice

Batman v Superman - Dawn of Justice (3D) 

Regie: Zack Snyder. Darsteller: Ben Affleck (Bruce Wayne/Batman), Henry Cavill (Clark Kent/Superman), Amy Adams (Lois), Jesse Eisenberg (Lex Luthor), Gal Gadot (Diana Price /Wonder Woman), Diane Lane (Martha Kent), Laurence Fishburne (Perry White), Jeremy Irons (Alfred), Holly Hunter (Senator Finch), Scoot McNairy (Wallace Keefe)

Inhalt: Batman alias Bruce Wayne, jener überragende Streiter für Recht und Ordnung in Gotham City, fürchtet, dass selbst die Aktionen eines gottähnlichen Superhelden wie Superman außer Kontrolle geraten könnten, wenn er nicht ständig beaufsichtigt wird. Deshalb legt er sich jetzt mit dem meistverehrten modernen Retter in Metropolis an, während die Welt darüber streitet, welche Art Helden sie eigentlich braucht. Und da Batman und Superman nun einander bekämpfen, taucht unversehens eine neue Bedrohung auf, durch die die Menschheit in brisante Gefahren von ungeahnten Ausmaßen gerät.  

Mein Eindruck: Es ist so eine Sache mit dem Film. Der erste Trailer und die Gewissheit, dass Ben Affleck der neue Batman ist, hat mich wenig jubeln lassen. Kurz vor Kinostart hat sich meine Erwartungshaltung geändert, ich hab mich auf das Duell der Giganten gefreut. Nebenbei hat mir der letzte Superman- Film "Man of Steel" von 2013 überaus gut gefallen, also konnte ja gar nichts schief gehen. Nach dem Kinobesuch musste ich den Streifen etwas sacken lassen und komme jetzt zu dem Schluss: Ist okay!

"Batman v Superman" hat Licht und Schatten, hier meine größten Probleme: Ben Affleck hat mir als Batman nicht gefallen. Seine Darstellung hat mich nicht überzeugt, ebenso wie sein Outfit, dass ich ziemlich mäßig fand. Henry Cavill als Superman ist kein Thema, große Akzente setzt er aber auch nicht. Der Endgegner, Doomsday genannt, ist für mich nix besonderes. So eine Kreatur hat man schon oft gesehen. Und das so ein Vieh aus den Überresten von General Zodd in Verbindung mit Lex Luthors Blut entsteht - Schwamm drüber. Apropos Lex Luthor: Anfangs hat mir Jesse Eisenbergs schräge Darstellung gefallen, später fand ich den Joker-für-Arme nur noch nervig. Überzeugt hat mich Gal Gadot als Wonder Woman, das lässt für die kommenden Filme hoffen. Der größte Klopper für mich ist "Martha". Nur ein Name sorgt dafür, dass Batman Superman nicht tötet, obwohl er den ganzen Film darauf hingearbeitet hat. Eine Sekunde später sind sie beste Kumpel. Das war sehr mau. Der tricktechnische Overkill war zu erwarten. Vor einigen Jahren hat mir das bei "Man of Steel" noch super gefallen, jetzt ist es Routine. Thema 3D: Anfangs sah es noch gut aus, später hab ich das gar nicht wahrgenommen, also Flop! Kurz und bündig: Ein Batman, mit dem ich nicht klar komme, sorgt größtenteils dafür, dass ich dem Film nur mittelmäßig bewerte.

Kino-Info: Am Donnerstag vor Karfreitag war Kino 7 sehr gut gefüllt. Leider gab es - obwohl nicht angekündigt - eine Pause.

Kinostart: 24.3.2016
Comic, Action, Abenteuer
152 Min.
FSK: 12
17

 

 
London has fallen

London has fallen 

Regie: Babak Najafi. Darsteller: Gerald Butler (Mike Banning), Aaron Eckhart (Benjamin Asher), Waleed Zuaiter (Kamram Barkawi), Angela Bassett (Lynne Jacobs), Morgan Freeman (VP Trumbull), Radha Mitchell (Leah Banning), Charlotte Riley (MI6 Jacquelin Marshall)

Inhalt: Staatstrauer in England: Nach dem plötzlichen, rätselhaften Tod des Premierministers ist seine Beerdigung ein Pflichttermin für die Staatsoberhäupter der westlichen Welt. Selbstverständlich nimmt auch US-Präsident Benjamin Asher teil, begleitet von seinem Leibwächter Mike Banning. Doch was als die bestgeschützte Veranstaltung auf dem Planeten beginnt, entwickelt sich schnell zu einem tödlichen Spießrutenlauf: In einer gigantischen Verschwörung werden die mächtigsten Führer der Erde einer nach dem anderen Opfer brutaler Anschläge. Nur mit knapper Not kann Mike Banning das Leben des US-Präsidenten schützen und mit ihm in den Untergrund fliehen.  

Mein Eindruck: Nachdem "Olympus has fallen" den weitaus teureren "White House Down" an der Kinokasse geschlagen hat war klar, dass es eine Fortsetzung geben wird. Knapp 3 Jahre später muss Agent Mike Banning (Gerald Butler) wieder Präsident Asher (Aaron Eckhart) das Leben retten - dieses Mal aber in London, auf unbekannten Terrain. Seine Gegner sind nicht die Nordkoreaner, sondern islamitische Terroristen, die vor allem mit dem Tod des US-Präsidenten die Welt schockieren wollen. Wie in Teil 1 ist Action angesagt, und nicht zu knapp. Dieses Mal wird Halb-London in Schutt und Asche gelegt. Während Banning mit dem Präsi auf der Flucht ist werden massenhaft Terroristen getötet - Business as usual. Antoine Fuqua, der Regisseur von "Olympus", ist dieses Mal nicht am Start. Babak Najafi ("Easy Money 2") ist verantwortlich für Teil 2 und setzt diesen in den Sand. Er lässt es zwar ordentlich krachen, doch sein Streifen kommt über das Niveau einer DVD-Premiere nicht heraus. Die Action ist total sinnfrei (war zu erwarten) und völlig unspannend (das wollen wir nicht). Als ich damals "Olympus" in einer Sneak-Preview gesehen habe war ich begeistert. Jetzt komme ich aus Teil 2 heraus und hab den Film schon verdrängt. Ne ne, ich hoffe mal, das nicht noch eine Stadt (oder ähnliches) fallen muss.

Kino-Info: Am Start der zweiten Woche ist das Kino 6 mäßig gefüllt.

Kinostart: 10.3.2016
Action, Thriller
99 Min.
FSK: 16
16

 

 
Der Spion und sein Bruder

Der Spion und sein Bruder 

Regie: Louis Leterrier. Darsteller: Sacha Baron Cohen (Nobby), Mark Strong (Sebastian), Rebel Wilson (Dawn Grobham), Isla Fisher (Jodie Figgis), Penélope Cruz (Rhonda George), Gabourey Sidibe (Banu the Cleaner), Annabelle Wallis (Lina Smit)

Inhalt: Der liebenswert-dämliche Nobby hat eigentlich alles, was sich ein echter Mann aus dem kleinen Städtchen Grimsby erträumen kann: Neun Kinder, die hübscheste Frau im Nordosten Englands und ein Händchen für Sozialhilfe-Betrug, der die Kasse so richtig klingeln lässt. Nur eines vermisst der Taugenichts: seinen kleinen Bruder Sebastian, von dem Nobby vor 28 Jahren getrennt wurde und den er nun endlich besuchen will. Was er nicht weiß, ist, dass Sebastian nicht nur der tödlichste Auftragskiller des MI6 ist, er hat auch gerade erst den Plan eines unmittelbar bevorstehenden weltweiten Terroranschlags aufgedeckt. Fälschlicherweise selbst unter Verdacht befindet sich der Geheimagent auf der Flucht und realisiert: Wenn er eine Chance haben will die Welt zu retten, benötigt er die Hilfe des größten Vollidioten auf dem Planeten Erde - seines werten Bruders Nobby.  

Mein Eindruck: Sacha Baron Cohen macht extreme Komödien in unterschiedlichen Rollen. Sein "Borat" war ein echter Kracher, später hat er mir als "Ali G", "Brüno" oder als "Diktator" auch gefallen - meistens, denn sein Humor ist schon grenzwertig. Jetzt spielt er den unterbelichteten Fussball-Fan Nobby, der in dem abgewrackten Städtchen Grimsby lebt. Er kommt wieder mit seinem verschollenen Bruder Sebastian - einem Geheimagenten - zusammen und die beiden mischen auf extreme Weise Gangster und Terroristen auf. Die erste Sequenz, in der Sebastian einen Terroristen jagt, ist eine der besten Action-Sequenzen, die ich je gesehen habe. Vorwiegend im Ego-Shooter-Modus gefilmt wird man in einen Actionrausch reingezogen, der es in sich hat. Nobby hingegen bedient all die Vorurteile der englischen Unterklasse - und Sacha Baron Cohen lässt nichts aus...gar nichts. Im Laufe der Handlung, die man kaum als Handlung bezeichnen kann, kommen massenweise Schmuddel-Gags, einer schlimmer als der andere. Als 'Höhepunkt' bezeichne ich die Elefanten-Sequenz, die ich nicht beschreiben möchte, weil sie unaussprechlich ist. Komischerweise ist der Film trotz des angesprochenen Fäkalhumors richtig gut, weil einige andere Gags auf den Punkt genau top sind. Von da her kann ich mit "Der Spion und sein Bruder" gut leben, was mich schon etwas verwundert. Allerdings muss ich die Zuschauer warnen, denn viele werden diese Art von Humor nicht mögen - was man an einigen miesen Kritiken im Internet schon absehen kann.

Kino-Info: Am Mittwoch-Abend verliefen sich ca. 10 Leute in Kino 4.

Kinostart: 10.3.2016
Komödie
84 Min.
FSK: 12
15

 

 
Trumbo

Trumbo 

Regie: Jay Roach. Darsteller: Bryan Cranston (Dalton Trumbo), Diane Lane (Cleo Trumbo), Michael Stuhlbarg (Edward G. Robinson), Helen Mirren (Hedda Hopper), Louis C.K. (Arlen Hird), Elle Fanning (Niki Trumbo), John Goodman (Frank King)

Inhalt: Mit seiner Frau Cleo und seinen Kindern führt Dalton Trumbo in den 1940er Jahren in Amerika ein Leben wie aus dem Bilderbuch. Durch seine Arbeit an Filmen wie "Fräulein Kitty" zählt Trumbo zu den gefragtesten Drehbuchautoren Hollywoods. Das berufliche wie private Glück wird getrübt, als er ins Visier der Kommunistenjäger gerät. Nach seiner Weigerung 1947, vor dem 'Komitee für unamerikanische Umtriebe' auszusagen, landet Trumbo nicht nur elf Monate hinter Gittern, sondern wird auch noch auf Hollywoods schwarze Liste gesetzt, bekommt also Berufsverbot. Doch Trumbo lässt sich nicht unterkriegen. Unter Pseudonymen feiert er weitere Erfolge und fechtet mit der amerikanischen Regierung einen Kampf um Freiheit aus.  

Mein Eindruck: Bryan Cranston ist ein genialer Schauspieler. Mit Walter White aus "Breaking Bad" hat er Kultstatus erreicht, jetzt macht er erfolgreiche Kino-Filme. Die Hauptrolle des Dalton Trumbo hat ihm verdientermaßen eine Oscar-Nominierung eingebracht. Der Goldjunge ging zwar an Leonardo DiCarpio ("The Revenant"), doch die Leistung von Bryan Cranston stufe ich persönlich wesentlich höher ein. Er spielt den zuerst gefeierten, dann gehassten Drehbuchautor Trumbo über mehrere Jahrzehnte hinweg und überzeugt auf der ganzen Linie. Die wahre Geschichte zeigt deutlich, wie paranoid die Amerikaner in den späten 40er Jahren gegenüber dem Kommunismus reagiert haben. Selbst Hollywood wurde von den Kommunistenjägern nicht verschont, knapp 100 Leute wurden auf eine schwarze Liste gesetzt, gingen ins Gefängnis oder verloren ihre Jobs. Trumbo war einer von ihnen, er gehört zu den so genannten 'Hollywood Ten'. Diese 10 Drehbuchautoren haben sich geweigert, vor dem Ausschuss auszusagen und wurden zu Haftstrafen verurteilt. Mir persönlich hat gut gefallen, dass viele Schauspieler im Film vorkommen: Edward G. Robinson, Kirk Douglas oder John Wayne (wobei mir David James Elliott als der Duke nicht wirklich gefiel). "Trumbo" ist ein sehr gut gemachter Film, der nie langweilig wird. Die Besetzung ist hervorragend, die Story ist packend und manchmal etwas skurril. Dass der Film bei den Oscars leer ausging ist nicht schlimm, die Qualität des Streifens steht für sich.

Kino-Info: Am Sonntagnachmittag verirrten sich 4 Leute ins kleine Kino 10.

Kinostart: 10.3.2016
Drama, Biographie
125 Min.
FSK: 6
14

 

 
13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi

13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi 

Regie: Michael Bay. Darsteller: John Krasinski (Jack Silva), James Badge Dale (Tyrone 'Rone'Woods), Pablo Schreiber (Kris 'Tanto' Paronto), David Denman (Dave 'Boon' Benton), Dominic Fumusa (John 'Tig' Tiegen), Max Martini (Mark 'Oz' Geist), David Costabile (Bob)

Inhalt: Es ist die Nacht des 11. Septembers 2012 - genau 11 Jahre nach den verheerenden Anschlägen auf das World Trade Center - als das US-General-Konsulat in Bengasi, Libyen, überraschend mit schwerem Geschütz angegriffen wird. Als ein eindeutiger militärischer Rettungsbefehl aus Washington ausbleibt, entscheidet sich ein Team privater Sicherheitskräfte für den Alleingang. Sie, die in einem geheimen CIA Stützpunkt in der Nähe stationiert sind, wollen die Botschaft den Angreifern nicht kampflos überlassen. Dabei riskieren die ehemaligen Soldaten Jack, Rone, Tanto, Boon, Oz und Glen nicht nur ihr Leben, sondern setzen sich auch über einen Befehl hinweg.  

Mein Eindruck: Michael Bay hat sich mit den letzen beiden "Transformers"-Filmen keinen Gefallen getan. Die Filme waren überdimensionierte Materialschlachten ohne Sinn und Verstand, spannungslos und einfach nur langweilig. Umso erstaunter bin ich, dass er jetzt mit "13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi" einen Streifen abgeliefert hat, der auf der ganzen Linie überzeugt. Er erzählt die wahre Geschichte um den Angriff auf einen US-Botschaft in Lybien präziser und schonungslos. Natürlich kann er sich hier und da seinen Patriotismus nicht verkneifen, doch der Film wirkt sehr authentisch und man kann sich sehr gut in die Lage der Soldaten hineinversetzen. Irgendwie erinnert der Streifen an "Black Hawk Down", und das ist als Kompliment gemeint. Die Darsteller sind allesamt gut und keine Stars. John Krasinski ist mit ein Begriff aus der US-Serie "The Office", die anderen Darsteller sind mir weitestgehend unbekannt. Das ist vielleicht auch der große Vorteil des Films, denn man hat keine große Erwartungshaltung an die Mimen. Mit 145 Minuten ist der Film recht lang ausgefallen, aber er ist im Kino sehr kurzweilig, denn die Handlung geht gut voran und so bald die Action einsetzt fühlt man sich in das Kriegsgebiet hineingezogen. Ganz am Ende kann Michael Bay nicht anders und packt die patriotische Kelle aus, aber damit kann ich gut leben.

Kino-Info: Der neue Michael Bay-Streifen läuft im kleinen Kino 11 vor wenigen Zuschauern.

Kinostart: 3.3.2016
Krieg, Drama, Action
145 Min.
FSK: 16
13

 

 
Zoolander 2

Zoolander No.2 

Regie: Ben Stiller. Darsteller: Ben Stiller (Derek), Owen Wilson (Hansel), Penelope Cruz (Valentina Valencia), Will Ferrell (Jacobim Mugatu), Kristen Wiig (Alexanya Atoz), Billy Zane (Billy Zane), Kiefer Sutherland (Kiefer Sutherland), Benedict Cumberbatch (Alles)

Inhalt: Justin Bieber ist tot! Und auch weitere Berühmtheiten werden ermordet aufgefunden. Die Opfer haben eines gemeinsam: Mit ihrem letzten Atemzug haben sie noch ein Selfie mit "Blue Steel"-Blick gemacht. Nur zwei Menschen können beim Lösen des Mysteriums helfen: Derek Zoolander und Hansel. Doch der "Blue Steel"-Erfinder und sein Männermodel-Kollege sind im Ruhestand, wollen mit der Modebranche nichts mehr zu tun haben. Und als wäre das nicht alles schon schlimm genug, scheint auch Modezar Mugatu in die Vorfälle verwickelt zu sein. Zoolander und Hansel müssen all ihr bisschen Intellekt aufbringen, um das Rätsel zu lösen. 

Mein Eindruck: Ende 2001 lief "Zoolander" in den deutschen Kinos. Ich hab mir den Film damals angeschaut und für gut befunden. Ben Stiller, Regie und Hauptrolle, hat einen witzig-überzogenen Blick auf die Modewelt abgeliefert. Jetzt, 15 Jahre später, gibt es tatsächlich einen zweiten Teil. Die Story setzt direkt am Ende von Teil 1 an, fasst einige Jahre im Schnelldurchgang zusammen bis man in die Jetzt-Zeit erreicht. Derek Zoolander lebt als Eremit, sein Kumpel Hansel ist im Gesicht entstellt und hat sich ebenfalls aus der Modewelt zurück gezogen. Doch die beiden werden gebraucht, sie müssen mysteriöse Morde rund um die Modewelt aufklären. Im Grunde hat sich nicht viel verändert. Ben Stiller setzt auf die gleichen Gags wie in Teil 1, allerdings ist der neue Film wesentlich größer und aufwendiger produziert. Es gibt viele Kurzauftritte von Stars und Sternchen, die Gags sind teilweise sehr flach (so wie der Intellekt von Zoolander) und es gibt viele Anspielungen an bekannte Kinofilme. Ich muss ehrlich sagen, dass mich der Film gut unterhalten hat. Im Kino scheint der Film nicht gut anzukommen, denn er ist schon nach kurzer Zeit aus den meisten Sälen verschwunden. Finde ich schade...

Kino-Info: Im kleinen Kino 10 gab es eine Fast-Privatvorstellung.

Kinostart: 18.2.2016
Komödie
102 Min.
FSK: 12
12

 

 
Der Februar 2016 brachte 2 Highlights. "Deadpool" ist eine schräge, coole Superhelden-Verarsche, Tarantinos "The Hateful 8" ein dreckiges Western-Kammerspiel. "Hail Caesar" von den Coen-Brüdern war ordentlich, mehr nicht. Der März sieht viel versprechend aus...
The Hateful 8

2016    

The Hateful 8

Deadpool

  Deadpool
Hail, Caesar!   The Big Short
Creed   Hail, Caesar!
Sisters   Legend
 
Hail, Caesar!

Hail, Caesar! 

Regie: Ethan & Joel Coen. Darsteller: Josh Brolin (Eddie Mannix), George Clooney (Baird Whitlock), Alden Ehrenreich (Hobie Doyle), Ralph Fiennes (Laurence Laurentz), Scarlett Johansson (DeeAnna Moran), Tilda Swinton (Thora & Thessaly Thacker)

Inhalt: Hollywood 1951: Capitol Pictures feiert mit Regisseuren wie Laurence Laurentz und Schauspielern wie Hobie Doyle einen Erfolg nach dem anderen – bis unter mysteriösen Umständen Baird Whitlock verschwindet, der gerade noch für ein Prestigeprojekt des Studios vor der Kamera stand, für den Monumentalfilm "Hail, Caesar!". Helfen soll der gewiefte Eddie Mannix, Hollywoods Problemlöser Nummer eins, für den Anliegen wie dieses nichts Ungewöhnliches sind. Jetzt ist es also an Mannix, den größten Star von Capitol Pictures zurückzuholen, ehe die Klatschreporter von der Entführung Wind bekommt, allen voran die Zwillinge Thora und Thessaly Thacker. 

Mein Eindruck: Filme von den Coen-Brüdern gehen bei mir immer. Ganz selten liefern die genialen Brüder Flops ab (für mich z.B. "Ladykillers"), die meisten ihrer Filme sind absolut Kult ("Fargo" oder natürlich der Dude!). Ihr neustes Werk liefert einen schrägen Einblick auf Hollywood Anfang der 50er Jahre. Im Mittelpunkt steht Eddie Mannix, ein Problemlöser, der für Capitol Pictures alles ins Reine bringt. Selbst die Entführung des Top-Stars Baird Whitlock löst der smarte Mannix mit links. Seit "No Country for Old Men" ist Josh Brolin ein gefragter Mime, er spielt Eddie Mannix gewohnt souverän. George Clooney hat mit den Coen-Brüdern einige Filme gemacht, und immer muss er den Deppen spielen: Baird Whitlock, der Star des Monumentalfilms "Hail, Caesar" ist keine große Leuchte und kriegt gar nicht so recht mit, dass er entführt wurde. "Hail, Caesar!" bietet ein interessantes Thema, kann aber irgendwie nicht richtig überzeugen. Der Film ist ganz ordentlich, aber garantiert kein Meisterwerk. Die Entführung von Clooney ist nur eine Nebenhandlung, die restlichen Episoden fügen sich zwar in ein nettes Gesamtbild, sind aber im Endeffekt mittelmäßig. Den besten Eindruck hinterlässt noch Newcomer Alden Ehrenreich, der als Cowboy für einige unvergessene Auftritte sorgt. Auch Channing Tatums Musical-Einlage kann sich sehen lassen. Na ja, der Film ist schon sehenswert, aber von den Coen-Brüdern habt man schon besseres gesehen.

Kino-Info: Keine 10 Zuschauer verlieren sich in der frühen Nachmittags-Vorstellung im großen Kino 7.

Kinostart: 18.2.2016
Komödie
106 Min.
FSK: ohne
11

 

 
Sisters

Sisters 

Regie: Jason Moore. Darsteller: Amy Poehler (Maura Ellis), Tina Frey (Kate Ellis), Maya Rudolph (Brinda), Ike Barinholtz (James), James Brolin (Bucky Ellis), Dianne Wiest (Deana Ellis), John Cena (Pazuzu), John Leguizamo (Dave), Greta Lee (Hae-Won)

Inhalt: Maura und Kate Ellis sind zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Die frisch geschiedene Maura ist Krankenschwester und sehr hilfsbereit, Kate dagegen so rebellisch, dass sie keinen Job lange halten kann – und ihre Tochter im Teenageralter auch nicht, die macht sich ob ihrer kindischen Mutter aus dem Staub. Trotz ihrer Unterschiede halten Maura und Kate zusammen, sind sich nahe. Als ihre Eltern beschließen, das Haus zu verkaufen, an dem viele Kindheits- und Jugenderinnerungen der Schwestern hängen, kehren die Frauen noch einmal an ihren Heimatort zurück. Da kommt Maura und Kate eine Idee, wie der Verkauf des Hauses zu verhindern ist: Sie wollen eine wilde Party schmeißen, auf dass nach der Fete niemand mehr Lust hat, einzuziehen.

Mein Eindruck: Tiny Fey und Amy Poehler haben in ihren Karrieren schon einiges zusammen gemacht. Beide waren bei "Saturday Night Life", beide haben gemeinsam die Oscar-Verleihung moderiert. Tina Fey hat mit "30 Rock" eine Top-TV-Serie gestartet, Amy Pohler ist mit "Parks & Recreation" nicht weniger erfolgreich. 2008 haben sie die Hauptrollen in "Baby Mama" gespielt, jetzt sind sie wieder vereint: In "Sisters" spielen sie die Ellis-Schwestern Maura und Kate, die als gestandene Frauen zurück ins Elterhaus kommen und da eine wilde Party veranstalten. Grundsätzlich ist die Komödie nicht schlecht, allerdings hätte ich von den Hauptdarstellerinnen mehr erwartet. So sind viele Gags eher mau und gehen unter die Gürtellinie. Eine Prise des schräge "30 Rock"-Humors hätte hier gut getan. Poehler und Frey spielen ihre Rollen super, man merkt, dass sie eingespielt sind. Den beiden Schwestern lassen kein Fettnäpfchen aus, führen ihren Arschbackentanz zu "Informer" von Snow auf und zerstören schließlich den elterlichen Pool (der in eine Erdspalte abrutscht). Alles in allem ist "Sisters" eine solide Komödie, die man hätte besser machen können.

Kino-Info: In der frühen Nachmittags-Vorstellung in der Filmpassage hatte ich eine Privatvorstellung.

Kinostart: 11.2.2016
Komödie
118 Min.
FSK: 12
10

 

 
Deadpool

Deadpool 

Regie: Tim Miller. Darsteller: Ryan Reynolds (Wade / Deadpool), Ed Skrein (Ajax), Morena Baccarin (Vanessa), T.J. Miller (Weasel), Brianna Hildebrand (Negasonic Teenage Warhead), Gina Carano (Angel Dust), Karan Soni (Dopinder), Leslie Uggams (Blind Al)

Inhalt: Wade Wilson ist ein Söldner, der seine Freizeit am liebsten im Puff verbringt. Als er von seiner Krebserkrankung erfährt, unterzieht er sich einem riskanten Experiment im Labor des skrupellosen Ajax. Danach hat er Selbstheilungskräfte, sieht aber hässlich aus – so will er seiner Freundin, der Prostituierten Vanessa Carlisle, nicht mehr vor die Augen treten. Also schlüpft Wade in einen rot-schwarzen Anzug mit Maske und versucht als Deadpool, Ajax auszuschalten. Allerdings geht Deadpool dabei anders vor als andere Menschen mit Superkräften. Die offensichtlichsten Unterschiede sind sein pechschwarzer Humor, sein bissiges Mundwerk und seine Angewohnheit, sich direkt ans Filmpublikum zu wenden.

Mein Eindruck: Deadpool hatte bereits in "X-Men Origins: Wolverine" einen Auftritt - und ich muss zugeben, dass ich das total verdrängt hatte. Schon 2009 hat Ryan Reynolds den Söldner Wade Wilson verkörpert. Allerdings hatte er damals andere Eigenschaften und ist mit dem heutigen Deadpool nicht wirklich zu vergleichen.

Man merkt sofort, dass man es mit einem ungewöhnlichen Film zu tun bekommt, denn schon die Titel sind sehr ungewöhnlich. Da werden keine Namen genannt, und irgendsoein Honk hat Regie geführt. Generell ist die Machart von "Deadpool" im Vergleich zu den normalen Comic-Verfilmungen sehr schräg und vollkommen anders. Unser Held labert mit dem Publikum und kommentiert seine abstrusen Aktionen. Als Superheld hält er nichts von Ehre, er ist auch nicht familientauglich und er tötet seine Kontrahenten mit zynischen und ironischen Kommentaren. Immer wieder schmeißt er mit Zitaten aus Filmen um sich ("Hallo Ripley aus Alien Teil 3") und hat so die Lacher auf seiner Seite. Der Film wurde FSK 16 uncut freigegeben und das ist gut so. Ich will gar nicht mehr labern und fasse zusammen: "Deadpool" ist ein erfrischend unkonventioneller Film, den Genre-Fans lieben werden.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist das große Kino 1 sehr voll - viele haben sehnsüchtig auf Deadpool gewartet...

Kinostart: 11.2.2016
Comic, Action, Komödie
109 Min.
FSK: 16
9

 

 
The Hateful 8

The Hateful 8 (Roadshow-Fassung in 70mm) 

Regie: Quentin Tarantino. Darsteller: Samuel L. Jackson (Major Marquis Warren), Kurt Russell (John Ruth), Jennifer Jason Leigh (Daisy Domergue), Walton Goggins (Sheriff Chris Mannix), Demiàn Bichir (Bob), Tim Roth (Oswaldo Mobray), Michael Madsen (Joe Gage), Bruce Dern (General Sandy Smithers), James Parks (O.B. Jackson), Channing Tatum (Jody)

Inhalt: Irgendwo im verschneiten Wyoming, einige Jahre nach dem Bürgerkrieg: Eine Postkutsche kämpft sich auf dem Weg zum Städtchen Red Rock durch die Landschaft. An Bord sind der Kopfgeldjäger John Ruth, seine Gefangene Daisy Domergue und zwei erst auf dem Weg zugestiegene Passagiere: der Ex-Soldat und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger tätige Marquis Warren sowie Chris Mannix, der angibt, der neue Sheriff von Red Rock zu sein. Ein Schneesturm zwingt die Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht auf Minnie aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bob, auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage, auf den Konföderierten-General Sandford Smithers sowie auf Oswaldo Mobray. Während der Sturm draußen immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar nicht so zufällig ist.

Mein Eindruck: Nach "Django Unchained" (2012) präsentiert uns Quentin Tarantino wieder einen Western. Der Film "The Hateful 8" ist aber mehr ein Kammerspiel, denn die Handlung findet zu 80% in einer eingeschneiten Hütte statt. Hier trifft der Kopfgeldjäger John Ruth mit seiner Gefangenen Daisy Domergue auf mehrere zwielichtige Gestalten. Einer scheint nicht das zu sein, was er vorgibt und so entwickelt sich ein Katz-und-Mausspiel, das nicht jeder überleben wird. Tarantino greift wieder mal auf einige seiner Lieblingsmimen zurück. So ist (natürlich) Samuel L. Jackson dabei und auch Tim Roth ("Reservoir Dogs") und Michael Madsen ("Kill Bill") sind altbekannte Gesichter. Neu ist Walton Goggings ("Justified"), der mir persönlich am besten gefallen hat. Als Südstaatler und Kriegsverlierer Chris Mannix gibt er sich als neuer Sheriff von Red Rock aus, was ihm aber keiner so richtig abnimmt. Kommen wir mal zum Punkt: "The Hateful 8" ist garantiert nicht Tarantinos bester Film, einige Kritiker zerreißen ihn in der Luft. Bei mir gibt es auch was zu meckern, aber im großen und ganzen hat mir der Streifen gut gefallen. Klar, die erste Hälfte ist sehr geschwätzig und zieht sich wie Kaugummi. Erst in der letzten Stunde nimmt der Film Fahrt auf, da geht es richtig ab. Mehr verrate ich nicht. Als Pluspunkt kommt bei mir noch dazu, dass ich den Film in 70mm (siehe Kino-Info) gesehen habe - das macht die Sache irgendwie speziell. Tja, ich kann mit dem Streifen gut leben, die anderen haben halt Pech gehabt. :-)

Kino-Info: Die Lichtburg in Essen ist eines von vier Kinos in Deutschland, die den Film in der 70mm-Version, der so genannten Roadshow-Fassung, zeigen können. Zum Vergleich zu der normalen Version gibt es eine Ouvertüre und eine vorgeschriebene Pause - und natürlich ein extrem breites Bildformat. Dieses Highlight habe ich mir nicht nehmen lassen und ich muss sagen, das hat was.

Kinostart: 28.1.2016
Western
168 Min.
FSK: 16
8

 

 
Creed - Rocky's Legacy

Creed - Rocky's Legacy 

Regie: Ryan Coogler. Darsteller: Michael B. Jordan (Adonis Johnson), Sylvester Stallone (Rocky Balboa), Tessa Thompson (Bianca), Phylicia Rashad (Mary Anne Creed), Andre Ward (Danny 'Stuntman' Wheeler), Tony Bellew ('Pretty' Ricky Conlan)

Inhalt: Adonis Johnson hat seinen Vater, den Schwergewicht-Weltmeister Apollo Creed, nie kennen gelernt, denn der starb bereits seiner Geburt. Aber dass ihm das Boxen im Blut liegt, daran besteht kein Zweifel - also macht sich Adonis auf nach Philadelphia, wo Apollo Creed einst seinen berühmten Kampf gegen den zähen Nachwuchsboxer namens Rocky Balboa bestritt. Er sucht Rocky auf und bittet ihn, sein Trainer zu werden. Rocky lehnt das entschieden ab, weil er mit dem Kampfsport nichts mehr zu tun haben will. Er erkennt allerdings sofort, dass Adonis jene Kraft und Entschlossenheit geerbt hat, für die Apollo bekannt war. Rocky gibt also nach und beginnt den jungen Fighter zu trainieren, obwohl er selbst derzeit einen gefährlicheren Gegner konfrontieren muss, als ihm im Ring jemals begegnet ist.

Mein Eindruck: Nix Neues an der Rocky-Front. Nach dem 6.Teil "Rocky Balboa" (2006) hatte ich gedacht, dass Stallone seine Saga beendet hätte. War wohl nix, denn 9 Jahre später ist er wieder als Rocky auf der Leinwand zu sehen. Allerdings spielt er nur eine Nebenrolle, denn im Mittelpunkt der neuen Story steht ein gewisser Adonis Johnson - der uneheliche Sohn von Apollo Creed. Der muss sich seit seiner Kindheit durchs harte Leben schlagen (Kinderheim, Jugendknast). Jetzt als Erwachsener will er Boxer werden und in die Fußstapfen seines berühmten Vaters treten. Was liegt also näher als nach Philadelphia zu ziehen und sich von Rocky Balboa trainieren zu lassen?  Alles in allem ist "Creed" ganz unterhaltsam. Ich würde den Streifen als glattgebügelt bezeichnen. Der neue Creed trainiert zwar im Ghetto, aber alles sieht viel zu gut aus, die dreckige Atmosphäre (sehr gut getroffen in Teil 1) fehlt völlig. Die Boxkämpfe sind gut choreographiert, aber sie sind nicht so mitreißend wie in den anderen Teilen. Die Liebesgeschichte zwischen Adonis und Bianca, der Sängerin, ist wenig interessant und kann man als 08/15 bezeichnen. Immerhin kann Sylvester Stallone als Rocky überzeugen. Dass sie ihm Krebs verpasst haben riecht auch sehr stark nach Hollywood, es passt sich aber dem Rest des Films an. Immerhin reichte es für einen Golden Globe als bester Nebendarsteller - wer hätte das gedacht? Fazit: "Creed" ist ein mittelmäßiger Boxerfilm, der auf die heutige Zeit abgestimmt ist.

Kino-Info: In Rockys 3. Woche ist das kleine Kino 9 war überschaubar gefüllt.

Kinostart: 14.1.2016
Drama, Sport
134 Min.
FSK: 12
7

 

 
Der Januar 2016 war ein solider Kinomonat ohne großes Highlight. Leonardo DiCaprios "Revenant" hat mich enttäuscht. Zwei Filme fehlen noch: "Creed" und "The Hateful 8" - gerade vom letzten erwarte ich einiges.
The Big Short  

Legend

 
Die Wahlkämpferin  
Daddy's Home  
The Revenant  
Die 5. Welle  
 
Revenant

The Revenant - Der Rückkehrer 

Regie: Alejandro G. Iñárritu. Darsteller: Leonardo DiCaprio (Hugh Glass), Tom Hardy (John Fitzgerald), Domhnall Gleeson (Captain Andrew Henry), Will Poulter (Bridger), Forrest Goodluck (Hawk), Paul Anderson (Anderson)

Inhalt: Der Trapper Hugh Glass und sein Sohn Hawk ziehen zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einer Expedition der Rocky Mountain Fur Company durch das Gebiet der heutigen Bundesstaaten North Dakota und South Dakota. Als die Expedition von einer Gruppe Ree angegriffen wird, müssen die Männer unter schweren Verlusten die Flucht antreten und viele ihrer erbeuteten Pelze zurücklassen.  Da die Indianer die Trapper entlang des Ufers verfolgen, verlassen die Männer kurz darauf das Boot, um sich auf dem Landweg zum Fort durchzuschlagen. Auf dem Weg wird Glass von einem Grizzlybär angegriffen. Seine Begleiter, die überzeugt sind, dass er dem Tod geweiht ist, lassen ihn zurück. In seinem Überlebenskampf erleidet Glass unerträgliche Qualen und muss erleben, dass auch sein engster Vertrauter John Fitzgerald ihn verrät und im Stich lässt. Mit übermenschlichem Willen zu überleben kämpft Glass sich durch eine feindliche, unerbittliche Wildnis zurück ins Leben.

Mein Eindruck: Eins ist für mich klar: Leonardo DiCaprio wird für seine Rolle in "The Revenant" den Oscar gewinnen. Die Academy hat ihn bislang links liegen lassen, aber dieses Jahr ist er fällig. Dabei hat er viel bessere Filme gemacht als "The Revenant". Doch sein Leidensweg in der Kälte wird ihm den begehrten Filmpreis einbringen. Ich persönlich hab so meine Probleme mit dem Film. Einige Sequenzen haben mir sehr gut gefallen: Die Anfangsszene mit dem Indianerüberfall auf die Trapper ist intensiv und spannend. Aber richtig umgehauen hat mich der Angriff des Grizzlybären. Bei der Bärenattacke merkt man, wie wenig Chancen man gegen so ein Raubtier hat. Jetzt kommen die negativen Sachen: Erstmal ist der Streifen zu lang. Die 157 Minuten, die nur aus Überlebenskampf bestehen, sind teilweise sehr zäh. Dann hab ich mich gewundert, dass Leo die Bärenattacke überhaupt überlebt hat und dann noch - zusammengeflickt mir etwas Nähgarn - tagelang durch die lebensfeindliche Natur tigert. Ich finde, er hat sich gegen Ende des Films sehr gut regeneriert, was wahrscheinlich an der Kräuterpackung im eingeschneiten Zelt lag. Außerdem gibt der Titel schon der größten Spoiler des Film wieder, denn man weiß ja als Zuschauer, dass er zurückkehrt. Okay, die Machart (nur Naturlicht, alles draußen on Location) ist schon beachtlich, aber das hat für mich keinen großen Unterhaltungswert. Ich fand auch, dass Tom Hardy die bessere Rolle hatte. Der konnte wenigstens mal so richtig hinterhältig sein und das auch auf die Leinwand bringen. DiCaprio ist meistens halbtot, spricht kaum was und frisst rohe Büffelleber. Das ist zwar auch Schauspielkunst, aber die hat mich nicht so angesprochen. Survival-Filme sind so wie so nicht mein Ding, von da her war ich im Kino froh, als der Film endlich beendet war.

Kino-Info: Der Film zieht die Massen ins Kino. Selbst in der 3.Woche ist das große Kino 7 gut gefüllt.

Kinostart: 6.1.2016
Abenteuer, Drama, Western
157 Min.
FSK: 16
6

 

 
Die Wahlkämpferin

Die Wahlkämpferin 

Regie: David Gordon Green. Darsteller: Sandra Bullock (Jane), Billy Bob Thornton (Pat Candy), Anthony Mackie (Ben), Joaquim de Almeida (Castillo), Ann Dows (Nell), Scoot McNairy (Buckley), Zoe Kazan (LeBlanc), Dominic Flores (Hugo), Reynaldo Pacheco (Eddie)

Inhalt: Ein bolivianischer Präsident schneidet bei den Umfragen zu seiner Wiederwahl sehr schlecht ab und engagiert eine versierte Gruppe amerikanischer Berater unter der Leitung der zwar schwer angeschlagenen, aber immer noch genialen Strategin "Calamity" Jane Bodine. Jane bekam ihren Spitznamen einst durch einen Skandal, der sie tief erschüttert hat - daraufhin ist sie freiwillig aus der Branche ausgestiegen. Dass sie sich jetzt dennoch für die neue Kampagne engagieren lässt, hat allein mit ihrem Erzfeind zu tun, dem widerlichen Pat Candy, der inzwischen für die bolivianische Opposition arbeitet. Endlich bekommt Jane die Chance, Candy zu schlagen.

Mein Eindruck: Der neue Film von Sandra Bullock geht im Kino unter. Der Kinostart kam aus dem Nichts und ich hab zuvor keinen Trailer gesehen. Dabei ist "Die Wahlkämpferin" - im Original "Our Brand is Crisis" - ein ordentlicher Streifen, der mehr verdient hätte. Sandra Bullock, zuletzt in "Gravity" zu sehen, spielt die knallharte Wahlkampfstrategin 'Calamity' Jane sehr gut und abgezockt. Ihr Gegenspieler, der ebenso aalglatte Billy Bob Thornton ("Der Richter"), bringt sie richtig in Fahrt. Die beiden Strategen nutzen jedes schmutzige Mittel, um ihren Kandidaten den Wahlsieg zu bringen. Ungewöhnlich ist der Schauplatz der Story: Die beiden Amerikaner tragen ihr Gefecht in Bolivien aus und müssen sich dementsprechend mit den Geflogenheiten des Landes auseinandersetzen. So kann es auch mal passieren, dass ein Lama überfahren wird. Zusammenfassend ist "Die Wahlkämpferin" ein solider Streifen, der Komödie und Drama verbindet. Okay, das Ende ist (wieder mal) zu dick aufgetragen, aber ich kann mit dem Film gut leben. 

Kino-Info: Der Film lief nur eine Woche und am Mittwochabend haben sich 7 Leute in Kino 11 verlaufen.

Kinostart: 21.1.2016
Tragikomödie
108 Min.
FSK: 12
5

 

 
Daddy's Home

Daddy's Home - Ein Vater zu viel 

Regie: Sean Anders. Darsteller: Will Ferrell (Brad Whitaker), Mark Wahlberg (Dusty Mayron), Linda Cardellini (Sara), Thomas Haden Church (Leo Holt), Scarlett Estevez (Megan), Owen Vaccaro (Dylan), Bobby Cannavale (Dr. Francisco), Hannibal Buress (Griff)

Inhalt: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr - Das würde Brad sofort unterschreiben. Er bemüht sich nach Kräften, ein guter Stiefvater für die zwei Kinder seiner neuen Frau Sara zu sein. Doch die Kids mögen ihn nicht wirklich und lassen ihn bei jeder Gelegenheit auflaufen. Trotzdem gibt der tollpatschige Radiomitarbeiter, nicht gerade die hellste Leuchte im Kosmos, nicht auf. Bis ein Anruf seine heile Welt völlig auf den Kopf stellt: Dusty, der leibliche Vater der Kinder, kündigt seinen Besuch an. Brads Entschlossenheit, sich nicht vom verantwortungslosen Erzeuger verdrängen zu lassen, ist dahin, als er ihn das erste Mal trifft: Dusty ist ein Freigeist - supercool, reich und wild entschlossen, seine Familie zurückzugewinnen. Ein gnadenloser Wettkampf um die Gunst der Kinder beginnt.

Mein Eindruck: Zu "Daddy's Home" gibt es nicht viel zu schreiben. Die Komödie mit Will Ferrell ("Der Knastcoach") und Mark Wahlberg ("Ted 2") ist sehr vorhersehbar und geht nach Schema F vor. Ferrell spielt den spießigen und langweiligen Stiefvater mit seiner üblichen Hingabe. Wahlberg hingegen gefällt als ausgekochter, durchtrainierter Outsider. Die beiden buhlen um die Gunst der Kinder, und jeder von ihnen zieht alle Register, um den anderen auszustechen. Das Ende ist auch klar, denn schließlich raufen sie sich (natürlich) zusammen. Was die Komödie von Regisseur Sean Anders ("Kill The Boss 2") etwas abhebt sind einige, wirklich lustige Gags. Der beste für mich ist, wenn Will Ferrell die Indian von Wahlberg aus der Einfahrt fährt - mehr sag ich dazu nicht. Auch super ist sein Einsatz mit dem Skateboard, der in der Stromleitung endet. Diese Gags sind fast schon zu heftig für den ansonsten sehr familientauglichen Film. Zwischendurch gibt es einige nette Sprüche ("Ich hab in den Papierkorb gekackt") und - wie gesagt - nicht viel Originelles. Trotzdem ist der Kampf der Väter gar nicht so übel.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist Kino 5 mäßig voll.

Kinostart: 21.1.2016
Komödie
96 Min.
FSK: 6
4

 

 
Legend

Legend 

Regie: Brian Helgeland. Darsteller: Tom Hardy (Ronald Kray / Reggie Kray), Emily Browning (Frances Shea), David Thewlis (Leslie Payne), Taron Egerton (Mad Teddy Smith), Chazz Palminteri (Angelo Bruno), Joshua Hill (Constable Scott), Colin Morgan (Frank Shea)

Inhalt: Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre regieren die Kray-Zwillinge Reggie und Ron gemeinsam mit der Mafia die kriminelle Szene des Londoner Ostens. Als die Geschäfte gut laufen, schlägt ihnen der Ganove Leslie Payne eine Strategie vor, mit der sie ihr Imperium auf die glamourösen Viertel des West-Ends ausweiten können. Nichts scheint die Zwillinge, die London beherrschen und das Establishment unterwandern, aufhalten zu können. Doch als Reggie sich in die zerbrechliche Frances Shea verliebt, gerät alles ins Wanken.

Mein Eindruck: Das geht mir auf den Sack! Der neue Film von Brian Helgeland "Legend" ist am 7.1. gestartet. In der ersten Kinowoche lief der noch flächendeckend, jetzt - in der 2.Woche - muss man schon ein Kino suchen, dass den Film zu einer halbwegs günstigen Zeit zeigt. Das ist nichts Neues, viele Filme werden verheizt, denn die Multiplexe zeigen lieber erfolgreiche Filme doppelt und dreifach als solche "Außenseiter-Produktionen".

Zurück zum Film: "Legend" ist komplett auf den Hauptdarsteller Tom Hardy ("Mad Max - Fury Road") zugeschnitten. Er spielt die beiden Zwillinge Ron und Reggie Kray: Reggie ist der Gangster-Prinz vom Londoner Eastend, kultiviert und geschäftsorientiert. Ron ist ein Psychopath wie er im Buche steht. Tom Hardy glänzt in beiden Rollen. Dank der Tricktechnik vergisst man schnell, dass nur ein Schauspieler beide Rollen spielt. Emily Browning ("Sucker Punch") geht als Reggies Freundin Frances etwas unter, zu stark stehen die Krays im Vordergrund. Regisseur Brian Helgeland ("Payback") liefert einen Krimi ab, der die Gangster verehrt und die Polizei schlecht aussehen lässt. Man fiebert als Zuschauer mit den Krays, vor allem mit Reggie, der mit seinem Bruder Ron wirklich gestraft ist. Kamera und Musik geben London der 60er Jahre gut wieder. Mir hat der Anfang des Films am besten gefallen, zwischendurch ist "Legend" etwas lahm, weniger als 130 Minuten Laufzeit hätte dem Film gut getan. Trotzdem lohnt sich der Streifen im Kino...nur muss man sich beeilen, wenn man den noch auf der großen Leinwand sehen will.

Kino-Info: In Kino 8 der Filmpassage verlaufen sich 6 Leute in der Abendvorstellung.

Kinostart: 7.1.2016
Krimi, Thriller
131 Min.
FSK: 16
3

 

 
Die fünfte Welle

Die 5. Welle 

Regie: J Blakeson. Darsteller: Chloë Grace Moretz (Cassie Sullivan), Nick Robinson (Ben Parish / Zombie), Alex Roe (Evan Walker), Liev Schreiber (Colonel Vosch), Ron Livingston (Oliver Sullivan), Maria Bello (Sergeant Reznik), Zackary Arthur (Sam Sullivan)

Inhalt: Aliens haben mehrere Angriffswellen auf die Erde geschickt und die Weltbevölkerung so weit dezimiert, dass nur wenige Menschen übrig blieben. Welchen Grund die Außerirdischen hatten, weiß niemand. Vier Wellen mussten die Erdbewohner bereits ertragen und die fünfte, apokalyptische, steht kurz bevor. Cassie verlor ihre Familie und Freunde bei den Angriffen, ihr kleiner Bruder Sam wurde entführt. Sie schaffte es bisher, zu überleben, weil sie streng eine goldene Regel befolgte: vertraue niemandem. Denn die außerirdischen Invasoren können sich als Menschen tarnen und so ist jede Begegnung mit einem anderen Menschen eine potentielle Gefahr.

Mein Eindruck: "Die 5. Welle" basiert auf dem Bestseller von Rick Yancey, der mit zwei weiteren Bänden eine Weltuntergangs-Trilogie geschaffen hat. Wenn alles gut geht, dann stehen 2 Fortsetzungen ins Haus. Ich bin skeptisch, denn der Streifen ist nicht gerade ein Brecher - er ist eher das Gegenteil. Es fängt ordentlich an: Die Weltbevölkerung muss tatenlos mit ansehen, wie Aliens systematisch die Menschheit ausrotten. Wenige Menschen überleben, unter anderem unsere Heldin Cassie, gespielt von Chloë Grace Moretz (Hitgirl aus "Kick-Ass"). Sie kämpft sich durch die Apokalypse und hat nur ein Ziel: die Rettung ihres kleinen Bruders Sam, der in der Hand der Aliens ist. Wie gesagt, der Anfang war noch ganz ordentlich, doch im Mittelteil kommt schon die erste Langeweile auf, denn Cassie und ihr neuer Freund Evan beginnen eine Art Liebesbeziehung a la "Twilight". Währenddessen werden Kinder zu neuen Soldaten ausgebildet ("Enders Game" lässt grüßen), die auf Alien-Jagd gehen sollen. Schon beim ersten Einsatz entdecken die jugendlichen Soldaten, dass sie von den Außerirdischen reingelegt werden - was für eine  Überraschung! Jetzt wird die Story ganz wirr und der Showdown in der Militärbasis ist von Unlogik und Dämlichkeit kaum noch zu überbieten. "Die 5. Welle" klaut sich alles zusammen, was man in TV ("Walking Dead") und Kino ("Panem") gesehen hat und mischt das zu einem Teenie-Action-Mix zusammen. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, doch leider zündet der Streifen nicht, weil er einfach nur schlecht ist. Die Darsteller sind nicht sympathisch, die Handlung ist lahm und Spannung kommt nie auf. Fazit: "Die 5. Welle" hört sich interessant an, ist aber ein Rohrkrepierer. Deshalb ist es für mich fraglich, ob die Alien-Invasion überhaupt fortgesetzt wird.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist das kleine Kino 8 sehr gut gefüllt.

Kinostart: 14.1.2016
Sci-Fi, Abenteuer
117 Min.
FSK: 12
2

 

 
The Big Short

Sneak: The Big Short 

Regie: Adam McKay. Darsteller: Christian Bale (Michael Burry), Steve Carrell (Mark Baum), Ryan Gosling (Jared Vennett), Brad Pitt (Ben Rickert), John Magaro (Charlie Geller), Marisa Tomei (Cynthia Baum), Finn Wittrock (Jamie Shipley), Melissa Leo (Georgia Hale)

Inhalt: New York 2005. Tag für Tag werden an der Wall Street neue, waghalsige Börsengeschäfte getätigt und die Wirtschaft boomt. In der beseelten Atmosphäre des allgemeinen Wohlstands sieht nur der eigenwillige Hedgefonds-Manager Michael Burry voraus, dass die Finanzwelt unmittelbar vor einem gigantischen Crash steht. Als er mit seinen Prognosen bei den führenden Bankenbossen kein Gehör findet, fasst er einen perfiden Plan, mit dem er die großen Banken aufgrund ihres Mangels an Weitsicht und ihrer Gier vorführen will: Den "Big Short". Er wettet er gegen das Finanzsystem, indem er Leerkäufe von Aktien großer Investmentbanken tätigt. Im Gegenzug winkt das große Geld...

Mein Eindruck: Im Moment verstopft Star Wars immer noch die Kinos und deswegen ist eine Sneak-Preview für mich der erste Film im neuen Jahr. Es kam ein Streifen, mit dem ich gut leben kann: "The Big Short". Das Finanzdrama von Regisseur Adam McKay ("Anchorman") ist eine bittere Sache. Der große Börsencrash der letzten Jahre wird aus Sicht von einigen Insidern aufgebrezelt. Man bekommt einen Eindruck, wie die Banken das Geld nur so verschleudert haben und so auf den großen Crash ohne Rücksicht auf Verluste zugesteuert sind. Der Film ist in drei Geschichten unterteilt: Christian Bale spielt Michael Burry, einen Hedgefont-Manager, der die bevorstehende Krise als erster erkennt. Als Spinner abgetan verhandelt er mit den Banken, die nur zu gerne auf seine "bescheuerten" Investitionen eingehen. Steve Carrell hat nach "Foxcatcher" Gefallen an ernsten Rollen bekommen. Er spielt Mark Blum, der als Finanzmanager durch Zufall von Burrys Investitionen erfährt und der mit dem Deutschen Bank Broker Jared Vennett (kaum zu erkennen: Ryan Gosling) gemeinsame Sache macht. Der dritte Handlungsstrang zeigt die beiden Jungspunde Geller und Shipley, die mit dem erfahrenen Börsenmann Ben Rickert (Brad Pitt) Wind von der Sache bekommen und ebenfalls gegen das Finanzsystem wetten. Der Film spielt nur im Geschäftsleben und ist voll von Fachbegriffen und Börsenjargon, die kein Mensch versteht. Deswegen gibt es immer wieder kleine Exkurse, wo bekannte Persönlichkeiten die vertrackten Zusammenhänge in einfachen Worten erklären. Das hat mir sehr gut gefallen. Mich hat "The Big Short" überzeugt. Der Film bietet gute Darsteller, kann eine gewisse Spannung trotz Fachjargon aufrecht erhalten und bietet einen bitteren und sarkastischen Einblick in die Finanzwelt .

Kino-Info: Die Sneak im Cinemaxx findet ab jetzt immer Dienstags statt. Ich hab nichts dagegen.

Kinostart: 14.1.2016
Drama
131 Min.
FSK: 6
1