Kino 2017

Hier werde ich alle Kinofilme aus 2017 vorstellen, die ich selber im Kino gesehen habe. Da ich relativ oft ins Kino gehe, werden hier am Ende des Jahres so ca. 70 Filme stehen. Neben den üblichen Daten wie Regie, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder. Dann gebe ich noch einen kurzen Kommentar über das Kino ab.

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016

 

Highlights im März: Silence / Sleepless - Eine tödliche Nacht / Die Schöne und das Biest / Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand / Life / Power Rangers / Ghost in the Shell

Split

Split 

Regie: M. Night Shyamalan. Darsteller: James McAvoy (Dennis/Barry/Hedwig/etc.), Anya Taylor-Joy (Casey Cooke), Betty Buckley (Dr. Karen Fletcher), Haley Lu Richardson (Claire Benoit), Jessica Sula (Marcia), Neal Huff (Mr. Benoit)

Inhalt: Das Leben von drei Mädchen wird zum grauenvollen Alptraum, als sie von einem unheimlichen Mann gekidnappt und verschleppt werden. Der Entführer entpuppt sich als gefährlicher Psychotiker mit multipler Persönlichkeitsstörung. 23 verschiedene Wesen lauern im Innern des Wahnsinnigen, bestimmen wechselweise sein Verhalten und sorgen mit Psychoterror für blankes Entsetzen unter den geschockten Teenagern. Während die hilflosen Mädchen verzweifelt nach einer Möglichkeit zur Flucht aus ihrem düsteren Verlies suchen, ringt der schaurige Besessene mit seinen inneren Dämonen - bis eine Grauen erregende Inkarnation des Bösen vollständig Besitz von ihm ergreift, die sich "die Bestie" nennt.

Mein Eindruck: Wenn der Name M. Night Shyamalan auftaucht, kommen die üblichen Reaktionen. Ich will da gar nicht mehr drauf eingehen, denn mit "Split" hat der Regisseur und Drehbuchautor einen ordentlichen Thriller hingelegt. Der Streifen läuft immer noch im Kino (Kinostart 26.1.), war die Nummer 1 der deutschen Kinocharts und hat auch in den USA richtig Kasse gemacht. Mir persönlich hat der Film ganz ordentlich gefallen, was vor allem an Hauptdarsteller James McAvoy liegt. Der schottische Darsteller, bekannt als der junge Professor Charles Xavier aus den "X-Men"-Filmen, überzeugt als Psychotiker auf der ganzen Linie. Ob als 9jähriger Junge Hedwig oder als berechnender Dennis, er kann sich in seinen unterschiedlichen Identitäten so richtig austoben. Der Horror, der von ihm ausgeht, kommt nicht mit dem Holzhammer, sondern ist eher elegant und fein dosiert. Es gibt hier und da einige Wendungen, aber der Regisseur verzichtet auf einen Knalleffekt am Ende. Witzig fand ich, dass Bruce Willis in der allerletzten Szene noch zu sehen ist und eine Anspielung zu "Unbreakable" macht - ein kleiner Gag von M. Night Shyamalan. "Split" ist ein ordentlicher Thriller, der mich allerdings nicht so geschockt hat wie erwartet. Trotzdem ist der Streifen sehenswert.

Kino-Info: Im kleinen Kino 8 tummeln sich am Dienstag-Abend einige Besucher. Ist voller, als ich dachte, denn der Film läuft seit 8 Wochen.

Kinostart: 26.1.2017
Thriller, Horror
118 Min.
FSK: 16
18

 

 
Kong: Skull Island (3D)

Kong: Skull Island (3D) 

Regie: Jordan Vogt-Roberts. Darsteller: Tom Hiddleston (James Conrad), Samuel L. Jackson (Preston Packard), Brie Larson (Mason Weaver), John C. Reilly (Hank Marlow), John Goodman (Bill Randa), Corey Hawkins (Houston Brooks), Shea Whigham (Cole)

Inhalt: 1973 macht sich ein Trupp von Soldaten, Regierungsbeauftragen und Zivilisten auf, eine mysteriöse Insel zu erkunden. Die Gruppe unter dem Kommando von Lieutenant Colonel Packard, zu der auch der mysteriöse Reiseleiter Bill Randa, der Spezialkräfte-Veteran James Conrad und die Kriegsfotografin Mason Weaver gehören, wird sehr unfreundlich empfangen: Etwas holt die Helikopter vom Himmel! Die Überlebenden der Abstürze erfahren, dass auf 'Skull Island' ein Riesenaffe haust, eine gefährliche Kreatur, die wie ein einsamer Gott über die Insel streift.

Mein Eindruck: Und wieder mal kehrt King Kong auf die Kinoleinwand zurück, der Riesenaffe ist einfach nicht tot zu kriegen. Diese Mal wird aber nicht die klassische Geschichte erzählt, dieses Mal wird mit "Kong: Scull Island" ein neues Franchise gestartet, in dem auch Godzilla ein Wörtchen mitzusprechen hat. Später mehr dazu. Zuerst war ich vom dem Film sehr angetan. Der neue Ansatz (1973, nach dem Vietnam-Krieg), die ganze Atmosphäre und das Drumherum hat mir gefallen. Als die Menschen nach dem Kong-Angriff auf der Insel stranden wandelt sich meine Euphorie in Langeweile. Die Überlebenden tappern in verschiedenen Trupps durch die Wildnis und treffen auf gefährliche Riesentiere, die ihnen ans Leder wollen. Dabei stellt sich raus, dass Kong gar nicht so übel ist, weil er das Gleichgewicht der Tiere auf der Insel aufrecht hält. Ohne ihn hätten längst die Schädelspalter alles platt gemacht. Die Schauspieler sind nett anzusehen (Tom Hiddleston & Brie Larson), haben aber keine Gelegenheit zu glänzen. Ganz übel ist Samuel L. Jackson als fanatischer Colonel, der Kong unbedingt töten muss. So eindimensional und schlecht hat man ihn selten gesehen. Einzig John C. Reilly als gestrandeter 2.Weltkriegs-Pilot hat noch die beste Rolle erwischt und kann einige Akzente setzen. Regie führt übrigens ein gewisser Jordan Vogt-Roberts, der sich bislang nur als TV-Regisseur einen Namen gemacht hat. Sein erster Blockbuster-Kinofilm ist ihm leider nicht gelungen. Positiv sind die guten Trickeffekte und auch 3D ist ganz ordentlich. Leider reicht das nicht für einen guten Film. Nach dem Abspann kommt noch eine Szene, in der der nächste Film angedeutet wird: Godzilla wird darin die Hauptrolle spielen. Ob der besser wird ist fraglich...

Kino-Info: Am Donnerstag war ein Sommertag im Frühling, von da her war Kino 6 eher spärlich gefüllt.

Kinostart: 9.3.2017
Action, Abenteuer
119 Min.
FSK: 12
17

 

 
Logan - The Wolverine

Logan - The Wolverine 

Regie: James Mangold. Darsteller: Hugh Jackman (Logan), Patrick Stewart (Charles), Dafne Keen (Laura), Boyd Holbrook (Pierce), Stephen Merchant (Caliban), Elizabeth Rodriguez (Gabriela), Richard E. Grant (Dr. Rice) Eriq La Salle (Will Munson)

Inhalt: In der Welt des Jahres 2029 sind Mutanten Geschichte, beinahe jedenfalls: Der gealterte Logan alias Wolverine ist einer der wenigen verbleibenden Menschen mit außergewöhnlichen Kräften und verbringt seine Tage an einem verlassenen Flecken Erde nahe der Grenze zu Mexiko. Zwei weitere Mutanten Gesellschaft leisten ihm Gesellschaft: Caliban und Charles Xavier alias Professor X, dessen einst so brillanter und mächtiger Verstand von regelmäßigen Anfällen heimgesucht wird. Doch Logans selbstauferlegtes Exil endet eines Tages abrupt, als eine mysteriöse Frau ihn darum bittet, sich um die junge Mutantin Laura zu kümmern und diese in Sicherheit zu bringen. Bald schon muss sich der krallenbewehrte Krieger mit dunklen Mächten und einem Bösewicht aus seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, um Laura zu beschützen.

Mein Eindruck: In "Logan - The Wolverine" spielt Hugh Jackman zum letzten Mal den beliebtesten X-Men Wolverine. Seit 2000 hat er in 9 von 10 X-Men-Filmen mitgespielt, nur in "Deadpool" war er nicht zu sehen. Ich kann gut verstehen, dass er nach so langer Zeit mit seiner Rolle abschließen will. "Logan" spielt in einer nahen Zukunft in der Mutanten keine Rolle mehr spielen. Die wenigen, die übrig geblieben sind, leben zurückgezogen und verstecken sich vor der Gesellschaft. Allerdings muss Logan alias Wolverine zum letzten Mal seine Kräfte mobilisieren, um einer jungen Mutantin zu helfen. Das ganze Szenario hebt sich deutlich von den vorherigen Superhelden-Filmen ab. "Logan" ist mehr Western und Roadmovie, das ohne bombastische Trickeffekte und Materialschlachten auskommt. Natürlich gibt es einige Actionsequenzen, aber diese fallen im Vergleich zu seinen Vorgängerfilmen zivil aus. Allerdings ist der Film recht hart, denn zum ersten Mal sieht man sogar Blut spritzen, wenn Wolverine seine Krallen benutzt. Mir persönlich haben mehrere Dinge nicht gefallen: Zum einen hat man im Trailer schon viel zu viel von der Story zu sehen bekommen, zum anderen ist der Streifen mit 138 Minuten zu lang ausgefallen. Auch Wolverines Endgegner - sein jüngeres Ich - hat mich nicht vom Stuhl gehauen. Sehr positiv fand ich hingegen Jungmimin Dafne Keen, die Laura spielt. Sie stiehlt fast Hugh Jackman die Show, aber nur fast. Jackman gibt zu seinem Abschied eine Galavorstellung. Leider ist der Film nicht so stark geworden wie erhofft, aber ich kann mit dem Ergebnis leben.

Kino-Info: Am Donnerstag lief der Film bereits eine Woche im Kino. Trotzdem ist die Abendvorstellung im großen Kino 7 gut gefüllt.

Kinostart: 9.3.2017
Action, Drama, Comic
138 Min.
FSK: 16
16

 

 
Wilde Maus

Wilde Maus 

Regie: Josef Hader. Darsteller: Josef Hader (Georg), Pia Hierzegger (Frau Johanna), Denis Moschitto (Sebastian), Jörg Hartmann (Waller), Georg Friedrich (Erich), Nora von Waldstätten (Redakteurin Fitz)

Inhalt: Könige werden zuvorkommend behandelt! Das ist zumindest Georgs Ansicht, der seit Jahrzehnten als etablierter Musikkritiker mit spitzer Feder für das Feuilleton einer Wiener Zeitung schreibt. Doch dann wird er überraschend von seinem Chefredakteur gekündigt: Sparmaßnahmen. Seiner jüngeren Frau Johanna, deren Gedanken nur um ihren nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Rache. Dabei steht ihm sein ehemaliger Mitschüler Erich zur Seite, dem Georg in seiner neu gewonnenen Freizeit hilft, eine marode Achterbahn im Wiener Prater wieder in Gang zu setzen. Georgs nächtliche Rachefeldzüge gegen seinen ehemaligen Chef beginnen als kleine Sachbeschädigungen und steigern sich, zu immer größer werdendem Terror. Schnell gerät sein bürgerliches Leben völlig aus dem Ruder.

Mein Eindruck: Der österreichische Kabarettist Josef Hader ist als Schauspieler vor allem durch seine Brenner-Filme bekannt. Vor Jahren hab ich "Der Knochenmann" auf DVD gesehen und seither bin ich bemüht, mir alles anzuschauen, was es so macht. Jetzt legt er mit "Wilde Maus" sein Regiedebüt ab, hat das Drehbuch geschrieben und ist Hauptdarsteller. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. "Wilde Maus" ist eine Tragikomödie, die natürlich voll auf Hauptdarsteller Georg (Hader) abgestimmt ist. Georg hat nicht viel zu lachen: Er hat seinen Job verloren, verheimlicht das vor seiner Frau, die unbedingt schwanger werden will, was ihm gar nicht passt. Das ist eine traurige Grundstimmung, doch Hader versteht es mit seinem schwarzen und schrägen Humor zu unterhalten. Viele Gags entstehen aus skurrilen Situationen. So fährt er beispielsweise in einer Mini-Eisenbahn durch den Wiener Prater, um die Zeit totzuschlagen, da er keinen Job mehr hat. Ausgerechnet hier trifft es auf Erich. Dieser war auf seiner Schule, hat ihn damals verprügelt und jetzt macht er mit ihm zusammen die Wilde Maus, ein altes Fahrgeschäft, wieder flott. Hört sich schräg an, ist auch so. Mir persönlich haben die Terror-Atttacken auf seinen ehemaligen Chef sehr gut gefallen, die immer mehr ausarten. Vor allem der tote Fisch im Swimming-Pool hat die Lacher auf seiner Seite. Die Schneeszenen, die das Kinoplakat schon andeutet, ist ebenfalls extrem lustig. Alles in allem kann ich Josef Hader zu seinem Regiedebüt nur beglückwünschen, er hat einen tolle Erstling rausgehauen.

Kino-Info: Am Montag gab es im Eulenspiegel eine Preview mit Regisseur und Hauptdarsteller Josef Hader. Das Kino war sehr gut besucht, Josef Hader machte einen sehr sympathischen Eindruck.

Kinostart: 9.3.2017
Tragikomödie
103 Min.
FSK: 12
15

 

 
Boston

Boston 

Regie: Peter Berg. Darsteller: Mark Wahlberg (Tommy Saunders), John Goodman (Ed Davis), Michelle Monaghan (Carol Saunders), J.K. Simmons (Sergeant Jeffrey Pugliese), Kevin Bacon (Special Agent DesLauriers), Rachel Brosnahan (Jessica Kensky)

Inhalt: Boston, 15. April 2013 - Wie jedes Jahr zieht es tausende Läufer und Zuschauer aus aller Welt an die Strecke des beliebten Bostoner Marathons. Doch die Feierlichkeiten verstummen schlagartig, als zwei Sprengsätze an der Zielgeraden detonieren. Noch ist unklar, ob den Explosionen weitere folgen werden. Aber Police Sergeant Tommy Saunders versucht einen klaren Kopf zu bewahren und die ersten Rettungseinsätze zu koordinieren. Für die Ermittler beginnt ein packender Wettlauf gegen die Zeit.

Mein Eindruck: Mark Wahlberg und Regisseur Peter Berg kommen wohl gut miteinander aus, denn "Boston" ist die dritte Zusammenarbeit nach "Lone Survivor" (2013) und "Deepwater Horizon" (2016). Alle 3 Filme basieren auf wahre Begebenheiten. Berg zieht den Film dokumentarisch auf. Bevor die Bomben detonieren werden jede Menge Personen vorgestellt, die im Laufe des Films eine Rolle spielen werden, wie z.B. der chinesische Student Dun Meng. Erst im letzten Drittel wird er von den Bombenlegern mit seinem Auto entführt. Auch Sergeant Pugliese - gespielt von J.K. Simmons ("Whiplash") - hat seinen Einsatz erst am Ende des Films. Hauptperson bleibt natürlich Mark Wahlberg. Ich bin froh, dass er nicht als Superbulle dargestellt wird, der im Alleingang die Terroristen zur Strecke bringt. Er ist eine Person mit Ecken und Kanten, der seine Meinung vehement vertritt und der deswegen auch nicht von jedem gemocht wird. Man bekommt einen guten Eindruck davon, die eine Großfahndung abläuft. Auch die Terroristen werden nicht zu einseitig dargestellt, obwohl der Film besonders gegen Ende sehr patriotisch wird. Alles in allem bin ich mit "Patriot's Day" - so der Originaltitel - sehr zufrieden.

Kino-Info: Am Mittwochabend lief der Film zum letzten Mal im Cinemaxx. 8 Zuschauer waren in Saal 10 dabei.

Kinostart: 23.2.2017
Thriller, Drama
129 Min.
FSK: 12
14

 

 
Der Februar ist der kürzeste Monat im Jahr, mit 7 Filmen topt er den Januar um einen Streifen. Im Oscar-Monat habe ich einige Anwärter gesehen und die meisten haben mir gefallen. Vor allem Mel Gibsons "Hacksaw Ridge" ist mit 4 1/2 Sternen schon jetzt einer der besten Filme des Jahres.
Hacksaw Ridge

2017

Hacksaw Ridge

Elle

  La La Land
Hidden Figures   Elle
John Wick - Kapitel 2   The Great Wall
T2 Trainspotting      
Jackie      
The Girl with all the Gifts      
 
T2 Transpotting

T2 Transpotting 

Regie: Danny Boyle. Darsteller: Ewan McGregor (Renton), Robert Carlyle (Begbie), Jonny Lee Miller (Simon), Ewen Bremner (Spud), Shirley Henderson (Gail), Anjela Nedyalkova (Veronika), Kelly Macdonald (Diane), Irvine Welsh (Mikey Forrester)

Inhalt: 20 Jahre nachdem er Edinburghs Stadtteil Leith hinter sich gelassen hat und sich einem bürgerlichen Leben zuwendete, kehrt Mark Renton in seine Heimatstadt zurück, wo sich manches geändert hat und vieles gleich geblieben ist, und wo seine alten Freunde und Bekannten, darunter Spud, Sick Boy und Begbie, schon auf ihn warten. Allesamt sind sie zwar mittlerweile weg vom Heroin, doch führen deswegen noch längst keine Leben in geordneten Bahnen.

Mein Eindruck: Ich hätte nie gedacht, dass es mal zu "Trainspotting" eine Fortsetzung geben wird. 20 Jahre hat Regisseur Danny Boyle gebraucht um Teil 2 zu realisieren. Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein. Ewan McGregor alias Renton hat vor 20 Jahren seine Kumpel um 12.000 Pfund gebracht und hat sich nach Amsterdam abgesetzt. Jetzt kommt er zurück nach Schottland und trifft auf seine alten Freunde. Die haben aus ihrem Leben nichts gemacht, vor allem Begbie hat 20 Jahre im Knast gesessen. Danny Boyle hat die Story im Vergleich zum ersten Teil melancholischer angelegt. Unserer Helden erinnern sich an alte Zeiten, schauen auf ihr Leben zurück und sehen viele Dinge anders. Der neue Trainspotting ist nicht so abgefahren und wild, er passt sich dem Alter unserer Protagonisten an. Schön ist die Szene, in der sich Renton und Begbie zufällig auf der Toilette begegnen. Auch die Abzocke der 1690er inklusive der Musikeinlage hat mir gefallen. Das Zimmer von Renton hat sich in den 20 Jahren nicht verändert, die Eisenbahntapete sticht einem sofort ins Auge. "T2 Trainspotting" ist eine intelligente Fortsetzung von vier abgefahrenen Typen in einer abgefahrenen Welt.

Kino-Info: Am Mittwochabend saßen 5 Leute in Kino 5.

Kinostart: 16.2.2017
Drama
117 Min.
FSK: 16
13

 

 
Elle

Elle 

Regie: Paul Verhoeven. Darsteller: Isabelle Huppert (Michèle Leblanc), Laurent Lafitte (Patrick), Anne Consigny (Anna), Charles Berling (Richard Leblanc), Virginbie Efira (Rebecca), Judith Magre (Irène Leblanc), Christian Berkel (Robert), Jonas Bloquet (Vincent)

Inhalt: Michèle, Chefin einer erfolgreichen Firma für Videospiele, wirkt wie eine Frau, der nichts etwas anhaben kann. Unnahbar führt sie mit der gleichen Präzision und Kalkül ihre Firma wie ihr Liebesleben. Als Michèle eines Tages in ihrem Haus von einem Unbekannten angegriffen und vergewaltigt wird, scheint sie das Vorgefallene zunächst kalt zu lassen. Doch ihr Leben ist über Nacht ein anderes geworden. Resolut spürt sie den Angreifer auf und verstrickt sich mit ihm in ein gefährliches Spiel aus Neugier, Anziehung und Rache.

Mein Eindruck: Von Regisseur Paul Verhoeven hat man lange Zeit nichts gehört, sein letzter Film "Black Book" ist von 2006. Viele seiner Hollywood-Streifen sind Highlights für mich: "Total Recall", "Basic Instinct" oder "Starship Troopers" - Verhoeven hat seinen Stil durchgesetzt, koste es was es wolle. Mit "Elle" meldet er sich eindrucksvoll im Kino zurück. Die deutsch-französische Co-Produktion ist ein reiner Schauspiel-Film, der komplett auf Hauptdarstellerin Isabelle Huppert zugeschnitten ist. Sie ist in jeder Szene des Film im Mittelpunkt, sie bestimmt alles und jeden. Isabelle Huppert wurde für ihre Rolle der knallharten Geschäftsfrau für einen Oscar nominiert - und diese Nominierung ist mehr als verdient. Ich kann mir schwerlich eine andere Schauspielerin vorstellen, die die Rolle so perfekt und intensiv rüberbringen würde. "Elle" hat bereits einige Preise gewonnen (u.a. mehrere Golden Globes), die Presse feiert den Film ab und ich kann dem Streifen ebenfalls nur empfehlen. So eine Top-Darbietung bekommt man nicht alle Tage im Kino zu sehen.

Kino-Info: Die Vorabend-Vorstellung am Kino-Montag im Filmforum ist sehr gut besucht.

Kinostart: 16.2.2017
Drama, Thriller
126 Min.
FSK: 16
12

 

 
John Wick - Kapitel 2

John Wick - Kapitel 2 

Regie: Chad Stahelski. Darsteller: Keanu Reeves (John Wick), Riccardo Scamarcio (Santino D'Antonio), Ian McShane (Winston), Ruby Rose (Ares), Common (Cassian), Claudia Gerini (Gianna D'Antonio), Laurence Fishburne (Bowery King), Lance Reddick (Charon)

Inhalt: Nachdem John Wick sein geliebtes Auto wieder und sich mit Abram geeinigt hat, geht es für den Ruheständler erst richtig los. Wicks ehemaliger Kollege Santino steht vor der Tür und gibt ihm eine mit Blut besiegelte Münze. Wie der Einzelkämpfer weiß, steht das Geldstück für ein Versprechen, das Wick einst gab – das Versprechen von Hilfe als Gegenleistung für einen alten Gefallen. Und auch wenn der Killer seine Ruhe haben will, kann er schließlich nicht anders, als seine Zusicherung einzulösen, denn andernfalls droht ihm der Tod. Wick geht nach Rom um seine Schuld abzuarbeiten.

Mein Eindruck: "John Wick" war Anfang 2015 ein Brecher im Kino. Selten hat ein Actionfilm so viel Spaß gemacht, denn abgesehen von der Mega-Action haben vor allem die coolen Sprüche ("Arbeitest du wieder?") den Film nach vorne gebracht. Im Februar 2016 kommt Kapitel 2 ins Kino und ich bin nicht enttäuscht worden. Natürlich kann ein zweiter Teil  selten mit seinem Vorgänger mithalten, doch trotz kleinerer Schwächen ist "John Wick - Kapitel 2" ein guter Actionfilm geworden. Zum einen hat mir gefallen, dass fast alle Darsteller aus Teil 1 wieder vorkommen. So hat John Leguizamo als Aureilo einen Kurzauftritt, denn er soll John Wicks ramponiertes Auto reparieren. Man sieht Cop Jimmy in einer kleinen Szene und er fragt Wick, ob er wieder arbeitet. Zum anderen bestimmen die brachialen Actionsequenzen das Geschehen. Nachdem sich John in Rom aufgebrezelt hat (neuer kugelsicherer Anzug und neue Waffen) bricht in den Katakomben Roms ein Feuergefecht erster Güte aus. Später in New York muss sich unsere Held mit allen Killern rumschlagen, die es auf sein Kopfgeld abgesehen haben. Im finalen Kampf im Kunstmuseum bleibt kein Auge trocken. Trotz allen Vorzügen ist der erste "John Wick" nicht zu toppen. Von da her gebe ich eine minimal schlechtere Bewertung für einen sehr ordentlichen Action-Kracher.

Kino-Info: Kino 3 war am Start-Wochenende sehr gut gefüllt. Insider-Info: Wir waren in der Zange von Bibi & Tina 3... :-)

Kinostart: 16.2.2017
Action, Thriller
123 Min.
FSK: 18
11

 

 
Jackie

Jackie 

Regie: Pablo Larrain. Darsteller: Natalie Portman (Jackie Kennedy), Peter Sarsgaard (Bobby Kennedy), Greta Gerwig (Nancy Tuckerman), Billy Crudup (The Journalist), John Hurt (The Priest), Richard E. Grant (Bill Walton), John Carroll Lynch (Lyndon B Johnson)

Inhalt: Sie ist eine First Lady wie aus dem Märchen: elegant, kultiviert, populär. Und schon zu Lebzeiten eine Legende. Als Präsidentengattin verwandelt sie das Weiße Haus in einen glamourösen Ort, an dem sich die High Society trifft. Das ist schlagartig vorbei, als Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas erschossen wird. Jackie Kennedy verliert alles - ihre Liebe, ihre Aufgabe, ihr glitzerndes Leben. Geschockt und traumatisiert durchlebt sie die folgenden Tage, ergreift aber bald die Initiative und kümmert sich um das Vermächtnis ihres Mannes.

Mein Eindruck: "Jackie" ist voll und ganz auf Hauptdarstellerin Natalie Portman zugeschnitten. Der chilenische Regisseur Pablo Larrain, der mit "Jackie" seinen ersten US-Streifen abliefert, vertraut ganz gezielt auf die schauspielerische Brillanz der Portman, die mit dieser Rolle ihren zweiten Oscar gewinnen könnte. Filme über JFK und das Attentat in Dallas gibt es einige, doch keiner befasst sich mit der First Lady. Jackie Kennedy gewährt einem Journalisten eine Audienz in der sie ihm die Story ihres Lebens erzählt. Wir sehen Rückblenden mit der First Lady, wie sie die TV-Zuschauern durch das Weiße Haus führt. Der Hauptteil des Film spielt nach dem Attentat auf ihren Mann und wie sie die Stunden bzw. Tage danach bewältigt. Natalie Portman liefert es intensives Bild der starken Frau ab, die durch die Hölle geht, aber die Fassung bewahren muss. Kurz nach dem Tode von JFK wird Lyndon B Johnson als Präsident vereidigt. Jackie lebt natürlich noch im Weißen Haus, muss dieses aber schnell und unerwartet verlassen - sie ist keine First Lady mehr. Der Film bringt all diese Aspekte dem Zuschauer sehr nahe, ebenso wie die prunkvolle Beerdigung und deren Konsequenzen. Trotz all dieser positiven Dinge hat der Film mich nicht in den Bann gezogen. Ich kenne keinen anderen Streifen, der so viele Großaufnahmen bietet wie "Jackie" - und  das ging mir etwas auf die Nerven. Einige Sequenzen fand ich recht langweilig und zäh. Von da her ist die One-Woman-Show von Natalie Portman für sie eine Offenbarung, richtig mitgenommen hat mich der Streifen leider nicht.

Kino-Info: Das Film Studio war am Mittwoch-Abend mäßig gefüllt.

Kinostart: 16.1.2017
Drama, Biographie
95 Min.
FSK: 12
10

 

 
The Girl with all the Gifts

The Girl with all the Gifts 

Regie: Colm McCarthy. Darsteller: Gemma Arterton (Helen Justineau), Glen Close (Dr. Caroline Caldwell), Sennia Nanua (Melanie), Paddy Considine (Sgt. Eddie Parks), Anamaria Marinca (Dr. Selkirk), Dominique Tipper (Devani)

Inhalt: Eine aggressive Pilzinfektion hat fast die gesamte Menschheit in fleischfressende, Zombie-artige Wesen verwandelt. Nur eine kleine Gruppe infizierter Kinder verspricht Hoffnung auf ein Heilmittel: Sie können ihren "Fressimpuls" kontrollieren, weil ihr Verstand noch nicht der Infektion zum Opfer gefallen ist. In einer Militärbasis werden sie von der Wissenschaftlerin Dr. Caldwell Experimenten unterzogen und besuchen täglich den Schulunterricht. Doch ein Mädchen unter ihnen ist anders: Die junge Melanie übertrifft ihre Mitschüler an Intelligenz, ist einfallsreich und vergöttert ihre Lieblingslehrerin, Miss Helen Justineau. Als die Basis von einer Horde Hungries überrannt wird, kann Melanie zusammen mit Helen, Sergeant Parks und Dr. Caldwell gerade noch entkommen.

Mein Eindruck: "The Girl with all the Gifts" ist ein englischer Zombie-Film, der das Thema auf eine andere Art angeht. Die Menschheit ist wieder mal im Arsch, weil Zombies (hier Hungries genannt) die Erde bevölkern. Das Militär sucht krampfhaft nach einem Gegenmittel, kommt aber nicht aus den Pötten und schon bald streifen unsere Hauptdarsteller auf sich allein gestellt durch Zombieland. Business as usual. Doch in dem Film von Regisseur Colm McCarthy ("Sherlock") gibt es eine kleine Abwandlung: Das Mädchen Melanie ist zwar vom Zombie-Virus befallen, verhält sich aber menschlich und will kein Hungry sein - obwohl sie ihren Hunger nach Fleisch nicht unterdrücken kann. Sennia Nanua, 2002 in England geboren, verkörpert diese Melanie in einzigartiger Art und Weise. Ihre Darstellung ist wirklich top. Leider kann ich das für den Film nicht sagen. Ich habe einige euphorische Kritiken gelesen und kann mich denen nicht anschließen. "The Girl with all the Gifts" hat mich wenig berührt. Die spannenden Momente im Film fand ich ziemlich lasch und die Gefährdung durch Zombies (die oft nur dumm rumstehen) war kaum vorhanden. Irgendwie hab ich wenig mitgefiebert, denn die Darsteller waren mir relativ egal. Hollywood Darstellerin Glen Close kann ich so wie so nicht gut leiden, von da her war sie mir in ihrer Rolle als knallharte Wissenschaftlerin vollkommen schnuppe. Fazit: Trotz neuem Ansatz ist die englische Hungries-Variante für mich ein Flop.

Kino-Info: In den großen Sälen läuft Teil 2 von "50 Shades", wir sitzen im kleinen Kino 10 mit ca. 20 Leuten.

Kinostart: 9.2.2017
Drama, Thriller, Horror
116 Min.
FSK: 16
9

 

 
Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung 

Regie: Mel Gibson. Darsteller: Andrew Garfield (Desmond Doss), Teresa Palmer (Dorothy Schutte), Vince Vaughn (Sgt. Howell), Sam Worthington (Captain Glover), Hugo Weaving (Tom Doss), Rachel Griffiths (Bertha Doss)

Inhalt: Der junge Desmond Doss wächst im US-Bundesstaat Virginia als ergebener Christ mit einem strengen Moralkodex auf. Als eines Tages sein Vater Tom, Kriegsveteran und Trinker, im Streit seine Mutter Bertha bedroht, greift Desmond zur Waffe und bringt ihn dazu, aufzuhören. Desmond schwört sich daraufhin, nie wieder eine Waffe auch nur anzurühren. Doch als sich sein Bruder Hal nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor zum Kriegsdienst meldet, folgt ihm Desmond kurze Zeit später. Weil er aber weiterhin darauf beharrt, keine Waffe anzufassen, machen es ihm seine Vorgesetzten und seine Kameraden extrem schwer in der Ausbildung. An der Front gegen die Japaner wendet sich jedoch das Blatt: Während die Kugeln an ihnen vorbeischwirren und immer mehr Verluste zu vermelden sind, wächst Desmond über sich hinaus und rettet einem Verwundeten nach dem anderen das Leben – noch immer ohne eine Waffe zu tragen.

Mein Eindruck: Endlich habe ich es geschafft mir den neuen Film von Mel Gibson "Hacksaw Ridge" im Kino anzuschauen. Das ist nicht einfach, denn der Streifen läuft nicht überall und meistens zu Zeiten, die mir nicht passen. Egal, jetzt hab ich den Film gesehen und kann für mich sagen: "Hacksaw Ridge" ist der beste Film von Mel Gibson seit langem, nur sein "Braveheart" ist noch einen Tick besser. Der knapp 140minütige Film ist in zwei Hälften aufgeteilt. In der ersten Stunde lernen wir Desmond Doss und seine Familie kennen. Das Leben in Virginia in den 30- und 40ern kann schön sein, außer man hat einen Vater, der als Alkoholiker seine Frau und seine Söhne schikaniert. Hugo Weaving, bekannt als Agent Smith aus "Matrix", ist wunderbar fies in der Vater-Rolle. Später sehen wir Desmond in der Grundausbildung beim Militär. Jetzt kommt es zum Konflikt zwischen ihm und seinen Vorgesetzten (Vince Vaughn / Sam Worthington), denn er verweigert den Dienst an der Waffe. Dann gibt es einen Cut und in Teil 2 wir sehen unsere Kompanie in Okinawa wieder. Was jetzt kommt ist der Horror des Krieges par excellence. Den Angriff der Amerikaner auf dem Hochplateau gegen die Japaner zeigt Mel Gibson in harten, brutalen Bildern, die nichts beschönigen. Hier wächst Desmond Doss über sich hinaus und rettet als Sanitäter über 70 Kameraden das Leben. Andrew Garfield, der mir zuerst in "The Social Network" als Schauspieler aufgefallen ist und dann später der zweite neue "Spider-Man" wurde, spielt als Demond Doss die Rolle seiner jungen Karriere. Er ist für einen Oscar nominiert (ebenso wie Mel Gibson als Regisseur) und er hätte ihn verdient. Fazit: "Hacksaw Ridge" ist ein Film-Highlight des Jahres!

Kino-Info: Dienstag Abend im Cinemaxx Essen: Knapp 30 Leute sehen den Film in Kino 15.

Kinostart: 26.1.2017
Krieg, Drama
140 Min.
FSK: 16
8

 

 
Hidden Figures - Unbekannte Helden

Hidden Figures - Unbekannte Heldinnen 

Regie: Theodore Melfi. Darsteller: Taraji P. Henson (Katherine G. Johnson), Octavia Spencer (Dorothy Vaughn), Janelle Monáe (Mary Jackson), Kevin Costner (Al Harrison), Kirsten Dunst (Vivian Mitchell), Jim Parsons (Paul Stafford), Mahershala Ali (Colonel Jim Johnson)

Inhalt: 1962: John Glenn ist der erste Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff komplett umkreist. Das ist ein wichtiger Meilenstein im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, der auch als Wettlauf im All geführt wird – zu einer Zeit, als Weiße und Schwarze in den USA noch per Gesetz getrennt werden und von Geschlechtergleichheit keine Rede sein kann. In der NASA aber, wo neben Glenn vornehmlich andere weiße Männer wie Al Harrison und Paul Stafford den Ton angeben, arbeiten drei schwarze Frauen. Deren Namen kennt kaum jemand, ihr Einfluss jedoch ist groß: Den NASA-Mathematerinnen Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson ist es zu verdanken, dass Glenns Mission sicher und erfolgreich verläuft.

Mein Eindruck: "Hidden Figures" ist genau der richtige Film für mich. Der Trailer hat mich bereits überzeugt und der komplette Film erst recht. Drei schwarzen Frauen arbeiten für die NASA, sie müssen wegen ihrer Hautfarbe einiges hinnehmen. Außerdem leben sie in Virginia und da ist die Rassentrennung ein großes Thema. Die NASA steht unter enormen Druck, denn die Russen haben den Sputnik und Juri Gagarin ins All geschossen - und die Amerikaner können nichts vorweisen. Gerade unsere drei schwarzen Frauen haben einen großen Anteil daran, dass das Weltraumprogramm erfolgreich ist. Regisseur Theodore Melfi ("St. Vincent") bringt die frühen 60er Jahre unterhaltsam auf die große Leinwand. Man bekommt einen Eindruck davon, wie schwer es für schwarze Frauen ist, sich in der Männerdomäne zu behaupten. Allerdings sind unsere Charaktere glatt und ohne Ecken und Kanten. Damit kann ich gut leben, denn Taraji P. Henson, Octavia Spencer und Janelle Monáe sind in ihren Rollen fantastisch. Kevin Costner gefällt ebenfalls als Task-Force-Leiter. Er ist knallhart, aber er will erfolgreich sein, und darum interessiert ihn die Hautfarbe nicht. In einer Nebenrolle ist Jim Parsons (Sheldon Cooper aus "Big Bang Theory") zu sehen. Er spielt recht unspektakulär, aber gefällig. Man bezeichnet den Film gerne als "Feel-Good-Movie", weil am Ende alles gut ausgeht. Mir gefällt's.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist Kino 3 mäßig gefüllt.

Kinostart: 2.2.2017
Drama
127 Min.
FSK: ohne
7

 

 
Januar 2017 - ein geglückter Start ins neue Kinojahr. Abgesehen von dem schwachen Triple X-Verschnitt bin ich mit den Filmen zufrieden. Am besten haben mir "The Great Wall" und erstaunlicherweise "La La Land" gefallen.
La La Land      

The Great Wall

     
Passengers      
Die irre Heldentour des Billy Lynn      
Hell or High Water      
xXx - Die Rückkehr des Xander Cage      
 
La La Land

La La Land 

Regie: Damien Chazelle. Darsteller: Ryan Gosling (Sebastian), Emma Stone (Mia), John Legend (Keith), Rosemarie DeWitt (Laura), J.K. Simmons (Bill), Finn Wittrock (Greg), Tom Everett Scott (David), Terry Walters (Linda)

Inhalt: Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia und der charismatische Jazzmusiker Sebastian suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in "La La Land" - der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten?

Mein Eindruck: "La La Land" könnte der große Abräumer der Saison werden. Der Film hat bereits 7 Golden Globes gewonnen (Rekord) und ist für 14 Oscars nominiert. Schon jetzt hat der Film sehr viel Geld eingespielt, es könnte noch viel mehr werden. Der Hype um den Streifen ist groß, aber ist der wirklich so gut? Ich sage: Ja, er ist es. Dabei muss ich anmerken, dass ich überhaupt kein Fan von Musicals bin, selten sehe ich so was im Kino. Bei "La La Land" war das anders. Irgendwie hat mich das neue Werk von Regisseur Damien Chazelle ("Whiplash") ins Kino gezogen, ich weiß gar nicht warum. Mir hat die Romanze zwischen Emma Stone und Ryan Gosling gefallen. Die beiden haben nach "Crazy Stupid Love " (2011) und "Gangster Squad" (2013) ihren dritten gemeinsamen Film gemacht. Die Chemie der beiden Hauptdarsteller stimmt und deshalb ist "La La Land" so sehenswert. Nebenbei bin ich - wie Mia am Anfang des Films - kein Freund von Jazz. Doch am Ende kann ich mit der Musik sehr gut leben. Der Song "City of Stars", den die beiden singen, wird noch ein Klassiker, da bin ich sicher. "La La Land" kommt zur rechten Zeit und räumt ab, die Kinobesitzer wird's freuen, den Zuschauer ebenso.

Kino-Info: Kino 3 hat sich am Dienstag-Abend noch gut gefüllt. Wir gönnen uns heute mal die VIP-Plätze.

Kinostart: 12.1.2017
Musical, Lovestory
128 Min.
FSK: ohne
6

 

 
xXx - The Return of Xander Cage (3D)

xXx - Die Rückkehr des Xander Cage (3D) 

Regie: D.J. Caruso. Darsteller: Vin Diesel (Xander Cage), Donnie Yen (Xiang), Deepika Padukone (Serena Unger), Kris Wu (Nicks), Ruby Rose (Adele Wolff), Tony Jaa (Talon), Nina Dobrev (Becky Clearidge), Toni Collette (Jane Marke), Samuel L. Jackson (Augustus Gibbons)

Inhalt: Der für tot gehaltene Extremsportler Xander Cage kehrt aus seinem selbstauferlegten Exil zurück, um erneut als Geheimagent für die US-Regierung zu arbeiten. Dieses Mal muss er eine ebenso unaufhaltbare wie zerstörerische Waffe namens "Die Büchse der Pandora" bergen. Zeitgleich machen sich jedoch auch der sinistre und mit Waffen wie Fäusten tödliche Xiang und dessen Schergen daran, die todbringende Technologie in ihren Besitz zu bringen. Zusammen mit seinem neuen Team kampfbereiter adrenalinsüchtiger Profis findet sich Xander schon bald in einer tödlichen Verschwörung wieder, in die sogar Repräsentanten auf Regierungsebene verwickelt sind.

Mein Eindruck: Der dritte Teil von Triple X hat genau meine Erwartung erfüllt. Regisseur D.J. Caruso ("Ich bin Nummer 4") präsentiert einen aufgeblasenen Actionfilm ohne Sinn und Verstand. Es geht um total überzogene Stunts, wilde Verfolgungsjagden zu Land, Wasser und zu Luft und coole Sprüche im Minutentakt. Grundsätzlich kann ich mit so einem Actionfilm leben, doch "xXx 3" schießt weit über das Ziel hinaus. Die bombastische Inszenierung langweilt nur und erzeugt Null Spannung, weil man ja weiß, dass unseren Helden nie auch nur ansatzweise etwas schlimmes passieren kann. Ich habe in einer Kritik was von seelenloser Action für 12jährige gelesen - das trifft es auf den Punkt. Immerhin ist Vin Diesel wieder dick im Geschäft: Die "Fast & Furious-Filme" laufen sehr gut und auch sein "Triple X" wird ein weltweiter Erfolg. Gerade in Asien stehen die Zuschauer auf diese überzogene Action und so wundert es nicht, dass Diesels Mitspieler von daher kommen: Der Chinese Donnie Yen war bereits in dem neuen Star Wars "Rogue One" zu sehen. Tony Jaa (Thailand), Kris Wu (Chinas Justin Bieber) und Deepika Padukone (Indien) sorgen für internationalen Flair. Kurios: Jetzt hab ich kurz hintereinander zwei Vin-Diesel-Filme gesehen: Billy Lynn und Triple X. Die Filme sind so was von verschieden, verschiedener geht gar nicht. Fazit: Der neue Triple X hat mir - wie erwartet - überhaupt nicht gefallen. Immerhin: 3D war sehr gut, aber das rettet den Film auch nicht.

Kino-Info: Das große Kino 1 hat sich am Mittwochabend doch noch ganz ordentlich gefüllt.

Kinostart: 19.1.2017
Action
107 Min.
FSK: 16
5

 

 
Die irre Heldentour des Billy Lynn

Sneak: Die irre Heldentour des Billy Lynn 

Regie: Ang Lee. Darsteller: Joe Alwyn (Billy), Garrett Hedlund (Dime), Kristen Stewart (Kathryn), Arturo Castro (Mango), Vin Diesel (Shroom), Steve Martin (Norm), Chris Tucker (Albert), Makenzie Leigh (Faison), Ben Platt (Josh)

Inhalt: Nach einem schrecklichen Gefecht im Irakkrieg werden der 19-jährige Soldat Billy Lynn und seine Kameraden als Helden gefeiert und auf eine landesweite Siegestour durch die USA geschickt. Doch nach und nach geraten die wahren Geschehnisse am Golf ans Licht und die Enthüllung findet ihren Höhepunkt während der spektakulären Halbzeit-Show eines Football-Spiels an Thanksgiving. Die amerikanische Feier-Euphorie ist meilenweit von der Realität des Krieges entfernt...

Mein Eindruck: Ich muss zugeben, dass ich von Ang Lees neuem Film "Die irre Heldentour des Billy Lynn" noch nichts gehört oder gesehen hatte. Von da her bin ich völlig unvoreingenommen an den Streifen rangegangen. Regisseur Ang Lee ("Life of Pi") erzählt, wie die Bravo-Kompanie den Thanksgiving-Feiertag erlebt. Als Helden gefeiert werden die Soldaten zu einem Football-Spiel eingeladen, um dort gnadenlos zur Schau gestellt zur werden. In Rückblenden erfährt der Zuschauer, was sich vorher im Irak abgespielt hat. Hervorragend ist Hauptdarsteller und Newcomer Joe Alwyn als Billy Lynn. Als Zuschauer durchlebt man die Höhen und Tiefen dieses jungen Mannes, der von Texas in den Irak kommt und dort für seine schlimmste Tat, die er je begangen hat, ausgezeichnet wird. Er versucht in einem Gefecht seinen Sergeant zu retten, tötet dabei mehrere Terroristen, einen davon im Kampf 1:1 mit einem Messer. Zu Hause als Held gefeiert versucht er mit der Situation fertig zu werden. Der Film ist sehr eingängig, auch wenn er nur wenige Stunden im Leben der Soldaten erzählt. Damit der Film nicht komplett ins Drama abrutscht gibt es immer wieder einige ironische Szenen, für die vor allen Garrett Hedlund ("Tron Legacy") zuständig ist. Alles in allem bin ich mit der Sneak sehr zufrieden. Eins zum Schluß: Der deutsche Titel ist das letzte, im Original heißt der Film "Billy Lynn's Long Halftime Walk" - der passt.

Kino-Info: Die erste Sneak im neuen Jahr: Kino 10 war gut gefüllt, mit dem Film habe ich nicht gerechnet, es hat sich aber gelohnt.

Kinostart: 2.2.2017
Drama, Krieg
110 Min.
FSK: 12
4

 

 
Hell or High Water

Hell or High Water 

Regie: David Mackenzie. Darsteller: Chris Pine (Toby Howard), Ben Foster (Tanner Howard), Jeff Bridges (Marcus Hamilton), Gil Birmingham (Alberto Parker), Katy Mixon (Jenny Ann), William Sterchi (Mr. Clauson)

Inhalt: Tanner, ein hitzköpfiger Querulant, der sich nur schwer an Regeln halten kann und gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde, stiftet seinen jüngeren Bruder Toby dazu an, all die Banken auszurauben, die das Land ihrer hoch verschuldeten Familie zwangsversteigern ließen, um mit dem Geld die Familienfarm im Westen von Texas zu retten, bevor sie in staatliche Hände fällt. Erst ist Toby nicht wirklich von der Idee begeistert, doch er ist frisch geschieden und will seinem Sohn ein besseres Leben ermöglich. Schnell kommen der gnadenlose Texas Ranger Marcus Hamilton, der sich kurz vor dem Ruhestand befindet und einen letzten Triumph feiern will, und dessen Partner Alberto Parker den Brüdern auf die Schliche.

Mein Eindruck: "Hell or High Water" von David Mackenzie hat schon einige Preise abgeräumt und könnte bei der kommenden Oscar-Verleihung Ende Februar noch was nachlegen. Ich persönlich glaube nicht dran. Erstens ist meiner Meinung nach "La La Land" der große Favorit, zweitens kann mich der Streifen nicht komplett überzeugen. Zwei Dinge sind top: Zum einen bietet der Film sehr gute Darsteller. Jeff Bridges ("The Dude") ist kein Thema, der spielt im Alter all seinen Rollen überragend. Chris Pine (der neue Captain Kirk) ist sehr überzeugend, und auch sein Film-Bruder Ben Foster ("Warcraft: The Beginning") gefällt auf der ganzen Linie. Zum anderen punktet "Hell or High Water" mit einer starken Atmosphäre. Die texanischen Kleinstädte, die Farmen, die gesamte Umgebung - alles wirkt total realistisch und man bekommt als Zuschauer einen sehr starken Eindruck davon, wie das Leben hier so abgeht. Was mir nicht so gefallen hat war die Story an sich. Die geplanten Banküberfälle und die Mission, die Farm zu retten, fand ich ein bisschen lasch. Von da her gibt es Abzüge in der B-Note. Ach ja, "Hell or High Water" ist der erste Film des Jahres in 2D - Yeah!

Kino-Info: Im Astra war am Montagabend wenig los, knapp 30 Leute sitzen im großen Kinosaal. In der Lichtbug tritt zeitgleich Hagen Rether auf, die ist ausverkauft.

Kinostart: 12.1.2017
Drama, Krimi
102 Min.
FSK: 12
3

 

 
The Great Wall (3D)

The Great Wall (3D) 

Regie: Zhang Yimou. Darsteller: Matt Damon (William Garin), Pedro Pascal (Pero Tovar), William Dafoe (Ballard), Tian Jin (Commander Lin Mei), Andy Lau (Strategist Wang), Zhang Hanyu (General Shao), Lu Han (Peng Yong/Cadet Bear Corps)

Inhalt: Die Wüste Gobi im 15. Jahrhundert: William Garin und Pero Tovar, zwei Söldner, flüchten vor einer Attacke des Volkes Kitan. Durch einen Zufall kommt William in Besitz der Klaue einer unbekannten Kreatur – und wenig später stehen die zwei Soldaten einer riesigen Horde dieser Monster gegenüber: Nachdem William und Pero an einer Festung in der Chinesischen Mauer angekommen sind, werden sie nämlich von einer Elitearmee unter Führung General Shaos gefangen genommen, damit sie gegen die Wesen Tao Tie kämpfen. Das sind fürchterliche Kreaturen, die alle 60 Jahre von einem nahen Berg aus anrücken, um alles zu vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt.

Mein Eindruck: Der zweite Film im neuen Jahr, zum zweiten Mal 3D. Dieses Mal meckere ich nicht, denn der Film von Zhang Yimou "The Great Wall" ist in 3D ein Genuss. Der Regisseur hat ein Händchen für hervorragende Optik und nutzt diese gnadenlos gut. Von da her ist es zu verkraften, dass der Film so gut wie keine Handlung hat. Alles ist auf den Kampf zwischen der chinesischen Armee und den Monstern ausgelegt, da bleibt nicht viel Platz für tiefergehende Charakterisierung der Hauptdarsteller. Hier gibt es nur den Kampf zwischen Gut und Böse. Ich muss sagen: Ich finde das super! Es ist eine Schlachtplatte, und die nehme ich gerne so wie sie ist. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen...

Kino-Info: Die Schulferien sind zu Ende, erste normale Arbeitswoche: Kino 5 ist ganz gut gefüllt, aber wir haben in der letzten Reihe viel Platz.

Kinostart: 12.1.2017
Action, Abenteuer, Fantasy
103 Min.
FSK: 12
2

 

 
Passengers (3D)

Passengers (3D) 

Regie: Morten Tyldum. Darsteller: Jennifer Lawrence (Aurora Lane), Chris Pratt (Jim Preston), Michael Sheen (Arthur), Laurence Fishburne (Gus Mancuso), Andy Garcia (Captain Norris)

Inhalt: Das Raumschiff Avalon transportiert 5000 Menschen und 258 Crewmitglieder quer durchs Weltall. Es befindet sich auf einer Jahrzehnte andauernden Reise zu der 'Homestead'-Kolonie auf einem fernen Planeten. Die Passagiere an Bord bleiben jedoch von der verstreichenden Zeit unberührt, denn erst bei der Ankunft sollen sie aus ihrem Kälteschlaf erwachen. Es kommt zu einer Fehlfunktion, wodurch der Mechaniker Jim Preston lange vor allen anderen geweckt wird - 90 Jahre zu früh. Er hat keine Chance, in den Schlafmodus zurückzukehren. Sein einziger Gesprächspartner ist der Bar-Androide Arthur. Die Einsamkeit macht Jim zu schaffen und so beschließt er schweren Herzens eine weiter Person aufzuwecken: die Schriftstellerin Aurora.

Mein Eindruck: Das Kinojahr 2017 startet gut. "Passengers", der Film vom norwegischen Regisseur Morten Tyldum ("The Imitation Game"), hat zwar nicht sehr viele Schauspieler, dafür aber eine sehr unterhaltsame und spannende Story. Zwei Personen in einem riesigen Raumschiff - das könnte in die Hose gehen. Doch hier funktioniert es, weil man als Zuschauer immer wieder durch Wendungen bei Laune gehalten wird. Zuerst erlebt man, wie Chris Pratt ("Guardians of the Galaxy") aus Versehen aufgeweckt wird und wie er krampfhaft versucht, wieder in den Kälteschlaf zu gelangen. Alle Versuche scheitern und er muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass er auf der Raumschiff sterben wird, ohne je den Ziel-Planeten erreichen zu können. Garniert wird all das mit einigen kleinen Gags: So schickt er eine Nachricht zurück zur Erde, doch leider braucht diese 17 Jahre um überhaupt anzukommen. Zum Frühstück bekommt er nur einen große Kaffee, die leckeren Abarten sind ihm als Holzklasse-Passagier verwehrt. Der Androide Arthur, der die Bar schmeißt, ist sein einziger Gesprächspartner, aber das ist auf Dauer auch nicht prickelnd. Also kommt Aurora (Jennifer Lawrence ["Tribute von Panem"]) ins Spiel, denn Jim weckt sie aus ihrem Tiefschlaf auf, weil er die Einsamkeit nicht mehr ertragen kann. Sie ist Gold-Passagier und so kommt Jim zum ersten Mal in den Genuss eines Mokka-Cappuccinos-Dingsbums am Morgen. Mehr erzähle ich nicht, den Rest sollte man sich im Kino anschauen. Das Kammerstück in dem megagroßen Raumschiff-Hotel ist tolles Kino mit Top-Darstellern und Top-Ausstattung. Einzig das Ende fällt bei mir etwas ab, aber darüber kann ich locker hinwegsehen. Thema 3D: Anders als beim enttäuschenden "Assassin's Creed" ist 3D hier ganz gut - "Gravity" lässt grüßen.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist der große Saal 1 sehr voll - Kino boomt zwischen den Jahren.

Kinostart: 5.1.2017
Sci-Fi, Drama, Lovestory
117 Min.
FSK: 12
1