Kino 2019

Hier werde ich alle Kinofilme aus 2019 vorstellen, die ich selber im Kino gesehen habe. Da ich relativ oft ins Kino gehe, werden hier am Ende des Jahres so ca. 70 Filme stehen. Neben den üblichen Daten wie Stab, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder.

 

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Highlights im Februar: The Lego Movie 2 / Holmes & Watson / Vice - Der zweite Mann / Mein Bester & ich / Hard Powder

 

Alita - Battle Angel

Alita - Battle Angel   

Regie: Robert Rodriguez. Darsteller: Rosa Salazar (Alita), Christoph Waltz (Dr. Dyson Ido), Jennifer Connelly (Chiren), Mahershala Ali (Vector), Keenan Johnson (Hugo), Ed Skrein (Zapan), Jackie Earle Haley (Grewishka), Jeff Fahey (McTeague)

Inhalt: Für Alita ist alles, was sie erlebt, neu und sie muss lernen, in den gefährlichen Straßen von Iron City zurecht zu kommen. Ihr Ziehvater Ido tut dabei alles, um Alita vor ihrer mysteriösen Vergangenheit zu schützen. Auf der anderen Seite versucht ihr smarter Freund Hugo hingegen, ihre Erinnerungen wachzurufen. Doch dunkle Mächte verfolgen Alita und bedrohen ihre Freundschaften. Derweil entdeckt sie ihre außergewöhnlichen Kampffähigkiten und lernt, sie gezielt einzusetzen ... Wird Alita es schaffen, ihre Liebsten so zu schützen?

Mein Eindruck: "Alita - Battle Angel" ist genau der Film, den ich erwartet hatte. Dabei hat mir die erste Hälfte deutlich besser gefallen, im zweiten Abschnitt fällt der Film doch was ab. Ich fand es interessant, wie Cyborg Alita die neue Welt kennen lernt und wie sie sich darin zurecht findet. Ihr erster Kampf gegen Straßenräuber fiel intuitiv aus, sie war sich ihrer Stärke und Technik überhaupt nicht bewusst. Als sie später ihr wahres Ich erkannt hatte verflachte der Streifen etwas. Die Figur der Alita, so zu sagen gespielt von Rose Salazar, hat mir gut gefallen. Von der Animation her kann sie sich sehen lassen. Natürlich stehen die Effekte im Vordergrund. Auch in 2D sehen diese sehr gut aus, in 3D wirken manche bestimmt noch einen Tick besser. Die Actionsequenzen haben es in sich, sind aber - wie immer - sehr unübersichtlich (weil zu viel und zu schnell geschnitten). Christoph Waltz ("Django Unchained"), Jennifer Connelly ("A beautiful Mind") und Mahershala Ali ("Green Book") sind gestandene Schauspieler, die den Film aufwerten. Von der Story sollte man nicht allzu viel erwarten, die Action und die Effekte stehen im Vordergrund. Trotzdem sind manche stille Momente sehr einprägsam. Die Teenie-Romanze zwischen Alita und Hugo spricht natürlich ein junges Publikum an, dazu passt auch die FSK von 12. Persönlich hätte ich mehr Härte gut gefunden, vielleicht tut sich später auf Blu-ray noch was. Fazit: Alita ist ein optischer Genuss, denn man sich im Kino geben sollte.

Kino-Info: Ich hab mich für die 2D-Variante entschieden. Das große Kino 1 war am frühen Nachmittag mit 4 Leuten besetzt - incl. mir.

Kinostart: 14.2.2019
Action, Drama
123 Min.
FSK: 12
8

 

 
Plötzlich Familie

Plötzlich Familie   

Regie: Sean Anders. Darsteller: Mark Wahlberg (Pete), Rose Byrne (Ellie), Isabela Moner (Lizzy), Gustavo Quiroz (Juan), Julianna Gamiz (Lita), Octavia Spencer (Karen), Tig Notaro (Sharon), Margo Martinale (Grandma Sandy) , Julie Hagerty (Jan)

Inhalt: Pete und Ellie sind glücklich verheiratet. Doch Kinder würden ihre Liebe krönen. Eine Adoption soll die Familie erweitern, also sehen sie sich bei einer Agentur um. Ein Geschwister-Trio hat es Pete und Ellie angetan, und plötzlich ist ihr Zuhause voller Leben. Der Familienalltag bringt so manches Chaos mit sich, doch allmählich scheinen Pflegeeltern und Kinder zusammenzuwachsen.

Mein Eindruck: So langsam kriege ich den Januar abgearbeitet. "Plötzlich Familie" ist eine typische Ami-Familen-Komödie. Da passt es ganz gut, dass Regisseur und Autor Sean Anders schon mit "Daddy's Home 1+2" oder "Kill The Boss 2" recht erfolgreich war. Dieses Mal hat er über seine eigenen Erfahrungen geschrieben, denn er und seine Frau haben 2012 drei Kinder adoptiert. Deswegen ist sein Film nicht allzu klamaukig ausgefallen, er legt ebenso wert auf Glaubwürdigkeit. Man erfährt, welche Hürden man überwinden muss, um ein Kind zu adoptieren - und die sind nicht ohne. Damit es nicht allzu traurig ist gibt es immer wieder lustige Sequenzen, die den Film aufhellen. Wenn Pete und Ellie an ihren Fähigkeiten zweifeln, dann werden sie von den anderen Leuten in der Gruppe schön durch den Kakao gezogen, um sie wieder aufzubauen. Mark Wahlberg ("Mile 22") ist zwar mehr im Action-Genre unterwegs, er kann aber auch lustig. Rose Byrne ("Bad Neighbors") gefällt als überambitionierte Mutter, die nur Gutes will, aber zumeist an ihrer Perfektion scheitert. Isabela Moner, die die 16jährige Lizzy spielt, hat schon einige Filmerfahrung, sie war u.a in "Transformers: The Last Knight" oder "Sicario 2" zu sehen. "Plötzlich Familie" ist eine nette Familienkomödie mit guter Besetzung, nicht mehr und nicht weniger.

Kino-Info: Fast hätten wir Kino 9 für uns gehabt, doch 3 Leute sind noch am Mittwoch-Abend aufgetaucht. Schade!

Kinostart: 31.1.2019
Familien-Komödie
119 Min.
FSK: 6
7

 

 
Green Book - Eine besondere Freundschaft

Green Book - Eine besondere Freundschaft   

Regie: Peter Farrelly. Darsteller: Viggo Mortensen (Tony Lip), Mahershala Ali (Dr. Don Shirley), Linda Cardellini (Dolores), Sebastian Maniscalco (Johnny Venere), Dimiter D. Marinov (Oleg), Mike Hatton (George), Joe Cortese (Gio Loscudo)

Inhalt: Der Star-Pianist Dr. Don Shirley tritt 1962 eine Tournee von New York bis in die Südstaaten an. Immer an seiner Seite ist sein Fahrer Tony Lip, ein Italo-Amerikaner aus Arbeiterkreisen. Durch die Rassentrennung müssen sie dem "Negro Motorist Green Book" folgen, in dem Hotels und Restaurants für Schwarze gelistet sind. Unterwegs entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern.

Mein Eindruck: Endlich ein Top-Film im Kino, und dann noch die Höchstwertung - geht doch! "Green Book - Eine besondere Freundschaft" erzählt die Geschichte eines 8-wöchigen Roadtrips. Der farbige Pianist Dr. Don Shirley wird von seinem italienischen Fahrer Tony Lip durch die Südstaaten der USA gefahren. Dr. Shirley (und seine beiden Musiker) befinden sich auf Konzerttournee, Tony Lip soll sicher stellen, dass es alle Termine pünktlich einhält. Der Film von Regisseur Peter Farrelly ("Verrückt nach Mary") lebt von seinen beiden Hauptdarstellern. Viggo Mortensen, bekannt als Aragorn aus "Herr der Ringe", spielt den Italoamerikaner Tony mit der totalen Hingabe. Im Trailer habe ich Mortensen gar nicht erkannt, er hat für die Rolle ordentlich an Gewicht zugelegt und sich komplett in den Arbeiterklasse-Türsteher verwandelt. Legendär sind die Fressorgien im Film, denn Tony kann was vertragen. Mahershala Ali als Dr. Don Shirley ist das genaue Gegenteil. Als Akademiker, Gentleman und Pianist lebt er in der Welt der Schönen und Reichen. Er ist distinguiert und kennt genau die Probleme, die er als Farbiger Anfang der 60er in den USA zu bewältigen hat. Wenn es bei Tony ein Problem gibt, dann wird das mit den Fäusten geregelt. Gewalt ist für Dr. Shirley kein Thema. Diese ungewöhnliche Beziehung zwischen Fahrer und Fahrgast zieht einen sofort in den Bann. Der Film geht über 2 Stunden und ist nie langweilig. Dramatische Szenen wechseln sich mit humorvollen Episoden ab, die Chemie in dem Film stimmt einfach. "Green Book" hat bereits bei den Golden Globes abgeräumt: Bester Film (Komödie oder Musical), bestes Drehbuch und bester Nebendarsteller (Mahershala Ali). Bei den Oscars in knapp 2 Wochen könnte es auch was geben. Ich würde Viggo Mortensen den Oscar als bester Darsteller gönnen, glaube aber, dass Rami Malek diesen für seine Darstellung als Freddie Mercury einheimsen wird. Man wird sehen...

Kino-Info: Am verregneten Sonntag ist das Cinemaxx generell sehr voll. Die Nachmittags-Vorstellung im kleinen Kino 9 war bis auf wenige Plätze ausverkauft.

Kinostart: 31.1.2019
Komödie, Drama
131 Min.
FSK: 6
6

 

 
The Mule

The Mule  

Regie: Clint Eastwood. Darsteller: Clint Eastwood (Earl Stone), Bradley Cooper (Colin Bates), Michael Peña (Trevino), Manny Montana (Axl), Taissa Farmga (Ginny), Andy Garcuia (Laton), Alison Eastwood (Iris), Laurence Fishburne (DEA Special Agent), Diane Wiest (Mary)

Inhalt: Earl Stone ist über 80, einsam und noch dazu pleite. Da kommt ihm ein lukratives Jobangebot gerade recht: Er muss einfach nur von A nach B fahren und bekommt dafür Geld. Was Earl jedoch nicht weiß: Er wird unwissend zum Drogenkurier für ein großes Kartell. Das Geschäft läuft immer besser, bis der DEA Agent Colin Bates sich an Earls Fersen heftet. Noch dazu wird der Senior von seiner Vergangenheit eingeholt – und da gibt es einiges zu kitten.

Mein Eindruck: Clint Eastwood, Jahrgang 1930, kann es nicht lassen. Nach "Back in the Game" (2012) spielt er wieder die Hauptrolle, natürlich führt er noch Regie und fungiert als Produzent. Die Rolle des Earl Stone ist wie geschaffen für ihn. Als über 80jähriger Drogenkurier macht Eastwood einen gute Figur. Seine Familie hat er verloren, denn er hat sich voll und ganz seiner Arbeit gewitmet. Im Alter rächt sich dass, denn weder Ex-Frau, noch Tochter wollen was mit dem alten Sack zu tun haben, zu oft er er sie enttäuscht. Als letzten Ausweg arbeitet der Oldie als Fahrer für dubiose Leute: Mit seinem Pickup fährt er Drogen für ein mexikanisches Kartell - und er macht seine Sache so gut, dass es immer wieder eingesetzt wird. Seine Fahrten bringen ihm eine Menge Geld ein und damit kauft er sich wieder in seine Familie ein (er bezahlt ein Stipendium für seine Enkelin). "The Mule" ist ein ruhiger beschaulicher Film, in dem Earl Stone im Mittelpunkt steht. Was mit den Drogen passiert ist nicht wichtig, der Transport steht im Vordergrund. Ich muss dem Film ankreiden, dass er zu wenig Spannung bietet. Auch die Familienproblematik ist so eine Sache: Anfangs hassen alle den alten Sack, am Ende ist alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen - das ist mir zu glatt. Bradley Cooper und Michael Peña bleiben als DEA Agenten sehr blass und können kaum Akzente setzen. Der Auftritt von Andy Garcia ist nett, mehr nicht. Ich hätte mir etwas mehr Spannung während der Kurierfahrten gewünscht, denn bis auf 2 kurze Kontakte mit Polizisten läuft alles sehr glatt. "The Mule" ist ein solider Film, so wie man Clint Eastwood Filme kennt, aber ein wirkliches Highlight ist der Streifen nicht. Trotzdem ist der Film bisher der beste, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe...

Kino-Info: Das kleine Kino 11 war am Donnerstagabend mäßig voll. Wieder mal zum Kotzen ist die späte Startzeit: 20:30 Uhr geht die Werbung los, um 21 Uhr startet erst der Film. :-(

Kinostart: 31.1.2019
Action, Komödie
117 Min.
FSK: 12
5

 

 
Manhattan Queen

Manhattan Queen  

Regie: Peter Segal. Darsteller: Jennifer Lopez (Maya), Vanessa Hudgens (Zoe), Leah Remini (Joan), Treat Williams (Anderson Clarke), Mino Ventimiglia (Trey), Annaleigh Ashford (Hildy Ostrander), Charlyne Yi (Ariana), Alan Aisenberg (Chase)

Inhalt: Mit Anfang 40 steckt Maya gerade in einer Krise. Im Job geht's die Karriereleiter ohne Schulabschluss einfach nicht mehr weiter. Dagegen hat der Sohn ihrer besten Freundin Joan eine super Idee: Mit gepimptem Lebenslauf verhilft er ihr zu einem Job als Marketing-Beraterin eines Kosmetikkonzerns in Manhattan. Durch Cleverness schlägt Maya sich erfolgreich durch den Arbeitsalltag. Doch wie lange kann sie ihre wahre Identität verbergen?

Mein Eindruck: "Manhattan Queen" - im Original "Second Chance" - ist ein typisches Feel-Good-Movie. Wir lernen Maya (Jennifer Lopez) kennen, die in ihrem Job als stellvertretende Filialleiterin nicht voran kommt, weil sie keinen Uni-Abschluß hat. Ähnlich wie Melanie Griffith in "Die Waffen der Frauen" kommt sie durch Schummelei zu einem Traumjob. So weit, so gut. Bis dahin ist der Film eine nette, unterhaltsame Komödie. Dann erkennt Maya, dass ihre Konkurrentin in der Firma, eine gewisse Zoe (Vanessa Hudgens), ihre Tochter ist. In jungen Jahren hat sie diese zur Adoption freigegeben, weil sie das Kind nicht ordentlich versorgen konnte. Von jetzt an entwickelt sich eine Schmonzette, die kaum noch zu ertragen ist. Einziger Lichtblick ist Leah Remini - bekannt als Carrie aus "King of Queens" - die ihre Freundin Maya unterstützt und mit ihrem frechen Mundwerk die Lacher auf ihrer Seite hat. Natürlich fliegt der ganze Schwindel auf, aber am Ende ist alles wieder gut - Happy-End ist garantiert. Anfangs ist diese Hochglanz-Produktion gar nicht so übel, aber leider zieht der familiäre Overkill alles mit runter. Da komme ich gerne auf "Die Waffen der Frauen" von 1988 zurück: Melanie Griffith (als Working Girl) spielt zusammen mit Harrison Ford und Sigourney Weaver in einem tollen Film mit, ganz ohne diese totale Überzuckerung. Leider kann "Manhattan Queen" das nicht bieten.

Kino-Info: Dienstagabend war Kino 4 mäßig gefüllt, allerdings zu 95% mit Frauen.

Kinostart: 17.1.2019
Komödie
105 Min.
FSK: 0
4

 

 
Das Kinojahr 2019 fängt schlecht an. Irgendwie war der Januar nicht mein Monat. Immer wieder habe ich gekränkelt (Erkältung), das Wetter war zu regnerisch oder generell Kacke, die Filmstarts waren unter aller Sau. Deswegen komme ich im Januar 2019 nur auf 3 Filme, absoluter Negativrekord. Als Krönung waren alle 3 auch noch schlecht - da passt alles zusammen. Der Februar kann nur besser werden.
The Favorite - Irrsinn und Intrigen      

Glas

     
Belleville Cop      
 
Belleville Cop

Belleville Cop  

Regie: Rachid Bouchareb. Darsteller: Omar Sy (Sebastian 'Baaba' Bouchard), Luis Guzmán (Ricardo Garcia), Biyouna (Zohra), Diem Nguyen (Lin), Eriq Ebouaney (Ladji Touré), Issaka Sawadogo (Aboulaye), Maimouna Gueye (Iman Touré)

Inhalt: Polizist Sebastian Bouchard, genannt Babba, ist aus seinem Pariser Stadtteil Belleville bisher kaum rausgekommen. Und er hat auch nicht vor, das zu ändern. Doch eines nachts wird sein Jugendfreund Roland, ein Verbindungsoffizier des französischen Generalkonsulats in Miami, vor seinen Augen ermordet. Nun treibt es Babba doch nach Florida: Er soll dort Rolands Platz einnehmen. In Miami wird dem Dauerstrahlemann Babba der glücklose und Polizist Ricardo Garcia an die Seite gestellt. Zwei Cops, zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, zwei sehr unterschiedliche Ermittlungsmethoden. Gemeinsam macht sich das ungleiche Paar auf die Suche nach Rolands Mördern.

Mein Eindruck: "Belleville Cop" ist eine französische Action-Komödie, die sich stark an "Beverly Hills Cop" anlehnt, leider aber nie die Qualität des Eddie-Murphy-Streifens erreicht. Das typische Buddy-Movie vereint zwei unterschiedliche Cops aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Omar Sy als Babba ist ein extrovertierter, großmäuliger Polizist aus Frankreich, der auf Taschendiebstahl spezialisiert ist. Luis Guzmán als Ricardo Garcia liebt es in seiner Heimatstadt Miami eher gemütlich und hält sich streng an die Vorschrift. Unnötig zu sagen, dass sich die beiden anfangs hassen, später aber zu besten Freunden werden. Die Action-Komödie von Rachid Bouchareb ("Der Krieg meiner Tochter") hat mehrere erhebliche Mängel. Die Story um den Drogenschmuggel ist hanebüchen. Wieso die Drogen von Miami aus über Afrika nach Frankreich geschmuggelt werden läßt sich logisch nicht nachvollziehen. Im Grunde ist Miami als Schauplatz überflüssig. Die Actionszenen sind eher spärlich gesetzt, was eigentlich enttäuschend ist, denn da hatte ich mehr erwartet. Der Humor ist so eine Sache, denn er findet nicht statt. Es gibt kaum lustige Szenen, die zum lachen animieren. Auch die Beziehung zwischen Babba und seiner Mutter ist mehr nervig als erheiternd. Man fragt sich so wie so, warum die Mutter überhaupt mitspielt, denn für die Handlung ist sie total überflüssig. Das einzige positive an dem Film ist Omar Sy. Seit er mit "Ziemlich beste Freunde" bekannt geworden ist hat er in diversen Streifen mitgespielt. Die Rolle des Baaba ist ihm auf den Leib geschrieben, da kann er sich richtig austoben. Leider kann Luis Guzmán nicht mithalten, auch die anderen Schauspieler bleiben allesamt sehr blass. Kurzum: Lieber noch mal "Beverly Hills Cop" rauskramen als sich "Belleville Cop" im Kino antun.

Kino-Info: Am Donnerstagabend war da kleine Kino 9 mittelmäßig besucht.

Kinostart: 31.1.2019
Action, Komödie
111 Min.
FSK: 12
3

 

 
The Favourite - Intrigen und Irrsinn

The Favourite - Intrigen und Irrsinn  

Regie: Giorgos Lanthimos. Darsteller: Olivia Colman (Queen Anne), Rachel Weisz (Lady Sarah), Emma Stone (Abigail), Nicholas Hoult (Harley), James Smith (Godolphin), Joe Alwyn (Masham), Mark Gatiss (Marlborough)

Inhalt: Der englische Königshof im 18. Jahrhundert: England befindet sich im Krieg gegen Frankreich, doch die kranke und geschwächte Königin Anne ist kaum in der Lage die Nation zu regieren. Stattdessen liegt die Zukunft ihres Landes in den Händen ihrer Vertrauten Lady Sarah, die sich neben den Regierungsgeschäften auch noch um Annes Gesundheit kümmert und versucht, deren Launen im Zaum zu halten. Die Monarchin ist nämlich eine anstrengende Person, die sehr impulsiv ist und zu Wutausbrüchen neigt. Bald tritt ein neues Dienstmädchen, Sarahs Cousine Abigail, die ihren Adelstitel verloren hat, ihre Stelle am Hofe an und übernimmt zunächst niedere Arbeiten. Schnell wird aber Königin Anne auf den Verstand und den Charme der schönen, jungen Frau aufmerksam.

Mein Eindruck: Von "The Favourite" hab ich erst kürzlich gehört. Bei den Golden Globes war der Film mehrfach nominiert, gewonnen hat Olivia Colman als beste Hauptdarstellerin. Dann bekam der Streifen 10 Oscar-Nominierungen, u.a. für besten Film, Regie, Hauptdarstellerin und zweimal Nebendarstellerin. Der Trailer sieht schräg aus, also bin ich rein. Nach langen 120 Minuten muss ich leider sagen, dass "The Favourite" nicht mein Film ist. Je länger der Streifen ging, desto zäher wird er. Das ewige Ränkespiel am Hof ging mir irgendwann tierisch auf den Sack. Dabei sind die Darsteller top. Ich kann mir gut vorstellen, dass Olivia Colman ("Broadchurch") für ihre Rolle als kränkelnde Königin einen Oscar gewinnen wird. Auch Rachel Weisz ("Der ewige Gärtner") und Emma Stone ("La La Land") spielen sehr stark und gehen vollkommen in ihren Rollen auf. Nicholas Hoult ("Jack and the Giants") gefällt als intriganter Politiker. Von dem griechischen Regisseur Giorgos Lanthimos hatte ich bislang noch nichts gehört, kenne auch nicht seine Filme, wie z.B. "The Lobster" (2015), in dem zufälligerweise auch Rachel Weisz und Olivia Colman mitwirken. Seine Kameraführung ist sehr speziell, die ewigen Fischaugen-Perspektiven fand ich auf Dauer sehr ermüdend. Die Story hat mich nicht gepackt und von da her kann ich dem Film keine gute Wertung geben. Wie gesagt, ich war froh, als "The Favourite" endlich zu Ende war.

Kino-Info: Die frühe Nachmittagsvorstellung am Sonntag im Eulenspiegel war sehr gut besucht.

Kinostart: 17.1.2019
Historien-Drama, Komödie
120 Min.
FSK: 12
2

 

 
Gkass

Glass  

Regie: M. Night Shyamalan. Darsteller: James McAvoy (Patricia, Hedwig, The Beast, u.v.m.), Bruce Willis (David Dunn), Samuel L. Jackson (Elijah Price), Sarah Paulson (Dr. Ellie Staple), Anya Taylor-Joy (Casey Cooke), Spencer Treat Clark (Joseph Dunn), Charlayne Woodard (Mrs. Price)

Inhalt: Um weitere Verbrechen von Kevin Wendell Crumb alias die Bestie zu verhindern, beobachtet Sicherheitswachmann David Dunn dessen übernatürliche Schritte genau. Das teils irrationale Verhalten der Bestie macht dies aber umso schwerer für Dunn. Als die beiden aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen. Doch eine unerwartete Begegnung beendet ihren Kampf abrupt. Über allem scheint Elijah Prince zu stehen, der auf mysteriöse Weise die Fäden in der Hand und obendrein ein paar Geheimnisse im Hinterkopf parat hat, die Dunn und Crumb zum Verhängnis werden können.

Mein Eindruck: Vorwort: Noch nie bin ich so spät in ein neues Kinojahr gestartet wie 2019. Der erste Film war "Glass" am 17. Januar. Wie konnte das passieren? Zum einen sind Anfang des Jahres nur wenig interessante Filme gestartet. "Robin Hood" wäre was gewesen, doch den hatte ich bereits 2018 abgehakt. Zum anderen war ich (und viele aus meinem Umfeld) nicht gerade gesundheitlich fit. Als Sahnehäubchen dazu noch Schmuddelwetter. Deswegen konnte ich mich erst so spät für Kino aufraffen.

M. Night Shyamalan...Wunderkind, Kassengift, jetzt wieder in der Spur. Sein "Split" (2016) war ja gar nicht so übel und hat auch Geld eingespielt. Nun setzt er die Story um Kevin Wendell Crumb fort und verbindet diese mit seinem Film "Unbreakable" (2000). So treffen David Dunn, Elijah Price und Kevin Wendell Crump in einem Film aufeinander und damit wird die Frage geklärt, ob die 3 Superhelden sind oder nicht. "Glass" lebt von seinen Hauptdarstellern: Bruce Willis kommt recht unspektakulär daher, Samuel L. Jackson kommt erst im letzten Drittel in Fahrt, die besten Auftritte hat James McAvoy als multiple Persönlichkeit, der seine unzähligen Charaktere ausleben kann. Der Film startet ordentlich, läßt aber im Laufe der Handlung immer stärker nach. Viele Sequenzen fand ich recht langweilig, wie z.B. die Analyse der drei Protagonisten durch die Anstalts-Ärztin. Gegen Ende nimmt der Film Fahrt auf, aber das hat mich im Grunde nicht mehr interessiert, ich hatte schon vorher abgeschaltet. So hat mich der Showdown und der abschießende Twist nicht wirklich vom Stuhl gehauen. Wegen einiger netter Ansätze kann ich gerade noch 2 Sterne vertreten. Rechnet man "Robin Hood" - mit 1 1/2 Sternen bewertet - noch dazu, dann war das ein sehr schwacher Start ins Kinojahr. Es kann nur besser werden...

Kino-Info: Erstaunlicherweise war das große Kino 1 am Donnerstagabend gut gefüllt. Hätte ich so nicht erwartet.

Kinostart: 17.1.2019
Drama, Mystery, Sci-Fi
129 Min.
FSK: 16
1