Kino 2019

Hier werde ich alle Kinofilme aus 2019 vorstellen, die ich selber im Kino gesehen habe. Da ich relativ oft ins Kino gehe, werden hier am Ende des Jahres so ca. 70 Filme stehen. Neben den üblichen Daten wie Stab, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder.

 

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017 / 2018 

Highlights im März: Friedhof der Kuscheltiere / Der Fall Collini / Avengers 4: Endgame / Ein letzter Job

 

Wir

Wir 

Regie: Jordan Peele. Darsteller: Lupita Nyong'o (Adelaide Wilson / Red), Winston Duke (Gabe Wilson / Abraham), Elizabeth Moss (Kitty Tyler / Dahlia), Tim Heidecker (Josh Tyler / Tex), Shahadi Wright Joseph (Zora Wilson / Umbrae), Evan Ales (Jason Wilson / Pluto) 

Inhalt: Adelaide und Gabe Wilson sind gemeinsam mit ihren beiden Kindern unterwegs in ihr Strandhaus. Dort wollen sie eine unbeschwerte Zeit mit ihren Freunden verbringen. Allerdings hält die ausgelassene Urlaubsstimmung nicht lange an. Denn am Abend taucht plötzlich eine Gruppe unheimlicher Gestalten auf, die in das Haus eindringen will. Für die Wilsons beginnt ein wahrer Albtraum. Umso mehr als sie schließlich die Identität der Unbekannten klären können und weit mehr hinter diesem Angriff steckt als nur ein Verbrechen.

Mein Eindruck: Der amerikanische Schauspieler, Comedian, Regisseur und Drehbuchautor Jordan Peele ist ein Multitalent. Mit "Get Out" hat er 2017 einen großen Erfolg im Kino gefeiert, jetzt legt er mit "Wir" einen weiteren Thriller nach. "Wir" - im Original "Us" - ist so eine Sache. Man muss den Streifen erst mal sacken lassen, denn irgendwie ist alles sehr gewöhnungsbedürftig. Eine Familie mit 2 Kindern wird von ihren Doppelgängern aus dem Untergrund terrorisiert. Mit Müh und Not können sich die vier retten, doch das Grauen geht weiter. Auch anderen Personen werden von ihren Doppelgängern heimgesucht. Mehr verrate ich nicht, es kommt noch so einiges - inklusive mehrerer Twists und Überraschungen. Die erste Heimsuchung fand ich zu lang. Wenn die Doppelgänger ihre menschlichen Versionen töten wollen, warum machen sie nicht sofort kurzen Prozess. Physisch sind sie den Menschen überlegen, also warum warten. Die befreundete Familie hat nicht so viel Glück, da geht alles viel schneller. Zwischendurch verliert der Film ziemlich an Tempo, erst am Ende geht es wieder ab. Die Auflösung ist auch so eine Sache, dass muss man erstmal schlucken. Die Anfangssequenz mit der Ulligen auf dem Rummelplatz hat mir gut gefallen, bis zum finalen Schockmoment wird die Spannung stetig gesteigert. Manche Sequenzen, die eigentlich spannend sein sollen, sind unfreiwillig lustig. Der Splatterfaktor ist niedrig, man sieht zwar einige unappetitliche Szenen, doch meistens aus großer Entfernung. Deshalb bin ich hin und her gerissen, so richtig überzeugt hat mich "Wir" nicht. Ist halt ein etwas anderer Horror-Thriller-Film.

Kino-Info: Am Donnerstagabend lief der Film in der 5. Woche in Kino 11. Von da her waren noch einige Leute im Saal.

Kinostart: 21.3.2019
Thriller, Horror
117 Min.
FSK: 16
20

 

 
Hellboy: Call of Darkness

Hellboy: Call of Darkness 

Regie: Neil Marshall. Darsteller: David Harbour (Hellboy), Ian McShane (Professor Broom), Milla Jovovich (Nimue), Sasha Lane (Alice Monaghan), Daniel Dae Kim (Major Ben Daimio), Sophie Okonedo (Lady Hatton), Penelope Mitchell (Ganeida), Thomas Hayden Church (Lobster Johnson) 

Inhalt: Der Halbdämon Hellboy hat im Kampf gegen das Böse diesmal einen ganz besonderen Auftrag: Mit frisch geschärftem Schwert, seinen blutroten Hörnern und der legendären steinernen Faust muss er der mächtigen Hexe Nimue und dem Monster Gruagach Einhalt gebieten. Gemeinsam mit anderen mythischen Wesen wollen die beiden Tod und Zerstörung über die Welt der Menschen bringen. Doch um das zu schaffen, brauchen sie noch jemanden: Nämlich keinen geringeren als Hellboy! Im Gegensatz zu seinem gegenwärtigen Ziel, das Böse zu vernichten, war seine einstige Bestimmung, den Weltuntergang herbeizuführen.

Mein Eindruck: Jetzt hat auch Hellboy ein Reboot bekommen. Guillermo del Toro führte 2004 und 2008 (Die goldene Armee) bei zwei Hellboy-Streifen Regie, zu einem weiteren mit ihm als Regisseur ist es nicht gekommen. Jetzt hat Neil Marshall das Zepter übernommen und direkt einen neuen Hellboy-Darsteller mitgebracht: David Harbour - der Sheriff aus der TV-Serie "Stranger Things" - ersetzt Ron Pearlman. An ihm liegt es nicht, dass der Film leider nix geworden ist. Hellboy hat immer einen coolen Spruch parat, doch auf Dauer ist das nicht abendfüllend. Die Geschichte um eine zusammengefrickelte Hexe in Verbindung mit Excalibur und Merlin ist schlicht und ergreifend lasch. Milla Jovovich kann als Blutkönigin Nimue keine Akzente setzen. Auch das seltsame Schweinewesen zieht keinen Hering vom Teller. Einige Action-Sequenzen sind ganz pfiffig gemacht (z.B. die Riesen-Keilerei), aber das interessiert im Grunde keinen, weil die Story weder interessant noch spannend ist. Dazu kommt noch, dass mich einige Sachen schlicht genervt haben: Die Hexe Baba Jaga in ihrem krummen Haus geht ja gar nicht und auch die Nazi-Schergen kann man getrost vergessen. Eigentlich sollte "Hellboy - Call of Darkness" ein cooler Film sein, doch er versagt auf der ganzen Linie. Da kann man sich besser die Pearlman-Hellboys anschauen, die sind deutlich besser. PS: Es kommt sogar noch eine Szene nach den Titeln, aber da war ich schon längst aus dem Kino raus.

Kino-Info: Die Vorstellung am Donnerstagabend in Kino 6 war nicht so voll wie erwartet.

Kinostart: 11.4.2019
Comic, Action
121 Min.
FSK: 16
19

 

 
Ein Gauner & Gentleman

Ein Gauner & Gentleman 

Regie: David Lowery. Darsteller: Robert Redford (Forrest Tucker), Casey Affleck (John Hunt), Sissy Spacek (Jewel), Danny Glover (Teddy), Tom Waits (Waller), Tika Sumpter (Maureen), Ari Elizabeth Johnson (Abilene)

Inhalt: Schon wahr, Forrest Tucker, mit so einem Knopf im Ohr und einem barrierefreien Apartment, überfällt Banken. Das ist kriminell und kann nicht geduldet werden. Mindestens ebenso wahr ist aber: Der Gentleman der wirklich ganz alten Schule bereichert sich Anfang 1981 auf so freundliche und charmante Weise, dass ihm niemand – nicht mal die Menschen hinterm Bankschalter – wirklich böse sein können. Das gilt übrigens auch für den Polizisten John Hunt. Der liebt vor allem die Jagd auf den Täter. Und es gilt erst recht nicht für die Pferdefreundin Jewel. Die liebt Forrest. Sie haben sich kennengelernt, als er ihr gleich nach einem Überfall bei einer Autopanne hilft. Mit von der räuberischen Partie sind als Spießgesellen Teddy und Waller.

Mein Eindruck: Robert Redford, Jahrgang 1936, hat angekündigt, dass "Ein Gauner & Gentleman" wohl sein letzter Film sein wird. Forrest Tucker ist eine schöne Rolle für den Altstar, denn der Gentleman-Bankräuber liegt genau auf seiner Wellenlänge. Dazu hat er mit Sissy Spacek (1949), Danny Glover (1946) und Tom Waits (1949) drei weitere Schauspieler ins Boot geholt, die ebenfalls schon an der Rente schnuppern. Für mich ist der Film leider durchgefallen, denn der Streifen ist so was von langweilig, ich kann das gar nicht beschreiben. Okay, die Besetzung ist super, das ist kein Thema. Aber was in dem Film passiert - oder auch nicht - das ist das Problem. Spannung kommt nie auf, denn man weiß ja, dass unser Held immer davon kommt. Die Arbeit der Polizei kann man als gemächlich bezeichnen. Das mag wirklich so gewesen sein, ist aber langatmig. Der Humor, der entsteht, ist nett, aber auf Dauer nicht abendfüllend. Es wird zu viel geredet, vor allem zwischen Redford und Spacek. Der Film hat eine Lauflänge von 93 Minuten, aber es kommt einem viel länger vor. Kurzum: Ich war froh, als der Film endlich zu Ende war. Dabei kann ich gar nicht sagen, dass "Ein Gauner & Gentleman" schlecht ist. Er kommt einfach nicht aus den Pötten und ist ein sehr gutes Schlafmittel.

Kino-Info: Die 20-Uhr-Vorstellung im Filmstudio Glückauf ist mäßig besucht.

Kinostart: 28.3.2019
Gangsterkomödie
93 Min.
FSK: 6
18

 

 
Shazam!

Shazam! 

Regie: David F. Sandberg. Darsteller: Zachary Levi (Shazam), Djimon Hounsou (The Wizard Shazam), Mark Strong (Dr. Thaddeus Sivana), Jack Dylan Grazer (Freddy Freeman), Asher Angel (Billy Batson), Marta Milans (Rosa Vasquez), Grace Fulton (Mary Bloomfield) 

Inhalt: So einfach kann es sein, ein Superheld zu werden: Wenn der 14-jährige Waisenjunge Billy Batson das Wort "Shazam!" ruft, verwandelt er sich durch einen Zauber in den erwachsenen Superhelden Shazam. Coole Sache, die natürlich erst einmal ausgiebig getestet werden will. Doch während Shazam noch fröhlich seine Superkräfte erforscht, braut sich bereits eine große Bedrohung in Form von Dr. Thaddeus Sivana und seinen bösen Mächten zusammen. Kann Shazam seine Fähigkeiten rechtzeitig in den Griff kriegen, um den Feind abzuwehren?

Mein Eindruck: DC hat nach "Aquaman" einen neuen Superhelden am Start. In "Shazam!" wird der 14jährige Billy in den Körper des Superhelden transportiert, er muss nur das Zauberwort 'Shazam' sagen. Dieser neue Superheld - dessen Name im Film noch gesucht wird - hat viele Superkräfte, aber leider ein kindlichen Charakter, der mit seinen neuen Fähigkeiten nichts anfangen kann. Daraus resultiert der Humor, denn Billy muss mit der Aufgabe wachsen, die Welt vor einem Bösewicht zu beschützen. Das erste, was er als Shazam macht, ist im Supermarkt Bier einzukaufen - ohne das jemand seinen Ausweis sehen will. Auch der Besuch eines Strip-Clubs wird gerne ausprobiert. Kann ich fliegen? Eher nicht, oder doch, man muss nur daran glauben. Billy hat einige Probleme, sich mit dem erwachsenen Helden zurecht zu finden. "Shazam!" hat gute Darsteller, vor allem Jack Dylan ("Es") als Freddy überzeugt auf seine nervige, nerdige Art. Zachary Levi, mir bestens bekannt aus der TV-Serie "Chuck", gibt den kindlichen Superhelden sehr gut. Auch Mark Strong ("Kingsmen") gefällt als Schurke. Alles sieht eigentlich gut aus, aber irgendwie lässt mich der Streifen kalt. Der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen. Von da her kann ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

Kino-Info: Die 2D-Version lief am Nachmittag, also bin ich da am Donnerstag rein. Es waren so 20 Leute im Kino....höchstens.

Kinostart: 4.4.2019
Comic, Action, Drama
132 Min.
FSK: 12
17

 

 
Willkommen in Marwen

Willkommen in Marwen 

Regie: Robert Zemeckis. Darsteller: Steve Carell (Mark Hogancamp / Cap'n Hogie), Leslie Mann (Nicol), Diane Kruger (Deja Thoris), Merritt Wever (Roberta), Gwendoline Christie (Anna), Janelle Monáe (GI Julie), Eiza González (Carlala), Leslie Zemeckis (Suzette), Neil Jackson (Kurt / Major Meyer) 

Inhalt: Nachdem der Künstler und Illustrator Mark Hogenkamp von fünf Hooligans verprügelt wurde, liegt er tagelang im Koma. Als er erwacht, kann er sich jedoch an keinerlei Details aus seinem Leben erinnern. Von seiner Familie wird er mit nach Hause genommen und nach einer Weile beginnt er als eine Form von Therapie in seinem Garten ein Modell eines belgischen Dorfes aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu bauen. Außerdem designt er Figuren basierend auf seiner Familie und seinen Freunden, die das Dorf beleben und mit denen er fiktive Abenteuer durchlebt. Doch je weiter er in seine Fantasiewelten eintaucht, desto mehr entfernt er sich von der Realität.

Mein Eindruck: Schon wieder ein Film mit 3 1/2 Sternen, das scheint momentan meine Bewertung zu sein. "Willkommen in Marwen" von Regisseur Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft") basiert auf der wahren Geschichte von Mark Hogancamp. Dieser wurde fast zu Tode geprügelt, hat seine komplette Erinnerungen verloren und muss sein Leben neu beginnen. Unfähig als Illustrator zu malen fotografiert er Puppen, die in der belgischen Stadt Marwen im 2. Weltkrieg leben. Diese Kleinstadt hat er minutiös in seinem Garten aufgebaut. Steve Carell ("Foxcatcher") spielt Mark Hogencamp sehr eindringlich. Er macht dem Zuschauer deutlich, wie schwierig seine Gesamtsituation ist und wie seine Arbeit ihn hilft, sein Leben in geregelte Bahnen zu lenken. Als eine neue Nachbarin bin ihm gegenüber einzieht, blüht er richtig auf. Natürlich wird Nicol (Leslie Mann) auch ein Bestandteil seiner Frauenbrigade in Marwen. "Willkommen in Marwen" ist im Grunde 2 Filme: Die Realszenen zeigen das Leben von Mark Hogencamp, die animierten Puppenszenen präsentieren uns Marks Fantasien um sein Alter Ego Cap'n Hogie und seine Abenteuer im 2. Weltkrieg. Die Animation ist absolut top, die Frauen von Marwen zeigen den Nazi-Schergen immer wieder, wo der Hammer hängt: Da wird aus vollen Rohren geballert was das Zeug hält und Cap'n Hogie Madels gewinnen immer. Die Frauen-Rollen geben leider nicht viel her. Im wahren Leben versuchen die Frauen Hogencamp zu unterstützen, aber immer auf freundliche und schonende Weise. Einzig Leslie Mann ("Die Schadenfreundinenn") als Nicol kann einige Akzente setzen. Diane Kruger ("Troja"), die nur als Puppe der belgischen Hexe auftritt, habe ich nicht erkannt. Kurzum: Mir hat der Streifen gut gefallen, er hätte mehr Zuschauer im Kino verdient.

Kino-Info: Montagabend  in Kino 5: Gähnende Leere. Leider zieht Marwen keine Zuschauer in die Kinos, nach einer Woche ist im Cinemaxx Schluss.

Kinostart: 28.3.2019
Drama
116 Min.
FSK: 12
16

 

 
4 von 5 Filmen kommen im März 2019 auf 3 1/2 Sterne, einer auf 3. Immerhin ist kein Ausfall dabei. Der neuste Marvel Streich "Captain Marvel" hat kurz vor Start von Avengers: Endgame überzeugt, allerdings mit kleinen Schwächen. Auch wenn ich Teil 1 nicht kannte, "Monsieur Claude 2" hat mir gut gefallen. Das Torwartdrama um "Trautmann", immerhin mein erster deutscher Film in diesem Jahr, kann sich ebenfalls sehen lassen.
Monsieur Claude 2

2019  

Green Book

Captain Marvel

  Hard Powder

Trautmann

  Monsieur Claude 2

Escape Room

     

Die Berufung

     
 
Monsieur Claude 2

Sneak Preview: Monsieur Claude 2 

Regie: Philippe de Chauveron. Darsteller: Christian Clavier (Claude Verneuil), Chantal Lauby (Marie Verneuil), Ary Abittan (David), Medi Sadoun (Rachid), Frédéric Chau (Chau), Noom Diawara (Charles), Frédérique Bel (Isabelle), Julia Piaton (Odile), Èmilie Caen (Ségoène), Elodie Fontan (Laure), Pascal N'Zonzi (André Koffi)

Inhalt: Monsieur Claude Verneuil und seine Frau Marie haben sich inzwischen mit den kulturell und religiös sehr vielfältigen Männern ihrer Töchter abgefunden. Jetzt beginnt die nächste Stufe des Integrations-Prozesses: Die Verneuils gehen auf Reisen und besuchen die Heimatländer ihrer Schwiegersöhne. Doch ihre Töchter haben bereits den nächsten Anschlag auf das konservative Gemüt ihrer Eltern geplant. Sie wollen ihren Nachwuchs nämlich jeweils im Land ihrer Männer aufziehen und Frankreich für immer den Rücken kehren. Das muss Monsieur Claude natürlich unbedingt verhindern!

Mein Eindruck: Schon kurios: In der Sneak lief der zweite Teil von Monsieur Claude. Dummerweise habe ich Teil 1 nie gesehen, also habe ich den seltenen Fall, dass ich eine Fortsetzung eher sehe als das Original. Ist mir bei "Nachts im Museum" auch mal passiert, sonst aber nie. Ein paar Infos von "Monsieur Claude und seine Töchter" sind mir bekannt gewesen und es war relativ einfach, in den neuen Film reinzukommen. Anfangs musste ich mich an die Figuren kurz gewöhnen, dann aber wurde der Streifen von Minute zu Minute besser, und im Endeffekt hat mir Teil 2 gut gefallen. Christian Clavier ist als Monsieur Claude eine Wucht! Jeden Rückschlag in Bezug auf seine Töchter nimmt er tapfer hin. Die Weltreise, die er und seine Frau Marie (Chantal Lauby) gemacht haben, war der totale Flop. Beim gemeinsamen Essen mit der ganzen Familie versucht er krampfhaft, den Trip besser zu verkaufen als es war. Leider geht das voll in die Hose. Auch der Flüchtling, den er in seiner Gartenlaube wohnen lässt, muss einiges einstecken. Mein persönlicher Favorit ist aber Pascal N'Zonzi als André Koffi. Das Familienoberhaupt von der Elfenbeinküste ist genau so rassistisch wie Monsieur Claude, und das lässt er permanent raushängen. Mir fehlt natürlich der Vergleich zum ersten Film von 2014 - der übrigens in Deutschland knapp 3,8 Mio. Besucher ins Kino gezogen hat - aber ich bin mit Teil 2 sehr zufrieden. Ich kann mir vorstellen, dass "Monsieur Claude 2" genau so erfolgreich im Kino laufen ward wie "Monsieur Claude und seine Töchter".

Kino-Info: Die Sneak am Montag in Kino 10 ist ganz ordentlich besucht. Allerdings ist es im Kino sehr frisch, ich hab meine Jacke anbehalten.

Kinostart: 4.4.2019
Komödie
99 Min.
FSK: 0
15

 

 
Trautmann

Trautmann   

Regie: Marcus H. Rosenmüller. Darsteller: David Kross (Bert Trautmann), Freya Mavor (Margaret Friar), Gary Lewis (Jock Thompson), John Henshaw (Jack Friar), Dervle Kirwan (Clarice Friar), Harry Melling (Sergeant Smythe), Mikey Collins (Alf Myers)

Inhalt: Der Deutsche Bernd (für alle Engländer Bert) Trautmann stieg als ehemaliger Wehrmachtssoldat nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer englischen Torwartlegende auf. Er spielte zunächst für den unterklassigen Klub St. Helens Town AFC. Und hier verliebte er sich auch in Margaret, die Tochter eines Klub-Funktionärs. Später wechselte der herausragende Torhüter zu Manchester City. Die Fans des Klubs empfingen ihn feindselig, 20.000 demonstrierten gegen seine Verpflichtung. Aus Hass wurde Liebe, denn der norddeutsche Mann zwischen den Pfosten machte mit seinen Paraden die City-Freunde glücklich. Nationalität spielte da keine Rolle mehr.

Mein Eindruck: Bernd Trautmann ist einer der besten Torhüter seiner Generation, den aber in Deutschland kaum einer kennt. Mir war der Name ein Begriff, denn von seinem Genickbruch im FA-Cup-Finale hatte ich schon gehört. Regisseur Marcus H. Rosenmüller hat dem legendären Torwart jetzt einen Film gewidmet, der ihn einem breiten Publikum zugänglich macht. Der deutsche Soldat Trautmann gerät gegen Ende des 2.Weltkrieges in englische Kriegsgefangenschaft. Schnell erkennt ein Trainer eines unterklassigen Teams, dass er ein herausragender Torwart ist. Durch seinen Einsatz rettet Trautmann den Provinz-Club vor dem Abstieg. Während seiner Gefangenschaft lernt er Margaret, die Tochter des Großwarenhändlers, kennen und lieben. Er kehrt nicht nach Deutschland zurück, heiratet Margaret und wird Stammtorhüter bei Manchester City. Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Margaret und Bert. Margaret kann es nicht fassen, dass ihr Vater ausgerechnet einem Kraut, dem Feind, eine Chance gibt und deswegen verachtet sie Bert anfangs. Doch Margaret erkennt, was für ein Mensch hinter dem deutschen Monster steckt. Freya Mavor ("The Lady in the Car with Glasses and a Gun") gefällt in ihrer Rolle als Margaret. David Kross ("Ballon") gibt als Trautmann ebenfalls eine sehr gute Vorstellung. Der Film lässt zwar vieles offen, ist etwas zu unkritisch, kann aber durch gute Darsteller und sehr gute Fußball-Szenen überzeugen. "Trautmann" kommt an "Das Wunder von Bern" nicht ran, ist aber ein sehr guter Fußball-Film.

Kino-Info: Nicht viel los in der Nachmittags-Vorstellung am Dienstag im Filmforum. Ich hab nix dagegen!

Kinostart: 14.3.2019
Sport, Biographie, Drama
120 Min.
FSK: 12
14

 

 
Captain Marvel

Captain Marvel   

Regie: Anna Boden, Ryan Fleck. Darsteller: Brie Larson (Carol Danvers/Vers/Captain Marvel), Samuel L. Jackson (Nick Fury), Ben Mendelsohn (Talos/Keller), Jude Law (Yon-Rogg), Annette Bening (Dr. Wendy Lawson), Lashana Lynch (Maria Rambeau), Clark Gregg (Agent Coulson)

Inhalt: Die von den hochentwickelten Kree zur Soldatin ausgebildete Vers stürzt nach einem Kampf im Weltraum auf der Erde ab. Gerade noch hat sie mit der Elite-Einheit Starforce und deren Anführer für die Sicherheit im All gekämpft, nun ist sie allein auf einem fremden Planeten, der ihr dennoch merkwürdig vertraut vorkommt. Denn sie wird von Visionen und Träumen geplagt, die auf ein früheres Leben auf der Erde hindeuten. Als sie auf den jungen S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury trifft, macht sie sich mit diesem daran, das Geheimnis ihrer Herkunft zu entschlüsseln.

Mein Eindruck: "Captain Marvel" startet einige Woche vor dem langersehnten 2. Teil von "Avengers: Endgame". Im Abspann von "Infinity War" hat man gesehen, wie Nick Fury per Pager eine Nachricht an Captain Marvel geschickt hat. Bislang ist diese Figur im MCU nicht aufgetaucht, jetzt wird sie mit einem Solofilm vorgestellt. Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein, es ist aber bestimmt nicht die beste Comic-Verfilmung von Marvel. Gerade die ersten 30 Minuten fand ich sehr zäh. Wir lernen Vers (Brie Larson) kennen, die von den Kree als Kriegerin ausgebildet wird. In ihrem ersten Einsatz wird sie von den Skulls gefangen genommen. Sie kann entkommen und flieht auf die Erde. Ab hier wird es endlich besser. Wir befinden uns im Jahr 1995, es gibt noch Videotheken, langsame Computer und Grundge Musik. Hier kommt Samuel L. Jackson ins Spiel: Agent Nick Fury, durch Computertricks eindrucksvoll verjüngt, tut sich mit Vers zusammen und lernt dadurch zum ersten Mal Außerirdische kennen. Als Kater Goose noch dazu stößt, ist der Slapstick perfekt. Gerade Jackson und Goose sind die Stars des Film, ohne sie wäre "Captain Marvel" bei mir wohl durchgefallen. Immerhin gibt es im Streifen einige Tricks und Wendungen, die die Handlung vorantreiben. Gegen Ende des Films wird deutlich, welche Power Brie Larson als Captain Marvel inne hat (und wie ihr Name entstanden ist). Natürlich kommt nach dem Abspann noch was, und mittlerweile bleibt die Mehrzahl der Kinobesucher bis zum bitteren Ende sitzen. Fazit: Dank Nick Fury und Goose hat "Captain Marvel" nach zähem Beginn Spaß gemacht.

Kino-Info: Die Nachmittags-Vorstellung am Sonntag im große Kino 7 im Cinemaxx ist gut besucht.

Kinostart: 7.3.2019
Comic, Action
124 Min.
FSK: 12
13

 

 
Die Berufung

Die Berufung   

Regie: Mimi Leder. Darsteller: Felicity Jones (Ruth Bader Ginsburg), Armie Hammer (Martin Ginsberg), Justin Theroux (Mel Wulf), Sam Waterston (Erwin Griswold), Kathy Bates (Dorothy Kenyon), Cailee Spaeny (Jane Ginsberg) Jack Reynor (Jim Bozarth), Stephen Root (Professor Brown)

Inhalt: Amerika in den 50er Jahren: Als eine von wenigen Frauen studiert Ruth Bader Ginsburg Jura an der Elite-Universität Harvard. Obwohl sie als Beste des Jahrgangs abschneidet, bleibt ihr als Frau ein Job im Gerichtssaal verwehrt. Doch eines Tages wittert sie einen besonderen Fall, der als Präzedenzfall in die Geschichte eingehen könnte. Durch die Unterstützung ihres Mannes Marty setzt sie sich für Gerechtigkeit ein und kämpft gegen die Diskriminierung von Frauen – und Männern.

Mein Eindruck: "Die Berufung" erzählt die Geschichte von Ruth Bader Ginsburg, einer amerikanischer Juristin und Richterin am Obersten Gerichtshof. Die 85jährige Richterin ist in den USA sehr populär, die aktuelle Doku "RBG" wurde 2019 für einem Oscar nominiert. Felicity Jones ("Rogue One: A Star Wars Story) spielt die Hauptrolle, und sie spielt sie sehr gut. Ruth Ginsberg war die Jahrgangsbeste in Harvard, aber in einer Welt, die von Männern beherrscht wird, hatte sie keine Chance. Trotz Bestnoten hat sie keine Anwaltskanzlei angestellt. So promoviert sie als Professorin, um überhaupt einen Job zu haben. Der Film macht deutlich, welche Rolle die Frau zu der Zeit in der Gesellschaft hatte: Während der Mann das Geld verdient, war die Frau für Haushalt und Kinder zuständig. Doch in den 70ern begann das Familienleben zu bröckeln. Ginsberg wurde zur Führsprecherin der Frauenrechtsbewegung. Sie kämpfte für die Gleichheit der Geschlechter und hatte Erfolg. Der Film endet mit ihrer Rede vor dem Berufungsgericht, mit der sie einen Präzedenzfall schafft, der den Weg für weitere Klagen gegen Diskriminierung ebnet. Wie gesagt, Felicity Jones überzeugt als Ruth Ginsberg. Der Film von Regisseurin Mimi Leder ("The Code") stellt aber nicht nur sie in den Vordergrund, auch ihr Mann Martin - gespielt von Armie Hammer ("Lone Ranger") - hat maßgeblichen Anteil an ihrem Erfolg. Der Film ist gut besetzt, was man an den darstellerischen Leistungen Justin Therous ("Mulholland Drive"), Sam Waterston ("Die Erfindung der Wahrheit") und Kathy Bates ("Misery") sehen kann. "Die Berufung" ist ein ordentliches Bio-Pick über eine interessante Person, die am Ende des Film im Original zu sehen ist.

Kino-Info: Mittwoch Abend ist das kleine Kino 9 spärlich gefüllt. Auf Sky läuft an diesem Abend Bayern - Liverpool (1:3)

Kinostart: 7.3.2019
Drama
121 Min.
FSK: 0
12

 

 
Escape Room

Escape Room   

Regie: Adam Robitel. Darsteller: Taylor Russell (Zoey Davis), Logan Miller (Ben Miller), Jay Ellis (Jason Walker), Tyler Labine (Mike Nolan), Deborah Ann Woll (Amanda Harper), Nik Dodani (Danny Khan), Yorick van Wageningen (Games Master Woo Tan Yu)

Inhalt: Für die Aussicht auf 10.000 Dollar Preisgeld lassen sich sechs Fremde in einen Raum sperren, aus dem sie sich nur befreien können, indem sie alle Hinweise finden. Während die Gruppe zu Beginn von einem harmlosen Freizeitspaß ausgeht, bei dem sie nur ihren Grips einsetzen muss, wird daraus schnell bitterer Ernst: Denn wer die gestellten Rätsel nicht löst, stirbt. Bald schon wird ihnen klar, dass sie alle nicht zufällig an diesem Ort gelandet sind.

Mein Eindruck: Ich muss zugeben, dass mir "Escape Room" gut gefallen hat. Wir packen 6 unterschiedliche Leute zusammen in einen Raum und schauen, wie sie zusammen arbeiten, um Probleme zu lösen. Das ist nicht neu, das gab es schon mal (z.B. in "Cube") und es ist unterhaltsam. 'Escape Rooms' werden wohl immer beliebter, von da her liegt es auf der Hand, daraus einen Thriller / Schocker zu machen, der die Zuschauer in seinen Bann zieht. Die Darsteller sind alle unbekannt, also weiß man nicht, wer als nächster dran ist. Die 'Escape Rooms' sind allesamt nett gestaltet und halten die Spannung hoch, weil die Protagonisten sehr wenig Zeit haben, um den Ausgang zu finden. Das Ende ist so eine Sache, da wird nicht alles wirklich aufgeklärt. Der Film hatte ein Budget von 9 Millionen Dollar und spielte schnell über 50 Mio. ein. Da ist wohl klar, dass demnächst Teil 2 gemacht wird, zumal die Geschichte noch deutlich Potential für mehr hat. Wie gesagt, "Escape Room" ist ein netter kleiner Schocker, denn man sich gut im Kino anschauen kann.

Kino-Info: Dienstag Abend verlaufen sich so 25 Leute im großen Kino 7. Film wurde gesponsert von Bonuscard.

Kinostart: 28.2.2019
Horror, Thriller
100 Min.
FSK: 16
11

 

 
Nach dem schlechten Anfang im Januar hat der Februar einiges herausgerissen. Ausgerechnet der überraschende Oscar-Gewinner "Green Book" ist der beste Film des Monats - und bei 5 Sternen auch einer der besten in diesem Jahr. Liam Neeson hat mich als Schneepflugfahrer in "Hard Powder" überzeugt, auch Battle Angel Alita kann sich sehen lassen. Lediglich Jennifer Lopez fällt mit "Manhattan Queen" etwas durch, aber da hatte ich auch nicht viel erwartet.
Green Book

2019 

Green Book

Hard Powder

  Hard Powder

Alita - Battle Angel

  Alita - Battle Angel

Vice - Der zweite Mann

     

The Mule

     

Plötzlich Familie

     
Manhattan Queen      
 
Hard Powder

Hard Powder   

Regie: Hans Petter Moland. Darsteller: Liam Neeson (Nels Coxman), Laura Dern (Grace Coxman), Tom Bateman (Trevor 'Viking' Calcotre), William Forsythe (Brock), Elizabeth Thai (Ahn), Emmy Rossum (Kim Dash), Tom Jackson (White Bull), Dominick Lombardozzi (Mustang)

Inhalt: Willkommen in Kehoe, dem Skiparadies in den Rocky Mountains. Es hat eisige Minus 10 Grad und Schneepflugfahrer Nels Coxman sorgt dafür, dass die Straßen schneefrei bleiben. Doch das beschauliche Leben der Familie Coxman findet ein jähes Ende, als Nels' Sohn vom Drogenboss Viking ermordet wird. Der Schneepflugfahrer sieht Rot und schmiedet Rachepläne, die er auch schnell in die Tat umsetzt. Ein Drogengangster nach dem anderen muss das Zeitliche segnen, während Viking völlig im Dunkeln tappt und einen anderen Bandenboss hinter den Todesfällen vermutet.

Mein Eindruck: Der neue Film von Liam Neeson ist ein Remake  des norwegischen Films "Einer nach dem anderen" von Hans Petter Moland. Praktischerweise hat der Regisseur auch die US-Version gedreht - und die hat mir sehr gut gefallen. "Hard Powder", der im Original "Cold Pursuit" heißt, ist eine sehr schwarze Komödie um Mord, Rache, Vergeltung, Missverständnisse und Bandenkrieg. Auslöser der Geschichte ist der Mord an Kyle Coxman, dem Sohn von Nels (Liam Neeson). Angeblich ist Kyle an einer Überdosis gestorben, aber das glaubt der Vater nicht und ermittelt die wahren Täter. Diese räumt er dann - mehr oder weniger professionell - aus dem Weg. Immer wenn eine Person stirbt, dann wird die Leinwand schwarz und man sieht Namen + Gangsternamen + Kreuz. Und es werden jede Menge Namen auftauchen, so viel verrate ich schon. Der Chef der Bande, Viking, kann sich keinen Reim auf das Verschwinden seiner Männer machen und nimmt einen Konkurrenten ins Visier. Dadurch verursacht er einen Bandenkrieg, der für die meisten nicht schön enden wird. Liam Neeson ("96 Hours") ist die Bestbesetzung als Schneepflugfahrer. Er ist eigentlich ein sehr ruhiger Mensch, der zurückgezogen lebt und gerne seine Arbeit macht. Aber wenn es drauf ankommt, dann kann er auch anders. Tom Bateman ("Mord im Orient-Express") gefällt als 'Viking' und auch William Forsythe ("The Devil Rejects") hat als Nels Bruder Brock ('Wingman') seine Momente. "Hard Powder" ist ein kleiner, stimmiger Film mit schrägen Figuren und einer ungewöhnlichen Handlung. Außerdem mag ich Filme, die im Schnee spielen...

Kino-Info: Am Altweiber-Start-Donnerstag war die Abendvorstellung in Kino 6 mäßig gefüllt.

Kinostart: 28.2.2019
Schwarze Komödie, Krimi
119 Min.
FSK: 16
10

 

 
Vice - Der zweite Mann

Vice - Der zweite Mann   

Regie: Adam McKay. Darsteller: Christian Bale (Dick Cheney), Amy Adams (Lynne Cheney), Steve Carell (Donald Rumsfeld), Sam Rockwell (George W. Bush), Alison Pill (Mary Cheney), Eddie Marsan (Paul Wolfowitz), Justin Kirk (Scooter Libby), Jesse Plemons (Kurt), Tyler Perry (Colin Powell)

Inhalt: "Vice - Der zweite Mann" beleuchtet die sagenhafte Karriere des Bürokraten und Washington-Insiders Richard 'Dick' Cheney, der der jüngste Stabschef des Weißen Hauses und später Verteidigungsminister war. An der Seite von George W. Bush wurde er Vize-Präsident und zum wohl einflussreichsten Politiker der Welt. Und Cheney wusste seine Macht zu nutzten. Dick Cheneys Entscheidungen prägen das Land noch immer, sein außenpolitisches Wirken ist bis heute deutlich spürbar.

Mein Eindruck: Bei der Oscarverleihung Sonntagnacht war "Vice - Der zweite Mann" für 8 Oscars nominiert. Gewonnen hat er lediglich einen, und zwar für Make-Up und Frisuren. Das geht für mich in Ordnung, obwohl Christian Bale als Dick Cheney eine starke Vorstellung abliefert. Doch bei den Academy Awards hatte er gegen Rami Malek (Freddie Mercury in "Bohemian Rhapsody") keine Chance. Der Film von Regisseur Adam McKay ("The Big Short") stellt auf ironische und bittere Weise das Leben von Dick Cheney dar. Nach dem Film wird einem klar: Cheney war zwar nur Vizepräsident unter George W. Bush, doch das Sagen hatte eindeutig er. Der Film gibt ein deutliches Bild wieder, wie Cheney sich in Washington und im Weißen Haus hochgearbeitet hat. Einige Original-Ausnahmen (wie z.B. die Rede von Powell bei der UNO) verdeutlichen, wie Cheney manipuliert, gelogen und betrogen hat. Christian Bale hätte ich so eine Rolle gar nicht zugetraut, aber mit Hilfe von Maske und Make-Up liefert er eine glaubwürdige Darstellung von Dick Cheney ab. Auch Steve Carell (als Donald Rumsfeld) und Sam Rockwell (als George W. Bush) spielen stark auf. Lediglich Amy Adams hat als Cheneys Frau Lynne kaum nennenswerte Auftritte. Trotzdem erhielt sich eine Oscar-Nominierung für ihre Darstellung, was mich doch wundert. So interessant der Film auch ist, er zieht einen nicht in seinen Bann. Irgendwie ist bei mir der Funke nicht übergesprungen. Regisseur Adam McKay hatte 2016 "The Big Short" gemacht, ein Film, der mich viel stärker angesprochen hat. Das hätte ich mir von "Vice" auch gewünscht, ist aber leider nicht dazu gekommen.

Kino-Info: Im Astra war die frühe Sonntag-Nachmittags-Vorstellung besser besucht als ich dachte. Draußen lockte die Sonne, aber es gibt doch noch Leute, die dann lieber ins Kino gehen.

Kinostart: 21.2.2019
Drama, Komödie
132 Min.
FSK: 12
9

 

 
Alita - Battle Angel

Alita - Battle Angel   

Regie: Robert Rodriguez. Darsteller: Rosa Salazar (Alita), Christoph Waltz (Dr. Dyson Ido), Jennifer Connelly (Chiren), Mahershala Ali (Vector), Keenan Johnson (Hugo), Ed Skrein (Zapan), Jackie Earle Haley (Grewishka), Jeff Fahey (McTeague)

Inhalt: Für Alita ist alles, was sie erlebt, neu und sie muss lernen, in den gefährlichen Straßen von Iron City zurecht zu kommen. Ihr Ziehvater Ido tut dabei alles, um Alita vor ihrer mysteriösen Vergangenheit zu schützen. Auf der anderen Seite versucht ihr smarter Freund Hugo hingegen, ihre Erinnerungen wachzurufen. Doch dunkle Mächte verfolgen Alita und bedrohen ihre Freundschaften. Derweil entdeckt sie ihre außergewöhnlichen Kampffähigkiten und lernt, sie gezielt einzusetzen ... Wird Alita es schaffen, ihre Liebsten so zu schützen?

Mein Eindruck: "Alita - Battle Angel" ist genau der Film, den ich erwartet hatte. Dabei hat mir die erste Hälfte deutlich besser gefallen, im zweiten Abschnitt fällt der Film doch was ab. Ich fand es interessant, wie Cyborg Alita die neue Welt kennen lernt und wie sie sich darin zurecht findet. Ihr erster Kampf gegen Straßenräuber fiel intuitiv aus, sie war sich ihrer Stärke und Technik überhaupt nicht bewusst. Als sie später ihr wahres Ich erkannt hatte verflachte der Streifen etwas. Die Figur der Alita, so zu sagen gespielt von Rose Salazar, hat mir gut gefallen. Von der Animation her kann sie sich sehen lassen. Natürlich stehen die Effekte im Vordergrund. Auch in 2D sehen diese sehr gut aus, in 3D wirken manche bestimmt noch einen Tick besser. Die Actionsequenzen haben es in sich, sind aber - wie immer - sehr unübersichtlich (weil zu viel und zu schnell geschnitten). Christoph Waltz ("Django Unchained"), Jennifer Connelly ("A beautiful Mind") und Mahershala Ali ("Green Book") sind gestandene Schauspieler, die den Film aufwerten. Von der Story sollte man nicht allzu viel erwarten, die Action und die Effekte stehen im Vordergrund. Trotzdem sind manche stille Momente sehr einprägsam. Die Teenie-Romanze zwischen Alita und Hugo spricht natürlich ein junges Publikum an, dazu passt auch die FSK von 12. Persönlich hätte ich mehr Härte gut gefunden, vielleicht tut sich später auf Blu-ray noch was. Fazit: Alita ist ein optischer Genuss, denn man sich im Kino geben sollte.

Kino-Info: Ich hab mich für die 2D-Variante entschieden. Das große Kino 1 war am frühen Nachmittag mit 4 Leuten besetzt - incl. mir.

Kinostart: 14.2.2019
Action, Drama
123 Min.
FSK: 12
8

 

 
Plötzlich Familie

Plötzlich Familie   

Regie: Sean Anders. Darsteller: Mark Wahlberg (Pete), Rose Byrne (Ellie), Isabela Moner (Lizzy), Gustavo Quiroz (Juan), Julianna Gamiz (Lita), Octavia Spencer (Karen), Tig Notaro (Sharon), Margo Martinale (Grandma Sandy) , Julie Hagerty (Jan)

Inhalt: Pete und Ellie sind glücklich verheiratet. Doch Kinder würden ihre Liebe krönen. Eine Adoption soll die Familie erweitern, also sehen sie sich bei einer Agentur um. Ein Geschwister-Trio hat es Pete und Ellie angetan, und plötzlich ist ihr Zuhause voller Leben. Der Familienalltag bringt so manches Chaos mit sich, doch allmählich scheinen Pflegeeltern und Kinder zusammenzuwachsen.

Mein Eindruck: So langsam kriege ich den Januar abgearbeitet. "Plötzlich Familie" ist eine typische Ami-Familen-Komödie. Da passt es ganz gut, dass Regisseur und Autor Sean Anders schon mit "Daddy's Home 1+2" oder "Kill The Boss 2" recht erfolgreich war. Dieses Mal hat er über seine eigenen Erfahrungen geschrieben, denn er und seine Frau haben 2012 drei Kinder adoptiert. Deswegen ist sein Film nicht allzu klamaukig ausgefallen, er legt ebenso wert auf Glaubwürdigkeit. Man erfährt, welche Hürden man überwinden muss, um ein Kind zu adoptieren - und die sind nicht ohne. Damit es nicht allzu traurig ist gibt es immer wieder lustige Sequenzen, die den Film aufhellen. Wenn Pete und Ellie an ihren Fähigkeiten zweifeln, dann werden sie von den anderen Leuten in der Gruppe schön durch den Kakao gezogen, um sie wieder aufzubauen. Mark Wahlberg ("Mile 22") ist zwar mehr im Action-Genre unterwegs, er kann aber auch lustig. Rose Byrne ("Bad Neighbors") gefällt als überambitionierte Mutter, die nur Gutes will, aber zumeist an ihrer Perfektion scheitert. Isabela Moner, die die 16jährige Lizzy spielt, hat schon einige Filmerfahrung, sie war u.a in "Transformers: The Last Knight" oder "Sicario 2" zu sehen. "Plötzlich Familie" ist eine nette Familienkomödie mit guter Besetzung, nicht mehr und nicht weniger.

Kino-Info: Fast hätten wir Kino 9 für uns gehabt, doch 3 Leute sind noch am Mittwoch-Abend aufgetaucht. Schade!

Kinostart: 31.1.2019
Familien-Komödie
119 Min.
FSK: 6
7

 

 
Green Book - Eine besondere Freundschaft

Green Book - Eine besondere Freundschaft   

Regie: Peter Farrelly. Darsteller: Viggo Mortensen (Tony Lip), Mahershala Ali (Dr. Don Shirley), Linda Cardellini (Dolores), Sebastian Maniscalco (Johnny Venere), Dimiter D. Marinov (Oleg), Mike Hatton (George), Joe Cortese (Gio Loscudo)

Inhalt: Der Star-Pianist Dr. Don Shirley tritt 1962 eine Tournee von New York bis in die Südstaaten an. Immer an seiner Seite ist sein Fahrer Tony Lip, ein Italo-Amerikaner aus Arbeiterkreisen. Durch die Rassentrennung müssen sie dem "Negro Motorist Green Book" folgen, in dem Hotels und Restaurants für Schwarze gelistet sind. Unterwegs entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern.

Mein Eindruck: Endlich ein Top-Film im Kino, und dann noch die Höchstwertung - geht doch! "Green Book - Eine besondere Freundschaft" erzählt die Geschichte eines 8-wöchigen Roadtrips. Der farbige Pianist Dr. Don Shirley wird von seinem italienischen Fahrer Tony Lip durch die Südstaaten der USA gefahren. Dr. Shirley (und seine beiden Musiker) befinden sich auf Konzerttournee, Tony Lip soll sicher stellen, dass es alle Termine pünktlich einhält. Der Film von Regisseur Peter Farrelly ("Verrückt nach Mary") lebt von seinen beiden Hauptdarstellern. Viggo Mortensen, bekannt als Aragorn aus "Herr der Ringe", spielt den Italoamerikaner Tony mit der totalen Hingabe. Im Trailer habe ich Mortensen gar nicht erkannt, er hat für die Rolle ordentlich an Gewicht zugelegt und sich komplett in den Arbeiterklasse-Türsteher verwandelt. Legendär sind die Fressorgien im Film, denn Tony kann was vertragen. Mahershala Ali als Dr. Don Shirley ist das genaue Gegenteil. Als Akademiker, Gentleman und Pianist lebt er in der Welt der Schönen und Reichen. Er ist distinguiert und kennt genau die Probleme, die er als Farbiger Anfang der 60er in den USA zu bewältigen hat. Wenn es bei Tony ein Problem gibt, dann wird das mit den Fäusten geregelt. Gewalt ist für Dr. Shirley kein Thema. Diese ungewöhnliche Beziehung zwischen Fahrer und Fahrgast zieht einen sofort in den Bann. Der Film geht über 2 Stunden und ist nie langweilig. Dramatische Szenen wechseln sich mit humorvollen Episoden ab, die Chemie in dem Film stimmt einfach. "Green Book" hat bereits bei den Golden Globes abgeräumt: Bester Film (Komödie oder Musical), bestes Drehbuch und bester Nebendarsteller (Mahershala Ali). Bei den Oscars in knapp 2 Wochen könnte es auch was geben. Ich würde Viggo Mortensen den Oscar als bester Darsteller gönnen, glaube aber, dass Rami Malek diesen für seine Darstellung als Freddie Mercury einheimsen wird. Man wird sehen...

Kino-Info: Am verregneten Sonntag ist das Cinemaxx generell sehr voll. Die Nachmittags-Vorstellung im kleinen Kino 9 war bis auf wenige Plätze ausverkauft.

Kinostart: 31.1.2019
Komödie, Drama
131 Min.
FSK: 6
6

 

 
The Mule

The Mule  

Regie: Clint Eastwood. Darsteller: Clint Eastwood (Earl Stone), Bradley Cooper (Colin Bates), Michael Peña (Trevino), Manny Montana (Axl), Taissa Farmga (Ginny), Andy Garcuia (Laton), Alison Eastwood (Iris), Laurence Fishburne (DEA Special Agent), Diane Wiest (Mary)

Inhalt: Earl Stone ist über 80, einsam und noch dazu pleite. Da kommt ihm ein lukratives Jobangebot gerade recht: Er muss einfach nur von A nach B fahren und bekommt dafür Geld. Was Earl jedoch nicht weiß: Er wird unwissend zum Drogenkurier für ein großes Kartell. Das Geschäft läuft immer besser, bis der DEA Agent Colin Bates sich an Earls Fersen heftet. Noch dazu wird der Senior von seiner Vergangenheit eingeholt – und da gibt es einiges zu kitten.

Mein Eindruck: Clint Eastwood, Jahrgang 1930, kann es nicht lassen. Nach "Back in the Game" (2012) spielt er wieder die Hauptrolle, natürlich führt er noch Regie und fungiert als Produzent. Die Rolle des Earl Stone ist wie geschaffen für ihn. Als über 80jähriger Drogenkurier macht Eastwood einen gute Figur. Seine Familie hat er verloren, denn er hat sich voll und ganz seiner Arbeit gewitmet. Im Alter rächt sich dass, denn weder Ex-Frau, noch Tochter wollen was mit dem alten Sack zu tun haben, zu oft er er sie enttäuscht. Als letzten Ausweg arbeitet der Oldie als Fahrer für dubiose Leute: Mit seinem Pickup fährt er Drogen für ein mexikanisches Kartell - und er macht seine Sache so gut, dass es immer wieder eingesetzt wird. Seine Fahrten bringen ihm eine Menge Geld ein und damit kauft er sich wieder in seine Familie ein (er bezahlt ein Stipendium für seine Enkelin). "The Mule" ist ein ruhiger beschaulicher Film, in dem Earl Stone im Mittelpunkt steht. Was mit den Drogen passiert ist nicht wichtig, der Transport steht im Vordergrund. Ich muss dem Film ankreiden, dass er zu wenig Spannung bietet. Auch die Familienproblematik ist so eine Sache: Anfangs hassen alle den alten Sack, am Ende ist alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen - das ist mir zu glatt. Bradley Cooper und Michael Peña bleiben als DEA Agenten sehr blass und können kaum Akzente setzen. Der Auftritt von Andy Garcia ist nett, mehr nicht. Ich hätte mir etwas mehr Spannung während der Kurierfahrten gewünscht, denn bis auf 2 kurze Kontakte mit Polizisten läuft alles sehr glatt. "The Mule" ist ein solider Film, so wie man Clint Eastwood Filme kennt, aber ein wirkliches Highlight ist der Streifen nicht. Trotzdem ist der Film bisher der beste, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe...

Kino-Info: Das kleine Kino 11 war am Donnerstagabend mäßig voll. Wieder mal zum Kotzen ist die späte Startzeit: 20:30 Uhr geht die Werbung los, um 21 Uhr startet erst der Film. :-(

Kinostart: 31.1.2019
Action, Komödie
117 Min.
FSK: 12
5

 

 
Manhattan Queen

Manhattan Queen  

Regie: Peter Segal. Darsteller: Jennifer Lopez (Maya), Vanessa Hudgens (Zoe), Leah Remini (Joan), Treat Williams (Anderson Clarke), Mino Ventimiglia (Trey), Annaleigh Ashford (Hildy Ostrander), Charlyne Yi (Ariana), Alan Aisenberg (Chase)

Inhalt: Mit Anfang 40 steckt Maya gerade in einer Krise. Im Job geht's die Karriereleiter ohne Schulabschluss einfach nicht mehr weiter. Dagegen hat der Sohn ihrer besten Freundin Joan eine super Idee: Mit gepimptem Lebenslauf verhilft er ihr zu einem Job als Marketing-Beraterin eines Kosmetikkonzerns in Manhattan. Durch Cleverness schlägt Maya sich erfolgreich durch den Arbeitsalltag. Doch wie lange kann sie ihre wahre Identität verbergen?

Mein Eindruck: "Manhattan Queen" - im Original "Second Chance" - ist ein typisches Feel-Good-Movie. Wir lernen Maya (Jennifer Lopez) kennen, die in ihrem Job als stellvertretende Filialleiterin nicht voran kommt, weil sie keinen Uni-Abschluß hat. Ähnlich wie Melanie Griffith in "Die Waffen der Frauen" kommt sie durch Schummelei zu einem Traumjob. So weit, so gut. Bis dahin ist der Film eine nette, unterhaltsame Komödie. Dann erkennt Maya, dass ihre Konkurrentin in der Firma, eine gewisse Zoe (Vanessa Hudgens), ihre Tochter ist. In jungen Jahren hat sie diese zur Adoption freigegeben, weil sie das Kind nicht ordentlich versorgen konnte. Von jetzt an entwickelt sich eine Schmonzette, die kaum noch zu ertragen ist. Einziger Lichtblick ist Leah Remini - bekannt als Carrie aus "King of Queens" - die ihre Freundin Maya unterstützt und mit ihrem frechen Mundwerk die Lacher auf ihrer Seite hat. Natürlich fliegt der ganze Schwindel auf, aber am Ende ist alles wieder gut - Happy-End ist garantiert. Anfangs ist diese Hochglanz-Produktion gar nicht so übel, aber leider zieht der familiäre Overkill alles mit runter. Da komme ich gerne auf "Die Waffen der Frauen" von 1988 zurück: Melanie Griffith (als Working Girl) spielt zusammen mit Harrison Ford und Sigourney Weaver in einem tollen Film mit, ganz ohne diese totale Überzuckerung. Leider kann "Manhattan Queen" das nicht bieten.

Kino-Info: Dienstagabend war Kino 4 mäßig gefüllt, allerdings zu 95% mit Frauen.

Kinostart: 17.1.2019
Komödie
105 Min.
FSK: 0
4

 

 
Das Kinojahr 2019 fängt schlecht an. Irgendwie war der Januar nicht mein Monat. Immer wieder habe ich gekränkelt (Erkältung), das Wetter war zu regnerisch oder generell Kacke, die Filmstarts waren unter aller Sau. Deswegen komme ich im Januar 2019 nur auf 3 Filme, absoluter Negativrekord. Als Krönung waren alle 3 auch noch schlecht - da passt alles zusammen. Der Februar kann nur besser werden.
The Favorite - Irrsinn und Intrigen      

Glas

     
Belleville Cop      
 
Belleville Cop

Belleville Cop  

Regie: Rachid Bouchareb. Darsteller: Omar Sy (Sebastian 'Baaba' Bouchard), Luis Guzmán (Ricardo Garcia), Biyouna (Zohra), Diem Nguyen (Lin), Eriq Ebouaney (Ladji Touré), Issaka Sawadogo (Aboulaye), Maimouna Gueye (Iman Touré)

Inhalt: Polizist Sebastian Bouchard, genannt Babba, ist aus seinem Pariser Stadtteil Belleville bisher kaum rausgekommen. Und er hat auch nicht vor, das zu ändern. Doch eines nachts wird sein Jugendfreund Roland, ein Verbindungsoffizier des französischen Generalkonsulats in Miami, vor seinen Augen ermordet. Nun treibt es Babba doch nach Florida: Er soll dort Rolands Platz einnehmen. In Miami wird dem Dauerstrahlemann Babba der glücklose und Polizist Ricardo Garcia an die Seite gestellt. Zwei Cops, zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, zwei sehr unterschiedliche Ermittlungsmethoden. Gemeinsam macht sich das ungleiche Paar auf die Suche nach Rolands Mördern.

Mein Eindruck: "Belleville Cop" ist eine französische Action-Komödie, die sich stark an "Beverly Hills Cop" anlehnt, leider aber nie die Qualität des Eddie-Murphy-Streifens erreicht. Das typische Buddy-Movie vereint zwei unterschiedliche Cops aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Omar Sy als Babba ist ein extrovertierter, großmäuliger Polizist aus Frankreich, der auf Taschendiebstahl spezialisiert ist. Luis Guzmán als Ricardo Garcia liebt es in seiner Heimatstadt Miami eher gemütlich und hält sich streng an die Vorschrift. Unnötig zu sagen, dass sich die beiden anfangs hassen, später aber zu besten Freunden werden. Die Action-Komödie von Rachid Bouchareb ("Der Krieg meiner Tochter") hat mehrere erhebliche Mängel. Die Story um den Drogenschmuggel ist hanebüchen. Wieso die Drogen von Miami aus über Afrika nach Frankreich geschmuggelt werden läßt sich logisch nicht nachvollziehen. Im Grunde ist Miami als Schauplatz überflüssig. Die Actionszenen sind eher spärlich gesetzt, was eigentlich enttäuschend ist, denn da hatte ich mehr erwartet. Der Humor ist so eine Sache, denn er findet nicht statt. Es gibt kaum lustige Szenen, die zum lachen animieren. Auch die Beziehung zwischen Babba und seiner Mutter ist mehr nervig als erheiternd. Man fragt sich so wie so, warum die Mutter überhaupt mitspielt, denn für die Handlung ist sie total überflüssig. Das einzige positive an dem Film ist Omar Sy. Seit er mit "Ziemlich beste Freunde" bekannt geworden ist hat er in diversen Streifen mitgespielt. Die Rolle des Baaba ist ihm auf den Leib geschrieben, da kann er sich richtig austoben. Leider kann Luis Guzmán nicht mithalten, auch die anderen Schauspieler bleiben allesamt sehr blass. Kurzum: Lieber noch mal "Beverly Hills Cop" rauskramen als sich "Belleville Cop" im Kino antun.

Kino-Info: Am Donnerstagabend war da kleine Kino 9 mittelmäßig besucht.

Kinostart: 31.1.2019
Action, Komödie
111 Min.
FSK: 12
3

 

 
The Favourite - Intrigen und Irrsinn

The Favourite - Intrigen und Irrsinn  

Regie: Giorgos Lanthimos. Darsteller: Olivia Colman (Queen Anne), Rachel Weisz (Lady Sarah), Emma Stone (Abigail), Nicholas Hoult (Harley), James Smith (Godolphin), Joe Alwyn (Masham), Mark Gatiss (Marlborough)

Inhalt: Der englische Königshof im 18. Jahrhundert: England befindet sich im Krieg gegen Frankreich, doch die kranke und geschwächte Königin Anne ist kaum in der Lage die Nation zu regieren. Stattdessen liegt die Zukunft ihres Landes in den Händen ihrer Vertrauten Lady Sarah, die sich neben den Regierungsgeschäften auch noch um Annes Gesundheit kümmert und versucht, deren Launen im Zaum zu halten. Die Monarchin ist nämlich eine anstrengende Person, die sehr impulsiv ist und zu Wutausbrüchen neigt. Bald tritt ein neues Dienstmädchen, Sarahs Cousine Abigail, die ihren Adelstitel verloren hat, ihre Stelle am Hofe an und übernimmt zunächst niedere Arbeiten. Schnell wird aber Königin Anne auf den Verstand und den Charme der schönen, jungen Frau aufmerksam.

Mein Eindruck: Von "The Favourite" hab ich erst kürzlich gehört. Bei den Golden Globes war der Film mehrfach nominiert, gewonnen hat Olivia Colman als beste Hauptdarstellerin. Dann bekam der Streifen 10 Oscar-Nominierungen, u.a. für besten Film, Regie, Hauptdarstellerin und zweimal Nebendarstellerin. Der Trailer sieht schräg aus, also bin ich rein. Nach langen 120 Minuten muss ich leider sagen, dass "The Favourite" nicht mein Film ist. Je länger der Streifen ging, desto zäher wird er. Das ewige Ränkespiel am Hof ging mir irgendwann tierisch auf den Sack. Dabei sind die Darsteller top. Ich kann mir gut vorstellen, dass Olivia Colman ("Broadchurch") für ihre Rolle als kränkelnde Königin einen Oscar gewinnen wird. Auch Rachel Weisz ("Der ewige Gärtner") und Emma Stone ("La La Land") spielen sehr stark und gehen vollkommen in ihren Rollen auf. Nicholas Hoult ("Jack and the Giants") gefällt als intriganter Politiker. Von dem griechischen Regisseur Giorgos Lanthimos hatte ich bislang noch nichts gehört, kenne auch nicht seine Filme, wie z.B. "The Lobster" (2015), in dem zufälligerweise auch Rachel Weisz und Olivia Colman mitwirken. Seine Kameraführung ist sehr speziell, die ewigen Fischaugen-Perspektiven fand ich auf Dauer sehr ermüdend. Die Story hat mich nicht gepackt und von da her kann ich dem Film keine gute Wertung geben. Wie gesagt, ich war froh, als "The Favourite" endlich zu Ende war.

Kino-Info: Die frühe Nachmittagsvorstellung am Sonntag im Eulenspiegel war sehr gut besucht.

Kinostart: 17.1.2019
Historien-Drama, Komödie
120 Min.
FSK: 12
2

 

 
Gkass

Glass  

Regie: M. Night Shyamalan. Darsteller: James McAvoy (Patricia, Hedwig, The Beast, u.v.m.), Bruce Willis (David Dunn), Samuel L. Jackson (Elijah Price), Sarah Paulson (Dr. Ellie Staple), Anya Taylor-Joy (Casey Cooke), Spencer Treat Clark (Joseph Dunn), Charlayne Woodard (Mrs. Price)

Inhalt: Um weitere Verbrechen von Kevin Wendell Crumb alias die Bestie zu verhindern, beobachtet Sicherheitswachmann David Dunn dessen übernatürliche Schritte genau. Das teils irrationale Verhalten der Bestie macht dies aber umso schwerer für Dunn. Als die beiden aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen. Doch eine unerwartete Begegnung beendet ihren Kampf abrupt. Über allem scheint Elijah Prince zu stehen, der auf mysteriöse Weise die Fäden in der Hand und obendrein ein paar Geheimnisse im Hinterkopf parat hat, die Dunn und Crumb zum Verhängnis werden können.

Mein Eindruck: Vorwort: Noch nie bin ich so spät in ein neues Kinojahr gestartet wie 2019. Der erste Film war "Glass" am 17. Januar. Wie konnte das passieren? Zum einen sind Anfang des Jahres nur wenig interessante Filme gestartet. "Robin Hood" wäre was gewesen, doch den hatte ich bereits 2018 abgehakt. Zum anderen war ich (und viele aus meinem Umfeld) nicht gerade gesundheitlich fit. Als Sahnehäubchen dazu noch Schmuddelwetter. Deswegen konnte ich mich erst so spät für Kino aufraffen.

M. Night Shyamalan...Wunderkind, Kassengift, jetzt wieder in der Spur. Sein "Split" (2016) war ja gar nicht so übel und hat auch Geld eingespielt. Nun setzt er die Story um Kevin Wendell Crumb fort und verbindet diese mit seinem Film "Unbreakable" (2000). So treffen David Dunn, Elijah Price und Kevin Wendell Crump in einem Film aufeinander und damit wird die Frage geklärt, ob die 3 Superhelden sind oder nicht. "Glass" lebt von seinen Hauptdarstellern: Bruce Willis kommt recht unspektakulär daher, Samuel L. Jackson kommt erst im letzten Drittel in Fahrt, die besten Auftritte hat James McAvoy als multiple Persönlichkeit, der seine unzähligen Charaktere ausleben kann. Der Film startet ordentlich, läßt aber im Laufe der Handlung immer stärker nach. Viele Sequenzen fand ich recht langweilig, wie z.B. die Analyse der drei Protagonisten durch die Anstalts-Ärztin. Gegen Ende nimmt der Film Fahrt auf, aber das hat mich im Grunde nicht mehr interessiert, ich hatte schon vorher abgeschaltet. So hat mich der Showdown und der abschießende Twist nicht wirklich vom Stuhl gehauen. Wegen einiger netter Ansätze kann ich gerade noch 2 Sterne vertreten. Rechnet man "Robin Hood" - mit 1 1/2 Sternen bewertet - noch dazu, dann war das ein sehr schwacher Start ins Kinojahr. Es kann nur besser werden...

Kino-Info: Erstaunlicherweise war das große Kino 1 am Donnerstagabend gut gefüllt. Hätte ich so nicht erwartet.

Kinostart: 17.1.2019
Drama, Mystery, Sci-Fi
129 Min.
FSK: 16
1