Kino 2020

Hier werde ich alle Kinofilme aus 2020 vorstellen, die ich selber im Kino gesehen habe. Da ich relativ oft ins Kino gehe, werden hier am Ende des Jahres so ca. 70 Filme stehen. Neben den üblichen Daten wie Stab, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder. Hier geht's zur aktuellen Rangliste 2020.

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017 / 2018 / 2019

 

Highlights im Februar:  Nightlife / Bombshell - Das Ende des Schweigens / Fantasy Island / Ruf der Wildnis / The Gentleman

Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn

Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn 

Regie: Cathy Yan. Darsteller: Margot Robbie (Harley Quinn), Ewan McGregor (Ronan Sionis), Mary Elizabeth Winstead (Helena Bertinelli / The Huntress), Jurnee Smollett-Bell (Dinah Lance / Black Canary), Rosie Perez (Renee Montoya), Ella Jay Basco (Cassandra Cain), Chris Messina (Victor Zsasz)

Inhalt: Nach der Trennung von ihrem Freund Joker sucht die ehemalige Psycho-Therapeutin Harley Quinn in Gotham City nach einer neuen Aufgabe. Ziellos driftet sie umher, legt sich eine Hyäne zu und zieht feiernd und saufend durch die Nachtclubs von Gotham, bis sie eines Tages in die Gewalt von Gangsterboss Roman Sionis alias Black Mask gerät. Die junge Rumtreiberin Cassandra Cain hat ihm einen wertvollen Diamanten gestohlen und Harley soll diesen nun zurückbringen. Doch auch drei andere Damen sind hinter Cassandra, dem Diamanten und Black Mask her...

Mein Eindruck: "Suicide Squad" lief 2016 im Kino. Der Film spielte zwar Geld ein, die Fans waren aber mit dem Schurken-Spektakel nicht wirklich zufrieden. Margot Robbie hinterließ als Harley Quinn, die Freundin des Joker, noch den besten Eindruck. Und so bekommt sie nun ihren eigenen Film: "Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn".  Leider ist der nicht wirklich gut, das größte Problem ist die Hauptdarstellerin selber. War sie noch in "Suicide Squad" eine von vielen Superhelden, so steht sie in "Birds of Prey" komplett im Mittelpunkt. Das ist auf Dauer ermüdend. Hier und da gibt es einige nette Szenen - wie z.B. ihre Haustier-Hyäne Bruce - doch im großen und ganzen kann sie den Film nicht tragen. Der Streifen soll so cool rüber kommen wie "Deadpool", versagt aber auf der ganzen Linie. Hinzu kommen verwirrende und unnötige Rückblenden, die die Handlung ausbremsen. Immerhin gibt es einige nette Kampfsequenzen, die in Erinnerung bleiben. Die Geburtsstunde der weiblichen Rächerinnen, der "Birds of Prey", ist Nebensache und kommt nur zufällig zustande. Von da her hat z.B. Mary Elizabeth Winstead als Huntress nur wenige, kleine Auftritte. Wie gesagt, Harley Quinn steht im Mittelpunkt, aber ihre Emanzipation kommt nur schwerlich aus den Pötten. Ewan McGregor sehe ich als Schauspieler sehr gerne, aber als Schurke Ronan Sionis liefert er eine enttäuschende Darbietung ab. In den USA kommt der Streifen auch nicht so recht aus dem Quark, das Einspielergebnis war enttäuschend. Durch den Bonus von Margot Robbie wird der Film in Deutschland einige ins Kino locken, aber der große Wurf wird er bestimmt nicht.

Kino-Info: Kino 7 war am Donnerstagabend spärlich gefüllt. Immerhin startet der Film um 19:30 Uhr - so mag ich das.

Kinostart: 6.2.2020
Comic, Action
109 Min.
FSK: 16
8

 

 
21 Bridges

21 Bridges 

Regie: Brian Kirk. Darsteller: Chadwick Boseman (Andre Davis), Sienna Miller (Frankie Burns), J.K. Simmons (Captain McKenna), Stephen James (Michael), Taylor Kitsch (Ray), Keith David (Deputy Chief Spencer), Alexander Siddig (Adi), Louis Cancelmi (Bush)

Inhalt: In Manhattan wurden acht Polizisten erschossen. Jetzt bekommt der in Ungnade gefallene Police Detective Andre Davis die einmalige Chance, sich zu bewähren und seinen Ruf wiederherzustellen: Er soll Jagd auf die Täter machen. Das verläuft jedoch alles andere als reibungslos und plötzlich sieht sich der New Yorker Polizist einer riesigen Verschwörung gegenüber, bei der nicht klar ist, wer auf wessen Seite kämpft. Als sich die Lage zuspitzt, greift die Polizei zu einer drastischen Maßnahme: Alle 21 Brücken von Manhattan werden gesperrt, damit niemand mehr entkommen kann.

Mein Eindruck: "21 Bridges" sollte bereits 2019 im Kino starten, wurde aber mehrmals verschoben. Jetzt endlich ist er angelaufen, aber nicht jedes Kino hat den Streifen von Regisseur Brian Kirk im Programm. Das hat mich etwas skeptisch gemacht, aber meine Zweifel waren völlig unbegründet. "21 Bridges" ist ein sehr guter Actionfilm. Black-Panther-Star Chadwick Boseman liefert als knallharter Detective Davis eine gute Vorstellung ab. Bei einem Raubüberfall werden die Diebe von der Polizei gestört. Auf der Flucht erschießen diese mehrere Polizisten und fliehen in Richtung Manhattan. Detective Davis und seine Männer haben nur wenige Stunden Zeit, um die Flüchtigen dingfest zu machen. So macht die gesamte New Yorker Polizei Jagd auf die beiden Copkiller, die lieber tot als lebendig gefasst werden sollen. Natürlich hat der Actionfilm einige Lücken und Storyfehler, aber das ist wirklich zweitrangig, weil die Action sehr gut abgeht. Die Spannung wird immer hoch gehalten, die Polizei kommt den Dieben immer näher und der Zuschauer fiebert dem Ende zu. Allerdings ist der Film mit der Ergreifung der Flüchtigen noch nicht zu Ende, so viel kann ich verraten. Die Optik vom nächtlichen New York kommt auf der großen Kinoleinwand gut rüber, die Actionszenen sind top koordiniert, die Darstelller brauchen keine Oscar-reife Leistung, um hier zu bestehen. Okay, das Ende an sich ist natürlich so eine Sache, aber irgendwie passt das zum gesamten Film, von da her nehme ich es hin.

Kino-Info: Das große Kino 9 im Essener Cinemaxx war am Donnerstagabend nicht so leer wie gedacht.

Kinostart: 6.2.2020
Action, Thriller
101 Min.
FSK: 16
7

 

 
Jojo Rabbit

Jojo Rabbit 

Regie: Taika Waititi. Darsteller: Roman Griffin David (Jojo), Thomasin McKenzie (Elsa), Scarlett Johansson (Rosie), Taika Waititi (Adolf), Sam Rockwell (Captain Klenzendorf), Rebel Wilson (Fräulein Rahm), Stephen Merchant (Deertz), Archie Yates (Yorki)

Inhalt: Jojo ist zehn Jahre alt und lebt alleine mit seiner Mutter. Obwohl er nach einem selbst verschuldeten dummen Unfall mit einer Handgranate bei einem Waldlager der HJ ein Bein nachzieht und das Gesicht mit Narben verunstaltet ist, vertraut er seinem imaginären Freund Adolf Hitler weiterhin. Auf eine schwere Probe gestellt wird sein angelernter Judenhass, als er in einem Verschlag unter dem Dach des elterlichen Hauses ein jüdisches Mädchen entdeckt.

Mein Eindruck: Taika Waititi hat am Sonntagabend den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch in Empfang genommen. Der neuseeländische Regisseur, Darsteller und Drehbuchautor war mit "Jojo Rabbit" sechsmal nominiert, er gewann aber nur diesen einen Oscar. Sein Film über den 10jährigen Jojo Betzler, der 1945 in einer kleinen deutschen Provinzstadt lebt und die Nazis glühend verehrt, ist schon sehr schräg. Jojo freut sich auf das Wochenende bei der Hitlerjugend, doch leider wird er durch einen Granatenunfall verletzt und ist aus der Sache raus. Dann entdeckt er, dass seine Mutter ein Jüdin bei sich zu Hause versteckt. Das geht ja gar nicht, denn auch sein bester imaginärer Freund Adolf Hitler - gespielt vom Regisseur persönlich - kann das nicht gutheißen. Jojo ist allerdings in einer Zwickmühle: Sollte er das jüdische Mädchen Elsa verraten, dann hat das auch negative Konsequenzen für seine Mutter - und das will er aur keinen Fall. Der Film von Taika Waititi, der schon bei "Thor - Ragnarok" Regie geführt hat, erinnert in manchen Sequenzen an Filme von Wes Anderson. Mir schwebt da "Moonrise Kingdom" mit dem Pfadfinderlager vor. Die Darsteller agieren sehr überzogen, die Handlung ist skurril und Ausstattung & Kostüme sind exzentrisch. Man muss sich erstmal auf einen Film einlassen, bei dem sich Nazis, Judenhass und Kriegsende zu einer Komödie verschmelzen. "Jojo Rabbit" ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Trotz einiger Kleinigkeiten, die mir nicht so gefallen haben, kann ich aber mit dem Film gut leben.

Kino-Info: Am Mittwochabend war Kino 10 sehr mäßig gefüllt.

Kinostart: 23.1.2020
Komödie
108 Min.
FSK: 12
6

 

 
Im Vergleich zum letzten Jahr war der Januar super. Mit Sam Mendes "1917" ist direkt ein Film mit 4 1/2 Sternen eingestiegen. Auch der erste Film von 2020, "Knives Out", hat mich überzeugt. Der dritte Teil der Bad Boys war besser als erwartet. Nur Robert Downey Jr. hat als Dr. Doolittle komplett versagt.
1917

2020

1917   Flops des Jahres

Knives Out - Mord ist Familiensache

  Knives Out   Dr. Doolittle
Bad Boys for Life          
Underwater - Es ist erwacht          
Die fantastische Reise des Dr. Doolittle          
             
 
Die fantastische Reise des Dr. Doolittle

Die fantastische Reise des Dr. Doolittle (3D)  

Regie: Stephen Gaghan. Darsteller: Robert Downey Jr. (Dr. John Doolitle), Antonio Banderas (König Rassouli), Michael Sheen (Dr. Blair Müdfly), Harry Collett (Tommy Stubbins), Jim Broadbent (Lord Thomas Badgley), Jessie Buckley (Queen Victoria)

Inhalt: Großbritannien im 19. Jahrhundert: Dr. Dolittle war einst ein berühmter Arzt und Veterinär. Doch als er seine Frau vor sieben Jahren verlor, zog er sich komplett zurück. Wie ein Einsiedler lebt er nun hinter den hohen Mauern seines Anwesens, fast ohne Kontakt zu anderen Menschen. Nur seine Tiere, mit denen der Arzt sogar sprechen kann, leisten ihm hier Gesellschaft – etwa die eigensinnige Papageien-Dame Polynesia, die Dolittle mit Rat und Tat zur Seite steht, der Strauß Plimpton oder der stets optimistische Eisbär Yoshi. Als die junge Königin Victoria schwer krank wird, bleibt Dolittle nichts anderes übrig: Er muss hinaus in die weite Welt, um ein Heilmittel zu finden.

Mein Eindruck: Weil kein gescheiter Film angelaufen ist haben wir uns für Dr. Doolittle entschieden. Meine Erwartungshaltung war sehr tief, und sie wurde noch unterboten. Nach dem Kino hab ich noch so einiges über den Streifen gelesen und da wurde mir so einiges klar. Zuerst habe ich mich gefragt, warum Dr. Doolittle nicht Weihnachten angelaufen ist? Der ist doch prädestiniert für dieses Datum. Die 175 Millionen teure Produktion ist leider bei Testvorführungen so derbe gefloppt, dass man mit neuem Regisseur (Chris McKay) noch massenhaft Szenen nachgedreht hat, um den Film familienfreundlicher zu machen. Von da her wirkt der Streifen unrund, da scheinen einige Szenen zu fehlen oder sind gegen schlechtere ausgetauscht worden. Auf jeden Fall kommt keine Stimmung auf. Das liegt zum einen an Hauptdarsteller Robert Downey Jr.. Okay, als Ironman ist er die Macht, als Dr. Doolittle geht er klar unter. Er ist halt kein Johnny Depp in "Fluch der Karibik". Die Tiere sind zwar nett animiert, aber keines von ihnen zieht einen in seinen Bann. Wenn man an diverses Pixar-Filme denkt, dann weiß man, dass animierte Darsteller oft die Herzen der Zuschauer anspredhen. Das ist hier komplette Fehlanzeige. Natürlich sind einige Einstellungen ganz nett, aber die retten den zusammengeschusterten Film auch nicht. "Die fantastische Reise des Dr. Doolittle" ist weder spannend, kaum ansprechend, wirr gedreht und in 3D ebenfalls ein Versager. Mehr kann ein mieser Film kaum bieten.

Kino-Info: Von Kino 1 ins Kino 6 verschoben. Am Donnerstagabend ist der Saal mäßig gefüllt.

Kinostart: 30.1.2020
Fantasy
101 Min.
FSK: 6
5

 

 
1917

1917  

Regie: Sam Mendes. Darsteller: Dean-Charles Chapman (Lance Corporal Blake), George MacKay (Lance Corporal Schofield), Colin Firth (General Erinmore), Andrew Scott (Lieutenant Leslie), Mark Strong (Captain Smith), Benedict Cumberbatch (Colonel MacKenzie), Richard Madden (Lieutenant Joseph Blake)

Inhalt: 1917, der Erste Weltkrieg tobt: Die beiden britischen Soldaten Schofield und Blake werden auf eine Mission geschickt, die unmöglich scheint. In einem Wettlauf gegen die Zeit sollen sie sich quer durch das verfeindete Gebiet schlagen, um eine wichtige Nachricht zu überbringen. Vom Scheitern oder Gelingen ihrer Mission hängen über 1.600 Menschenleben ab. Denn schaffen sie es nicht rechtzeitig, könnten ihre Kameraden in eine tödliche Falle tappen – unter anderem Blakes Bruder.

Mein Eindruck: "1917" von Regisseur Sam Mendes ("Skyfall") könnte der Abräumer im Frühjahr werden: Den Golden Globe hat er bereits als bester Film gewonnen, ein oder mehrere Oscars könnten folgen. Dabei geht Mendes einen ungewöhnlichen Weg. Der Film scheint ohne Schnitte gedreht zu sein. Die Kamera ist vorwiegend auf die beiden Hauptdarsteller gerichtet, begleitet diese auf ihren Weg zum Kommandobunker, ist mal vor ihnen, mal hinter ihnen. Anfangs muss man sich daran gewöhnen, im Verlauf des Streifens fällt das gar nicht mehr auf. Natürlich gibt es diverses Schnitte, aber diese sind extrem gut getarnt. So erlebt man als Zuschauer die Mission der beiden Soldaten hautnah und intensiv mit. Schon nach wenigen Minuten, wenn sich Blake und Schofield über das Schlachtfeld zur deutschen Stellung durchschlagen, hat man ein flaues Gefühl. Überall liegen Leichen von Soldaten oder Tieren und man kann sich ansatzweise vorstellen, wie brutal und menschenverachtend der Stellungskrieg gewesen ist. Eine sehr imposante Szene ist die nächtliche Durchquerung eines französischen Dorfes, das in Licht und Feuer wunderbar und seltsam erstrahlt. Die beiden Hauptdarsteller Dean-Charles Chapman und George MacKay - mir völlig unbekannt - spielen ihre Rollen sehr gut. Im Laufe der Handlung treffen die beiden auf weitere Soldaten, die aber nur kurze Auftritte haben. So sind Colin Firth ("The King's Speech), Benedict Cumberbatch ("Dr. Strange") oder Mark Strong ("Kingsmen") nur wenige Minuten auf der Leinwand zu sehen. Mir hat der Film sehr gut gefallen, ich bin schlichtweg begeistert. "1917" verpasst nur knapp die Höchstwertung.

Kino-Info: Kino 5 war für einen Mittwochabend gut besucht.

Kinostart: 16.1.2020
Krieg, Drama
119 Min.
FSK: 12
4

 

 
Bad Boys for Life

Bad Boys for Life 

Regie: Adil & Bilall. Darsteller: Will Smith (Detective Mike Lowrey), Martin Lawrence (Detective Marcus Burnett), Vanessa Hudgens (Kelly), Joe Pantoliano (Captain Howard), Alexander Ludwig (Dorn), Paola Nuñez (Rita), Charles Melton (Rafe), Kate del Castillo (Isabel Aretas), Jacob Scipio (Armando Armas)

Inhalt: Mike Lowrey und sein Partner Marcus Burnett stehen immer noch im Dienst der Miami Police und treiben Captain Howard nach wie vor mit Missionen zur Weißglut, die in Destruktionsorgien enden. Während Einzelgänger Mike immer noch mit seinem Job verheiratet ist, wird Familienmensch Marcus zunehmend klar, dass er seine zweite Lebenshälfte lieber im Kreise seiner Liebsten verbringen will. Nachdem Mike eines Tages allerdings Ziel eines Attentats wird, überschlagen sich die Ereignisse. Den Beiden bleibt nichts anderes, als Jagd auf dessen Angreifer zu machen, der ein dunkles Geheimnis birgt und alles in seiner Macht stehende tut, um die Befehle seiner Mutter erfolgreich auszuführen. Und die will vor allem eines: den Tod von Mike Lowrey.

Mein Eindruck: Wer hätte das gedacht? Nach "Bad Boys" (1995) und "Bad Boys II" (2003) kommt tatsächlich der dritte Teil ins Kino - 25 Jahre nach Teil 1. Ich war ja skeptisch, aber die harten Jungs sind auch im gesetzteren Alter gar nicht so übel. Dieses Mal haben es die beiden Cops mit einem gefährlichen Gegner zu tun: Armando Armas setzt alles ein, um sich an den Leuten zu rächen, die seine Mutter in den Knast gebracht haben - und dazu gehört auch Mike Lowrey. So überlebt Mike nur mit knapper Not ein Attentat. Ist natürlich klar, dass sich die beiden Bad Boys den Ganoven schnappen. Der Film verbindet genau das, was man erwartet: Action wird groß geschrieben und die Sequenzen können sich sehen lassen. Durch die unterschiedlichen Charaktere der beiden Hauptdarsteller kommt immer wieder Humor auf, vor allem wenn Martin Lawrence als Marcus mit dem Auto seiner Frau unterwegs ist. Frischer Wind kommt durch eine Spezialeinheit rein: die jungen Kollegen mischen die alten Säcke ganz schön auf. Produzent Jerry Bruckheimer gibt bei der Regie zwei Newcomern eine Chance: Adil & Bilall (ausgeschrieben Adil El Arbi und Bilall Fallah) sind zwei Jungregisseure aus Belgien, die in ihrem Heimatland mit "Gangstas 4 Life" für Aufsehen gesorgt haben. Die beiden machen ihre Sache gut, zitieren in einigen Szenen typische Bad-Boys-Einstellungen aus den alten Filmen. "Bad Boys for Life" bietet neben der Action sogar etwas Tiefgang, von da her kann ich den Film auf der großen Leinwand empfehlen.

Kino-Info: Am Donnerstagabend war das große Kino 1 gut gefüllt (und ziemlich warm).

Kinostart: 16.1.2020
Action, Komödie
124 Min.
FSK: 16
3

 

 
Underwater - Es ist erwacht

Underwater - Es ist erwacht 

Regie: William Eubank. Darsteller: Kristen Stewart (Norah), Jessica Henwick (Emily), T.J. Miller (Paul), Vincent Cassel (Captain), John Gallagher Jr. (Smith), Mamoudou Athie (Rodrigo), Gunner Wright (Lee)

Inhalt: Norah gehört zu einem Team von Wissenschaftlern, das in 7 Meilen Tiefe unter Wasser forscht. Bei einem starken Erdbeben, das plötzlich den Meeresboden erschüttert, wird die Kepler Forschungsstation so stark beschädigt, dass die gesamte Crew sich schleunigst in Sicherheit bringen muss. Zu Fuß und im Tauchanzug macht sich Nora zusammen mit den Kollegen auf den gefährlichen Weg zu ihrem unterirdischen Labor auf. Doch da ist etwas im Wasser, etwas, das ihnen folgt.

Mein Eindruck: "Underwater - Es ist erwacht" ist ein typischer Genre-Film mit den üblichen Zutaten. Im Marianengraben wurde in 7 Meilen Tiefe die Forschungsstation Kepler installiert. Wir lernen Norah (Kristen Stewart) kennen, die sich gerade die Zähne putzt, als das Übel ihren Lauf nimmt. Ein vermeintliches Erdbeben erschüttert die Station, die Crew muss sich per Rettungskapseln in Sicherheit bringen. Norah und einige ihrer Kollegen kommen nicht rechtzeitig weg und hängen in der Tiefe fest. Dummerweise war der Auslöser der Katastrophe kein normales Erdbeben, sondern das Erwachen einer riesigen Kreatur, die sich die Forschungsstation einverleiben will. So müssen die Überleben auch noch gegen fieses Monster kämpfen, denn das Muttertier sondert immer wieder Ableger ab. Nichts Neues in der Tiefsee. Wer Filme wie "Deep Star Six", "Abyss" oder "Leviathan" kennt, der weiß, was auf ihn zukommt. Tiefsee ist wie Weltraum: Hat man Probleme mit dem Taucher- bzw. Raumanzug, dann ist man tot. Leider kann der Streifen von Regisseur William Eubank ("The Signal") nicht überzeugen. Einige Szenen sind spannend inszeniert, das Manko sind die Darsteller. Während Kristen Stewart ("3 Engel für Charlie") noch einen ordentlichen Eindruck hinterlässt, so setzen die übrigen Akteure keine Akzente. Im Grunde ist es einem egal, was mit ihnen passiert. Das einige von denen das zeitliche segnen ist klar, und wenn es so weit ist, ist es einem wurscht. Von da her ist "Underwater" nur was für Genre-Fans, früher hätte man so den Film als solide Videopremiere eingeordnet.

Kino-Info: Knapp 10 Leute haben sich am Mittwochabend in Kino 8 eingefunden.

Kinostart: 9.1.2020
Action, Thriller, Sci-Fi
95 Min.
FSK: 16
2

 

 
Knives Out - Mord ist Familiensache

Knives Out - Mord ist Familiensache 

Regie: Rian Johnson. Darsteller: Daniel Craig (Benoit Blanc), Chris Evabs (Ransom Drysdale), Ana de Armas (Marta Cabrera), Jamie Lee Curtis (Linda Drysdale), Michael Shannon (Walt Thrombey), Don Johnson (Rochard Drysdale), Toni Colette (Joni Thrombey), LaKeith Stanfield (Lieutenant Elliott), Christopher Plummer (Harlan Thrombey)

Inhalt: An seinem 85. Geburtstag wird der renommierte Krimiautor Harlan Thrombey umgebracht! Live dabei waren die gesamte Familie und das Hauspersonal, doch niemand will etwas mitbekommen haben. Der Detektiv Benoit Blanc muss nun also die versammelte exzentrische Sippschaft befragen, die sich untereinander ebenfalls nicht wohlgesonnen scheinen. Während Blanc den Mörder finden will, spinnen die Angehörigen immer weitere Intrigen, um sich gegenseitig ans Messer zu liefern.

Mein Eindruck: Ich bin zufrieden. Das Kinojahr 2020 startet mit einem guten Film. Der neue Streifen von Rian Johnson ("Star Wars Episode 8") ist eine schräge Krimi-Komödie mit Top Besetzung. Alles wirkt wie in einem Agatha Christie Roman: Der Krimiautor Harlan Thrombey wird in seinem Landsitz tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Selbstmord hin, doch der Detektiv Benoit Blanc hat so seine Zweifel. Wenn man sich das Haus und die Umgebung anschaut, dann fühlt man sich in die 30er Jahre zurück versetzt. Alles wirkt antiquiert und unzeitgemäß - Cluedo läßt grüßen. Doch der Streifen spielt in der heutigen Zeit, was man unschwer an Smartphones etc. erkennen kann. Nach der Befragung der Familienmitglieder sieht es so aus, als ob Hauptdarsteller Daniel Craig als Detektiv Blanc den Fall mit seinem Scharfsinn lösen wird - ähnlich wie Hercule Poirot in den Agatha Christie Verfilmungen. Doch nach knapp 45 Minuten weiß der Zuschauer, was passiert ist - der Detectiv aber nicht. Die Sache scheint klar, oder doch nicht? Ich will auf die weitere Handlung nicht weiter eingehen, es wird aber noch richtig interessant und das Ende ist auch nicht ohne. Deswegen unterscheidet sich "Knives Out" von den üblichen Krimi-Verfilmungen, es ist ein wirklich interessanter, skurriler Film. Viele bekannte Schauspieler tummeln sich auf dem Landsitz, allesamt liefern Top Leistungen ab. Ich kann den Film nur empfehlen!

Kino-Info: Der Film scheint gut zu laufen, denn er läuft seit Woche 2 im großen Kino 7. Richtig voll war es allerdings nicht.

Kinostart: 2.1.2020
Krimi, Komödie
131 Min.
FSK: 12
1