Kino 2015

Das Kinojahr 2015 ist geprägt von vielen Blockbustern, bei denen aber die wenigsten die Erwartungen erfüllen konnten. Kommerziell hingegen waren viele Filme mega-erfolgreich. Der dickste Fisch lief erst im Dezember an: "Star Wars Episode VII" ist auf dem Wege, der erfolgreichste Streifen aller Zeiten zu werden und "Avatar" von der Spitze zu verdrängen. Mir persönlich hat er so mittelmäßig gefallen, wie man an den 3 Sternen sieht. Das Jahr begann mit "Fifty Shades of Grey" (hab ich nicht gesehen), brachte dann im April "Fast & Furious 7" (lasch) und "Avengers: Age of Ultron" (enttäuschend). Im Sommer kamen: "San Andreas" (mau), "Jurassic World" (Flop) und "Terminator: Genisys" (Totalflop). Für mich schon besser waren die "Minions" und "Mission Impossible: Rogue Nation". Im Herbst zogen "Spectre" (lasch) und der letzte Panem-Teil (nicht gesehen) die Massen ins Kino. Mein Film des Jahres ist eindeutig "Kingsmen". Der Film von Matthew Vaughn liegt total auf meiner Wellenlänge und bekommt als einziger Streifen die 5-Sterne-Höchstwertung. Weitere Highlights waren "Ant-Man" und "Der Marsianer". Positiv überrascht hat mich "Codename: UNCLE" von Guy Ritchie. Als Gurken des Jahres bestimme ich den neuen Terminator und "Knock Knock" mit Keanu Reeves

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Star Wars - Das Erwachen der Macht

Star Wars - Das Erwachen der Macht  (3D) 

Regie: J.J. Abrams. Darsteller: Daisy Ridley (Rey), John Boyega (Finn), Adam Driver (Kylo Ren), Oscar Isaac (Poe Dameron), Harrison Ford (Han Solo), Carrie Fisher (Prinzessin Leia),  Mark Hamill (Luke Skywalker), Domhnall Gleeson (General Hux)

Inhalt: Gut dreißig Jahre nach Zerstörung des zweiten Todessterns und der Zerschlagung des Imperiums hat die dunkle Seite der Macht zu neuer Größe gefunden und sich unter dem Banner der Ersten Ordnung neu formiert. Unter der Führung des skrupellosen Supreme Leader Snoke terrorisieren seine Schergen die Galaxis, allen voran der finstere Kylo Ren. Nur Luke Skywalker scheint das Gleichgewicht der Macht wiederherstellen zu können, doch der Jedimeister ist verschwunden. General Leia Organa schickt ihren besten Piloten Poe Dameron auf die Suche nach ihm, doch auf seiner Mission gerät er in Gefangenschaft. Der fahnenflüchtige Sturmtruppler FN-2187 alias Finn kann Poe befreien, und bei der gemeinsamen Flucht landen sie auf dem Planeten Jakku, wo sie auf die Schrottsammlerin Rey treffen. Und auch der kleine Roboter BB-8 spielt auf der Suche nach Luke eine entscheidende Rolle.

Mein Eindruck: Seit Wochen sieht man überall nur noch "Star Wars", jeder will an Disneys gigantischem Blockbuster mitverdienen. Es gab noch nie so viele Platz-Reservierungen in den Kinos wie bei Episode VII. Schon in den ersten Tagen wurden alle Rekorde gebrochen. Jetzt hab ich ihn gesehen und ich muss sagen: Nicht schlecht, aber...! Die positiven Sachen zuerst: Die neuen Helden haben mir gut gefallen. Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) und der desertierte Sturmtruppler Finn (John Boyega) machen Lust auf mehr, da ist man gespannt, wie ihre Geschichte weitergeht. Es ist ein Riesen-Spaß, wenn man Harrison Ford als Han Solo auf der großen Leinwand wieder sieht. Die Trickeffekte sind top, die Action ist gut, 3D ist teilweise gut, meistens aber unauffällig. Doch leider hat der Film nicht so gezündet wie erhofft. Das liegt an der Story, denn Regisseur J.J. Abrams hat im Grunde Episode IV nacherzählt. Wieder hat sich das Imperium (jetzt 'Erste Ordnung') in der Galaxis breitgemacht, wieder bauen die einen Todesstern (aber viiiel größer), wieder wird dieser durch die Rebellen zerstört, wieder hat ein Droide wichtige Information, u.s.w. Dazu kommt ein neuer Darth Vader für Arme und ein neuer Imperator, dessen Hologramm aus Herr der Ringe entsprungen ist [kein Wunder, denn Anthony Serkis "spielt" Snoke]. Ich muss den neuen Star Wars mit den damaligen neuen "Star Trek" vergleichen. 2009 hat J.J. Abrams dem alten Star Trek Universum einen gewaltigen Arschtritt gegeben und die Serie wiederbelebt. Für mich ist "Star Trek" ein Superfilm, den ich mir gerne immer wieder ansehe. Jetzt hat man erwartet, dass er das gleiche mit Star Wars schafft. Das ist nicht passiert, er hat zwar vieles richtig gemacht, aber die Story ist eine Frechheit und nur ein lauer Aufguss. Ich hab im Kino gesessen und bei mir ist kein Funke übergesprungen. Fazit: Star Wars ist perfekt gemachtes Popkornkino, aber bei mir ist die Macht nicht erwacht.

Kino-Info: Seit der Film am Donnerstag angelaufen ist sind die Kinos voll. Die 19:30-Uhr-Vorstellung am Montag war fast ausverkauft.

Kinostart: 17.12.2015
Sci-Fi, Abenteuer, Action
135 Min.
FSK: 12
66

 

 
Die Vorsehung

Vorpremiere: Die Vorsehung 

Regie: Alfonso Poyart. Darsteller: Anthony Hopkins (John Clancy), Colin Farrell (Charles Ambrose), Jeffrey Dean Morgan (Agent Joe Merriweather), Abbie Cornish (Agent Katherine Cowles), Xander Berkeley (Mr. Ellis), Janine Turner (Elizabeth Clancy)

Inhalt: Eine Serie von bizarren Morden hält den FBI-Veteranen Merriweather und seine ambitionierte Partnerin Cowles auf Trab. Am Ende ihrer Weisheit angekommen, bitten sie den einsiedlerischen Psychoanalytiker Dr. Clancy um Hilfe und hoffen, dessen intuitive Kräfte für sich nutzen zu können. Clancys aufrüttelnde Visionen führen zwar auf die Spur des Serienkillers, doch er muss einsehen, dass all seine übernatürlichen Begabungen kaum ausreichen, um den Mörder zu stoppen. Denn dieser hat eine tödliche Mission.

Mein Eindruck: Der Trailer zum neuen Film von Anthony Hopkins "Die Vorsehung" sah sehr gut aus, jetzt habe ich den Film gesehen und muss sagen: Durchschnitt! Der Streifen erinnert einen sofort an "Sieben" mit Brad Pitt und Morgan Freeman: Ein Serienkiller treibt sein Unwesen und das FBI ist ratlos. Ein Psychoanalytiker mit seherischen Fähigkeiten soll helfen, doch der Doktor ist dem Täter weit unterlegen. Ähnlich wie bei "Sieben" gibt es ungewöhnliche Tatorte, düstere Atmosphäre und ein wenig Mystery a la "Akte X". Anthony Hopkins gefällt als Analytiker, sein Gegenüber Colin Farrell ("Dead Man Down") tritt erst im letzten Drittel des Films auf und ist deswegen nicht so präsent. Mit Jeffrey Dean Morgan ("Watchmen") und Abbie Cornish ("Ohne Limit") sind weitere gute Schauspieler am Werk. Leider krankt der Streifen an seiner Spannungslosigkeit: Die Tätersuche des FBI ist recht zäh und das Duell Hopkins vs. Farrell kann einen auch nicht in seinen Bann ziehen. Selbst der Showdown fällt recht lasch aus und zieht den Film etwas runter. Im Vergleich zu "Sieben" zieht "Die Vorsehung" (im Original "Solace") klar den kürzeren. Für mich ist der Film ein durchschnittlicher Thriller, von dem man mehr erwartet hat.

Kino-Info: Die Vorpremiere in Kino 4 hat einige Besucher angelockt.

Kinostart: 31.12.2015
Thriller. Mystery
101 Min.
FSK: 16
65

 

 
Knock Knock

Knock Knock 

Regie: Eli Roth. Darsteller: Keanu Reeves (Evan Webber), Lorenza Izzo (Genesis), Ana de Armas (Bel), Ignacia Allamand (Karen Alvarado), Aaron Burns (Louis), Colleen Camp (Vivian)

Inhalt: Evan führt das perfekte Leben. Der Architekt lebt mit seiner Frau Karen und den gemeinsamen Kindern in einem wunderschönen Haus in Kalifornien. Am bevorstehenden Wochenende muss Evan auf seine Familie verzichten. Während die Lieben zum Strand aufbrechen, bleibt er zuhause, um an einem Gebäudeentwurf zu arbeiten. Abends wütet ein Sturm – und plötzlich klopft es. Zwei junge, attraktive Frauen stehen vor der Tür, sie bibbern vor Kälte. Auf dem Weg zu einer Party seien sie in der falschen Gegend abgesetzt und zu allem Überfluss vom Regen überrascht worden. Evan bittet Genesis und Bel rein, aber ahnt nicht, welche schrecklichen Konsequenzen seine Gastfreundschaft haben wird. Erst verführen ihn die Mädels, dann machen sie sein Leben zur Hölle.

Mein Eindruck: Der neue Film von Keanu Reeves hat das Zeug dazu, der schlechteste Film des Jahres zu werden. Ich kann es immer noch nicht fassen, wie sich Reeves zu so einem Schwachsinns-Film hat hinreißen lassen. Regisseur Eli Roth, der mit "Hostel" 2005 die Zuschauer geschockt hat, versucht es dieses Mal mit einem (unblutigen) Thriller. Die beiden Chicas Genesis (Lorenza Izzo - seit 2014 mit Eli Roth verheiratet) und Bel (Ana de Armas) terrorisieren den armen Evan (Reeves) mit allen Psychotricks, die ihnen zur Verfügung stehen. Okay, die Grundidee ist umgekehrt: Dieses mal sind die beiden hübschen Mädels die Bösen und der Mann muss alle Schikanen über sich ergehen lassen. Leider krankt es an allen Ecken und Enden. Der Film ist total unspannend, die beiden Mädels nerven von Minute zu Minute mehr und Keanu Reeves könnte man wegen seiner Dämlichkeit eine reinhauen. Anfangs ist noch alles in Ordnung: Evan lässt sich von den beiden Frauen verführen - welcher Mann wäre da standhaft geblieben? Doch im weiteren Verlauf hätte unser Held die Weiber doch zumindest mal umhauen können, Gelegenheiten dazu hätte er locker gehabt. Ich hatte gegen Ende des Films auch keine Sympathie mehr für Keanu Reeves, denn er hat sich wie ein Hanswurst von den Mädels abservieren lassen. Immer wieder kam mir folgender Gedanke: Warum kommt John Wick nicht vorbei und schmiert die Chicas um? Kurz und bündig: Der Film ist für mich der totale Flop.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist im kleinen Kino 11 nicht viel los.

Kinostart: 10.12.2015
Thriller
100 Min.
FSK: 16
64

 

 
Bridge of Spies

Bridge of Spies 

Regie: Steven Spielberg. Darsteller: Tom Hanks (James B. Donovan), Amy Ryan (Mary Donovan), Mark Rylance (Rudolf Abel), Scott Shepherd (Hoffman), Alan Alda (Thomas Watters Jr.), Austin Stowell (Francis Gary Powers), Jesse Plemons (Joe Murphy)

Inhalt: 1957, als der Kalte Krieg auf einem Höhepunkt ist, gelingt den USA die Verhaftung des Sowjetagenten Rudolf Abel. Er wird vernommen, verweigert aber die Zusammenarbeit. Als Pflichtverteidiger bekommt er jemanden zur Seite gestellt, dessen Fähigkeiten außer Frage stehen, der jedoch als Versicherungsanwalt wenig Expertise für seinen neuen Auftrag mitbringt: James Donovan. Der Jurist ist skeptisch, zumal die Verteidigung eines feindlichen Agenten von vielen als Landesverrat angesehen wird und damit sein Leben und vor allem das seiner Frau Mary und das seiner Tochter Jan bedrohen kann. Donovans persönliche Lage spitzt sich zu, als ihn der CIA-Beamte Hoffman, beeindruckt von Donovans Auftritten im Gerichtssaal, mit einer neuen Mission betraut. Das U-2-Spionage-Flugzeug des US-Piloten Francis Gary Powers wurde über der Sowjetunion abgeschossen. Donovan soll nach Ost-Berlin, um mit den Sowjets die Freilassung zu verhandeln – und einen Gefangenenaustausch zu initiieren.

Mein Eindruck: Im Grunde genommen ist "Bridge of Spies" eine Bank. Regie führt Steven Spielberg, Tom Hanks spielt die Hauptrolle und die Story um einen Agentenaustausch während der Kalten Krieges verspricht Spannung. Spielberg und Hanks arbeiten übrigens zum vierten Mal zusammen ["Der Soldat James Ryan" (1998), "Catch Me If You Can" (2002) & "Terminal" (2004)]. Mir haben alle Filme gefallen und auch die neuste Zusammenarbeit ist ein Top-Film geworden. Spielberg lässt es ruhig angehen. Nach der Verhaftung des russischen Spions dreht sich die Geschichte um den Anwalt Donovan (Hanks), der seine Pflicht ernster nimmt als seinem Chef lieb ist. Der Film gibt die angespannte Lage Ende der 50er Jahre hervorragend wieder, der Kalte Krieg zwischen der USA und der UdSSR ist auf seinem Höhepunkt. Spielberg nutzt nur wenige Actionsequenzen (z.B. der Abschuss des Spionageflugzeuges), ansonsten baut der Streifen die Spannung durch Dialoge und (Ver)handeln seiner Darsteller auf. Die Schauspieler neben Tom Hanks sind gut, aber zumeist unbekannt (Ausnahme: Alan Alda), was der Qualität aber nicht schadet. Der Höhepunkt ist der Austausch des Spione in Berlin. Okay, man kann sich schon denken, wie es ausgeht, aber die Szenen sind sehr intensiv und spannend. Kurzum: Spielberg und Hanks enttäuschen nicht, "Bridge of Spies" ist ein Spitzenfilm geworden.

Kino-Info: Am Montag ist das Kino 6 ganz ordentlich gefüllt, obwohl es draußen regnerisch und stürmisch ist (Scheiß Wetter!)

Kinostart: 26.11.2015
Drama, Thriller
142 Min.
FSK: 12
63

 

 
Irrational Man

Irrational Man 

Regie: Woody Allen. Darsteller: Joaquin Phoenix (Abe Lucas), Emma Stone (Jill), Posey Parker (Rita), Jamie Blackley (Roy), Betsy Aidem (Jill's Mutter), Ethan Phillips (Jill's Vater)

Inhalt: Abe Lucas, desillusionierter Philosophieprofessor, beginnt mal wieder einen neuen Job. Noch immer quälen ihn die Zweifel daran, ob er das Richtige tut, die Gedanken an seine beinahe schon legendären, leidenschaftlichen Affären und seine Depressionen. Doch Abe ist ein Ruf als Legende vorausgeeilt, als er am Braylin College ankommt, und so lassen die ersten Annäherungsversuche der in ihrer Ehe vereinsamten Professorin Rita Richards nicht lange auf sich warten. Mit der intelligenten Studentin Jill hat Abe schnell eine weitere Verehrerin, sie kommt ihm zwischen Diskussionen über Kant, Kierkegaard und Situationsethik näher. Abe jedoch leidet an Erektionsproblemen – die sich erst lösen, als er ein besonderes Verbrechen plant. Es geht um einen "gerechten" Mord, mit dem der Professor einer Frau helfen will, der widerrechtlich das Sorgerecht vorenthalten wird.

Mein Eindruck: In den letzten Jahren habe ich fast alle Woody Allen Filme im Kino gesehen (Ausnahme: "Magic in the Moolight"). Im Dezember wird der Regisseur 80 Jahre alt, seine Filme haben immer noch eine sehr hohe Qualität. Sein neustes Werk, "Irrational Man", erinnert an "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" oder "Match Point", denn es geht um Mord und dessen Auswirkungen. Joaquin Phoenix spielt die Hauptrolle des Abe Lucas, einem angesehen Philosophieprofessor, der in seiner größten persönliche Krise steckt. Sein Leben erscheint ihm sinnlos, er trinkt den ganzen Tag und vegetiert vor sich hin. Erst die Planung und Ausführung des perfekten Mordes weckt ihn ihm seine Lebensgeister, denn das Ableben eines Richters ist für ihn eine gerechte Sache. Joaquin Phoenix ist ein ausgezeichneter Schauspieler, seine Darstellung des Abe ist erste Sahne. Emma Stone, die schon mit Woody Allen in "Magic in the Moonlight" zusammengearbeitet hat, gibt ebenfalls eine starke Vorstellung als Studentin Jill. Sicherlich hat Woody Allen schon stärkere Filme gemacht, aber "Irrational Man" hat mir gut gefallen. Ein Highlight ist übrigens der Soundtrack mit Stücken vom Ramsey Lewis Trio ("The 'In' Crowd" oder "Wade in the Water") - das passt wie Faust aufs Auge. Interessant finde ich, dass Smartphones oder Computer bei Woody Allen keine Rolle spielen. Das findet man in aktuellen Filmen sehr selten, und bei Woody Allen Filmen braucht man das nun wirklich nicht.

Kino-Info: Am Kinotag war das Filmstudio Glückauf nicht wirklich voll.

Kinostart: 12.11.2015
Drama, Krimi
95 Min.
FSK: 12
62

 

 
Steve Jobs

Steve Jobs 

Regie: Danny Boyle. Darsteller: Michael Fassbender (Steve Jobs), Kate Winslet (Joanna Hoffman), Seth Rogen (Steve Wozniak), Jeff Daniels (John Sculley), Michael Stuhlbarg (Andy Hertzfeld), Katherine Waterston (Chrisann Brennan)

Inhalt: Drei Produktpräsentationen von Steve Jobs stehen im Mittelpunkt: 1984 stellt er den originalen Macintosh-Computer vor, 1990 tritt er mit dem NeXTcube vor die Weltöffentlichkeit, und 1998 beginnt er die Hochphase von Apple mit der Präsentation des iMac. Der Mac geht auf die Idee zurück, einen Computer für jedermann zu kreieren und zu verkaufen. Doch schnell gibt es erste Konflikte zwischen Jobs und einem der anderen Apple-Gründer, Steve Wozniak. Von der Marketing-Chefin des Mac, Joanna Hoffman, bekommt Jobs ordentlich Kontra, er und Apple-CEO John Sculley liefern sich einen Machtkampf. Beruflich erlebt der ebenso herrische wie visionäre Jobs also einige Turbulenzen – und privat auch. So weigert er sich zunächst, seine Tochter Lisa anzuerkennen, die er mit Ex-Freundin Chrisann Brennan hat.

Mein Eindruck: Über den 2011 verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs gibt es schon einige Filme: "Die Silicon Valley Story" (1999) und "Jobs" (2013) mit Ashton Kutscher in der Hauptrolle. Jetzt witmet sich Danny Boyle ("Slumdog Millionär") dem Thema, er zieht seinen Film aber ganz anders auf. Anhand von drei Produktpräsentationen (1984/1990/1998) zeichnet er ein Bild über den Apple-Firmengründer. Jobs ist ein brillanter Kopf, ein Schöpfer und Visionär, der die Welt verändert hat. Als Privatmensch hat er aber jede Menge Defizite, um es kurz zu machen, er ist ein Arschloch. All diese Facetten zeigt Boyle in den 3 kurzen Momenten seines Lebens, in denen er immer wieder auf die selben Menschen trifft (Wozniak, Sculley und Hoffman). Die Darsteller sind sehr gut: Michael Fassbender (aktuell auch mit "Macbeth" im Kino) spielt den Firmenchef sehr intensiv. Kate Winslet, die immer eine tolle Darstellung abliefert, gefällt als seine Marketing-Chefin Joanna und einzige Frau, die ihm Paroli bieten kann. Auch Seth Rogen als Wozniak und Jeff Daniel als Sculley liefern solide Arbeit ab. Trotz all der positiven Dinge hat mir "Steve Jobs" nicht gefallen. Das liegt daran, dass ich recht wenig Interesse an der Person selber habe. Außerdem kommt keine Sympathie für den Hauptdarsteller auf, im Grunde ist es mir Wurscht, ob er erfolgreich ist oder nicht. Der Film ist  manchmal auch sehr langgezogen. Die messerscharfen Dialoge aus den Feder von Alan Sorkin sind (wie immer) gut, gehen mir aber auf Dauer auf die Nerven. Ich hab den Film gesehen und abgehakt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich kein Apple-User bin und mir Apple relativ egal ist. Egal, ist abgehakt.

Kleine Anmerkung: Da "Spectre" und "Mockingjay" die Kinos verstopfen ist es schwierig, gute andere Filme zu schauen. Von da her kam Steve Jobs schon sehr gelegen.

Kino-Info: Am Donnerstag-Abend der zweiten Woche ist die Zuschauerresonanz in Kino 10 sehr übersichtlich.

Kinostart: 12.11.2015
Drama, Biographie
123 Min.
FSK: 6
61

 

 
Spectre

Spectre 

Regie: Sam Mendes. Darsteller: Daniel Craig (James Bond), Christoph Waltz (Blofeld), Léa Seydoux (Madeleine Swann), Ralph Fiennes (M), Ben Whishaw (Q), Naomie Harris (Eve Moneypenny), Monica Bellucci (Lucia Sciarra), Andrew Scott (C)

Inhalt: Geheimdienst-Chef M gerät unter Druck. C, der neue Leiter des Centre for National Security, zweifelt an der Relevanz des MI6 – und an der des besten Mannes im Hause: James Bond. 007 ist gerade wieder auf einer nicht genehmigten Solo-Mission unterwegs, in Mexiko City, nachdem er eine kryptische Nachricht aus seiner Vergangenheit erhielt. Danach trifft er in Rom Lucia Sciarra, die hübsche, eiskalte Witwe eines berühmten Kriminellen, mit deren Hilfe er einer finsteren Geheimorganisation namens "Spectre" auf die Spur kommt. Bond bittet Moneypenny und Q, ihm dabei zu helfen, die Tochter seines alten Erzfeindes Mr. White aufzuspüren: Madeleine Swann. Nur sie hat die entscheidende Information, das Mysterium hinter "Spectre" zu lüften und den mysteriösen Mann dingfest zu machen, der an der Spitze steht.

Mein Eindruck: James Bond ist für mich Roger Moore. Mit dem bin ich aufgewachsen und seine Bond-Filme waren absolute Highlights. Später habe ich auch die Connery-Bonds zu schätzen gelernt, Timothy Dalton war nicht mehr mein Fall. Nach Pierce Brosnan haben wir Daniel Craig am Hals, der mit "Spectre" seinen vierten Bond abliefert. Mir hat noch kein Bond mit ihm gefallen, der neue ebenso wenig. Die Anfangssequenz in Mexico-City ist noch das beste an dem neuen Bond, hier beeindrucken die Kamerabilder mit Original-Aufnahmen vom Tag der Toten. Mehr positives hab ich leider nicht zu berichten. Die größte Enttäuschung ist Christoph Waltz als Schurke Oberhauser. Abgesehen vom dämlichen Namen ist er als The Big Boss der größten Verbrecherorganisation SPECTRE eine Fehlbesetzung. Ich bin ein großer Fan von ihm, in allen seinen letzten Filmen ("Django", "Big Eyes" oder "Der Gott des Gemetzels") spielt er großartig - hier leider nicht. Zu Léa Seydoux, dem neues Bond-Girl, fällt mir auch nicht viel positives ein. Und Monica Belluccis Kurzauftritt ist - gelinde gesagt - überflüssig. Der neue Bond ist viel zu lang, wenig spektakulär, mäßig spannend. Selbst die Action-Sequenzen sind (abgesehen von Mexico-Intro) mittelmäßig. Es gibt zwar hier und da ein paar kleine Gags, aber die reichen mir nicht aus. Vielmehr finde ich einige Sachen sehr merkwürdig. Ein Beispiel: Bond wird von Blofeld gefoltert, ihm gelingt (natürlich) die Flucht, auf der er Blofelds Armee im Alleingang ausschaltet. Warum explodiert am Ende die Basis des Bösewichts? Nur weil er mal auf einen Gastank geschossen hat? Es gibt noch mehr Dinge, die mir aufgestoßen sind und deswegen fällt der "Spectre" bei mir durch.

Kino-Info: Nach über einer Woche Laufzeit ist am Sonntag-Nachmittag das große Kino 1 voll. Das schlechte Wetter hilft  Bond dabei, viel Kohle zu machen.

Kinostart: 5.11.2015
Action, Thriller
148 Min.
FSK: 12
60

 

 
Scouts vs. Zombies

Scouts vs. Zombies 

Regie: Christopher Landon. Darsteller: Tye Sheridan (Ben), Logan Miller (Carter), Joey Morgan (Augie), Sarah Dumont (Denise), David Koechner (Scout Leader Rogers), Halston Sage (Kendall Grant), Cloris Leachman (Miss Fielder)

Inhalt: "Jeden Tag eine gute Tat!" ist das Motto des jungen Augie, der sich nichts Schöneres vorstellen kann, als mit seinen zwei besten Freunden ein Pfadfinderabzeichen nach dem anderen auf die Kluft zu nähen. Doch Carter und Ben haben genug von Lagerfeuer, Latrinen graben und Dosenbohnen. Als Teenager sollte man sich schließlich seinen tobenden Hormonen hingeben und nicht als verkleideter Loser im Unterholz herumstolpern. Ungünstig, dass die angesagteste Party der Stadt ausgerechnet am gleichen Abend stattfinden soll. Als sie sich heimlich davonschleichen, begegnen sie in einem verlassenen Stripclub echte Fleischeslust: alle Bewohner der Stadt wurden in Zombies verwandelt! Zusammen mit der Handfeuerwaffen-geübten Bardame Denise begeben sich die drei Pfadfinder auf eine blutige Hetzjagd durch die Kleinstadt.

Mein Eindruck: Wer sich auf einen Film mit dem Titel "Scouts vs. Zombies" einläßt, der weiß schon, was dann kommt. Ich wollte immer schon wissen, wie sich Pfadfinder gegen Zombies schlagen, jetzt kenne ich die Antwort. Die Horror-Komödie von Christopher Landon ("Paranormal Activitiy: Die Gezeichneten") ist eine ordentlich schräge Sache, die man sich im Kino geben kann. Die Zombie-Apocalypse bricht aus und 3 Pfadfinder stellen sich ihr entgegen. Die haben nämlich den Ausbruch des Übels verpasst, weil sie im Wald gezeltet haben. Hilfe bekommen die Scouts von der resoluten Stripperin Denise, die nicht lange fackelt und den Zombie-Türsteher den Schädel wegballert. Die jugendlichen Darsteller sind allesamt unbekannt. Mit David Koecher ("Get Smart") und Cloris Leachman ("Frankenstein Junior") sind zwei erfahrene Schauspieler dabei. Man braucht nicht viel über den Film zu erzählen, die Story läuft nach Schema F ab. Allerdings sieht man bei den Zombies was Neues. Es ist ja so eine Sache mit den Zombies, in jedem Film werden die anders dargestellt: Mal bewegen sie sich langsam, mal können wie sprinten und in diesem Fall können sie sogar Trampolinspringen! "Scouts vs. Zombies" ist natürlich auf Comedy ausgelegt und die gibt es reichlich. Dazwischen gibt es einige unappetitliche Szenen, die man aber bei Zombiefilmen mitnehmen muss. Von da her ist der Streifen ganz ordentlich.

Kino-Info: Kino 6 war am Start-Donnerstag sehr mäßig besetzt.

Kinostart: 12.11.2015
Komödie, Horror
93 Min.
FSK: 16
59

 

 
Black Mass

Black Mass 

Regie: Scott Cooper. Darsteller: Johnny Depp (James 'Whitey' Bulger), Joel Edgerton (John Connolly), Benedict Cumberbatch (Billy Bulger), Dakota Johnson (Lindsey Cyr), Kevin Bacon (Charles McGuire), Peter Sarsgaard (Brian Halloran), Jesse Plemons (Kevin Weeks)

Inhalt: South Boston in den 1970er-Jahren: FBI Agent John Connolly überredet den irischstämmigen Gangster Jimmy 'Whitey' Bulger, mit dem FBI zusammenzuarbeiten, um einen gemeinsamen Feind zu eliminieren: die italienische Mafia. Diese unselige Partnerschaft gerät schnell außer Kontrolle, sodass Whitey sich der Verurteilung entziehen und seine Macht sogar stärken kann, um sich als einer der skrupellosesten und einflussreichsten Gangster in der Geschichte von Boston zu behaupten.

Mein Eindruck: Der neue Film von Johnny Depp ist leider recht enttäuschend, aber das liegt nicht am Hauptdarsteller. Er spielt dieses Mal eine ernste Rolle ohne seine üblichen Kaspereien. Jimmy 'Whitey' Bulger ist ein knallharter Gangster, der über Leichen geht und der sich skrupellos als Gangsterboss in Boston etabliert. Depp hat mir als Gangster gefallen, aber es gibt leider einen kleinen Nachteil: Er ist nicht der Hauptdarsteller, denn eigentlich steht Joel Edgerton als FBI-Agent Connolly im Vordergrund. Er schließt mit Bulger eine Art Abkommen: Bulger soll mit dem FBI zusammenarbeiten, um die italienische Mafia in Boston auszurotten. Im Gegenzug lässt Connolly ihn in Ruhe seine Geschäfte durchziehen. Die Story hort sich nicht übel an, alle Voraussetzungen für einen guten Streifen sind gegeben. Leider kommt der Film nicht richtig aus den Pötten, immer wieder wird viel zu viel gelabert und angedeutet. Wenn es mal zur Sache geht, dann werden in der Regel Spitzel und Informanten getötet, teilweise auf sehr harte Weise. Ich kann nur sagen, dass je länger der Film lief, desto langweiliger und zäher wurde der. Regisseur Scott Cooper hat 2009 "Crazy Heart" mit Jeff Bridges gedreht, und den fand ich auch schon sehr mau. Auch wenn man die Filme nicht wirklich vergleichen kann, "Good Fellas" von Scorsese ist ein Top-Gangster-Film, und gegen den kackt "Black Mass" aber gewaltig ab. Am Ende, als sich die Situation zuspitzt, haut Bulger einfach ab. Das ist wenig spannend und passt zu dem Rest des Films...

Kino-Info: Im kleinen Kino 11 sitzen so 20 Leute. Draußen ist mehr los: Da laufen sie "Spectre"-Vorpremieren.

Kinostart: 15.10.2015
Krimi, Drama
123 Min.
FSK: 16
58

 

 
The Last Witch Hunter

The Last Witch Hunter 

Regie: Breck Eisner. Darsteller: Vin Diesel (Kaulder), Rose Leslie (Chloe), Elijah Wood (Dolan 37th), Michael Caine (Dolan 36th), Olafur Darri Olafsson (Belial), Rena Owen (Glaeser), Julie Engelbrecht (Hexenkönigin)

Inhalt: Kaulder, einer der letzten lebenden Hexenjäger der heutigen Welt, muss New York vor zerstörerischen Kräften beschützen. Nicht ganz freiwillig verbündet sich der 700-jährige Jäger hierzu mit Chloe, um den zahllosen Hexen und Zauberern, die unter der Herrschaft der niederträchtigen Hexenkönigin ihr Unwesen treiben, das Handwerk zu legen. Diese scheinen sich bedrohlich zu vermehren, nachdem sie bereits einen Großteil der Hexenjäger getötet haben. Bald liegt es allein an dem ungleichen Duo, die wachsende Hexen-Armee und ihre Königin endgültig zu stoppen.

Mein Eindruck: Der neue Film von Vin Diesel ist genau so, wie erwartet: Mau. Dabei war der Anfang viel versprechend: Nach dem Intro aus der Vergangenheit, wo der Krieger Kaulder (Diesel) die Hexenkönigin (Julie engelbrecht) tötet und dabei unsterblich wird, sehen wir ihn auf einen Passagier-Flug. Dort lotst er das Flugzeug aus einem Sturm, den eine junge Hexe aus Versehen erzeugt hat. Danach baggert Kaulder eine Stewardess an und er lässt den Abend nett ausklingen. Hier passt die Chemie, es ist noch alles stimmig. Leider wird es von nun an nur noch schlechter. Der Fantasy-Streifen von Regisseur Breck Eisner ("Crazies") driftet in ein CGI-Inferno ab, das wenig Raum für Handlung oder Spannung läßt. Diesel kämpft sich in der löchrigen Story gegen diverse Hexen durch, um schließlich in den Showdown mit der neu erwachten Hexenkönig zu gehen. Wenn das so weit ist, dann ist man froh, denn das Ende ist nah. Mal ehrlich: Vin Diesel ist kein Oscar-Darsteller, aber er ist als Ober-Hexenjäger eine Fehlbesetzung, denn er kann keine Sympathien für sich gewinnen. Durch den Kurzauftritt von Michael Caine soll der Film aufgewertet werden, doch der Mime kann die Kastanien auch nicht aus dem Feuer reißen. Abgerundet wird die Besetzung durch Rose Leslie (bekannt aus "Game of Thrones") und dem Frodo-Darsteller Elijah Wood, der aber auch keine Akzente setzen kann. Vin Diesel würde gerne aus "The Last Witch Hunter" ein Franchise machen, aber ich kann nur hoffen, dass kein weiterer Hexenjäger-Film folgt.

Kino-Info: Erstaunlicherweise ist Kino 3 gut gefüllt, obwohl der Film schon eine Woche läuft.

Kinostart: 22.10.2015
Abenteuer, Fantasy
106 Min.
FSK: 12
57

 

 
American Ultra

American Ultra 

Regie: Nima Nourizadeh. Darsteller: Jesse Eisenberg (Mike Howell), Kristen Stewart (Phoebe Larson), Topher Grace (Adrian Yates), Connie Britton (Victoria Lasseter), Walter Goggins (Laugher), John Leguizamo (Rose), Tony Hale (Petey Douglas), Bill Pullman (Krueger)

Inhalt: Der Kiffer Mike und seine Freundin Phoebe führen ein ruhiges Leben in einer beschaulichen Kleinstadt. In seinem langweiligen Alltag als MiniMart-Mitarbeiter erlebt Mike keine großen Abenteuer. Dennoch sind er und Phoebe mit ihrem Dasein und ihrem Dope rundum zufrieden. Mike plant sogar, seiner großen Liebe einen Heiratsantrag zu machen. Doch so einfach wird sein Leben nicht weiter dahinplätschern, denn eigentlich ist Mike ein Schläfer-Agent der US-amerikanischen Regierung, was ihm selbst jedoch gar nicht mehr bewusst ist. Eine geheime Parole entfesselt eines Tages jedoch zu seinem eigenen Erstaunen seine tödlichen Fähigkeiten.

Mein Eindruck: "American Ultra" hat ein Problem: Der Trailer war richtig gut und hat Bock auf mehr gemacht, doch leider kann der komplette Film damit nicht mithalten. Trotzdem ist der Streifen von Regisseur Nima Nourizadeh ("Project X") nicht übel. Jesse Eisenberg ("The Social Network") gefällt als Kiffer Mike, Kristen Stewart ("Twilight") muss als seine Freundin Phoebe ungewöhnlich viel einstecken, weshalb sie am Ende des Films nicht mehr wirklich gut aussieht. Die Handlung ist abgefahren und schwank zwischen wilden Action-Sequenzen und ruhigen Beziehungs-Momenten. Einen netten Auftritt hat John Leguizamo ("John Wick") als Drogendealer: Erstmal trägt er die weltgrößte Sonnenbrille, und dann hat er im Keller seines Hauses eine sehr ungewöhnliche Disco. Walter Goggins, bekannt als Boyd Crowder aus "Justified", hat mir als psychopatische Killermaschine nicht so gefallen. Ich sehe den Schauspieler sehr gerne, aber hier hat es es deutlich übertrieben. Topher Grace ("Spider-Man 3") ist als Kotzbroken wie gewohnt gut. Irgendwie ist er prädestiniert auf unsympathische Typen. "American Ultra" lebt von seiner skurrilen Handlung, hat aber trotz seiner 96 Minuten einige Längen. Immer wieder wird die Story ausgebremst. Die Actionsequenzen können hingegen überzeugen, vor allem die Schlußabrechnung im Supermarkt ist sehr gelungen. Alles in allem ist der Streifen guter Durchschnitt.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag lief der Film im kleinen Kino 11 bei mäßigem Besuch - schon um 19:30 Uhr...

Kinostart: 15.10.2015
Komödie, Action
96 Min.
FSK: 16
56

 

 
Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Der Marsianer - Rettet Mark Watney 

Regie: Ridely Scott. Darsteller: Matt Damon (Mark Watney), Jessica Chastain (Melissa Lewis), Kristen Wiig (Annie Montrose), Jeff Daniels (Teddy Sanders), Michael Peña (Rick Martinez), Sean Bean (Mitch Henderson), Kate Mara (Beth Johanssen), Chiwetel Ejiofor (Vincent Kapoor)

Inhalt: Bei einer bemannten Mission zum Mars wird der Astronaut Mark Watney für tot erklärt, nachdem er von seiner Crew während eines schlimmen Sturms auf der Oberfläche zurückgelassen wird. Doch Watney hat überlebt und findet sich nun allein und gestrandet auf einem lebensfeindlichen Planeten wieder. Nun liegt es an ihm, ein Lebenszeichen an die Erde zu schicken und auf sich aufmerksam zu machen.

Mein Eindruck: Die letzten beiden Filme von Regisseur Ridley Scott, "Exodus: Götter und Könige" und "The Counsellor" waren nicht so prickelnd, doch mit "Der Marsianer" hat der Altmeister einen Top-Science-Fiction-Film in die Kinos gebracht. Dabei ist die Handlung relativ simpel: Der Astronaut Mark Watney wird fälschlicherweise für tot erklärt und auf dem Mars zurückgelassen. Dort gestrandet beginnt ein jahrelanger Überlebenskampf: zum einen muss er auf dem menschenfeindlichen Planeten überleben, zum anderen hofft er auf Rettung der NASA, zu der er aber erstmal Kontakt aufnehmen muss. Da der Mars nicht gerade um die Ecke ist braucht eine Rettungsmission viel Zeit. Mich hat erstaunt, dass der Film den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minuten in Bann hält. Es gibt kein Vorspiel, denn schon man wenigen Minuten ist Mark Watley alleine auf dem Mars. Matt Damon spielt die Hauptrolle des modernen Robinson Crusoe überragend und mit einigem Humor. Zum Beispiel ist die Musik, die er in seinem Mars-Camp zur Verfügung hat, nicht gerade sein Geschmack. Die übrigen Rollen sind ebenso toll besetzt. Wie schon in "Ant-Man" gefällt Michael Peña durch seine saloppe Art und Weise und Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") beweist wieder einmal, dass sie eine Top-Schauspielerin ist. "Der Marsianer" ist für mich einer der besten Streifen des Jahres. Außerdem bin ich an 3D vorbeigeschrammt. Ich kann mir schon vorstellen, dass die ein oder andere Szene auf dem Mars in 3D gut aussieht, doch ohne die doofe Brille ist es viel angenehmer - vor allem bei 144 Minuten Laufzeit.

Kino-Info: Ich musste wegen Überlänge (und Pause) auf einen Nachmittags-Termin ausweichen. Von da her war in Kino 6 nicht viel los.

Kinostart: 8.10.2015
Sci-Fi, Abenteuer, Action
144 Min.
FSK: 12
55

 

 
Alles steht Kopf (3D)

Alles steht Kopf (3D) 

Regie: Pete Docter. Synchronsprecher: Nana Spier (Freude), Philine Peters-Arnolds (Kummer), Olaf Schubert (Angst), Hans-Joachim Heist (Wut), Tanya Kahana (Ekel), Vivien Gilbert (Riley), Bettina Zimmermann (Mom), Kai Wiesinger (Dad), Michael Pan (Bing Bong)

Inhalt: Im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum im Kopf der elfjährigen Riley, leisten fünf Emotionen Schwerstarbeit: Angeführt von der optimistischen FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte, sorgt sich ANGST ständig um Rileys Sicherheit, während WUT auf der Suche nach Gerechtigkeit bisweilen die Hutschnur platzt. Und die aufmerksame EKEL schützt den Teenager davor, sich zu vergiften - körperlich oder mental. Nur die unglückliche KUMMER weiß nicht so Recht, was ihre Aufgabe ist - nun ja, die anderen offensichtlich aber auch nicht. Als Rileys Familie eines Tages vom Land in eine fremde große Stadt zieht, sind die Emotionen gefragt, Riley durch die bislang schwerste Zeit ihres Lebens zu helfen. Aber als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, liegt es an den anderen drei Emotionen, das Chaos in den Griff zu bekommen.

Mein Eindruck: Pixar steht für hohe Qualität und innovative Geschichten. Der neue Streifen "Alles steht Kopf" wird von den Kritikern als neues Meisterwerk gefeiert. Ich kann diese Euphorie nicht teilen, im Endeffekt ist "Alles steht Kopf" enttäuschend. Eine der besten Szenen des Films, wenn die Familie zusammen am Esstisch sitzt, hat man im Trailer gesehen. Diese Sequenz ist richtig gut, denn hier sieht man die Kommandozentralen von Mom, Dad und der Ulligen. Leider steht im kompletten Film nur das Kontrollzentrum der 11jährigen Riley im Vordergrund. Und die hat während der 95 Minuten nicht viel zu lachen: Ihre Familie zieht in eine neue Stadt, sie hat keine Freunde mehr und auch ihr Hobby Eishockey geht in San Francisco unter. Freude hat also alle Hände voll zu tun, um dem Mädchen wieder den Spaß zurück zu bringen. Das ist nicht so einfach, denn sie und Kummer befinden sich auf einer Odyssee durch unterschiedliche Gehirnhälften. Das ist das Manko des Film: er ist einfach nicht lustig. Abgesehen von der oben beschriebenen Esstisch-Szene hat das Publikum im Kino kaum gelacht, vielleicht noch am Ende, wenn man im Abspann auch in fremde Kommandozentrale Einsicht bekommt. Außerdem hatte ich von Pixar spektakuläreres erwartet. Damals bei "Oben" oder "Ratatouille" war das anders, da hat die Animation richtig gerockt. Kurzum: "Alles steht Kopf" ist mir zu melancholisch und ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder den so gut finden. Die schauen bestimmt lieber "Minions"...

Zwei Sachen noch: Vor dem Hauptfilm gab es den Pixar-Kurzfilm "Lava". So einen Schrott habe ich lange nicht mehr im Kino gesehen, so einen singenden Vulkan braucht kein Mensch. Die Zuschauer haben bei einer Sache total abgefeiert, und das war auch das Highlight des Abends: Der Trailer zu "Pets" ist richtig gut, auf den Film freue ich mich schon. Der Dackel + KitchenAid und natürlich Pudel Leonard hatten definitiv die meisten Lacher im Kino.

Kino-Info: Zum Start der 2.Woche ist der Film in Kino 6 gut gefüllt - ist ja auch die Nummer 1 der Kinocharts.

Kinostart: 1.10.2015
Animation
95 Min.
FSK: ohne
54

 

 
Regression

Regression  

Regie: Alejandro Amenábar. Darsteller: Ethan Hawke (Bruce Kenner), Emma Watson (Angela Gray), David Thewlis (Professor Kenneth Rainer), Devon Bostick (Roy Gray), Aaron Ashmore (George Nesbitt), Dale Dickey (Rose Gray)

Inhalt: Hoyer, Minnesota, 1990: Der Polizist Bruce Kenner ermittelt im Fall der 17 Jahre alten Angela Gray. Das völlig verängstigte und verstörte Mädchen wurde von einer satanistischen Sekte entführt und vergewaltigt. Angela glaubt, auch ihren Vater John unter den Tätern gesehen zu haben, was ihr Trauma noch verstärkt. John gibt jedoch vor, sich an nichts erinnern zu können. Um die Amnesie des Vaters zu untersuchen, wird der Psychologe Prof. Raines hinzugezogen. Währenddessen führen Kenners Ermittlungen zu immer unglaublicheren Enthüllungen, die den mit allen Wassern gewaschenen Cop bis an den Rand seines Vorstellungsvermögens treiben.

Mein Eindruck: Der spanische Regisseur Alejandro Amenábar bringt mit "Regression" seinen sechsten Film ins Kino. Sein erfolgreichster Streifen war 2001 der Horror-Thriller "The Others" mit Nicole Kidman. Jetzt präsentiert er dem Publikum einen Thriller rund um Vergewaltigung, Tod und Satanismus. Die Hauptrolle spielt Ethan Hawke ("Gattaca"), den ich für einen hervorragenden, aber unterschätzten Schauspieler halte. Zwei seiner neueren Film, "Good Kill - Tod aus der Luft" oder "Predestination" wurden nur auf DVD/Blu-ray veröffentlicht, was sehr schade ist, denn die Qualität der Streifen ist hoch. Hier spielt er den Polizei-Ermittler Kenner, der einen unangenehmen Fall über Satanismus aufklären soll. Hawke spielt wie gewohnt stark und geht in dem manischen Cop total auf. Als verstörtes Mädchen Angela ist Emma Watson zu sehen, die ihre Filmkarriere nach den Harry-Potter-Streifen kontinuierlich ausbaut. Sie hat nicht viele Szenen, liefert auch eine starke Vorstellung ab. Die Schauspieler sind kein Thema, aber leider krankt der Film an anderen Sachen. Trotz des Satanismus-Themas kommt nie richtige Spannung auf, die Handlung plätschert so vor sich hin und die Auflösung ist - na ja - auch nicht der Burner, um es mal salopp zu sagen. Von da her halte ich 2 Sterne für angemessen, denn so bald man das Kino verlassen hat, hat man den Film bereits vergessen.

Kino-Info: Im kleinen Kino 11 sind am Dienstagabend mehr Leute als ich dachte.

Kinostart: 1.10.2015
Thriller
107 Min.
FSK: 16
53

 

 
Sicario

Sicario  

Regie: Denis Villeneuve. Darsteller: Emily Blunt (Kate Macer), Benicio Del Toro (Alejandro), Josh Brolin (Matt Graver), Victor Garber (Jennings), Jon Bernthal (Ted)

Inhalt: Der Drogenkrieg beherrscht seit Jahren den Grenzbereich zwischen Arizona und Mexiko. Nachdem die idealistische FBI-Agentin Kate Macer im Geheimversteck eines Drogenkartells einen grausamen Fund macht, meldet sie sich zu einer internationalen Task-Force um Jagd auf die Drahtzieher zu machen. Ihr erster Einsatz führt Kate direkt in das umkämpfte Grenzgebiet, wo sich ein routinierter Gefangenentransfer innerhalb von Sekunden als gefährlicher Hinterhalt entpuppt. Nur durch die Hilfe des ebenso skrupellosen wie kampferprobten Söldners Alejandro kann sie entkommen. Bei der nächsten Geheimoperation trifft sie Alejandro wieder, der wie sie Bestandteil einer Spezialeinheit ist. Doch bald wird klar, dass er zusammen mit anderen Mitstreitern eigene Pläne verfolgt.

Mein Eindruck: Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve hat schon mit "Prisoners" (2013) einen Film rausgehauen, der mir super gefallen hat. Auch sein neustes Werk, "Sicario", hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Er erzählt eine packende Story um eine FBI-Agentin (Emily Blunt), die Teil einer Spezialeinheit wird, um den mexikanischen Drogenkrieg zu bekämpfen. Dummerweise ist sie nur Mittel zum Zweck und sie muss erkennen, dass sie machtlos den Machenschaften der Regierung ausgeliefert ist. Emily Blunt, bekannt aus dem Zukunftsthriller "Edge of Tomorrow", spielt die Agentin großartig. Ihre Darstellung ist sehr intensiv und glaubhaft, sie erinnert ein wenig an Jessica Chastains Rolle in "Zero Dark Thirty". Benicio Del Toro ("Traffic - Die Macht des Kartells") liefert ebenso eine Top-Darstellung als zwielichtiger Berater ab, während Josh Brolin ("No Country for Ole Men") eher den lässigen Typ darstellt. "Sicario" ist nicht nur von den Schauspielern erste Sahne, auch Kamera und Musik machen den Film zu einem Top-Thriller. Allein die Kamerafahrten über die amerikanisch-mexikanische Grenze sind den Eintritt wert. Regisseur Villeneuve liefert mit "Sicario" einen knallharten Drogenkrimi ab, der die Zuschauer in den Bann zieht - ohne dabei die US-Amerikaner als Heilige aussehen zu lassen.

Kino-Info: Am Tag der Deutschen Einheit ist Kino 3 um 17 Uhr mäßig gefüllt.

Kinostart: 1.10.2015
Thriller, Drama
122 Min.
FSK: 16
52

 

 
Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste

Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste (3D)  

Regie: Wes Ball. Darsteller: Dylan O'Brien (Thomas), Kaya Scodelario (Teresa), Thomas Brodie-Sangster (Newt), Ki Hong Lee (Minho), Aidan Gillen (Janson), Giancarlo Esposito (Jorge), Rosa Salazar (Brenda), Jacob Lofland (Aris Jones)

Inhalt: Nach dem Entkommen aus dem Labyrinth sind Thomas und seine Mitstreiter noch immer nicht in Sicherheit. Stattdessen wartet eine neue Herausforderung auf sie: Betrogen von der geheimnisvollen Organisation WCKD landen sie in der Brandwüste, einer trostlosen Landschaft, in der sie sich erneut unglaublichen Gefahren stellen müssen. Die Gruppe um Thomas verbündet sich mit Widerstandskämpfern, auf die sie treffen, um die schockierenden Pläne der mächtigen Institution WCKD zu enthüllen und das Rätsel, um die Brandwüste und warum sie hier sind zu lösen.

Mein Eindruck: Letztes Jahr lief Teil 1 von "Maze Runner" im Kino. Am Ende des Films sind einige Jugendliche aus dem Labyrinth entkommen. Teil 2 setzt genau dort an und erzählt die Story nahtlos weiter. Dieses Mal verschlägt es die Auserwählten in die Brandwüste, wo sie einige Abenteuer zu bestehen haben. Es gibt kein richtiges Ende, denn erst in Teil 3 wird die ganze Geschichte aufklären. Der Mittelteil der Maze-Runner-Trilogie ist schnittig gemacht und ist phasenweise sogar spannend. Dylan und seine Gang sind permanent auf der Flucht: Entweder vor den Schergen von WCKD oder den zombieartigen Kreaturen der Wüste. Allerdings muss ich festhalten, dass die im Titel angesprochene Brandwüste eher mau daher kommt. Im Grunde haben die Teenies die zügig durchquert, so bedrohlich wie vorhergesagt (Ihr werdet keinen Tag da überleben) ist die gar nicht. Dafür gibt es einige Action in den zerstörten Städten. Da hat mir besonders die Glas-Fenster-Sequenz gefallen. Schauspielerisch ist nicht viel zu vermeldet, die Darsteller haben wenig Zeit für tiefergehende Erkenntnisse...man ist halt immer auf der Flucht. 3D hat (wieder mal) nicht gezogen, aber das ist normal heutzutage. Fazit: Der zweite "Maze Runner" toppt seinen Vorgänger, ist schneller und rasanter, hat aber im Endeffekt bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Kino-Info: Im großen Kino 7 verlieren sich am Mittwoch einige Zuschauer. Die 3D-Brillen wurden durch billigere Varianten ausgetauscht...kommt mir so vor...

Kinostart: 24.9.2015
Mystery, Abenteuer, Sci-Fi
130 Min.
FSK: 12
51

 

 
Life

Life  

Regie: Anton Corbijn. Darsteller: Robert Pattinson (Dennis Stock), Dane DeHaan (James Dean), Alessandra Mastronardi (Pier Angeli), Joel Edgerton (John Morris), Ben Kingsley (Jack Warner)

Inhalt: Für Jung-Fotograf Dennis Stock sind es harte Lehrjahre, als er 1955 in Los Angeles bei der Agentur Magnum anheuert. Mit immer wieder neuen Star-Fotografien von den Roten Teppichen der Traumfabrik buhlt er bei seinem Boss John Morris um Aufmerksamkeit und Anerkennung. Auf einer Party begegnet er dem aufstrebenden Jungschauspieler James Dean, von dem er sofort fasziniert ist. Eine Fotostrecke mit dem Nachwuchsstar, der kurz vor dem Durchbruch steht, soll Stock seinerseits zu einem Karrieresprung verhelfen und so begleitet er Dean von nun an bei beruflichen und privaten Anlässen mit der Kamera. Doch die Zusammenarbeit mit dem exzentrischen Mimen, mit dem Stock bald eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet, erweist sich als schwierig.

Mein Eindruck: Der Holländer Anton Corbijn ist ein Allround-Talent: Fotograf, Regisseur von Music-Videos oder Filmregisseur. Seine Filme (u.a. "Control" oder "The American") sind meistens ruhig erzählte Programmkinofilme. So auch sein neustes Werk "Life". Praktischerweise erzählt Corbijn hier die Geschichte eines Fotografen: Dennis Stock, hervorragend gespielt von "Twilight"-Star Robert Pattinson, macht 1955 einige Fotos mit James Dean (Dane DeHaan), die dann im Life-Magazin veröffentlicht werden. Corbijn geht auf die Beziehung dieser beiden Protagonisten ein und liefert ein interessantes Abbild der Zeit ab. Im Grunde kennt jeder die Legende James Dean, aber was steckt hinter dem Schauspieler, der nur 3 Filme gemacht hat und mit 24 Jahren gestorben ist? Dane DeHaan, der James Dean verkörpert, hat mir nicht so gefallen, irgendwie überzeugt er nicht so richtig. Robert Pattinson liefert als Dennis Stock eine Glanzleistung ab. Die Beziehung zwischen Stock und Dean ist schwierig und teilweise auch langweilig. Für mich hatte der Streifen einige Längen (z.B. die Sequenz im Zug nach Indiana hat mich relativ schnell gelangweilt). Andererseits gab es - gerade am Anfang - einige tolle Aufnahmen und Kameraeinstellungen. Da hat Corbijn natürlich ein Händchen für. Fazit: "Life" ist ein interessantes, ruhiges Bio-Pic mit einigen Schwächen, das die 50er Jahre gut widerspiegelt.

Kino-Info: Im Eulenspiegel ist selbst am Kinotag kaum was los. Ich sage mal, der Film zieht nicht.

Kinostart: 24.9.2015
Drama
112 Min.
FSK: ohne
50

 

 
Man lernt nie aus

Man lernt nie aus  

Regie: Nancy Meyers. Darsteller: Robert De Niro (Ben), Anne Hathaway (Jules), Rene Russo (Fiona), Andres Holm (Matt), JoJo Kushner (Paige), Andrew Rannells (Cameron)

Inhalt: Der 70-jährige Ben Whittaker fühlt sich in seinem Ruhestand nicht sonderlich erfüllt. Daher ergreift er eines Tages die Chance, als Senior-Praktikant bei einer erfolgreichen Mode-Website anzufangen. Deren Gründerin und Chefin Jules Ostin staunt nicht schlecht, als der rüstige Neuzugang zu seinem ersten Tag antritt. Doch während der Rentner anfangs noch ein wenig belächelt wird, erfreut er sich dank seiner charmanten und warmherzigen Art bei seinen neuen Kollegen bald großer Beliebtheit. Und auch für Jules wird Ben schnell zu einer wichtigen Stütze und einem guten Freund, auf den sie nicht mehr verzichten will.

Mein Eindruck: Der neue Film von Nancy Meyers ("Liebe braucht keine Ferien") bietet genau das, was man erwartet: Leichte Unterhaltung mit guten Darstellern, Herzschmerz inbegriffen. Robert De Niro, im wahren Leben 72 Jahre alt, spielt den 70-jährigen Ben, einen rüstigen Rentner, der als Praktikant in einer Internet-Startup-Firma anfängt. Er ist immer gut angezogen, stets pünktlich und höflich und wird schnell der Liebling von allen Angestellten. Er hat natürlich seine Probleme mit neuen Sachen wie Laptops oder Facebook, doch auf seine charmante Art meistert er alle Probleme. De Niro ist für die Rolle wie geschaffen, seine Darstellung macht den Film sehenswert. Seine junge Chefin Jules, gespielt von Anne Hathaway ("Interstellar"), kann ihn natürlich anfangs nicht leiden. Sie merkt aber im Laufe des Films, dass sie ohne seine Tipps den Firmen- und Privatstress nicht mehr bewältigen kann. Das ist nicht besonders originell, aber liebenswert. Leider fällt der Streifen am Ende aus dem Rahmen, denn die Ehekrise zwischen Jules und ihrem fremdgehenden Mann hätte man sich sparen können. Hätte man "man lernt nie aus" auf 100 Minuten gekürzt und die Sülzerei rausgelassen, dann wäre der Film richtig klasse gewesen. So gibt es Abzüge in der B-Note.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist Kino 4 ganz ordentlich gefüllt.

Kinostart: 24.9.2015
Tragikomödie
122 Min.
FSK: ohne
49

 

 
Southpaw

Southpaw  

Regie: Antoine Fuqua. Darsteller: Jake Gyllenhaal (Billy Hope), Rachel McAdams (Maureen Hope), Forest Whitaker (Tick Wills), Oona Laurence (Leila Hope), 50 Cent (Jordan Mains)

Inhalt: Halbschwergewichts-Weltmeister Billy Hope ist auf dem Gipfel des Erfolgs. Gerade hat der Boxer zum vierten Mal seinen Titel verteidigt und genießt mit seiner wunderbaren Familie ein Bilderbuchleben. Doch dann wirft ihn der tragische Tod seiner Frau Maureen aus der Bahn. Billy verliert sich in Alkohol und Drogen, bis ihm schließlich das Sorgerecht für seine Tochter und sein Haus weggenommen werden. Als er ganz am Boden angekommen zu sein scheint, bittet er den ehemaligen Boxer Tick, ihn zu trainieren. Der Coach schafft es, Billy nicht nur sportlich, sondern auch menschlich allmählich zu alter Stärke zurückzuführen.

Mein Eindruck: Boxer-Filme sind im Kino selten geworden. Jetzt hat sich Regisseur Antoine Fuqua ("The Equalizer") ans Thema rangemacht und ich muss sagen, sein "Southpaw" ist sehenswert. Dabei gibt es im und am Ring nix Neues: Die Story um den Niedergang von Boxweltmeister Billy Hope (Jake Gyllenhaal) ist bekannt und wurde schon x-mal erzählt, vor allem bei "Rocky". Der Film strotzt vor Klischees: ein Champion, der ganz von unten anfangen muss, um sein Leben in den Griff zu kriegen; ein Manager, der nur auf Geld aus ist; ein Familiendrama, von unser Held seine Tochter zurückgewinnen muss. Trotzdem ist der Streifen absolut sehenswert, und das liegt in erster Linie an Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal. Schon in "Nightcrawler" hat er eine beeindruckende Leistung hingelegt. Jetzt gibt er als prolliger Box-Weltmeister alles, auch körperlich. Er ist zwar im Ring siegreich, aber nach dem Kampf gibt es kaum Körperteile, die nicht schmerzen oder bluten. Seine Darstellung ist sehr intensiv und hinterlässt beim Zuschauer einen bleibenden Eindruck. Forest Whitaker ("96 Hours - Taken 3") gefällt ebenfalls als alternder Boxtrainer. Das Drehbuch stamm übrigens von Kurt Suttner, dem Schöpfer von "Sons of Anarchy". Fazit: "Southpaw" ist ein guter Boxer-Film, der unter die Haut geht.

Kino-Info: Der Film läuft konstant seit 4 Wochen im Kino. Am Dienstagabend war das kleine Kino 10 ganz ordentlich  gefüllt.  (Film 7 des Jubiläums-Tickets Cinemaxx)

Kinostart: 20.8.2015
Drama
125 Min.
FSK: 12
48

 

 
The Visit

Sneak: The Visit  

Regie: M. Night Shyamalan. Darsteller: Olivia DeJonge (Becca), Ed Oxenbould (Tyler), Deanna Dunagan (Nana), Peter McRobbie (Pop Pop), Kathryn Hahn (Mom)

Inhalt: Als eine junge Mutter von ihren Eltern gefragt wird, ob ihre Enkel eine Woche bei ihnen verbringen können, treten Rebecca und Tyler freudig die Zugfahrt zur abgelegenen Farm ihrer Großeltern an. Dort angekommen, verbringen die Vier zunächst einen harmonischen und spaßigen Tag miteinander. Lediglich die strenge Vorgabe des Großvaters, das Zimmer nach 21.30 Uhr nicht mehr zu verlassen, lässt die beiden Kinder etwas stutzig werden. Doch schon wenig später müssen sie feststellen, dass die Regel nicht ohne Grund existiert. Als die Geschwister nachts merkwürdige Geräusche hören und deren Ursprung auf den Grund gehen wollen, beobachten sie, wie ihre Großmutter sich äußerst sonderbar verhält. Ihr Großvater tut dies am nächsten Tag als Lappalie ab. Doch auch tagsüber benehmen sich die beiden Senioren immer unheimlicher und bedrohlicher, sodass Rebecca und Tyler schließlich daran zweifeln, ob sie je wieder nach Hause zurückkehren werden.

Mein Eindruck: Als die Titel des Sneak-Films liefen und man den Namen M. Night Shyamalan lesen konnte, ging ein Raunen durch den Saal. Viele Zuschauer, so wie ich auch, waren nicht erfreut, denn der Regisseur genießt keinen guten Ruf mehr. Sein erster Film, "The Sixth Sense", war ein absoluter Brecher. Die Story war super, man wurde als Zuschauer pausenlos verarscht und das Einspielergebnis war astronomisch. Leider konnte Shyamalan diesen Erfolg nie wiederholen. Schlimmer noch, seine späteren Filme (u.a. "The Happening" oder "After Earth") waren einfach furchtbar. Ich wollte sein neustes Werk, "The Visit", niedermachen. Allerdings habe ich eine Nacht drüber geschlafen und hab meine Meinung geändert. Okay, einige Sachen haben mir bei seinem neusten Streich nicht gefallen (vor allem die wacklige Kamera ging mir auf den Sack), aber es gibt auch viel Gutes. Shyamalan hat neben einigen guten Schock-Effekten viele Gags eingebaut, die im Kino echt gut ankamen. Ich hab schon Komödien gesehen, wo weniger gelacht wurde. Außerdem weiß man als Zuschauer nicht so recht, was in dem Haus von Oma und Opa abgeht. Sieht zuerst alles nach Dämonen aus, ist es aber nicht. Dann gibt es eine der härtesten Szenen, die ich je im Kino gesehen habe. Es fließt kein Blut, aber die Zuschauer im Saal sind vor Ekel zusammengezuckt (Stichwort: Windel). Die Darstellung der Kinder ist ordentlich, die Großeltern überzeugen mehr. Vor allem Oma ist nicht ohne, und man behält die Ofen-Szene in Erinnerung. Regisseur Shyamalan hat den Film für 5 Millionen Dollar gemacht, ohne Groß-Studio und Druck. Er hätte den Film auch als reinen Schocker bringen können oder als reine Komödie. So wie er jetzt ist funktioniert "The Visit" am besten. Im Endeffekt war die Sneak gar nicht so schlecht...

Kino-Info: Die Sneak am Montag im Cinemaxx war so gut wie ausverkauft. Es kamen noch Leute ins Kino rein, als der Film schon lief. So kam es zu folgender Situation: Einige Zuschauer kommen rein, während einige das Kino schon verlassen haben. Die hatten wohl einen anderen, besseren Film erwartet. So gab es in den ersten Filmminuten ein rein-und-raus, was ich so noch nie gesehen habe. (Film 6 des Jubiläums-Tickets Cinemaxx)

Kinostart: 24.9.2015
Horror, Komödie
94 Min.
FSK: 12
47

 

 
The Transporter Refueled

The Transporter Refueled  

Regie: Camille Delamarre. Darsteller: Ed Skrein (Frank Martin), Ray Stevenson (Frank Senior), Loan Chabanol (Anna), Gabriella Wright (Gina), Tatiana Pajkovic (Maria), Wenxia Yu (Qiao, Radivoje Bukvic (Arkady Karasov), Noémie Lenoir (Maissa)

Inhalt: Knallhart, zuverlässig und immer pünktlich: in der kriminellen Unterwelt von Frankreich ist Frank Martin nur als der "Transporter" bekannt - der beste Fahrer, den man für Geld kaufen kann. Wenn der Preis stimmt, bringt Frank alles an seinen Bestimmungsort. Dabei arbeitet er streng nach drei ganz einfachen Regeln: keine Namen, keine Fragen und keine Nachverhandlungen. Doch dann begegnet er der so geheimnisvollen wie verführerischen Anna. Die Anführerin einer Söldnertruppe macht auf ihrer persönlichen Mission, eine Bande russischer Menschenhändler auszuschalten, vor nichts halt. Und weil sie weiß, dass Frank der beste Mann für diesen Job ist, versucht sie, ihn mit einer sehr überzeugenden Methode zu einer Zusammenarbeit zu bewegen: Sie nimmt Franks Vater als Geisel. Wohl oder übel müssen die beiden nun mit Anna kooperieren und den Kampf gegen die brutalen Gangster aufnehmen.

Mein Eindruck: Jetzt gibt es auch beim Transporter ein Reboot: Statham ist raus, Skrein ist drin. Doch das ist das große Problem des Films: Der neue Transporter kackt gegenüber dem alten ganz schön ab. Es geht wie gewohnt weiter: Frank Martin ist der beste Fahrer, den sich die Unterwelt leisten kann. Er transportiert alles nach seinen Regeln. Und da geht es schon los: Jason Statham hat seine Regeln befolgt, Ed Skrein nicht. Es ist unpünktlich und lässt seine Kunden warten - ein Unding. Machen wir uns mal nix vor: Der neue Transporter ist zwar körperlich top fit, er hat aber überhaupt keine Ausstrahlung. Statham ist auch kein begnadeter Schauspieler, aber er füllte die Rolle gut aus und hatte jede Menge Charisma. Die Story um die Callgirl-Gang, die an einem russischen Ganoven Rache nimmt, strotzt nicht vor Originalität. Die Actionsequenzen sind ganz nett. Die Verfolgungsjagd Audi gegen die Polizei ist zwar recht schnittig, aber so was habe ich schon vor Jahren gesehen. Ansonsten ist nicht viel zu sagen. Man sollte den Transporter jetzt ruhen lassen. Die 3 Statham Filme waren ganz nett, die TV-Serie konnte man in die Tonne kloppen und das Reboot braucht kein Mensch.

Kino-Info: Am Dienstag-Abend ist Kino 4 halbwegs gefüllt. (Film 5 des Jubiläums-Tickets Cinemaxx)

Kinostart: 3.9.2015
Thriller, Action
97 Min.
FSK: 12
46

 

 
Hitman - Agent 47

Hitman - Agent 47  

Regie: Aleksander Bach. Darsteller: Rupert Friend (Agent 47), Hannah Ware (Katia), Zachary Quinto (John Smith), Ciarán Hinds (Litvenko), Thomas Kretschmann (Le Clerq), Jürgen Prochnow (Tobias), Rolf Kanies (Dr. Delriego)

Inhalt: Agent 47 ist ein Elite-Killer, der gentechnisch zur perfekten Tötungsmaschine verändert wurde. Er kann nur durch die letzten beiden Nummern eines Barcodes, der auf seinen Nacken tätowiert ist, erkannt werden und ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung an siebenundvierzig vorhergehenden Agentenklonen - ausgestattet mit beispielloser Stärke, Schnelligkeit, Ausdauer und Intelligenz. Sein aktuelles Zielobjekt ist ein Mega-Konzern, der versucht die Forschungsdetails um die Agent 47 herauszufinden. Die mächtige Firma plant eine Armee aus Killern zu erschaffen, die sogar die Fähigkeiten von Agent 47 noch übertreffen. Um das zu verhindern und um die skrupellosen Feinde aufzuhalten, verbündet sich Agent 47 mit einer jungen Frau, die all diese Geheimnisse zu kennen scheint.

Mein Eindruck: 2007 gab es den ersten Hitman-Film mit Timothy Olyphant in der Hauptrolle. Damals habe ich 2 1/2 Sterne vergeben, genau wie heute, denn der neue Hitman-Film hat mich nicht wirklich überzeugt. Die Hauptrolle spielt dieses Mal Rupert Friend, bekannt durch die TV-Serie "Homeland". Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe immer Orlando Bloom in ihm gesehen - was nicht gerade schmeichelhaft ist. Der Film spielt in Berlin und Singapur. Die Anfangssequenzen aus Berlin fand ich recht langweilig. Erst als unser Duo Agent 47 & Katia in Singapur ankommen nimmt der Streifen mehr Fahrt auf. Die Action-Sequenzen im Matrix-Stil sind ganz ordentlich. Auch 'Mr.Spock' Zachary Quinto ist als Gegenspieler ganz nett. Trotzdem wirkt der Film für mich unrund. Vielleicht liegt es an der mauen Story oder daran, dass so gut wie keine Spannung aufkommt. Außerdem sind bei mir keine Sympathien für unseren Super-Agent aufgekommen. Okay, er ist mehr Killermaschine als Mensch, aber irgendwie ist mir egal, was mit ihm passiert. Das Ende ist offen und deutet auf einen weiteren Teil hin. Ob es dazu kommt? Kommt drauf an, wie viel Kohle der neue Hitman an der Kinokasse einspielt.

Kino-Info: Kino 5 ist am Donnerstag-Abend mäßig gefüllt. Nervig: Die Spackos rechts neben mir. (Film 4 des Jubiläums-Tickets Cinemaxx)

Kinostart: 27.8.2015
Thriller, Action
97 Min.
FSK: 16
45

 

 
Ricki - Wie Familie so ist

Sneak: Ricki - wie Familie so ist  

Regie: Jonathan Demme. Darsteller: Meryl Streep (Ricki), Kevin Kline (Pete), Rick Springfield (Greg), Mamie Gummer (Julie), Audra McDonald (Maureen), Sebastian Stan (Josh)

Inhalt: Ricki hat ihren Mann und ihre drei Kinder verlassen, weil sie Karriere als Musikerin machen wollte. Nun sind 20 Jahre vergangen. Ihre Karriere ist nie richtig ins Rollen gekommen. Nachts tritt sie mit ihrer Band in einer kleinen Bar auf, tagsüber arbeitet sie als Kassiererin. Unvermutet ruft ihr Exmann Pete mit der Nachricht an, dass ihre gemeinsame, erwachsene Tochter psychisch am Ende ist. Also macht sich Ricki auf den Weg in die Provinz nach Indiana, um ihre Familie zu treffen, die sie kaum gesehen hat. Das Wiedersehen fällt entsprechend frostig aus.

Mein Eindruck: Eine weitere Sneak im Cinemaxx beschert mir dieses Mal den neuen Film von Jonathan Demme. Der hat schon in den 80/90ern tolle Filme gemacht: "Gefährliche Freundin", "Die Mafiosi-Braut" und sein Meisterstück "Das Schweigen der Lämmer". Demme ist in den letzten Jahren nicht untätig gewesen, aber sein letzter Spielfilm als Regisseur war "Rachels Hochzeit" (2008). Jetzt präsentiert er Meryl Streep in einer ungewöhnlichen Rolle, nämlich als gealterte Rock-Röhre. Im Grunde kann Meryl Streep alles spielen, und auch als Rockmusikerin, die mit ihrer Band in einer kleinen Klitsche auftritt, weiß sie zu gefallen. Eine Familien-Krise bringt sie zurück zu Mann und Kindern - diese hatte sie 20 Jahre zuvor wegen ihrer Karriere verlassen. Jetzt ist Ricki als Mutter gefragt, denn ihre Tochter ist am Boden zerstört und wollte Selbstmord begehen. "Ricki - Wie Familie so ist" lebt von der Darstellung Meryl Streeps. Sie passt so gar nicht in die Welt ihrer Kinder und des Ex-Mannes hinein. Trotzdem gibt sie ihr Bestes, um ihrer Tochter (toll gespielt von ihrer wahren Tochter Mamie Gummer) zu helfen. Nach kleineren Rückschlägen endet der Film (natürlich) in einem Happy-End. Meryl Streep singt einige Songs in dem Film, und die richtig gut. Ihr zur Seite steht ein gewisser Rick Springfield, den die älteren von uns als Musiker aus den 80ern noch kennen. Kurzum: "Ricki" ist ein durchschnittlicher Film, oft vorhersehbar, mit guten Darstellern und Musikeinlagen, die sich sehen lassen können. Persönlich hätte der ein bisschen lustiger bzw. schräger sein können.

Kino-Info: Die Sneak im kleinen Kino 11 war gut gefüllt. Es gab sogar ein kleines Gewinnspiel mit dem Chef persönlich. Witzig: ca. 3/4 der Zuschauer haben das Jubiläums-Ticket. (Film 3 des Jubiläums-Tickets Cinemaxx)

Kinostart: 3.9.2015
Drama, Komödie, Musik
102 Min.
FSK: ohne
44

 

 
Straight Outta Compton

Straight Outta Compton 

Regie: F. Gary Gray. Darsteller: O'Shea Jackson Jr. (Ice Cube), Corey Hawkins (Dr. Dre), Jason Mitchell (Eazy-E), Neil Brown Jr. (Dj Yella), Aldis Hodge (MC Ren), Marlon Yates Jr. (The D.O.C), R. Marcos Taylor (Suge Knight), Paul Giamatti (Jerry Heller)

Inhalt: 1986 gründen die fünf Freunde und Rapper Dr. Dre, Ice Cube, Eazy-E, DJ Yella und MC Ren die Hip-Hop-Crew N.W.A ("Niggas Wit' Attitudes") unter Vertrag von Eazy-Es neuem Label Ruthless Records. Nach dem Erfolg ihrer ersten Single sieht der Musik-Manager Jerry Heller Potenzial in ihnen, worauf Eazy-E ihn überreden kann, der Manager von N.W.A zu werden. Die Crew bekommt ihr nötiges Equipment zur Aufnahme vom Plattenlabel Priority Records, womit sie ihr erstes Album "Straight Outta Compton" produzieren. Zu diesem Zeitpunkt, hat nur Eazy-E ein Vertrag vom Label bekommen, die anderen warten noch darauf. Nachdem "Straight Outta Compton" veröffentlicht und ein riesiger Erfolg geworden war, startet N.W.A eine Tournee durch die USA. Auf dieser Tournee stellt sich die Gruppe mehreren Protesten.

Mein Eindruck: Mit Rap / Hip-Hop hab ich nicht viel am Hut. Ich kenne die gängigen Hits und Künstler, mehr nicht. Deshalb fand ich es interessant, den Werdegang von Dr.Dre oder Ice Cube im Kino mitzuerleben. Natürlich ist eins klar: So wie im Film war es in der Realität nicht, dafür ist es ein Spielfilm, der nur das zeigt, was gezeigt werden soll. Trotzdem bekommt man einen guten Eindruck davon, was damals ab Mitte der 80er Jahre in Compton (Stadtteil von Los Angeles) abging. So erschaffen die Freunde Dr. Dre, Ice Cube und Eazy-E die Gruppe NWA, die den harten Gangsta-Rap gesellschaftsfähig macht. Sehr gut haben mir die jungen Darsteller gefallen, allesamt unbekannt, die in ihren Rollen aufgehen und sie glaubhaft rüberbringen. O'Shea Jackson Jr., der wirkliche Sohn von Ice Cube, spielt seinen Vater - die Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen. Der einzige Star des Film ist Paul Giamatti ("Sideways"), der als weißer Produzent die Geschicke der Band führt. Der Rap-Streifen ist durch und durch ein Männerfilm, Frauen spielen nur kleine Nebenrollen. "Straight Outta Compton" läuft 147 Minuten, und die sind nie langweilig. Sehr gut sind die (wenigen) Live-Auftritte gefallen, bei denen die Dynamik der Songs brachial rüberkommt. Da muss man kein Rap-Fan sein um das gut zu finden. Wahrscheinlich geht durch die deutsche Übersetzung einiges flöten, aber damit kann ich gut leben. Ich kann den Film nur empfehlen.

Kino-Info: In der frühen Nachmittagsvorstellung verlaufen sich knapp 10 Leute. Bei 147 Minuten Laufzeit ist mir der Film am Abend zu lang. (Film 2 des Jubiläums-Tickets Cinemaxx)

Kinostart: 27.8.2015
Biographie, Musik, Drama
147 Min.
FSK: 12
43

 

 
Self/less - Der Fremde in mir

Self/less - Der Fremde in mir 

Regie: Tarsem Singh. Darsteller: Ryan Reynolds (Young Damian), Natalie Martinez (Madeline), Matthew Goode (Albright), Ben Kingsley (Damian), Victor Garber (Martin), Derek Luke (Anton)

Inhalt: Auch immenser Erfolg und Reichtum bieten ihm keine Garantie für ein langes, gesundes Leben: Als der milliardenschwere Unternehmer Damian erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, begibt er sich in die Hände einer geheimen Organisation. Um seine Lebenszeit zu verlängern, lässt er sein Bewusstsein in einen anderen, jüngeren Körper übertragen. "Shedding" nennt sich das ebenso geheime wie teure Verfahren. Das Experiment glückt und der wieder junge Damian beginnt unter seiner neuen Identität "Edward" und in einer anderen Stadt, die gewonnene Zeit in vollen Zügen zu genießen. Doch die neue Welt bekommt Risse, als er von wirren Träumen geplagt wird - Erinnerungen an ein Leben, das nicht sein eigenes ist.

Mein Eindruck: Die Filme von Regisseur Tarsem Singh waren immer sehr visuell: Von "The Cell" (2000) über "The Fall" (2006) bis hin zu "Spieglein Spieglein" (2012) - seine Werke bieten außergewöhnliche opulente Optik. Seine neuster Streifen "Self/less" hält sich da zurück, für Singh-Verhältnisse ist er relativ unspektakulär. Das Thema ist nicht neu, man denke da an "Face/Off" (1997), der schon so ähnlich klingt: Ein reicher Unternehmer lässt seinen Geist in einen frischen Körper transferieren. Nach kleineren Rückschlägen läuft alles super, doch die Sache hat einen Haken: Im neuen Körper hat schon jemand gelebt, und das führt zu Komplikationen. Ben Kingsley ("Iron Man 3") spielt den alten Damien. Er hat nur wenig Leinwandpräsenz, denn schon nach wenigen Minuten schlüpft er in seinen neuen Körper. Jetzt ist Ryan Reynolds ("The Green Lantern") am Zug. Er spielt seine Rolle routiniert, mehr aber auch nicht. Die Story ist gut erzählt und sie nimmt im Laufe der Handlung immer mehr Fahrt auf. Trotzdem haut sie mich nicht vom Sessel. Für mich ist alles Durchschnitt, von den schauspielerischen Leistungen über Thrillersequenzen bis hin zur Kameraführung. Man kann sich "Self/less" gut im Kino anschauen, der Film bietet solide Unterhaltung, ein wirkliches Highlight ist der Film aber nicht.

Kino-Info: Ab heute gibt es das Jubiläums-Ticket im Cinemaxx. Also direkt zugeschlagen und den ersten Film abgearbeitet. Kino 6 war relativ leer.

Kinostart: 20.8.2015
Thriller, Sci-Fi, Drama
118 Min.
FSK: 12
42

 

 
Vacation - Wir sind die Griswolds

Vacation - Wir sind die Griswolds 

Regie: John Francis Daley, Jonathan M. Goldstein. Darsteller: Ed Helms (Rusty Griswold), Christina Applegate (Debbie Griswold), Skyler Gisondo (James Griswold), Steele Stebbins (Kevin Griswold), Chris Hemsworth (Stone Crandall), Leslie Mann (Audrey Crandall), Chevy Chase (Clark Griswold), Beverly D'Angelo (Ellen Griswold)

Inhalt: Rusty Griswold kommt ganz nach seinem Vater. Um den Familienzusammenhalt zu stärken, möchte er gemeinsam mit seiner Frau Debbie und ihren beiden Söhnen Jack und Kevin einen spaßigen Ferienausflug unternehmen. Ziel der langen Reise ist der beliebte Familien-Freizeitpark Walley World. Dorthin hat er schon 30 Jahre zuvor als Kind eine ebenso chaotische wie unvergessliche Odyssee mit seinen Eltern hinter sich gebracht. Und auch diesmal läuft so gut wie nichts nach Plan.

Mein Eindruck: Ich hätte nicht mehr gedacht, dass es einen weiteren Teil mit der Chaos-Familie Griswold geben wird. 1983 starteten "Die schrillen Vier auf Achse" im Kino, es folgten 3 weitere Teile, in denen Chevy Chase und Beverly D'Angelo die Hauptrollen spielten. Jetzt hat Sohn Rusty das Ruder übernommen und er will mit seiner Familie den Trip nach Walley World durchziehen - genau wie anno 1983. Meine Erwartungshaltung hielt sich sehr in Grenzen, der Trailer bestärkte den Eindruck. Nachdem ich den Film jetzt kenne, muss ich mich korrigieren, den der neue Griswold-Streifen ist besser als erwartet. Das liegt vor allem an dem Auto, dass Rusty für den Trip mietet: Der Tartan Prancer - ein Plug-In-Hybrid-Van aus Albanien, der alles bietet, sogar eine Hakenkreuz-Taste. Abgerundet wird der Wagen durch das Navi, dass vorwiegend in koreanisch zu einem spricht. Ohne den Prancer wäre der Film nur halb so lustig, denn viele der anderen Gags sind eher mau. Mir persönlich hat Christina Applegate ("Dumpfbacke") sehr gefallen, als sie ihren alten College-Sauf-Parcour durchläuft (mehr schlecht als recht). Man merkt natürlich, dass sich die Gags bei den Griswolds stark verändert haben: War Teil 1 noch ein harmloser Familienspaß, so bietet der 2015er Streifen derben Brachialhumor, bei dem eine Kuh zermatscht wird und die Familie in einem Jauche-Tümpel gurgelt. So ändern sich die Zeiten. Fazit: Trotz einiger Schwächen hat mir Teil 5 der Griswold-Saga gefallen.

PS: Die Rolle des Rusty Griswold wurde bislang in jedem Film von einem anderen Schauspieler dargestellt: Anthony Michael Hall, Jason Lively, Johnny Galecki (jawoll, Leonard Hoffstatter!), Ethan Embry und aktuell Ed Helms.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war das Kino 3 recht leer - vielleicht auch wegen dem sommerlichen Wetter...

Kinostart: 20.8.2015
Komödie
99 Min.
FSK: 12
41

 

 
Codename U.N.C.L.E.

Codename U.N.C.L.E. 

Regie: Guy Ritchie. Darsteller: Henry Cavill (Solo), Armie Hammer (Illya), Alicia Vikander (Gaby), Elizabeth Debicki (Victoria), Luca Calvani (Alexander), Hugh Grant (Waverly)

Inhalt: Anfang der 1960er Jahre: Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges kommt es zu einer brisanten Zusammenarbeit zwischen den zwei Supermächten USA und Sowjetunion: CIA-Agent Napoleon Solo und KGB-Spion Illya Kuryakin sind gezwungen, die Feindseligkeiten ruhen zu lassen, um gemeinsam gegen ein geheimnisvolles internationales Verbrechersyndikat mit Verbindung zu Nazis vorzugehen, das eine Atomwaffe besitzt und somit das Gleichgewicht der Supermächte bedroht. Bei der Mission sind die Agenten auf die Hilfe der Tochter eines verschwundenen deutschen Wissenschaftlers angewiesen: Gaby Teller. Nur sie ist in der Lage, Solo und Kuryakin in das Syndikat einzuschleusen. Zusammen mit Teller machen sich die zwei Spione an die Arbeit.

Mein Eindruck: Regisseur Guy Ritchie hat ein Problem: Sein erster Film, "Bube, Dame, König, grAS", war sein bester, und die Qualität dieses Streifens hat er nie wieder erreicht. Okay, seine Sherlock Holmes Filme mit Robert Downey Jr. haben ordentlich Kasse gemacht, aber irgendwie war bei ihm die Luft raus. Umso erstaunter bin ich jetzt, denn sein neuester Film "Codename U.N.C.L.E." hat mir gut gefallen. Manchmal wirkt der Film eher wie ein Tarantino-Streifen, vor allem wenn coole Musik gespielt wird und die stylische Umgebung perfekt dazu passt. "Codename U.N.C.L.E." basiert auf der TV-Serie "Solo für ONCLE", die von 1964 bis 1968 lief. Der Name Napoleon Solo ist mir ein Begriff, aber ich habe keine Erinnerung an diese Serie oder an die späteren Kinofilme. Also konnte ich ganz entspannt an die Neuverfilmung rangehen. Der Film spielt in den 60ern. Der kalte Krieg zwischen den USA und der UdSSR spitzt sich zu. Die beiden Top-Agenten Solo (Superman-Darsteller Henry Cavill) und Illya (Lone Rider Armie Hammer) müssen widerwillig zusammenarbeiten, um die Welt zu retten. Die Beziehung der beiden ist frostig, aber da sie sich gegenseitig brauchen, raufen sie sich zusammen. Abgerundet wird das Duo durch Gaby (Ex_Machina Alicia Vikander), die den beiden auf die Sprünge hilft. "Codename U.N.C.L.E. bietet alles, was ein guter Agentenfilm braucht und bringt der Zuschauer zurück in die 60er Jahre - von Ost-Berlin nach Italien. Der Humor kommt nicht zu kurz, die Action ist ansehnlich, die Darsteller cool und überheblich, die Schurken diabolisch - was will man mehr?

Kino-Info: Schnell noch ins Kino, bevor der Film zu bekackten Startzeiten (21:15) gezeigt wird.

Kinostart: 13.8.2015
Komödie, Action, Spionage
117 Min.
FSK: 12
40

 

 
Fantastic Four

Fantastic Four 

Regie: Josh Trank. Darsteller: Miles Teller (Reed Richards), Michael B. Jordan (Johnny Storm), Kate Mara (Sue Storm), Jamie Bell (Ben Grimm / The Thing), Toby Kebbell (Victor von Doom / Dr. Doom), Reg E. Cathey (Dr. Franklin Storm), Tim Blake Allen (Dr. Allen)

Inhalt: Sieben Jahre, nachdem er als Schüler für seine Experimente verspottet wurde, baut Reed Richards im Auftrag seines Förderers Dr. Storm eine bahnbrechende Maschine, die Besuche in andere Dimensionen möglich macht. Doch die erste Reise ins Unbekannte endet in einer Katastrophe. Reed entwickelt, wie auch Storms Tochter und Sohn, Superkräfte, die unkontrollierbar wirken. Noch schlimmer trifft es Reeds Jugendfreund Ben, der zu einem Monstrum mutiert, und Richards' Kollegen Victor Doom, der in der fremden Welt zurückgelassen werden muss.

Mein Eindruck: 2005 und 2007 waren 'Die fantastischen 4" bereits auf der Kinoleinwand zu sehen. Die beiden Verfilmungen gelten unter Comic-Fans als Flops, mir haben sie allerdings ganz gut gefallen. Jetzt wird die Geschichte neu gestartet. In dem Film von "Chronicle"-Regisseur Josh Trank starten Miles Teller ("Whiplash"), Michael B. Jordan ("Chronicle"), Kate Mara ("House of Cards") und Jamie Bell ("Billy Eliott") als neue Superhelden wider Willen. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Filmen ist jetzt alles viel ernster und düsterer - dummerweise aber auch viel langweiliger. Der Streifen braucht eine Menge Zeit, bis die 4 mit Superkräften ausgestattet werden. Dann dauert es noch mal eine Weile, bis sie diese Kräfte akzeptieren, und erst am Ende des Films gibt es eine größere Actionsequenz. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Streifen kommt nicht aus dem Quark. Elendig lange wird im Keller an der Maschine gebastelt, später sitzen unsere Helden in dem Forschungsinstitut fest, ein Kontakt mit der Außenwelt gibt es nicht. Der fremde Planet, wo der Showdown stattfindet, reist einen auch nicht vom Hocker. Der böse Gegenspieler, Dr. Doom, sieht eher wie eine Knallcharge als ein Superschurke aus. Immerhin wurde der Zuschauer nicht mit 3D genervt, das wäre hier auch vollkommen unnütz gewesen. "Fantastic Four" ist langweilig und plätschert ohne große Spannung vor sich hin. Die Jung-Darsteller können ihren Figuren kein Leben einhauchen, trotz langer Einführungsphase. Ich kann die miesen Kritiken zu dem Film verstehen und denke mir, dass der floppen wird.

Kino-Info: Die fantastischen 4 laufen noch nicht mal im großen Kino, und an der Zuschauerzahl weiß ich auch, warum.

Kinostart: 13.8.2015
Comic, Action, Sci-Fi
101 Min.
FSK: 12
39

 

 
Mission: Impossible - Rogue Nation

Mission: Impossible - Rogue Nation 

Regie: Christopher McQuarrie. Darsteller: Tom Cruise (Ethan Hunt), Jeremy Renner (William Brandt), Simon Pegg (Benji Dunn), Rebecca Ferguson (Ilsa Faust), Ving Rhames (Luther Stickell), Sean Harris (Solomon Kane), Alec Baldwin (Alan Hunley)

Inhalt: Nachdem das Pentagon die Impossible Missions Force aufgelöst hat, ist Ethan Hunt auf sich allein gestellt. Doch gerade jetzt hat der ehemalige IMF-Agent die Spur der geheimnisvollen und hochgefährlichen Organisation "Syndikat" aufgenommen, die sich schon bald als sein mächtigster Gegner erweisen soll. Aus dem Untergrund heraus operiert das "Syndikat" mit bestens ausgebildeten Spezialagenten und diese scheinen Hunt immer einen Schritt voraus zu sein – und ihre Mission ist teuflisch: Sie wollen durch gezielte Anschläge eine neue Weltordnung schaffen und alle ehemalige Mitglieder der IMF auslöschen, um ihre Pläne ungestört verwirklichen zu können.

Mein Eindruck: Auch wenn Tom Cruise Scientologe ist, seine Filme haben mir immer gefallen. 2011 hat er mit dem vierten "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" einen Top-Action-Film rausgehauen, der mir mit der Zeit noch besser gefallen hat. Gerade die Action-Sequenz in Dubai war erste Sahne. Der neue M:I kann mithalten, wenn auch anders. Etwas enttäuscht war ich mit der Start-Sequenz: Hier sieht man, wie Ethan Hunt (Cruise) an der russischen Frachtmaschine hängt und wartet, bis Benji die Tür aufmacht. Diese Szene hatte ich eigentlich am Schluß erwartet, sozusagen als Action-Höhepunkt. Egal. Ein Highlight des Films ist das Attentat in der Wiener Staatsoper. Unter der Musik von Turandot (super: "Nessun Dorma") muss Ethan Hunt gegen 3 feindliche Agenten sich und den österreichischen Premierminister retten. Nicht umsonst loben alle Kritiker die Szene, die stark an Hitchcock ("Der Mann, der zuviel wußte") erinnert und die mit der des Meisters locker mithalten kann. Die weitere Action ist spektakulär und natürlich unmöglich - kein Mensch kann das alles bewältigen, aber Tom Cruise nimmt man das ab. Mir hat auch die Motorradverfolgung in Marokko sehr gut gefallen: Man hat das Gefühl, mit den Protagonisten mitzufahren - und das ohne das störende 3D. Neben Simon Pegg und Jeremy Renner, die wie gewohnt gut spielen, gefällt Newcomerin Rebecca Ferguson als Agentin Ilsa Faust. Fazit: Ich kann mit M:I gut leben, die Filme sind immer Highlights für mich gewesen.

Kino-Info: Kino 1 ist ganz gut gefüllt, aber bei einem sonnigen 30 Grad Donnerstag haben wohl einige auf den Kinobesuch verzichtet. Blöd: Cinemaxx macht bei der Abendvorstellung eine Pause! Außerdem hat das Bild leicht geflackert - das darf eigentlich nicht passieren.

Kinostart: 6.8.2015
Action, Thriller
132 Min.
FSK: 12
38

 

 
Margos Spuren

Margos Spuren 

Regie: Jake Schreier. Darsteller: Nat Wolff (Quentin), Cara Delevingne (Margo), Austin Abrams (Ben), Justice Smith (Radar), Halston Sage (Lacey), Jaz Sinclair (Angela)

Inhalt: Die geheimnisvolle Margo ist für Quentin das begehrenswerteste Mädchen an seiner Schule. Für eine Nacht wird Quentins Traum wahr und die beiden ziehen um die Häuser. Am nächsten Tag ist Margo verschwunden - aber nicht ohne versteckte Hinweise zu hinterlassen. Die Suche nach ihr entwickelt sich für Quentin und seine Freunde zu einem aufregenden und spannenden Abenteuer, das sie quer durch die USA führt.

Mein Eindruck: Von Bestsellerautor John Green wurde bereits "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" verfilmt und der Film war sehr erfolgreich an der Kinokasse. Jetzt kommt sein dritter Roman, "Paper Towns" auf die große Leinwand, auf deutsch heißt er "Margos Spuren". Im Mittelpunkt steht der Teenager Quentin, kurz 'Q', der vor seinem Highschool-Abschluß steht. Bis jetzt ist er kein Risiko eingegangen, sein Leben verläuft in den üblichen, langweiligen Bahnen. Dann wendet sich das Blatt: Margo, die schon seit ewigen Zeiten im Nachbarhaus wohnt und in die er seit ihrer Ankunft heimlich verliebt ist, nimmt ihn mit auf einen nächtlichen Rachefeldzug. Diese Nacht ist das beste, was Q in seinem Leben erlebt hat. Margo taucht am nächsten nicht mehr in der Schule auf, sie ist nach dieser speziellen Nacht verschwunden. Q setzt nun alles daran, sie zu finden. "Margos Spuren" ist ein guter Teenager-Film, der zwar mit gewissen Klischees arbeitet, sie aber nicht übertreibt. So sind Q und seine Freunde Ben und Radar Außenseiter und gehören nicht zu den angesagten Schülern, doch Persiflagen sind sie nicht. Nat Wolff ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter") liefert als Q eine überzeugende Darstellung ab. Seine große Liebe Margo wird von dem Model Cara Delevigne gespielt. Sie hat zwar nicht so viele Auftritte im Film - schließlich wird sie ja lange von ihren Freunden gesucht - aber sie hinterlässt ebenfalls einen starken Eindruck. "Margos Spuren" hat von allem etwas: Lovestory, Roadtrip, Drama, Komödie - ein gelungener Streifen.

Kino-Info: Kino 4 war am Montagabend recht leer. Besser im klimatisierten Kinosaal als in der warmen Bude.

Kinostart: 30.7.2015
Lovestory, Drama, Roadtrip
110 Min.
FSK: 6
37

 

 
Pixels (3D)

Pixels (3D) 

Regie: Chris Columbus. Darsteller: Adam Sandler (Brenner), Kevin James (Cooper), Michelle Monaghan (Violet), Peter Dinklage (Eddie), Josh Glad (Ludlow), Brian Cox (Admiral Porter)

Inhalt: Als intergalaktische Außerirdische die Video-Übertragung klassischer, alter Arcade Spiele als Kriegserklärung gegen sie missverstehen, greifen sie die Erde an. Dabei benutzen sie die Spiele als Vorlage für ihre unterschiedlichen Attacken. Präsident Will Cooper ist auf seinen alten Freund aus Kindertagen, den 80er Jahre Video Game Champion Sam Brenner angewiesen, der nun als Installateur von Heimkinoanlagen arbeitet, um ein Team von Old School Arcaders anzuführen. Sie sollen die Aliens besiegen und den Planeten retten.

Mein Eindruck: Mit "Pixels" startet ein weiterer 3D-Film im Juli. Die Erde wird von pixeligen Videospiel-Charakteren angegriffen, also ist klar, dass es sich hier um eine Komödie handelt. Von da her verwundert es nicht, dass Adam Sandler und Kevin James die Hauptrollen spielen. Das ist auch leider das Problem des Films: "Pixels" ist auf den Humor von Sandler & James zugeschnitten - und der ist leider nicht der beste. Okay, einige Gags sind gar nicht so übel, aber die meisten versanden. Am Anfang ist es noch witzig Doug Heffernan ("King of Queens") als Präsident der USA zu sehen, doch der Witz gibt nicht viel her und wird hinterher immer dröger. Adam Sandler spielt Adam Sandler - mehr ist nicht zu sagen. Von den Effekten und der Tricktechnik her ist der Film auf dem neusten Stand, aber man hat auch nichts anderes erwartet. Eine Story gibt es nicht, der Trailer hat bereits gezeigt, was einen erwartet. Da hat man auch schon einen der besten Gags gesehen, nämlich wie der Riesen-Pac-Man seinen Schöpfer die Hand verpixelt. Da man früher selber die Videospiele wie Pac Man, Frogger oder Space Invaders gezockt hat kommen einen ab und an nette Erinnerungen auf, die an die alten Arcade-Zeiten erinnern. Das ist ganz nett, hilft aber dem Film nicht. "Pixels" ist Fastfood-Unterhaltung, die man nach dem Verlassen des Saals bereits verdaut hat.

Kino-Info: Die Abendvorstellung findet in Kino 5 statt, das Kino mit den unbequemen Sitzen. Um 19:50 Uhr ist das Kino ordentlich gefüllt.

Kinostart: 30.7.2015
Action, Komödie, Sci-Fi
106 Min.
FSK: 6
36

 

 
True Story - Spiel um Macht

Sneak: True Story - Spiel um Macht  

Regie: Rupert Goold. Darsteller: Jonah Hill (Michael Finkel), James Franco (Christian Longo), Felicity Jones (Jill Barker), Ethan Suplee (Pat Frato), Robert John Burke (Greg Ganley)

Inhalt: Der Journalist Michael Finkel hat sich bis an die Spitze geschrieben, davon zeugen die gerahmten Magazincover an seiner Bürowand und vor allem der Name seines Arbeitgebers: "New York Times". Doch Finkel begeht einen journalistischen Kardinalfehler. Für seinen neuen Artikel verlässt er sich nicht auf Fakten, sondern bedient sich seiner Vorstellungskraft – und wird gefeuert. Doch bald wartet neuer Stoff auf Finkel, eine Geschichte von großer Brisanz. Der inhaftierte Christian Longo, der seine Familie umgebracht haben soll, kontaktiert den Journalisten und bietet ihm Insiderinformationen über die blutigen Ereignisse. Zwischen dem Verdächtigen, der sich bei seiner Verhaftung seltsamerweise als Finkel ausgegeben hatte, und dem Journalisten entsteht eine Vertrauensbeziehung mit potenziell gefährlichen Folgen.

Mein Eindruck: Die zweite Sneak in Folge im Cinemaxx (wieder ohne Rahmenprogramm) brachte dieses Mal ein anspruchsvolles Drama, ein Kammerspiel, in dem sich Jonah Hill und James Franco gegenüberstehen. Jonah Hill ("Moneyball") spielt einen Journalisten, der bei der New York Times in Ungnade gefallen und nun auf dem Abstellgleis gelandet ist. James Franco ("Die fantastische Welt von Oz") ist Christian Longo. Er soll seine Familie getötet haben und wartet auf seinen Prozess. Die beiden Männer kommen zusammen, weil Longo den Namen 'Mike Finkel' vor seiner Verhaftung benutzt hat. Zwischen den beiden Protagonisten kommt es zu einer Art Beziehung, denn beide profitieren von dem anderen. Finkel wittert die große Chance auf ein Comeback: sein Buch über den vermeintlichen Kindermörder würde garantiert ein Bestseller. Longo hingegen manipuliert den Journalisten, allerdings ist anfangs nicht klar zu sehen, was er wirklich vorhat. "True Story" ist eine wahre Geschichte, die beiden Hauptdarsteller gibt es wirklich. Jonah Hill war früher eher für seichte Komödien bekannt (z.B. "Beim ersten Mal" oder "Superbad"), in letzter Zeit gefällt er auch als ernster Schauspieler. Seine Darstellung des Journalisten Mike Finkel ist absolut überzeugend. Noch besser ist James Franco, der Christian Longo auf einer sehr ruhigen und besonnenen Art spielt, die aber auch sehr intensiv ist. Respekt vor dieser Darbietung! Der Streifen hat allerdings seine Längen und kann die Spannung nicht über die gesamte Spielzeit halten. Zeitweise ist der Film etwas ermüdend. Von da her halte ich 3 Sterne für gerechtfertig.

Kino-Info: Die Sneak im kleinen Kino 9 war sehr gut gefüllt, begann aber mit Verspätung (lange Schlangen an der Fresstheke?)

Kinostart: 6.8.2015
Thriller, Drama
100 Min.
FSK: 12
35

 

 
Es ist kompliziert..!

Sneak: Es ist kompliziert..!  

Regie: Ben Palmer. Darsteller: Simon Pegg (Jack), Lake Bell (Nancy), Rory Kinnear (Sean), Ophelia Lovibond (Jessica), Sharon Horgan (Elaine), Dean-Charles Chapman (Harry), Ken Scott (Bert), Harriett Walter (Fran), Henry Lloyd-Hughes (Daniel)

Inhalt: Das ist Nancy: 34, Single (noch immer), verkatert (mal wieder) und erschöpft von den endlosen Verkupplungsversuchen ihrer Freunde. Als der geschiedene 40-jährige Jack sie mit seinem Blind Date verwechselt, beschließt sie kurzerhand, das Spielchen mitzumachen. Es ist der Beginn einer turbulenten Nacht, die keiner der beiden je vergessen wird.

Mein Eindruck: Eins vorweg: Die romantische Komödie "Es ist kompliziert...!" ist nach knapp 90 Minuten durch, und das ist bei der Vielzahl von zu langgeratenen Filmen sehr erfrischend. Die Handlung ist auf die beiden Hauptdarsteller zugeschnitten: Lake Bell ("Freundschaft plus") ist Nancy, eine 34jährige Journalistin, die lieber alleine "Das Schweigen der Lämmer" im TV guckt, als sich auf einer Party zu amüsieren. Simon Pegg ("Shaun of the Dead") ist Jack, der sich auf ein Blind Date einlässt und dann auf Nancy trifft - nur Nancy ist gar nicht seine Verabredung, was er aber nicht weiß, weil sie es ihm nicht beichtet. Es ist kompliziert... Lake Bell und Simon Pegg verbringen einen unterhaltsamen Abend in London, und das Publikum feiert mit ihnen. Im Laufe des Abends passieren seltsame Dinge: ein alter psychopatischer Schulkollege taucht auf, man tanzt zu Duran Durans "The Reflex" und Jack braucht die Hilfe von jugendlichen Partygängern, um Nancy zu finden. Klingt etwas seltsam, funktioniert aber. Der neue Film von Ben Palmer ("Sex on the Beach") ist wegen seiner Darsteller gut. Die Beziehung zwischen beiden (plus anschließender Krise) driftet nie ins schnulzige ab. Okay, das Happy-End ist vorprogrammiert, aber es passt halt dazu. Fazit: Ich bin mit dem Überraschungsfilm sehr zufrieden und war heilfroh, dass es nicht "Magic Mike XXL" war.

Kino-Info: Die Sneak im kleinen Kino 8 war gut gefüllt. Nach einigen Trailern startet direkt der Überraschungsfilm - ohne Verlosung oder so.

Kinostart: 30.7.2015
Romantische Komödie
88 Min.
FSK: 12
34

 

 
Ant-Man

Vorpremiere: Ant-Man (3D)  

Regie: Peyton Reed. Darsteller: Paul Rudd (Scott Lang / Ant-Man), Michael Douglas (Dr. Hank Pym), Evangeline Lilly (Hope Van Dyne), Corey Stoll (Darren Cross / Yellowjacket), Bobby Cannavale (Paxton), Judy Greer (Maggie), Michael Peña (Luis), T.I. (Dave)

Inhalt: Meisterdieb Scott Lang saß im Gefängnis, nachdem er seinen Arbeitgeber um ein Vermögen erleichtert hatte. Wieder auf freiem Fuß besucht er seine Tochter Cassie. Doch damit Lang sie öfter sehen darf, stellt seine Ex-Frau Maggie eine Bedingung: Der ehemalige Häftling soll sich einen Job suchen und mit dem Gehalt die ausstehenden Unterhaltszahlungen leisten. Als Lang merkt, dass es mit ehrlicher Arbeit mehr als ein Jahr dauern würde, bis er Cassie wiedersehen könnte, entscheidet er sich, auf das Angebot seines ehemaligen Zellengenossen Luis einzugehen und ihm bei einem Einbruch ins Haus des Biochemikers Dr. Hank Pym zu helfen. Der Beklaute ist beeindruckt von Langs Fähigkeiten und statt ihn verhaften zu lassen, weiht er den Dieb in das Geheimnis des von ihm erfundenen Ant-Man-Anzugs ein, dessen Träger auf Ameisengröße schrumpfen und gleichzeitig an Stärke gewinnen kann.

Mein Eindruck: Endlich hat mir ein Blockbuster gefallen - und ich bin mit Null Erwartung rangegangen. Die Figur des Ant-Man im Marvel-Universum war mir bis vor kurzem nicht geläufig. Ein Ameisenmann ... irgendwie kann der nur gegen die anderen Avengers abkacken, was nützt es schon, so klein wie eine Ameise zu sein? Weit gefehlt, denn der sympathische Ant-Man läuft vielen anderen Superhelden den Rang ab. Wenn man den Film gesehen hat, dann würdigt man, wie ein kleiner Mann im Anzug große Dinge vollbringen kann. Ant-Man-Darsteller Paul Rudd ("Wanderlust") ist keiner meiner Lieblingsschauspieler, aber er passt sehr gut in seine Heldenrolle. Alt-Star Michael Douglas gefällt als Dr. Pym, Evangeline Lilly (Tauriel aus Hobbit) ist mit ihrer Prinz-Eisenherz-Gedächtnisfrisur auch nicht schlecht. Allein Corey Stoll ("House of Cards") erzeugt als Bösewicht keinen bleibenden Eindruck, er ist als Widersacher nicht schlecht, aber schnell vergessen. Dafür stimmt die Chemie zwischen Rudd, Douglas und Lilly, die (mit viel Action und trockenem Humor) den Film trägt. Als Sidekick bleibt Michael Peña ("Herz aus Stahl") in guter Erinnerung. Außerdem kann ich endlich mal verkünden, dass sich 3D lohnt. Gerade die Schrumpfsequenzen und die rasant gefilmten Actionsequenzen sehen in 3D sehr gut aus. Fazit: Ich bin von "Ant-Man" angenehm überrascht und hätte nie gedacht, dass mir der Streifen so gut gefallen würde. PS: Im Nachspann kommt eine weitere Szene und dann bleibt man bis zum bitteren Ende im Kino sitzen und sieht noch was (incl. Captain America).

Kino-Info: Die Vorpremiere in Kino 7 ist ganz gut gefüllt (am sonnigen, 30 Grad-Freitag)

Kinostart: 23.7.2015
Comic, Action, Komödie
117 Min.
FSK: 12
33

 

 
Ted 2

Ted 2  

Regie: Seth MacFarlane. Darsteller: Mark Wahlberg (John), Seth MacFarlane (Ted  / Sprechrolle), Amanda Seyfried (Samantha), Jessica Barth (Tami-Lynn), Giovanni Ribisi (Donny), Morgan Freeman (Patrick Meighan), Sam J. Jones (Sam Jones)

Inhalt: Der kiffende, saufende und fluchende Teddybär Ted und sein bester Freund John Bennett sind zurück. Letzterem kommt nach Teds Hochzeit mit seiner großen Liebe Tami-Lynn eine ganz besondere Rolle zu. Weil Ted und seine menschliche Frau auch noch Eltern werden wollen, die Biologie den Zeugungsakt zwischen Mensch und Teddybär jedoch unmöglich macht, soll John Samen spenden. Abseits dessen bliebe aber auch noch eine weitere Hürde zu überwinden: Damit Ted Papa sein darf, muss er beweisen, dass er eine waschechte Person ist. Also wenden sich die zwei Kumpels an die taffe Anwältin Samantha Jackson um Teds Bürgerrechte einzufordern.

Mein Eindruck: Seth MacFarlane hat 2012 "Ted" ins Kino gebracht. Damit hat das Allroundtalent MacFarlane (Regisseur, Autor, Produzent und Synchronsprecher in Peronalunion) einen grandiosen Kinohit geschaffen. 3 Jahre später läuft nun Teil 2 in den deutschen Kinos. Damals hat mir der erste Ted sehr gut gefallen. Doch dann hat MacFarlane die Westernkomödie "A Million Ways to die in the West" (2014) gemacht, der mir - bis auf ein paar wenige Gags - übel aufgestoßen ist. Von da her sind meine Erwartungen an "Ted 2" extrem geschrumpft und so hab ich den Film erst 3 Wochen nach Kinostart gesehen. Jetzt kann sich sagen, dass "Ted 2" eine solide Komödie ist. Natürlich kommt die nicht an Teil 1 ran, aber er hat auch seine Vorteile. Es gibt noch reichlich Gags, die nicht im Trailer verwurstet wurden und die richtig gut sind. Da führe ich nur zwei Sachen an: Das Jurassic-Park-Thema und die Comic-Con in New York. Außerdem war der Kurzauftritt von Liam Neeson sehr seltsam. Man sieht ihn nach den Titeln noch einmal...noch seltsamer! Ted und sein Buddy John leben ansonsten genau so weiter wie bisher, auch wenn Ted jetzt verheiratet ist. Daraus ergeben sich die altbewährten Gags, politisch total unkorrekt und deutlich unter der Gürtellinie. Mit Amanda Seyfried, die Mila Kurnis ablöst, haben die beiden eine Anwältin gefunden, die auf ihrer Wellenlänge liegt. Kurzum: "Ted 2" ist nette Kinounterhaltung.

Kleiner Gag am Rande: in "Entourage" (siehe unten) trifft Vinnie Chase auf Mark Wahlberg und seine Entourage. Wahlberg hat gerade "Ted 3" gemacht, und er würde noch bis 20 weitermachen... :-)

Kino-Info: Im Cinemaxx sind nach 3 Wochen Laufzeit noch einige Zuschauer in Kino 4.

Kinostart: 25.6.2015
Komödie
116 Min.
FSK: 12
32

 

 
Entourage

Entourage  

Regie: Doug Ellin. Darsteller: Kevin Connolly (Eric), Adrian Grenier (Vince), Kevin Dillon (Johnny Drama), Jerry Ferrara (Turtle), Jeremy Piven (Ari Gold), Emmanuelle Chriqui (Sloan), Haley Joel Osment (Travis McCredle), Billy Bob Thornton (Larsen McCredle)

Inhalt: Hollywood-Star Vincent Chase ist auf der Höhe seines Ruhms, hat gerade eine Neun-Tage-Ehe hinter sich und lässt es sich gutgehen. Als sein Ex-Agent Ari Gold, der inzwischen ein großes Filmstudio leitet und seinen ersten Blockbuster vorbereitet, ihm die Hauptrolle anbietet, sagt Vincent unter einer Bedingung zu: Er möchte auch Regie führen. Ari geht das Risiko ein und vertraut dem Debütanten die Inszenierung der 100-Millionen-Dollar-Produktion an. Vincent sorgt dafür, dass auch seine Entourage bestens versorgt ist: Er gibt seinem erfolglosen älteren Halbbruder Johnny Drama eine wichtige Nebenrolle, seinen besten Kumpel und Manager Eric macht er zum Produzenten des Films und Turtle, der inzwischen mit einem Tequila-Handel selbst gutes Geld verdient, ist sowieso immer dabei.

Mein Eindruck: Die HBO-Serie "Entourage" kam auf 8 Staffeln und lief von 2004 bis 2011. Der Kinofilm kommt erst 4 Jahre später auf die große Leinwand, knüpft aber an die Serienhandlung nur 6 Monate später an. Ich bin überrascht, wie gut das funktioniert, denn als Fan der Serie ist man sofort wieder drin in der Glitzer- und Glamourwelt Hollywoods. Alle Darsteller sind mit von der Partie und Regisseur und Autor Doug Ellin hat eine Menge echter Schauspieler zu Cameo-Auftritten überredet. Neben Liam Neeson, Jessica Alba oder Mark Wahlberg sieht man auch die TV-Helden Ed O'Neill und Kelsey Grammer oder den Rapper Pharrell Williams. Unsere 4 Helden Vince, E., Drama und Turtle haben sich kaum verändert - abgesehen von Turtle, der hat abgenommen - und spielen ihre Rollen super weiter. Einziges Manko sind die deutschen Synchronstimmen, die bei einigen Darsteller leider verändert wurden. Damit kann ich leben, denn der Film an sich läuft rund und bietet eine Menge Spaß. In den Staaten ist der Streifen total gefloppt, was ich sehr schade finde. Allein Jeremy Piven wieder als Ari Gold auf der Leinwand zu sehen lohnt das Eintrittsgeld. Ari ist seine beste Rolle, in der er komplett aufgeht, und als Zuschauer muss man ihn einfach lieben.

Kino-Info: Im kleinen Kino 16 sind erstaunlich viele Leute in der 21:15 Uhr-Vorstellung. Normalerweise ist die Startzeit Kacke, aber im Moment juckt mich das nicht.

Kinostart: 9.7.2015
Komödie
105 Min.
FSK: 12
31

 

 
Terminator: Genisys (3D)

Terminator: Genisys (3D)  

Regie: Alan Taylor. Darsteller: Arnold Schwarzenegger (Guardian), Jason Clarke (John Connor), Emilia Clarke (Sarah Connor), Jai Courtney (Kyle Reese), J.K. Simmons (Detective O'Brien), Byung-hun Lee (T-1000), Sandrine Holt (Detective Cheung)

Inhalt: Die Erde im Jahr 2029: John Connor, Anführer der Rebellion des menschlichen Widerstands, führt einen erbitterten Krieg gegen das übermächtige Maschinen-Imperium von Skynet. Um seine Mutter Sarah Connor vor einem Killer-Cyborg zu schützen und damit seine eigene Existenz sowie die Zukunft der Menschheit zu retten, schickt John seinen loyalen Freund und Mitstreiter Kyle Reese zurück ins Jahr 1984. Auf das, was ihn im Los Angeles der Vergangenheit erwartet, ist dieser jedoch nicht im Geringsten vorbereitet: Ein unvorhergesehenes Ereignis hat alles verändert und die Zeit, in die er von Connor zurückgeschickt wurde, existiert nicht mehr. Der Kampf zwischen Mensch und Maschine, Gut und Böse steht unaufhaltsam bevor - kann er mithilfe eines unverhofften Verbündeten den Tag der Abrechnung verhindern?

Mein Eindruck: Als ich aus dem Kino kam war ich noch halbwegs angetan vom neuen Terminator. Jetzt hab ich eine Nacht drüber geschlafen und bin zum dem Schluss gekommen, dass der Film komplett durchfällt. Zuerst mal zum positiven: Die Special-Effects, der Sound und die ganze Tricktechnik ist gut - allerdings hält sich alles im Rahmen, keine Actionsequenz sticht hervor. 3D ist nett, mehr nicht. Arnold haut als Terminator einige gute One-Liner raus. Sehr gut ist sein animiertes Ich aus dem Jahr 1984, das kann sich wirklich sehen lassen.

Warum der neue Terminator bei mir komplett durchfällt ist einfach: Trotz bombastischer Effektorgie erstickt der Film an seiner verquasten Zeitreise-Story, bei der kein Schwein mehr durchblickt: Von 2029 zurück nach 1984, da ist aber alles anders, dann wollen unsere Helden nach 1997, machen die aber nicht, es geht in die heutige Zeit, wo Skynet aktiviert wird usw. Wer was wann macht oder wie man dahinkommt ist völlig schnuppe, die Erklärungsversuche von Terminator Arnold (Stichwort 'Nexus") sind totaler Quatsch. Dann die Schauspieler: Emilia Clarke ("Game of Thrones") ist als Mimin nett, aber als Sarah Connor fällt sie durch. Noch schlimmer ist Jai Courtnes ("Stirb langsam 5"), der als Kyle Reese ein Totalausfall ist. Wie er und Sarah Connor je zusammen kommen sollen ist mir ein Rätsel. Dann Arnold: er gehört zum festen Inventar der Terminator-Streifen, aber jetzt ist er als T 800-Opa nicht mehr wirklich prickelnd. Immer wieder kämpft er gegen weit aus überlegenen Gegner, hält sie in Schacht und kommt immer davon. Wie kann das sein, dass hochgezüchtete Maschinen gegen ihn immer den Kürzeren ziehen? Er kloppt also immer wieder drauf, aber auf Dauer ist das nur noch langweilig - so wie sein Endkampf gegen John Connor. Thema Spannung: Die kam bei mir nie auf, zumal ich einerseits die Figuren langweilig finde und andererseits die maue Story nie richtig in Fahrt kommt. Beim "Terminator 2" hat noch alles gepasst: Super-Action, rasante Story, gute Darsteller und ein Top-Regisseur (James Cameron), der richtig einen rausgehauen hat. Der Neustart ist für mich komplett gescheitert, also vergebe ich knallhart nur einen Stern. Dummerweise hat Paramount die Rechte bis 2019 gesichert und schon jetzt angekündigt, zwei weitere Teile zu machen. Na super!

Kino-Info: Kino 7 war am Donnerstag gut gefüllt, aber auch recht warm. Kleiner Gag: Die Tussi, die gefragt hat, ob das hier Terminator ist... :-)

Kinostart: 9.7.2015
Action, Sci-Fi
126 Min.
FSK: 12
30

 

 
Minions

Minions  

Regie: Pierre Coffin, Kyle Balda. Synchronsprecher: Carolin Kebekus (Scarlett Overkill), Sascha Rotermund (Herb Overkill), Pierre Coffin (Kevin / Bob / Stuart), Friedel Morgenstern (Tina)

Inhalt: Seit Anbeginn der Zeit existieren die Minions als kleine gelbe Einzeller. Im Laufe der Evolution suchten sie sich immer wieder die übelsten Bösewichter als Herren - vom Tyrannosaurus Rex bis zu Napoleon. Doch irgendwann ging die Herrschaft eines jeden Superschurken zu Ende. Ohne einen Meister, dem sie dienen konnten, verfielen die kleinen Latzhosenträger in eine tiefe Depression. Aber dann hat ein Minion namens Kevin einen Plan! Gemeinsam mit dem rebellischen Stuart und dem liebenswerten Bob macht er sich auf in die weite Welt, um einen neuen Anführer für sich und seine Mitstreiter zu finden. Die Drei begeben sich auf eine aufregende Reise, die sie schließlich zu ihrem nächsten potenziellen Meister führt: Scarlet Overkill, die als erste weibliche Superschurkin die Weltherrschaft an sich reißen will.

Mein Eindruck: Die Minions sind bereits in zwei Filmen aufgetreten: "Ich - einfach unverbesserlich" (2010) und  "Ich - einfach unverbesserlich 2" (2013). Da waren sie nur die Sidekicks von Superschurke Gru, doch die besten Gags kamen von ihnen. Jetzt haben unsere kleinen gelben Freunde ihren eigenen Film: "Minions". Eine Handlung existiert nicht, vielmehr erfahren wir etwas über ihren Werdegang und das es sie schon seit immer gegeben hat. Die beste Sequenz des Films ist für mich der Anfang. Hier wird Schlag auf Schlag gezeigt, wie die Minions einem Superschurken folgen und ihn dann aus Versehen erledigten. Ob der T.Rex, Dracula oder Napoleon - alle müssen die Unfähigkeit der Minions teuer bezahlen. Später suchen Stuart, Bob und Kevin einen neuen Bösewicht, dem sie folgen können. Das ist ganz witzig, aber manchmal geht den gelben Ü-Eiern etwas die Puste aus. Vor allem Scarlett Overkill als Superschurkin fand ich etwas lasch. Trotzdem ist der Film absolut sehenswert, denn in den knapp 90 Minuten gibt es eine hohe Gagdichte und viele Anspielungen, die Kinder bestimmt nicht verstehen werden. Unbedingt im Kino sitzen bleiben, denn nach den Titeln kommt noch eine sehr lange Sequenz, die sich wirklich lohnt. Thema 3D: Wir haben den Film platt gesehen, und das finde ich gut so. Bestimmt sind einige Szenen in 3D top, das war schon bei den "Ich"-Filmen so - egal.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag lief der Film in vielen Sälen an. Trotz Sommerhitze war Kino 7 ganz gut gefüllt, die spätere Vorstellung im 20:15 (Kino 1) war noch voller.

Kinostart: 2.7.2015
Animation
91 Min.
FSK: ohne
29

 

 
City of McFarland

City of McFarland  

Regie: Niki Caro. Darsteller: Kevin Costner ( Jom White), Ramiro Rodriguez (Danny Diaz), Carlos Pratts (Thomas Valles), Johnny Ortiz (Jose Cardenas), Rafael Martinez (David Diaz), Hector Duran (Johnny Sameniego), Maria Bello (Cheryl White), Sergio Avelar (Victor Puentes)

Inhalt: Trainer Jim White kommt 1987 nach McFarland, einer wirtschaftlich angeschlagenen Kleinstadt in Kalifornien. Er soll als Sportlehrer an ihrer überwiegend mit Latinos besetzten Schule arbeiten, doch die sozialen Unterschiede zwischen ihm und seinen Schülern sind scheinbar unüberwindbar. Als White jedoch ihre bemerkenswerten läuferischen Fähigkeiten erkennt, beschließt er, ein Cross-Country-Laufteam aufzustellen. Und bald wird sichtbar was die Jungs einmalig macht: die Macht der familiären Beziehungen, der unerschütterliche Zusammenhalt in der Gruppe und ihre Bereitschaft, für das Team alles zu geben.

Mein Eindruck: Kevin Costner und Sportfilme - das passt. In "Feld der Träume", "Annies Männer" oder "Aus Liebe zum Spiel" hat er es mit Baseball zu tun gehabt, letztens war er noch in "Draft Day" als Manager (im Football) unterwegs. Jetzt kann er als ausrangierter Football-Trainer nur noch einen Job in dem Loser-Nest McFarlane ergattern. In einer der ärmsten Kleinstädte Kaliforniens leben überwiegend Latinos - und dann kommt Costner als Coach White daher. Klar, dass es am Anfang nicht gut läuft. Doch Trainer und Schüler raufen sich zusammen und am Ende sind alle glücklich. Das hört sich zwar blöd an, funktioniert aber. Die Story um Coach White und sein Cross-Country-Laufteam basiert auf einer wahren Geschichte, die man kaum glauben kann. Kevin Costner ist es zu verdanken, dass der Film von Regisseurin Niki Caro ("Whale Rider") sehenswert ist. Seine jungen Schüler tragen ebenfalls dazu bei, dass der über 2 Stunden lange Streifen nie langweilig wird. Klar, der Disney-Film ist vorhersehbar, aber solide inszeniert. Man fiebert mit und gönnt den Jungs den Erfolg. "City of McFarland" ist ein guter Sport-Film, der im Kino untergeht...aber das ist ja nix Neues.

Kino-Info: Am Mittwochabend verirrten sich 3 Besucher im kleinen Cinemaxx Kino 10.

Kinostart: 18.6.2015
Drama, Sport
129 Min.
FSK: ohne
28

 

 
Trash

Trash  

Regie: Stephen Daldry, Christian Duurvoort. Darsteller: Rickson Tevez (Raphael), Eduardo Luis (Gardo), Gabriel Weinstein (Rato), Rooney Mara (Olivia), Martin Sheen (Pater Juilliard), Wagner Moura (José Angelo), Selton Mello (Frederico)

Inhalt: Raphael bewohnt eine Mülldeponie in Brasilien. Die Tage verbringen er und seine Freunde Gardo und Rato damit, durch Berge von dampfendem Müll zu waten. Sie sichten, sortieren, atmen und leben den Abfall. Doch eines Tages verändert sich die Welt schlagartig für sie. Raphael findet eine kleine Ledertasche. Eine Tasche voller versteckter Hinweise, eine Tasche voller Hoffnung, eine Tasche, die nicht nur sein Leben verändern wird. Bald laufen Raphael, Gardo und Rato um ihr Leben und werden nicht nur von der Polizei gejagt. Mit ihrer schnellen Auffassungsgabe und der Fähigkeit, sich aus vielem herauszureden, gelingt es ihnen, die Geschichte eines Verstorbenen aufzudecken.

Mein Eindruck: "Trash" hat zwar ein paar Schwächen, aber der neue Film von Regisseur Steohen Daldry ("Der Vorleser") begeistert aus zwei anderen Gründen: Zum einen ist er optisch ein Fest, zum anderen sind die jugendlichen Laiendarsteller absolut überzeugend. "Trash" spielt in Rio de Janeiro. Ab und zu sieht man zwar touristischen Highlights, aber vorwiegend zeigt uns der Regisseur das fiese Bild der Stadt: Armut beherrscht große Teile der Bevölkerung, die nur noch auf riesigen Müllkippen außerhalb des Zentrums leben können. Unsere Helden Rapha, Gardo unf Ratte sind drei Jugendliche, die den Müll durchwühlen, um dadurch über die Runden zu kommen. Als Rapha eine Ledertasche findet beginnt für das Trio eine abenteuerliche Reise durch Rio. Die Aufnahmen, die uns Kameramann Adriano Goldman liefert, sind hervorragend. Man fühlt sich mittendrin in den Favelas, Straßen oder dem riesigen Friedhof. Da wirken die Bilder aus Rio nicht mehr so glamourös wie damals 2014 zur Fußball-WM, wo man nur die Vorzeigeobjekte sehen durfte. Kleine Schwächen bietet der Film in der Story, die einige Lücken und Unstimmigkeiten aufweist. Auch die Sozialkritik kommt manchmal etwas platt daher. Immerhin spielen zwei US-Schauspieler in kleinen Rollen mit, sie halten sich aber beide zurück: Alt-Star Martin Sheen ist als Priester unterwegs, Rooney Mara ("Verblendung") arbeitet als Lehrerin in der Müllkippe. Fazit: "Trash" ist ein lohnenswerter Film mit kleinen Schwächen, der aber auf der großen Leinwand gut rüberkommt.

Kino-Info: Am Kinotag ist im Eulenspiegel nicht viel los.

Kinostart: 18.6.2015
Drama, Thriller, Abenteuer
114 Min.
FSK: 12
27

 

 
Miss Bodyguard

Miss Bodyguard  

Regie: Anne Fletcher. Darsteller: Reese Witherspoon (Cooper), Sofía Vergara (Daniella Riva), Robert Kazinsky (Randy), Matthew Del Negro (Detective Hauser), Michael Mosley (Detective Dixon), John Carroll Lynch (Captain Emmett)

Inhalt: Polizistin Cooper macht ihre Arbeit gut, ist aber noch unerfahren. Noch nie bot sich ihr die Gelegenheit, bei einem Außeneinsatz zu zeigen, was sie drauf hat. Eines Tages sieht sie jedoch endlich ihre langersehnte Chance gekommen, als sie eine wichtige Zeugin zum Gericht nach Dallas eskortieren soll. Besagte Dame, Daniella, soll gegen den Kartell-Boss Vicente Cortez aussagen – und der hat viele weitere Zeugen bereits erfolgreich aus dem Weg geräumt. Doch schon bei der Abholung der Zeugin läuft alles schief: Das Kartell mischt sich ein, Daniellas Ehemann wird erschossen und schon machen sich die beiden Frauen in einem Fluchtwagen aus dem Staub.

Mein Eindruck: Zu dem neuen Streifen von Reese Witherspoon ist nicht viel zu sagen. "Miss Bodyguard" - im Original "Hot Pursuit" - ist eine lahme Komödie um zwei unterschiedliche Frauen, die von Polizei und Mafia gejagt werden. Der Streifen zieht seine Gags aus den unterschiedlichen Persönlichkeiten der Heldinnen. Reese Witherspoon spielt eine überzogen korrekte Polizistin, die mit 1,54m kaum größer ist als eine Parkuhr. Sofia Vergara, bekannt aus der TV-Serie "Modern Family", spielt - ähnlich wie in ihrer Serie - eine aufbrausende Latina, die mit Stöckelschuhen auf der Flucht ist und mit ihrem Akzent viele nervt. Leider zünden viele Gags nicht und so kommt nie richtig Stimmung auf. Regie führte übrigens eine Frau: Anne Fletcher hat schon bessere Filme gemacht (z.B. "Selbst ist die Braut" mit Sandra Bullock), ihr neustes Werk kommt nicht wirklich aus dem Quark. Meine Erwartungshaltung war sehr niedrig, und da momentan nicht viel im Kino läuft habe ich mir den Film gegeben - was soll's.

Kino-Info: Am frühen Nachmittag macht die Filmpassage eine Sondervorstellung nur für mich.

Kinostart: 11.6.2015
Komödie, Action
88 Min.
FSK: 12
26

 

 
Jurassic World

Jurassic World  

Regie: Colin Trevorrow. Darsteller: Chris Pratt (Owen), Bryce Dallas Howard (Claire), Vincent D'Onofrio (Hoskins), Ty Simpkins (Gray), Irrfan Khan (Simon Masrani), Nick Robinson (Zach)

Inhalt: 22 Jahre nach den Ereignissen in "Jurassic Park" lockt das Luxus-Resort "Jurassic World" Besucher aus aller Welt auf eine Insel vor Costa Rica, Dinosaurier von nahem zu erleben. Der Genetiker Dr. Henry Wu kreiert die Dinosaurier, er arbeitet im Auftrag des milliardenschweren Stifters Simon Masrani. Doch weil Riesenechsen zwar anfangs aufregend sind, das Publikum aber irgendwann alle von ihnen kennt, wurde Wu dazu gedrängt, ein Raubtier zu züchten, das es in der Natur nie gab: den Indominus Rex. Die riesige Kreatur soll die größte Attraktion von "Jurassic World" werden – und wird zur größten Bedrohung, als sie ausbricht.

Mein Eindruck: Ich habe mich auf "Jurassic World" gefreut, weil der Trailer (wieder einmal) super aussah. Wie schon bei anderen Blockbustern ("San Andreas" oder "Avengers 2") wurde ich auf der ganzen Linie enttäuscht. Das einzig Gute, was man dem Film attestieren kann, sind die Trickeffekte - die sehen auch in 2D top aus. Ansonsten sieht es mau aus: Spannung kommt keine auf, weil man die Darsteller sowieso nicht leiden kann. Chris Pratt, einer der "Guardian of the Galaxy", fällt als Parkranger nicht ganz durch. Bryce Dallas Howard ("The Help") ist als Park-Chefin komplett unsympathisch und ihre beiden Film-Enkel (Ty Simpkins und Nick Robinson), die stark an die Kinder aus Teil 1 erinnern, kann man auch vergessen. Vincent D'Onofrio ("Run all Night") ist in seiner Schurkenrolle grottig, Irrfan Khan ("Life of Pi") kann als neuer Parkbesitzer Richard Attenborough nicht das Wasser reichen.

Das schlimmste aber - Achtung Spoileralarm - ist das Ende: Nachdem keiner gegen den Indominus Rex angekommen ist muss der alte T. Rex wieder mal herhalten, um die Sache zu klären. Gemeinsam mit den Velociraptoren und dem Mosasaurus (das Riesenvieh im Wasser) bringen sie den neuen Hybriden zur Strecke. Dann verabschiedet sich der T. Rex und verschwindet - was keinen zu interessieren scheint. Den Besuchern ist es vollkommen egal, dass das gefährlichste Raubtier der Geschichte frei rumläuft. Dieses Ende ist der totale Bullshit. Man hat vorher schon einiges hingenommen, aber das versaut einem den Film endgültig. Fazit: Tricks super, Handlung und Darsteller Schrott - der neue "Jurassic World" kackt voll ab.

Anmerkung: Nach dem "Terminator: Genisys"-Fiasko werte ich "Jurassic World" ab: 1 Stern reicht!

Kino-Info: Kleine Panne in Kino 7: Statt in 3D wurde der Film platt ausgestrahlt - wir fanden das sehr gut!

Kinostart: 11.6.2015
Action, Abenteuer
125 Min.
FSK: 12
25

 

 
San Andreas (3D)

San Andreas (3D) 

Regie: Brad Peyton. Darsteller: Dwayne Johnson (Ray), Carla Gugino (Emma), Alexandra Daddario (Blake), Ioan Gruffudd (Daniel Riddick), Archie Panjabi (Serena), Paul Giamatti (Lawrence), Hugo Johnstone-Burt (Ben), Art Parkinson (Olli)

Inhalt: Als sich die berüchtigte San-Andreas-Verwerfung verschiebt, kommt es in Kalifornien zu einem Erdbeben der Stärke 9. In dieser Situation versuchen sich der Helikopter-Rettungspilot Ray und seine Noch-Ehefrau Emma gemeinsam von Los Angeles nach San Francisco durchzuschlagen, um ihrer einzigen Tochter beizustehen. Doch ihre gefährliche Reise gen Norden ist nur der Anfang: Denn als sie annehmen können, das Schlimmste überstanden zu haben, geht es erst richtig los.

Mein Eindruck: Ich muss zugeben, dass "San Andreas" auf eine seltsame Art sehr unterhaltsam ist. Das kommt daher, dass fast jede Szene total unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen ist. Was soll man auch von einem Film erwarten, in dem ein Mörder-Erdbeben und Dwayne 'The Rock' Johnson die Hauptrollen spielen? Nüchtern betrachtet ist der Film totaler Bullshit. Eine Handlung findet nicht statt und das Beziehungsdrama mit (fast) geschiedener Frau und Tochter wurde von Emmerichs "2012" noch abgekupfert. Natürlich sind die Trickeffekte erste Sahne. Auch das ungeliebte 3D war nicht ganz so schlecht, weil es gut zu der Zerstörungsorgie passt. Ein Beben der Stärke 9.6 vernichtet zahlreiche Großstädte und fordert Millionen von Todesopfern. In "San Andreas" wird darauf nicht eingegangen, Tote werden sowieso nicht gezeigt, vielmehr werden einige Tausend Leute dank des Einsatzes einen Wissenschaftlers gerettet - das ist dich super. Am Ende des Streifens steht The Rock mit seiner Familie auf einer Anhöhe und sieht auf das zerstörte San Francisco. Auf die Frage 'Und was jetzt?' lässt er den dämlichen Satz ab 'Jetzt bauen wir wieder auf' (während im Hintergrund die amerikanische Fahne weht). Das sagt alles über den Film aus. Meiner Meinung nach kann man den Film nur genießen, wenn man die unfreiwillig komische Handlung kommentiert und sie durch den Kakao zieht - dann hat man selber Spaß.

Kino-Info: Am Donnerstag lief der Film bereits eine Woche, das große Kino 7 ist halbwegs gefüllt.

Kinostart: 28.5.2015
Action, Drama, Thriller
115 Min.
FSK: 12
24

 

 
Mad Max: Fury Road (3D)

Mad Max: Fury Road (3D) 

Regie: George Miller. Darsteller: Tom Hardy (Max Rockatansky), Charlize Theron (Imperator Furiosa), Nicholas Hoult (Nux), Hugh Keays-Byrne (Immortan Joe), Nathan Jones (Rictus Erectus), Zoë Kravitz (Toast), Rosie Huntington-Whiteley (Splendid)

Inhalt: Im postapokalyptischen Ödland wird der Einzelgänger Max von einer Kampfeinheit der War Boys gefangen genommen, der Armee des von seinen Anhängern kultisch verehrten Tyrannen Immortan Joe. Max dient nun als Blutreservoir für den Warboy Nux. Zu Immortan Joes Gefolge gehört auch Imperator Furiosa, die einen von Joes Kampftrucks steuert. Doch sie entschließt sich zu fliehen und will auch fünf jungen Frauen zur Freiheit verhelfen, die der Herrscher missbraucht, um Kinder zu zeugen. Nachdem Max es schafft zu entkommen, schließt er sich mit dem an ihn geketteten Nux der Gruppe an.

Mein Eindruck: Ich glaube, dass der neue Mad Max-Film die Massen spalten wird. Die einen werden den Film lieben, die anderen ihn hassen. Bei mir trifft ersteres zu, denn mir hat George Millers Roadmovie sehr gut gefallen. Klar, der Streifen hat keine wirkliche Handlung: Meistens fahren die Leute durch die Wüste, verfolgt von diversen Schergen und am Ende ist man da, wo man losgefahren ist. Doch was den Film interessant macht ist die ungeheuere Wucht der Actionsequenzen. Da wird nicht lange diskutiert, da wird gehandelt. So gibt es kaum Dialoge, die man auch gar nicht braucht, denn die Ausgangssituation ist klar: Überleben. Man sieht als Zuschauer ungeheuere Autostunts und hirnrissige Action, die man nur staunend hinnehmen kann. Ab und an gibt es kleinere Pausen, damit die nächste Actionwelle über einen hereinbrechen kann. Der neue Mad Max Darsteller - Mel Gibson ist ja nicht mehr im Rennen - heißt Tom Hardy und er war Batmans Gegenspieler Bane in "The Dark Knight Rises". Er hat kaum was zu sagen und spielt die Rolle ganz ordentlich. Dummerweise wird er aber von Charlize Theron an die Wand gespielt, die als Furiosa die eigentliche Hauptrolle inne hat. Sie hinterlässt als kämpfende Amazone einen bleibenden Eindruck. Fazit: Der neue Mad Max rockt die Leinwand!

Thema 3D: Ich hab in den letzten Jahren recht viele 3D-Filme im Kino gesehen und kaum einer hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So auch Mad Max. Von mir aus kann man 3D sofort einstampfen, ich würde nix vermissen. Aber die Kinos sind alle umgerüstet und verdienen gut daran, also wird alles so weiterlaufen.

Kino-Info: Die Abendvorstellung fand im kleinen Cinemaxx 8 statt. Von da her war der Saal gut gefüllt...

Kinostart: 14.5.2015
Action, Sci-Fi, Roadmoivie
121 Min.
FSK: 16
23

 

 
A World Beyond

A World Beyond 

Regie: Brad Bird. Darsteller: Britt Robertson (Casey Newton), George Clooney (Frank Walker), Hugh Laurie (Nix), Raffey Cassidy (Athena), Tim McGraw (Eddie Newton)

Inhalt: Die junge, clevere Casey Newton interessiert sich sehr für Wissenschaft. Eines Tages findet sie eine mysteriöse Anstecknadel, die sie Visionen von einer anderen Welt bekommen lässt und schließlich mit dem einst genialen Erfinder Frank Walker zusammenbringt. Walker hat jedoch seine frühere Klasse verloren und ist stark desillusioniert. Der Hauptgrund dafür ist, dass er eine Art von Parallel-Universum, das Tomorrowland genannt wird, verlassen musste. Dies traf ihn besonders schwer, da es dort keinerlei Sorgen gab, sondern Frieden und Glückseligkeit herrschten. Gemeinsam wollen das Mädchen und der Erfinder nach Tomorrowland zurückkehren, um dort alles wieder gerade zu biegen und obendrein den nahenden Weltuntergang zu verhindern.

Mein Eindruck: "A World Beyond" ist ein typischer Disney-Streifen. Der Film basiert auf Tomorrowland, einem Themenpark aus Disneyland. Daraus spinnt Regisseur Brad Bird ("Mission Impossible - Phantom Protokoll") einen abenteuerlichen und actionreichen Film für die ganze Familie. Die Hauptrolle spielt zwar George Clooney, doch der eigentliche Star ist die junge Britt Robertson als Casey. Sie ist die treibende Kraft im Film, den ihr Enthusiasmus scheint die einzige Rettung der Parallel-Welt Tomorrowland zu sein. Begleitet wird sie von der noch jüngeren Raffey Cassidy als Athena, die als so eine Art kindlicher Terminator gefällt. Tricktechnisch ist "A World Beyond" auf der Höhe, was bei einem Budget von 190 Millionen Dollar auch kein Wunder ist. Allerdings sind die Aufnahmen aus dem blühenden Zukunftsland eher spärlich bemessen, der Film zeigt mehr von dem Road-Trip dorthin. Auch wenn die Message des Films recht simpel und abgedroschen ist, mich hat der Streifen gut unterhalten. Das liegt vor allem an den guten Darstellern und den hervorragenden Effekten. Und auf großer Leinwand kommt der Film sehr gut rüber. Was mich nur gewundert hat: Warum ist der Film nicht in 3D?

Kino-Info: In der Filmpassage sind knapp 10 Leute in der Nachmittagsvorstellung.

Kinostart: 21.5.2015
Abenteuer, Action, Sci-Fi
130 Min.
FSK: 12
22

 

 
The Gunman

The Gunman 

Regie: Pierre Morel. Darsteller: Sean Penn (Terrier), Jasmine Trinca (Annie), Javier Bardem (Felix), Ray Winstone (Stanley), Idris Elba (DuPont), Mark Rylance (Cox)

Inhalt: Jim Terrier war einst Angehöriger der Special Forces und hat sich inzwischen einer Söldnertruppe angeschlossen, die auf besonders heikle Aufträge spezialisiert ist. 2006 übt die Eliteeinheit in der Demokratischen Republik Kongo ein tödliches Attentat auf den einheimischen Bergbauminister aus, um ausländischen Firmen leichteren Zugang zu den reichen Bodenschätzen des Landes zu sichern. Nach der Aktion muss Terrier den Kongo überstürzt verlassen, wobei seine Freundin, die Ärztin Annie zurückbleibt. Nach dieser Erfahrung beendet Jim sein Söldnerdasein und kehrt erst acht Jahre später im Auftrag einer Hilfsorganisation in den Kongo zurück. Er baut nun Brunnen, doch eines Tages wird er bei der Arbeit überfallen und die erneute Flucht nach London gelingt ihm nur knapp. Terrier muss feststellen, dass offenbar jemand systematisch Jagd auf die Mitglieder seiner früheren Söldnergruppe macht und alarmiert seine ehemaligen Kollegen.

Mein Eindruck: Sean Penn ist ein vielseitiger Schauspieler, den man aber mögen muss. Er kann alle möglichen Rollen spielen, vom schrägen Rockstar ("Cheyenne - This must be the pace"), über einen schwulen Politiker ("Milk"), bis hin zum Gangsterboss Mickey Cohen in "Gangster Squad". Jetzt versucht er sich (a la Liam Neeson in "96 Hours") als alternder Actionheld. Zugegeben, mit seinen 54 Jahren ist er total durchtrainiert, aber leider krankt sein neuer Film "The Gunman" an vielen Sachen. Der Streifen ist komplett auf ihn zugeschnitten und ich muss leider sagen, dass er in dieser Rolle fehlbesetzt ist. Die Story ist stereotypisch und klischeebehaftet: Ein geläuterter Killer, der schließlich als Entwicklungshelfer arbeitet, holt seine Vergangenheit ein. Auf seiner Europareise muss er seine Gegner eliminieren, seine Geliebte zurückgewinnen und dazu noch seine Krankheit besiegen. Immerhin spielen einige namhafte Schauspieler mit, doch das hilft leider auch nichts. Javier Bardem ("Skyfall") hat eine undankbare Rolle als Schurke und seine Darstellung ist unterirdisch. Idris Elba ("Luther") hat im Grunde nur zwei Auftritte und am besten kommt noch Ray Winstone ("Noah")  als sein alter Kumpel weg. Die weibliche Hauptrolle spielt die italienische Mimin Jasmine Trinca, die aber komplett farblos bleibt. Das große Problem des Film bleibt Sean Penn, der in seiner Rolle nicht überzeugen kann. Da ist mir Liam Neeson lieber...

Kino-Info: Im kleinen Kino 11 verliefen sich etwas über 10 Leute, an diesem Donnerstag war im Cinemaxx so wie so tote Hose.

Kinostart: 30.4.2015
Thriller, Action, Drama
115 Min.
FSK: 16
21

 

 
Avengers - Age of Ultron (3D)

Avengers - Age of Ultron (3D) 

Regie: Joss Whedon. Darsteller: Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man), Chris Evans (Steve Rogers / Captain America), Mark Ruffalo (Bruce Banner / Hulk), Chris Hemsworth (Thor), Scarlett Johansson (Natasha Romanoff / Black Widow), Jeremy Renner (Clint Barton / Hawkeye), Samuel L.Jackson (Nick Fury), James Spader (Ultron Stimme)

Inhalt: Tony Stark alias Iron Man will ein Friedensprogramm in Gang bringen, doch dabei geht etwas schief. Das Ergebnis ist die Künstliche Intelligenz Ultron, die nicht weniger will als die Ausrottung der Menschheit. Nun ist es an den Avengers, Ultron in die Schranken zu weisen. Zusammen mit Iron Man treten Thor, Captain America, Hulk, Black Widow und Hawkeye dem Fiesling in Robotergestalt entgegen und bekommen dabei Unterstützung von den ehemaligen S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury und Maria Hill. Außerdem kreuzen die geheimnisvollen und mit besonderen Fähigkeiten ausgestatteten Geschwister Wanda und Pietro Maximoff, auch bekannt als Scarlet Witch und Quicksilver, den Weg der Helden.

Mein Eindruck: Nachdem mir der erste Avengers-Streifen vor 3 Jahren so gut gefallen hat war ich auf die Fortsetzung gespannt. Der Trailer sah auch super aus, meine Erwartungshaltung war sehr hoch. Leider hat mich der Film enttäuscht. Wie konnte das passieren? Alle Hauptakteure sind wieder am Start, das ist schon mal positiv. Der Gegner allerdings, die Roboter-KI Ultron, ist leider eine Nullnummer. Im Grunde ist Ultron ein stinknornmaler Schurke, der durch seine Roboterarmee lebt, aber wenig darstellt. Im Trailer wirkte er viel cooler bzw. gefährlicher. Da ist mir Loki aus Teil 1 lieber. Dann krankt der Film an der lahmen Story, wenn man überhaupt von einer Story reden kann. Die Action-Sequenzen sind natürlich bombastisch, haben aber bei mir keinen Freudentanz ausgelöst. Vielmehr habe ich mich im Laufe des Films gefragt, warum ich diese doofe 3D-Brille auf habe: Es gibt in den 141 Minuten zu wenig gute Effekte - Punkt. Schließlich finde ich die Idee von Ultron, die Erde durch einen selbst erstellten Meteoriten (der vorher eine Stadt war) zu zerstören ziemlich mau. Neben den Kampfszenen gibt es einige ruhigere Momente, die den Film auch nicht retten können. Fazit: Der zweite Teil der Avengers fällt bei mir durch. Das ist sehr schade, denn ich hatte wesentlich mehr erwartet.

Kino-Info: Am Tag der Arbeit ist in der Nachmittags-Vorstellung das Kino nicht mehr so voll wie am Startwochenende.

Kinostart: 23.4.2015
Sci-Fi, Action, Comic
141 Min.
FSK: 12
20

 

 
Ex Machina

Ex_Machina 

Regie: Alex Garland. Darsteller: Domhnall Gleeson (Caleb), Oscar Isaac (Nathan), Alicia Vikander (Aya), Sonoya Mizuno (Kyoko)

Inhalt: Caleb ist Programmierer bei einer mächtigen Internetfirma. Dort gewinnt er einen internen Wettbewerb und darf deshalb eine Woche in dem Anwesen des ebenso brillanten wie menschenscheuen Chef des Unternehmens, Nathan, verbringen. Bei seiner Ankunft erfährt Caleb, dass Nathan ihn als menschliche Komponente bei einem Turing Test auserwählt hat: Er soll die Fähigkeiten und insbesondere das Bewusstsein von Nathans neuster Erfindung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz bewerten. Das Testobjekt ist Ava, ein ebenso intelligenter wie verführerischer weiblicher Roboter.

Mein Eindruck: "Ex_Machina" ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Wenn man auf intelligenten Science-Fiction steht, dann ist man richtig. Allerdings muss man sich im klaren sein, dass Alex Garlands Regiedebüt ein Kammerspiel mit drei Hauptakteuren ist. Domhnall Gleeson ("Unbroken") spielt den jungen Programmierer Caleb, der scheinbar zufällig eine Einladung zu seinem Chef gewinnt. Das mehr dahinter steckt, dass bekommt der Zuschauer schnell heraus, denn es passieren seltsame Dinge in der futuristischen Luxusvilla von Nathan (Oscar Isaac - "Inside Llewayn Davis"). Nathan ist zwar ein Computer-Genie, doch er wirkt egozentrisch und unsympathisch. Er hat Ava (Alicia Vikander - "Seventh Son") geschaffen, einen Roboter mit künstlicher Intelligenz, die so menschlich wirkt, dass man sie nicht von einem richtigen Menschen unterscheiden kann. Es entstehen einige Spannungen zwischen den Akteuren und mehr verrate ich nicht. Absolut Super sind die Effekte. Der Streifen hat keine Actionsequenzen, die Special-Effekte fließen alle in die Animation von Ava ein. Sie wirkt so echt, als hätte man sie live vor Ort gefilmt. "Ex_Machina" erinnert von seine Machart her an Kubrick-Filme: Eine strenge, kühle Umgebung mit intelligenter Story und Top-Darstellern. Den Vogel hat für mich Alicia Vikander abgeschossen, denn ihre Darstellung der Ava ist schlichtweg unglaublich. Kleiner Gag am Rande: Domhnall Gleeson und Oscar Isaac spielen gemeinsam im neuen Star Wars Film mit.

Kino-Info: Wieder Kinotag , wieder tote Hose. In Kino verlieren sich nur wenige Zuschauer, der Film hat mehr verdient.

Kinostart: 23.4.2015
Drama, Sci-Fi, Thriller
108 Min.
FSK: 12
19

 

 
Run all Night

Run all Night 

Regie: Jaume Collet-Serra. Darsteller: Liam Neeson (Jimmy Conlon), Ed Harris (Shawn Maguire), Joel Kinnaman (Mike Conlon), Boyd Holbrook (Danny Maguire), Vincent D'Onofrio (Detective Harding), Bruce McGill (Pat Mullen), Genesis Rodriguez (Gabriela Conlon)

Inhalt: Unter dem Spitznamen "Totengräber" war er einst eine Legende in der Unterwelt, aber diese glorreichen Tage liegen lange zurück. Profi-Killer Jimmy Conlon ist in die Jahre gekommen, seine enge Freundschaft zum Paten Shawn Maguire ein verstaubtes Relikt vergangener Tage – die aktuellen zerfließen im Alkohol. Ein verhängnisvoller Zwischenfall bringt die beiden Männer eines Tages jedoch wieder zusammen. Als Maguires Sohn Danny versucht, Conlons Sohn Mike zu töten, geht der alte Killer dazwischen, erschießt Danny und macht sich seinen ehemaligen Freund Maguire so zum Feind. Eine Auseinandersetzung nimmt ihren Lauf.

Mein Eindruck: Es kommt mir so vor, als ob ich in letzter Zeit nur noch Liam Neeson im Kino sehe. Von "Ruhet in Frieden" bis zum dritten Teil von "96 Hours" - Neeson gibt einen alternden Actionhelden und haut alles weg. So präsentiert sich auch der Trailer zu seinem neusten Werk: "Run all Night". Meine Erwartung war nicht all zu hoch, aber der Film hat doch mehr Potential als gedacht. Der Zweikampf zwischen Liam Neeson und Ed Harris erzeugt spannende Unterhaltung. Interessant ist hier, dass die beiden Protagonisten alte Freunde und Kampfgefährten sind. Doch der Mord an seinem Sohn lässt Shawn (Harris) keine Wahl: Seine Rache muss blutig sein, auch um seinen Ruf als Gangsterboss zu wahren, egal aus welchen Motiven der Mörder (Neeson) gehandelt hat. So kommt es im nächtlichen New York zu einem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel. Besonders gefallen hat mir die Kameraführung. Nicht die sehr zappelig gefilmten Actionsequenzen, sondern die Aufnahmen der nächtlichen Metropole sind sehr gut gelungen. Das einzige, was mir aufgestoßen ist, ist das Ende. Die Sequenzen in der Hütte bzw. im Wald waren doch etwas zu viel. Abgesehen davon bietet der Film ordentliche Kino-Unterhaltung im altbewährten Stil. Gegen einen "John Wick" kommt der neuste Neeson-Film nicht an, der ist noch eine ganze Ecke cooler und zackiger.

Kino-Info: Am Kinotag war das große Kino 7 sehr mäßig gefüllt, was wohl am guten Wetter und der Champions-League lag.

Kinostart: 16.4.2015
Krimi, Drama, Action
114 Min.
FSK: 16
18

 

 
Best Exotic Marigold Hotel 2

Best Exotic Marigold Hotel 2 

Regie: John Madden. Darsteller: Dev Patel (Sonny Kapoor), Maggie Smith (Muriel Donnelly), Bill Nighy (Douglas Ainslie), Judi Dench (Evelyn Greenslade), Celia Imrie (Madge Hardcastle), Ronald Pickup (Norman Cousins), Tena Desae (Sunaina), Richard Gere (Guy Chambers)

Inhalt: Ein zweites Best Exotic Marigold Hotel ist Sonnys Traum und nimmt ihn zeitlich sehr in Anspruch, obwohl auch die Heirat mit der Liebe seines Lebens, Sunaina, bevor steht. Ein neues Hotel ist allerdings dringend notwendig, denn in seinem Best Exotic Marigold Hotel ist nur noch ein einziges Zimmer frei - was ihn durch die Ankunft der beiden neuen Gäste Guy und Lavinia vor Probleme stellt. Die Dauergäste Evelyn und Douglas haben sich in Jaipur wunderbar eingelebt und gehen in ihrer Arbeit auf, aber ihre zarte Verbindung verunsichert beide. Norman und Carol durchlaufen die Höhen und Tiefen einer für sie ungewohnten, festen Partnerschaft, während sich Madge zwischen zwei ebenso begehrenswerten wie wohlhabenden Verehrern entscheiden muss. Muriel, die neue Ko-Managerin des Hotels, wacht über all diese Geheimnisse - auch ihre eigenen.

Mein Eindruck: Ich war schon überrascht, als ich gesehen habe, dass es einen zweiten Teil von "Best Exotic Marigols Hotel" geben wird. Der erste Film hat mir gut gefallen, aber das die Geschichte der Rentner-Gang, die es nach Indien verschlagen hat, weitererzählt wird, das hätte ich nicht erwartet. Regie führte wie bei Teil 1 John Madden, und die komplette Besetzung ist ebenfalls wieder am Start. Neu ist dieses Mal Richard Gere, der als vermeidlicher Hotel-Tester Sonny in helle Aufregung versetzt. Der 2.Teil schafft es mit lockerer Hand, die Geschichten der Hotelgäste weiter zu erzählen. Allerdings ist der Kulturschock, den die Gäste bei ihrer Ankunft erfahren mussten, lange gewichen. So fällt der Film etwas harmloser aus, ist vielleicht nicht mehr so bissig, weil sich alle Akteure miteinander arrangiert haben. Trotzdem ist der Streifen absolut sehenswert, weil die Besetzung hervorragend ist. Viele der Handlungen, die den Darstellern während der 123 Minuten passieren, sind vorhersehbar, aber das trübt den Spaß nicht. Außerdem gefällt der exotische Schauplatz, ist ja halt das Best Exotic Marigold Hotel. Fazit: Schöner Gute-Laune-Film mit Top-Besetzung, sehenswert.

Kino-Info: Tote Hose im Astra: In der Abendvorstellung verirren sich 5 Leute. So was hat der Film nicht verdient.

Kinostart: 2.4.2015
Komödie, Drama
123 Min.
FSK: ohne
17

 

 
Fast & Furious 7

Fast & Furious 7 

Regie: James Wan. Darsteller: Vin Diesel (Dominic Toretto), Paul Walker (Brian O'Conner), Jason Statham (Deckard Shaw), Michelle Rodriguez (Letty), Tyrese Gibson (Roman), Ludacris (Tej), Jordana Brewster (Mia), Kurt Russell (Mr. Nobody), Dwayne Johnson (Hobbs)

Inhalt: Deckard Shaw sinnt auf Rache für seinen Bruder Owen. Er will alle aus der Crew von Dominic Toretto tot sehen. Die Bleifüße merken, wie ernst es Shaw ist, als der Anschläge in Doms Umfeld verübt, die auch den Bundesagenten Luke Hobbs bedrohen. Um ihren gefährlichen Gegner auszuschalten, gehen Dom & Co. einen Deal mit einem mysteriösen Regierungsagenten ein. Sie sollen Ramsey befreien, die entführt wurde, weil sie ein Überwachungsprogramm namens "Das Auge Gottes" entwickelt hat. Gelingt es der Gang, Ramsey zu retten, dürfen sie "Das Auge Gottes" dazu benutzen, Shaw aufzuspüren.

Mein Eindruck: Wieder einmal gibt es einen Fast & Furious-Streifen im Kino. Doch dieses Mal ist die Stimmung anders, denn jeder im Saal weiß, dass der siebte Teil der Reihe der letzte mit Paul Walker ist. Am 30.11.2014 verunglückte der Schauspieler tödlich während die Dreharbeiten zu dem Film liefen. Die Macher haben die Film beendet, das Drehbuch wurde geändert und fehlende Szenen wurde u.a. mit seinen Brüdern vervollständigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn der Film funktioniert. Am Ende gibt einen Rückblick auf die besten Szenen mit Paul Walker und den kurzen Text: For Paul. Abgesehen davon ist der Rest business as usual. Die Actionsequenzen werden immer abgedrehter und aufwendiger, die Schauspieler  überleben die gefährlichsten Situationen ohne Kratzer (Ausnahme The Rock) und die Dialoge ziehen einem (wie immer) die Schuhe aus. Trotzdem: Die Fast & Furios-Welt ist so, und da muss ich gar nicht meckern, denn anders wird es nie sein. Für mich waren die Filme noch nie Highlights, und das werden sie auch nie sein. Kurioserweise habe ich aber fast alle im Kino gesehen...warum eigentlich? :-)

Kino-Info: Am Tag vor "Car-Freitag" ist das Kino 7 im Cinemaxx sehr voll. Dumm nur: Warmer Kinosaal, doofe Pause und 3 Stunden im Kino - das nervt.

Kinostart: 1.4.2015
Action
140 Min.
FSK: 12
16

 

 
Shaun das Schaf - Der Film

Shaun das Schaf - Der Film 

Regie: Mark Burton, Richard Starzack. Darsteller: Der Bauer, sein Hund und die Schafe

Inhalt: Shaun hat sich in den Kopf gesetzt hat, sich selbst und den anderen Schäfchen endlich einmal einen freien Tag zu verschaffen, denn vom Trott auf der Farm und seiner lieblos unvorteilhaften Frisur ist Shaun gleichermaßen genervt. Doch der Versuch, den Bauern einen Tag lang unversehrt ins Land der Träume zu schicken, geht gründlich schief. Statt friedlich in seinem Wohnwagen zu schlafen, landet der Farmer versehentlich in der großen Stadt, als sein Gefährt ins Rollen gerät und bergab mitten in den Großstadtdschungel saust. Zu allem Überfluss erleidet er dabei auch noch einen Gedächtnisverlust. Shaun und seine Herde samt Hund Bitzer müssen sich nun einen Plan ausdenken, wie sie ihren Bauern wieder zurück auf die Farm bekommen.

Mein Eindruck: Alles was die englische Animationsfirma Aardman rausbringt ist einfach nur genial: Von "Chicken Run" (2000) über "Wallace & Gromit" bis hin zu "Flutsch und weg" - Nick Park und Peter Lord unterhalten sowohl Kinder als auch Erwachsene. Ihr neuster Streich ist die Kinoversion von "Shaun das Schaf", bekannt aus dem Kinderkanal oder der Sendung mit der Maus. Ich hab meinen Spaß mit der aufwendige Knetanimation und dem typisch englischen Humor incl. der vielen kleinen versteckten Gags. Zum Beispiel ist in dem Tiergefängnis eine Hannibal-Lector-Katze oder ein Hund, der mit seinem eiskalten Blick alle anderen verunsichert. Als Sahnehäubchen ist der Film komplett ohne Dialoge, man hört die Menschen immer nur grummeln. Interessanterweise sind alle Schilder oder Hinweise in der deutschen Version in deutsch, da wurde der Film auf das jeweilige Land angepasst. Kurzum: Freunde von Animationsflmen werden von dem Ausflug der Schafe in die Großstadt nicht enttäuscht werden.

Kino-Info: In der Nachmittagsvorstellung in der Filmpassage tummeln sich einige Kinder und Eltern - das kleine Kino 3 ist recht voll.

Kinostart: 19.3.2015
Trickfilm, Abenteuer, Komödie
95 Min.
FSK: ohne
15

 

 
Das ewige Leben

Das ewige Leben 

Regie: Wolfgang Murnberger. Darsteller: Josef Hader (Brenner), Tobias Moretti (Aschenbrenner), Nora von Waldstätten (Dr. Irrsiegler), Roland Düringer (Köck)

Inhalt: Brenner steht in seinem Leben vor einem riesigen Abgrund und braucht einen Ort, an dem er zur Ruhe kommen kann. Ihm fällt sein Elternhaus ein. Das befindet sich in Graz, der Stätte seiner Jugend, doch eigentlich hatte er dieser Zeit aus triftigen Gründen längst den Rücken gekehrt. Kaum angekommen, folgen bereits eine Reihe von Begegnungen mit vielen alten Gesichtern und das Geheimnis um eine Jugendsünde bahnt sich den Weg ans Licht. Nach einem Besuch von seinem alten 'Jugendfreund' Aschenbrenner sitzt nämlich plötzlich eine Kugel in Brenners Kopf, die er angeblich selbst dort hineinbefördert hat. Doch Brenner ist sich sicher, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

Mein Eindruck: Zum vierten Mal verkörpert Josef Harder den Brenner, aber leider ist der neuste Film "Das ewige Leben" auch der schwächste. Brenner ist fertig: kein Job, kein Geld, keine Zukunft. Als einzigen Ausweg sieht er sein Elternhaus in Graz, in das er niemals zurückkehren wollte - aber er hat keine andere Wahl. Hier wird er von den Schatten der Vergangenheit eingeholt. Die Story ist düster und hoffnungslos und der Film schlägt eine melancholische Stimmung an. Leider geht so einiges der 'Bösartigkeit' verloren, denn der schwächelnde Brenner ist längst nicht mehr so bissig wie in "Der Knochenjäger" oder "Silentium". Die angesprochenen Filme haben auch mehr Wert auf die Krimihandlung gelegt, die auf den Privatdetektiv zugeschnitten war. Brenner ist aber nur noch ein Wrack, und so läuft der Kriminalfall an ihm vorbei, denn er ist gar nicht in der Lage (körperlich und geistig), sich damit zu befassen. Trotzdem hat der Film einige gute Momente, die an alte Zeiten erinnern. Zum Beispiel die Szene, in der Brenner mit seinem Motorrad von der Polizei angehalten wird. Da blitzt kurz der österreichische Schmäh auf. Schauspielerisch ist der Film kein Thema, Josef Harder ist absolut top in seiner Rolle. Dumm nur, dass das Drumherum dieses Mal nicht stimmt.

Kino-Info: Wenige Besucher am Dienstag-Abend im Eulenspiegel, die einen Überlänge-Zuschlag bezahlen mußten.

Kinostart: 19.3.2015
Komödie, Drama, Krimi
123 Min.
FSK: 12
14

 

 
Kingsman

Kingsman - The Secret Service 

Regie: Matthew Vaughn. Darsteller: Colin Firth (Harry Hart /Galahad), Taron Egerton (Gary 'Eggsy' Unwin), Samuel L. Jackson (Valentine), Mark Strong (Merlin), Michael Caine (Arthur), Sofia Boutella (Gazelle), Sophie Cookson (Roxy), Mark Hamill (Professor Arnold)

Inhalt: Harry Hart ist ein britischer Geheimagent der alten Schule – cool, charmant und abgebrüht. Er arbeitet für einen der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen. Die Agenten, die sich selbst als moderne Ritter verstehen, sind ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Eines Tages wird Harry auf den Straßenjungen Eggsy aufmerksam, der, wie er findet, einiges an Potenzial zeigt. Allerdings liebäugelt Eggsy auch mit der Welt jenseits des Gesetzes und kennt keine Disziplin. Da Eggsys Vater Harry einst das Leben rettete, bewahrt der Agent den jungen Erwachsenen vor dem Gefängnis und schleust ihn in das harte Rekrutierungsprogramm seiner Organisation ein. Währenddessen untersucht er selbst das Verschwinden mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten und gerät dabei an den Milliardär Richmond Valentine, der bei einem ominösen Plan zur Rettung der Erde vor nichts und niemandem Halt macht.

Mein Eindruck: Regisseur Matthew Vaughn hat bei mir einen Stein im Brett, denn er hat 2010 den Film "Kick-Ass" gemacht, und den finde ich bis heute schlichtweg genial. 2011 machte er "X-Men: Erste Entscheidung" und nun meldet er sich mit einem Agentenfilm zurück, der ein echter Kracher ist. "Kingsman - The Secret Service" kombiniert das Beste aus James Bond, Jason Bourne und Jack Bauer, mixt alles zusammen und wird so zu einem Kinohighlight des Jahres. Es ist die Mischung aus Action, Spannung und Blödsinn, die den Film so sehenswert machen. Einen großen Anteil hat natürlich Schauspieler und Oscar-Gewinner Colin Firth, den man zum ersten Mal als Actionheld sieht. Ich kann nur sagen (und will nicht ins Detail gehen), dass seine Actionsequenz - untermalt von Free Bird (!) - eine der besten ist, die ich je gesehen habe. Auch Samuel L. Jackson tobt sich so richtig als Bösewicht aus und es gibt ein Wiedersehen mit 'Luke Skywalker' Mark Hamill, der einen Professor spielt. Die Wertung von 5 Sternen sagt eigentlich alles, mir hat der Streifen von Anfang bis Ende super gefallen. Ich kann mir keinen anderen Regisseur außer Matthew Vaughn vorstellen, der momentan so einen Film hinlegt und damit durchkommt... ;-)

Kino-Info: Sonntag-Nachmittag im Cinemaxx: das große Kino 7 war mäßig gefüllt

Kinostart: 12.3.2015
Action, Krimi, Komödie
129 Min.
FSK: 16
13

 

 
Chappie

Chappie 

Regie: Neill Blomkamp. Darsteller: Sharlto Copley (Chappie) [englische Originalstimme und Motion Capture], Dev Patel (Deon Wilson), Ninja (Ninja), Yo-Landi Visser (Yolandi), Hugh Jackman (Vincent Moore), Sigourney Weaver (Michelle Bradley), Jose Pablo Cantillo (Amerika)

Inhalt: In der nahen Zukunft werden Verbrechen mit Hilfe von Polizei-Robotern bekämpft, die kompromisslos gegen die Bevölkerung vorgehen. Doch die Menschen beginnen allmählich, sich zu wehren. Als einer der Polizei-Droiden, Chappie, gestohlen und neu programmiert wird, wird er der erste Roboter, der die Fähigkeit hat, eigenständig zu denken und zu fühlen. In den Augen der mächtigen Elite stellt dieser Roboter eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und die gesamte Menschheit dar. Und so wird mit allen Mitteln versucht, sicher zu stellen, dass Chappie der Letzte seiner Art ist.

Mein Eindruck: Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp hat 2009 mit "District 9" einen ungewöhnlichen Sci-Fi-Film rausgehauen, der mir super gefallen hat. "Elysium" von 2013 war auch nicht schlecht und dieses Jahr ist er wieder mit einem Sci-Fi-Film im Kino: "Chappie". Der Film ist ein Crossover zwischen "Robocop" und "Nummer 5 lebt". Chappie ist ein schrottreifer Polizei-Roboter. Kurz vor seinem Ende bekommt er von dem Wissenschaftler Deon eine künstliche Intelligenz eingesetzt, die ihn einzigartig macht. Er ist der erste Roboter, der lernen und denken kann und sich so weiterentwickelt. Dummerweise wird er von ein paar Kriminellen groß gezogen und so verläuft seine Entwicklung nicht gerade optimal. Aus dieser seltsamen Konstellation entwickelt sich schräger Humor. Das Gangsterpärchen Ninja und Yolandi - im wahren Leben unter Die Antwoord als Rap-Rave-Band bekannt - wollen Chappie für einen Überfall einsetzen, nur der Roboter will (dank seiner Programmierung) kein Verbrechen begehen. Über Umwege kriegen sie ihn schließlich dazu, Menschen schlafen zu legen (indem er sie durch Wurfsterne verletzt) oder Autos zu requirieren (indem ihm eingeredet wird, das Auto würde Daddy gehören und es müsse es zurückbringen). Der Film ist gut inszeniert und gefällt durch perfekte Tricktechnik und ordentliche Action-Sequenzen. Leider gibt es bei mir Abzüge für das Ende, das mir nicht wirklich gefallen hat. Trotzdem ist "Chappie" ein sehenswerter Film, der in Südafrika spielt und mit einigen US-Topstars (Hugh Jackman, Sigourney Weaver) aufgepeppt wurde.

Kino-Info: Die Abendvorstellung war relativ übersichtlich besetzt - massig Platz für alle.

Kinostart: 5.3.2015
Sci-Fi, Thriller, Action
120 Min.
FSK: 12
12

 

 
American Sniper

American Sniper 

Regie: Clint Eastwood. Darsteller: Bradley Cooper (Chris Kyle), Sienna Miller (Taya), Luke Grimes (Marc Lee), Jake McDorman (Biggles), Cory Hardrict (Dandridge)

Inhalt: U.S. Navy SEAL Chris Kyle hat bei seinem Einsatz im Irak eine einzige Aufgabe: seine Kameraden zu schützen. Seine überragende Treffsicherheit rettet auf dem Schlachtfeld unzähligen Soldaten das Leben, und als die Berichte seiner mutigen Taten die Runde machen, verdient er sich den Spitznamen "Legende". Doch auch auf der Seite des Feindes wird sein Name bekannt: Als ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird, gerät er ins Visier der Aufständischen. Einen ganz anderen Kampf muss er an der Heimatfront bestehen: Wie soll er sich als Ehemann und Vater bewähren, wenn die halbe Welt zwischen ihm und seiner Familie liegt?

Mein Eindruck: Filme von Clint Eastwood sind für mich immer Highlights. Ob als Schauspieler, Regisseur oder beides - in den letzten Jahren konnte man mit einem Eastwood-Streifen nichts falsch machen. Sein neustes Werk, "American Sniper", hat bei mir aber keinen Begeisterungsturm ausgelöst. Der Film um den Scharfschützen Chris Kyle ist handwerklich gut gemacht, auch Bradley Cooper gefällt in der Hauptrolle, aber irgendwie hinterlässt der Film einen bitteren Nachgeschmack. Das liegt am Thema: Ein Navy Seal schützt seine Kameraden vor allen Feinden, koste es was es wolle. Zweifellos war Chris Kyle einer der besten von ihnen. Er hat über 160 bestätigte tödliche Treffer und er war stolz darauf, die "Wilden" abgeknallt zu haben. Man kann die Sache auch anders sehen, denn ist ein Mann ein Patriot, der seine Feinde aus dem Hinterhalt erschießt? Dann müsste auch sein Gegner auf der anderen Seite als Held gefeiert werden, wenn er amerikanische Soldaten gnadenlos abknallt. Das sehen die Amis natürlich nicht so. Von da her spricht mich der Film nicht so an. Es gibt weitaus beindruckendere Anti-Kriegsfilme zum Thema Irak, die mehr unter die Haut gehen (z.B. "Brothers" mit Tobey Maguire & Jake Gyllenhaal). Clint Eastwoods Film ist handwerklich top, aber die eindimensionale Story stößt doch bitter auf, deshalb gibt es Abzüge in der B-Note.

Kino-Info: Kino 4 war eine Woche nach Start noch gut gefüllt - der Sniper zieht!

Kinostart: 26.2.2015
Drama, Krieg
127 Min.
FSK: 16
11

 

 
Blackhat

Blackhat 

Regie: Michael Mann. Darsteller: Chris Hemsworth (Nick Hathaway), Leehom Wang (Chen Dawai), Wei Tang (Chen Lien), Viola Davis (Carol Barrett), Holt McCallany (Mark Jessup)

Inhalt: Ein Angriff auf die globalen Finanzmärkte von nie gekanntem Ausmaß versetzt Regierungen und Geheimdienste in Panik - so sehr, dass sie sogar Nicholas Hathaway aus dem Gefängnis holen, um den Kampf gegen die geheimnisvollen Cyberkriminellen zu gewinnen. Hathaway, ein zu 15 Jahren verurteilter Hacker und Computergenie, ist der Einzige, der es mit den Gangstern hinter der Web-Attacke aufnehmen kann. Er lässt sich für das Versprechen anheuern, ein freier Mann zu sein, wenn er die Täter aufspürt. Doch was für Hathaway fast als sportliche Herausforderung beginnt, wird sehr schnell zu einem erbarmungslosen Spiel auf Leben und Tod - denn sein anonymer Gegner kapert nicht nur die globalen Datenleitungen, sondern trägt auch höchst realen Terror in die Welt.

Mein Eindruck: Filme von Michael Mann gewährleisten eine gute Qualität: "Heat" (1995) oder "Collateral" (2004) sind für mich absolute Highlights, dagegen war die Kinofassung von "Miami Vice" (2006) nicht ganz so stark. Jetzt hat er einen Cyberthriller am Start, mit dem ich sehr gut leben kann. Die Regierungen von China und den USA sind ratlos: Ein Hackerangriff hat ein Atomkraftwerk teilweise zerstört und die Börse wurde nachhaltig manipuliert. Doch niemand zeigt sich dafür verantwortlich. So müssen die beiden Staaten kooperieren, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die Ermittlungen, die sich über mehrere Kontinente ziehen, stellt Regisseur Michael Mann in ruhigen Bilder da. Er schafft es auch, die komplizierten Sachverhalte der Hacker spannend auf die Leinwand zu bringen. Wenn unser Team dem Bösewicht näher auf die Pelle rückt, dann wird es rustikal. Eine lange Schießerei in Macao erinnert leicht an das Geballer von "Heat", ist aber nicht so ausufernd. Gegen Ende nimmt der Film so richtig Fahrt auf. Chris Hemsworth ("Thor") spielt angenehm zurückhaltend, ebenso wie seine chinesischen Mitdarsteller Leehim Wang (nebenbei gebürtiger Amerikaner) und Wei Tang. Mir hat die eher nüchterne Art gefallen, wie sie den Fall lösen wollen - mit allen Mitteln, und manchmal auch illegalen. Andere Regisseure hätten das Thema garantiert versaut, Michael Mann eben nicht. 4 Sterne für "Blackhat" gehen voll in Ordnung.

Kino-Info: Am Montag verirren sich ca. 20 Leute ins kleine Kino 11.

Kinostart: 5.2.2015
Thriller, Action,
133 Min.
FSK: 16
10

 

 
Jupiter Ascending (3D)

Jupiter Ascending (3D) 

Regie: The Wachowskis. Darsteller: Mila Kunis (Jupiter Jones), Channing Tatum (Caine Wise), Sean Bean (Stinger Apini), Eddie Redmayne (Balem Abrasax), Douglas Booth (Titus Abrasax), Tuppence Middleton (Kalique Abrasax)

Inhalt: Jupiter Jones wurde unter dem Nachthimmel geboren - man sagt ihr eine große Zukunft voraus. Als erwachsene Frau träumt Jupiter von den Sternen, wird aber immer wieder vom nüchternen Alltag eingeholt, denn sie bekommt nichts auf die Reihe und hält sich mit Toilettenputzen über Wasser. Erst als der genetisch manipulierte Ex-Soldat Caine auf der Erde landet, um sie zu finden, bekommt Jupiter eine Ahnung von dem Schicksal, das ihr von Geburt an vorherbestimmt ist: Ihre Gene weisen sie als Anwärterin auf ein außergewöhnliches Erbe aus, das den gesamten Kosmos aus den Angeln heben könnte.

Mein Eindruck: "Jupiter Ascending" sollte ja schon letztes Jahr im Kino anlaufen, doch dann wurde der neuste Streich der Wachowskis ("Cloud Atlas") um Monate verschoben, weil wohl noch an den Trickeffekten gefeilt werden musste. Gebracht hat das nichts, denn der Streifen ist nicht das Gelbe vom Ei. Zuerst mal das positive: Die Trickeffekte sind zwar schnell geschnitten, sehen aber in 3D ganz ordentlich aus und über die Actionsequenzen kann man nicht meckern. Leider war es das schon, jetzt kommt nur noch Gemecker: Die Story ist recht kompliziert. Wie unsere Heldin Jupiter (gespielt von Mila Kunis) muss der Zuschauer die Zusammenhänge erst einmal verdauen: Die Erde wurde von Außerirdischen angelegt, die irgendwann die Menschen "ernten" werden - Bäm! Die Handlung erinnert an die von "Matrix", nur im größeren galaktischen Rahmen. Dummerweise lässt die einen kalt, was vor allen an der Hauptdarstellerin liegt: Mila Kunis, bekannt aus "Black Swan" oder "Freunde mit gewissen Vorzügen", ist leider eine Fehlbesetzung. Ich kann die Darstellerin eigentlich gut leiden, aber mit ihrer Rolle ist sie total überfordert. Channing Tatum - aktuell in "Foxcatcher" zu sehen - ist nicht schlecht als Söldner, doch Sympathie für ihn kommt nie auf. Ein richtiger Kotzbrocken ist Eddie Redmayne ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") als Balem Abrasax. Immerhin spielt er seine Rolle so gut, dass man ihm pausenlos die Fresse polieren möchte. Fazit: Mich hat der Film total kalt gelassen, die ordentlichen Actionsequenzen können über die müde Story und die mäßigen Mimen nicht hinwegtrösten.

Kino-Info: Zum Kinostart ist das große Kino 7 ganz gut gefüllt. 3D ist nicht übel, der Sound ist kernig, nur der Film schwächelt.

Kinostart: 5.2.2015
Sci-Fi, Action, Abenteuer
127 Min.
FSK: 12
9

 

 
Birdman

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit 

Regie: Alejandro González Iñárritu. Darsteller: Michael Keaton (Riggan), Edward Norton (Mike), Emma Stone (Sam), Naomi Watts (Lesley), Zach Galifianakis (Jake), Andrea Riseborough (Laura), Amy Ryan (Silvia)

Inhalt: Die Karriere von Riggan Thomson ist quasi am Ende. Früher verkörperte er den ikonischen Superhelden Birdman, doch heute gehört er zu den ausgedienten Stars einer vergangenen Ära. In seiner Verzweiflung versucht er, ein Broadway-Stück auf die Beine zu stellen, um sich und allen anderen zu beweisen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Als die Premiere näher rückt, fällt Riggans Hauptdarsteller unfallbedingt aus. Der Regisseur findet mit Mike Shiner schnellen Ersatz – der jedoch nicht nur ein genialer Schauspieler, sondern auch ein exzentrischer Choleriker ist und Riggans Tochter Sam anbaggert, die gerade einen Drogenentzug hinter sich gebracht hat. Zusätzlich unter Druck gesetzt wird der gebeutelte ehemalige "Birdman" von seiner Freundin Laura, die erzählt, von ihm schwanger zu sein.

Mein Eindruck: "Birdman" ist ein Film, der in Erinnerung bleibt. Die Story um einen heruntergekommen Schauspieler, der sich mit einem Broadway-Stück wieder profilieren möchte, ist nicht gerade originell. Die ganze Machart des Film reißt aber alles raus und so ist "Birdman" ein ganz heißer Oscar-Anwärter. Es wäre ein Skandal, wenn der leer ausgehen würde. Michael Keaton spielt die Hauptrolle und der Film ist ein Spiegelbild seines Lebens: Nach seinem Erfolg als Batman ist die Karriere von Keaton stagniert, er hat zwar noch Filme gemacht, aber außer ein paar netten Nebenrollen (z.B. in "Jackie Brown") war kaum was brauchbares dabei. So erging es auch Riggan Thomson. Der war als Birdman ein großer Star, jetzt versucht er krampfhaft wieder ins Rampenlicht zu kommen. Der Film des spanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu ("Biutiful" oder "Babel") wirkt so, als wäre er nur mit einer Kamera ohne Schnitt gefilmt worden. Doch es gibt während des Drehs jede Menge Zeitsprünge, die der Regisseur auf elegante Weise löst und damit die Zuschauer fasziniert. Dann kann er eine ausgezeichnete Besetzung vorweisen, bei der vor allem Edward Norton ("Grand Budapest Hotel") heraussticht. Er spielt Mike, einen selbstverliebten, egomanischen Mimen, der alle in den Wahnsinn treibt, aber dabei unglaublich erfolgreich ist. Ich will nicht zuviel über "Birdman" verraten, nur soviel: Diese Perle sollte man sich im Kino nicht entgehen lassen.

Kino-Info: Mitten in der Woche ist das Filmstudio Glückauf besser gefüllt als wir erwartet hatten.

Kinostart: 29.1.2015
Drama, Komödie
119 Min.
FSK: 12
8

 

 
John Wick

John Wick 

Regie: David Leitch, Chad Stahelski. Darsteller: Keanu Reeves (John Wick), Michael Nyqvist (Viggo Tarasov), Alfie Allen (Iosef Tarasov), Willem Dafoe (Marcus),  Adrianne Palicki (Ms. Perkins), John Leguizamo (Aureilo)

Inhalt: John Wick genießt seinen frühen Ruhestand in der Vorstadt. Doch als seine Frau einer tödlichen Krankheit erliegt, verfällt er in Trauer. Nur sein Hund bleibt ihm noch als Gefährte – und wird von drei russischen Gangstern getötet, als die in Wicks Haus einbrechen, um einen 1969er Boss Mustang zu stehlen. Damit wird Wick von seiner finsteren Vergangenheit eingeholt, war er doch früher einer der besten Auftragskiller des Landes. Er verlässt die Vorstadtidylle und macht sich, seine Rache vor Augen, auf die Suche nach den Einbrechern.

Mein Eindruck: Keanu Reeves ist wieder im Geschäft. Mit "John Wick" hat einen Actionfilm abgeliefert, der sich sehen lassen kann. Der Streifen zeigt den knallharten Rachefeldzug eines Auftragskillers, der über Leichen geht und jeden, der sich ihm in den Weg stellt, erledigt. Man hat schon lange nicht mehr so einen kompromisslosen Film im Kino gesehen. Er erinnert an Hong-Kongfilme a la John Woo oder an den einsamen Rächer aus zahlreichen Italo-Western. Keanu Reeves ist ein Schauspieler, den ich sehr gerne sehe. Letztes Jahr war er mit "47 Ronin" und "Man of Tai-Chi" (auch Regie) im Kino zu sehen. Beide Filme waren eher schwach, aber mit "John Wick" ist er wieder ganz dick im Geschäft. Neben ihm hat nur noch Michael Nyquist ("Mission: Impossible - Phantom Protokoll") als Mafia-Boss einige nette Auftritte, andere namhafte Mimen (wie Willem Dafoe oder John Leguizamo) sieht man nur in Nebenrollen. Das Duo David Leitch und Chad Stahelski liefert ihre erste Regiearbeit ab, zuvor hatten die beiden für Special-Effects & Stunts (u.a. bei der Matrix-Trilogie) zuständig. Von da her sind die opulenten Actionsequenzen kein Thema, viele Stunts sind super choreographiert und manche Szenen kann man nur mit 'Bleigewitter' beschreiben. Ein weiterer Pluspunkt ist der Soundtrack, der ebenso wie der Film richtig reinknallt. Ich hab mich im Kino sehr gut unterhalten und kann nur sagen: "John Wick" ist für Actionfreunde ein absolutes Highlight.

Kino-Info: Der neue Film mit Keanu Reeves läuft am Start-Donnerstag in Kino 7. Der Saal ist ganz ordentlich gefüllt

Kinostart: 29.1.2015
Action, Thriller
101 Min.
FSK: 16
7

 

 
Frau Müller muss weg

Frau Müller muss weg! 

Regie: Sönke Wortmann. Darsteller: Gabriela Maria Schmeide (Frau Müller), Justus von Dohnányi (Wolf Heider), Anke Engelke (Jessica Höfel), Ken Duken (Patrick Jeskow), Mina Tander (Marina Jeskow), Alwara Höfels (Katja Grabowski)

Inhalt: Bei einem außerplanmäßigen Treffen mit der Klassenlehrerin Frau Müller gibt es einiges zu bereden. Die Kinder sind mit unmöglichen Zensuren nach Hause gekommen. Wie sollen sie es denn mit so einem Übergangszeugnis aufs Gymnasium schaffen? Höchste Zeit, mal ein ernstes Wort mit Frau Müller zu reden. Die knallharte Karrierefrau Jessica Hövel erklärt sich schnell selbst zur Sprecherin der Elterngruppe. Dem arbeitslosen Wolf Heider passt das nicht in den Kram und er versucht, die Diskussion immer wieder auf sich und sein Kind zu lenken. Dem Ehepaar Patrick und Marina Jeskow geht es vor allem um die Ausgrenzung ihres begabten Sohnes, während die alleinerziehende Mutter Katja Grabowski nur aus Solidarität mitgekommen ist, denn ihre Tochter ist die Klassenbeste. Doch Frau Müller hat keinesfalls vor, die Klasse abzugeben.

Mein Eindruck: Deutsche Filme haben es bei mir schwer. Letztes Jahr habe ich mit "Nicht mein Tag" und "Stromberg - Der Film" lediglich zwei deutsche Komödien auf der großen Leinwand gesehen. Jetzt musste "Frau Müller muss weg" dran glauben, und das aus zwei Gründen: Zum einen ist Sönke Wortmann ein erfolgreicher Regisseur, der einige Top-Streifen hingelegt hat ("Der bewegte Mann" oder "Das Wunder von Bern"), zum anderen wird seine neue Komödie gerne mit dem "Gott des Gemetzels" verglichen - und den Film finde ich besonders gut. Die Story, die auf einem Theaterstück basiert, spielt nur in einer Grundschule und braucht nut 7 Darsteller (incl. Hausmeister). Die 5 Eltern wollen Frau Müller, die Grundschullehrerin ihrer Kinder, los werden. Es kommt zum Streit, heftige Worte fallen und Frau Müller sucht das Weite. Während die Eltern auf ihre Rückkehr warten, gibt es einige neue Aspekte und plötzlich scheint Frau Müller doch nicht so schlecht als Erzieherin zu sein. Ich will nicht zu viel verraten, aber mir hat das Ende sehr gut gefallen. Das Stichwort ist hier: Goldmedaille im Rudern - mehr sage ich nicht. Der Film kommt nicht an die Klasse von Polanskis "Gott des Gemetzels" ran, er ist aber sehr unterhaltsam und hat durch die Bank gute Darsteller. Vor allem Anke Engelke gefällt als knallharte Zicke und Anführerin der Elternpflegschaft. Trotzdem fehlt noch das gewisse Etwas, der spezielle Kick, der den Film richtig gut gemacht hätte. Egal, die 88 Minuten im Klassenzimmer kann man sich gerne im Kino geben.

Kino-Info: Der Dienstag-Abend ist Kinotag und das Kino war halbwegs gefüllt. Der Film interessiert mehr Frauen als Männer, was man an den Besuchern deutlich sehen kann.

Kinostart: 15.1.2015
Komödie
88 Min.
FSK: 6
6

 

 
Mortdecai - Der Teilzeitgauner

Mortdecai - Der Teilzeitgauner 

Regie: David Koepp. Darsteller: Johnny Depp (Mortdecai), Gwyneth Paltrow (Johanna), Paul Bettany (Jock), Ewan McGregor (Inspector Martland), Olivia Munn (Georgina)

Inhalt: Charlie Mortdecai ist in Geldnot. Der einfallsreiche Kunsthändler und Lebemann steckt bis zu seinen aristokratischen Ohren in Schulden und muss in weniger als einer Woche satte acht Millionen Pfund auftreiben - wenn er das Familienanwesen auf dem Land und mit ihm seine luxuriöse Gattin Johanna nicht verlieren möchte. Er wittert seine Chance, als ein bekanntes Goya-Gemälde unter mysteriösen Umständen verschwindet - mit der dafür ausgesetzten Belohnung wären mit einem Schlag alle Sorgen vergessen. Gemeinsam mit seinem treuen Diener begibt sich Mortdecai auf einen rasanten Wettlauf um den Globus.

Mein Eindruck: In einigen Kritiken wirft man Johnny Depp vor, er könnte nur noch durchgeknallte Rollen spielen (wie Jack Sparrow  in  "Fluch der Karibik" oder Tonto in "Lone Ranger"). Auch in "Mortdecai - Der Teilzeitgauner" gibt er sich alles andere als ernst. Ich weiß gar nicht, was die Leute dagegen haben? Johnny Depp kann solche Charaktere spielen - und es macht Spaß ihm dabei zuzusehen. Als Charlie Mortdecai gibt Depp eine perfekte Vorstellung eines versnobten englischen Kunsthändlers, der widerwärtig einen Drink ausspuckt, wenn es ihm nicht mundet. Gwyneth Paltrow ("Iron Man 3") steht ihm als distinguierte Ehefrau zur Seite. Dummerweise hat sie heftige Probleme mit seinem neuen Mustache - einem gezwirbelten Schnurrbart. So kriselt es in der Ehe, aber ein neuer Auftrag für die Regierung bringt das Paar wieder zusammen: Ein verschollener Goya soll gefunden werden, und halb Europa ist hinter dem Gemälde her. "Mortdecai" ist eine schrullige Komödie mit guten Darstellern. Manchmal erinnert die Machart an die "Pink Panther"-Filme mit Peter Sellers. Der Streifen ist auf Johnny Depp zugeschnitten, der sich als Mortdecai richtig austoben kann. Allerdings hat Paul Bettany als sein rustikaler Diener Jock die Lacher auf seiner Seite. Zum einen wird er ständig von seinem Herren angeschossen, zum anderen kriegt er jede Frau ins Bett - wirklich jede. Kleiner Gag am Rande: Der Film hat bei uns schon nach wenigen Minuten gewonnen: Bei einer Verhandlung mit einen Kunden um eine seltene Vase stammelt sich Johnny Depp einen zurecht...da war für uns alles klar. :-)

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war Kino 4 halbwegs gefüllt.

Kinostart: 22.1.2015
Komödie
107 Min.
FSK: 6
5

 

 
St. Vincent

St. Vincent 

Regie: Theodore Melfi. Darsteller: Bill Murray (Vincent), Melissa McCarthy (Maggie), Naomi Watts (Daka),  Jaeden Lieberher (Oliver), Chris O'Dowd (Brother Geraghty), Terrence Howard (Zucko), Kimberly Quinn (Nurse Ana)

Inhalt: Maggie, eine alleinerziehende Mutter, zieht mit ihrem 12-jährigen Sohn Oliver in ein neues Haus nach Brooklyn. Weil sie gezwungen ist, Überstunden zu machen, muss sie Oliver in die Obhut ihres Nachbarn Vincent geben, ein griesgrämiger Rentner mit Hang zu Alkohol und Glücksspiel. Zwischen ihm und dem Jungen entwickelt sich bald eine ganz besondere Freundschaft. Die schwangere Stripperin Daka im Schlepptau, nimmt Vincent seinen Schützling mit auf alle Stationen seiner täglichen Routine: die Rennbahn, den Stripclub und die Kneipe nebenan. Während Vincent Oliver dabei hilft, ein Mann zu werden, beginnt Oliver in Vincent etwas zu sehen, was kein anderer sehen kann: einen missverstandenen Mann mit einem großen Herzen.

Mein Eindruck: In "St. Vincent" kann sich Bill Murray ("Monuments Men") so richtig austoben. Der griesgrämige Rentner Vincent ist ein Ekelpaket: Er hasst sein Mitmenschen, trinkt und verzockt sein letztes Geld auf der Rennbahn. Sein Buchmacher hängt ihm im Nacken, seine Bank zahlt kein Geld mehr aus, er ist schlicht und ergreifend am Ende. Bill Murray geht als Vincent richtig auf, man nimmt ihn seine Rolle jede Sekunde ab. Er kümmert sich schließlich - mehr unfreiwillig - um den neuen Nachbarssohn, denn das Babysitten bringt bares Geld. Das Zusammensein mit dem Jungen verändert den Rentner und es entwickelt sich eine Art skurrile Freundschaft. Obwohl die Handlung vorhersehbar ist gefällt der Film von Regisseur Theodore Melfi, der auch als Produzent und Drehbuchautor tätig war. Bill Murrays Vincent erinnert zeitweise an Clint Eastwood in "Gran Torino". Beide Rentner sind trotz ihres harten Kerns im Grunde gute Kerle. In den weiblichen Hauptrollen sind Melissa McCarthy und Naomi Watts zu sehen. Melissa McCarthy kann ich nicht leiden, denn ihre ausgefallene Darstellung (z.B. in "Taffe Mädels" oder "Voll abgezockt") nervt mich nur. Doch dieses Mal spielt sie eine normale Rolle als fürsorgliche Mutter und ich muss sagen: das ist vollkommen in Ordnung. Naomi Watts kommt als russische 'Frau der Nacht' (so Vincent zu Oliver) daher, als Sahnehäubchen obendrauf auch noch schwanger. So habe ich sie auch noch nie gesehen, und sie spielt ebenfalls sehr gut. Fazit: "St. Vincent" hat mir gut gefallen, was vor allem an dem tollen Bill Murray liegt.

Kino-Info: In der zweiten Woche gibt es nur noch sehr wenige Kinos, in denen "St. Vincent" zu gescheiten Zeiten läuft. Also war ich im Filmstudio Glückauf um 20 Uhr...mit einigen anderen Besuchern.

Kinostart: 8.1.2015
Drama, Komödie
103 Min.
FSK: 6
4

 

 
96 Hours - Taken 3

96 Hours - Taken 3 

Regie: Olivier Megaton. Darsteller: Liam Neeson (Bryan Mills), Forest Whitaker (Franck Dotzler), Famke Janssen (Lenore St. John), Maggie Grace (Kim Mills), Dougray Scott (Stuart St. John), Leland Orser (Sam Gilroy), Sam Spruell (Oleg Malankov)

Inhalt: Ex-CIA-Agent und Familienvater Bryan Mills wird zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall, dessen Opfer ihm sehr nahe stand: seine Frau Lenore. Der Einzelkämpfer sieht nur eine Möglichkeit, seine Unschuld zu beweisen: Er muss den Killer selbst ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen. Seine in vielen gefährlichen Missionen geschulten, ebenso besonderen wie tödlichen Fähigkeit setzt Mills aber nicht nur für die Jagt ein, sondern auch, um sich die Polizei vom Hals zu halten. Diese fahndet mit allen Mitteln nach dem früheren Spion, angeführt von dem hartnäckigen Polizeiinspektor Franck Dotzler.

Mein Eindruck: Das Kinojahr 2015 geht gut ab. Mit "96 Hours - Taken 3" startet ein Streifen, der die Zuschauer ins Kino zieht. Leider kommt Teil 3 nicht an seine Vorgänger heran und ist nur ein mauer, unlogischer Actionfilm. Unlogisch waren die Vorgänger auch, aber der 3.Teil kommt während der gesamten Laufzeit nicht aus dem Quark. Dieses Mal gibt es keine Entführung: Hauptdarsteller Liam Neeson als Bryan Mills wird selber zum Gejagten, weil man ihm einen Mord unterjubeln will. In gewohnter Manier spürt er den Schuldigen auf, business as usual. Die Actionsequenzen sind sehr schnell geschnitten und machen wenig Spaß, weil sie kaum Highlights bieten. Wenn es mal keine Action gibt, dann langweilt der Film mit drögen Familienproblemen (Tochter ist in Gefahr und schwanger). Die Auflösung des Komplotts ist wenig spektakulär, Spannung kommt gar nicht auf und Russen als Bösewichter kann ich bald nicht mehr sehen. Da lob ich mir den ersten Teil: Der ging knackige 90 Minuten und zeigt einen kompromisslosen Familienvater, der in Paris gnadenlos die Entführer seiner Tochter sucht - koste es was es wolle. Logik brauchte man nicht, Hauptsache, es geht gut voran. Teil 2 war schon schwächer, aber immer noch in Ordnung. Mit Teil 3 sollte man die Trilogie schließen, mir reicht es langsam mit Bryan Mills (der endgültig in Rente gehen sollte). PS: Einen beknackteren Filmtitel gibt es kaum: 96 Stunden spielen in Teil 3 keine Rolle und Entführt ("Taken") wurde auch niemand. Wollte ich nur mal erwähnt haben...

Kino-Info: Full House am Start-Donnerstag: Das große Kino 7 im Cinemaxx ist sehr gut besucht und fast ausverkauft.

Kinostart: 8.1.2015
Action, Thriller
109 Min.
FSK: 16
3

 

 
The Gambler

Sneak: The Gambler - Ein Spiel. Sein Leben. 

Regie: David Ayer. Darsteller: Mark Wahlberg (Jim Bennett), John Goodman (Frank), Brie Larson (Amy Philips) Michael K. Williams (Neville Baraka), Jessica Lange (Roberta)

Inhalt: Literaturprofessor Jim Bennett scheut kein Risiko: Beim illegalen Glücksspiel setzt er alles auf eine Karte. So schuldet er mittlerweile nicht mehr nur seiner Mutter, die ihn längst abgeschrieben hat, eine Unmenge Geld - auch das Schwarzgeld des skrupellosen Gangsters Neville hat Jim komplett verzockt. Den Gegnern immer einen Schritt voraus, spielt er nun den aufgebrachten Gläubiger gegen Mister Lee, den Betreiber des illegalen Glücksspielrings, sowie den berüchtigten Kredithai Frank aus. Der risikoliebende und selbstgefällige Literaturprofessor gerät immer tiefer in die gefährliche und gnadenlose Untergrundwelt von Los Angeles. Es bleibt ihm nur noch eine Wahl: Er setzt sein eigenes Leben als Pfand ein.

Mein Eindruck: Eine Menge interessanter Streifen starten im Januar, da sollte in der ersten Sneak des Jahres doch was gescheites dabei sein. War es auch, denn den neuen Film von Rupert Wyatt ("Planet der Affen: Prevolution") hätte ich mich auch so im Kino angeschaut (was ich jetzt nicht mehr tun muss). "The Gambler" ist ein Remake des James Caan-Film "Spieler ohne Skrupel" von 1974. Ich muss leider zugeben, dass ich das Original noch nie gesehen habe, also kann ich die beiden Filme nicht vergleichen. Mark Wahlberg bezeichnet seine Rolle des spielsüchtigen Professor als die herausforderndste seiner Karriere. Dafür hat er auch sehr viel Gewicht verloren, was ich selber nicht gemerkt habe (habs nur gelesen). Auf jeden Fall liefert er als Literaturprof eine hervorragende Darstellung ab. Der ganze Film ist auf ihn zugeschnitten, er spielt seine Rolle sehr kühl und emotionslos. Unterstützt wird er von einigen schauspielerischen Schwergewichten wie John Goodman ("The Big Lebowski") oder Jessica Lange ("Tootsie") oder Newcomern wie Brie Larsen ("Don Jon"). "The Gambler" ist ein kompromissloser Film, der gnadenlos auszeigt, wie ein intelligenter Mann durch seine Spielsucht immer tiefer abdriftet. Als Zuschauer fragt man sich, ob Mark Wahlberg die Kurve kriegt, denn sein selbstzerstörerisches Handeln wird ihn den Kopf kosten. "The Gambler" ist ein eher ungewöhnlicher Zockerfilm mit guter Besetzung, der keine Actionsequenzen braucht und die Spannung durch die Story erzeugt.

Kino-Info: Die erste Sneak des Jahres im Cinemaxx Kino 8. Für den Einheitspreis gibt es auch den D-Max-Sitz, also gönne ich mir einen. Ansonsten war es voller als ich dachte.

Kinostart: 15.1.2015
Krimi, Drama
111 Min.
FSK: 16
2

 

 
Herz aus Stahl

Herz aus Stahl 

Regie: David Ayer. Darsteller: Brad Pitt (Don 'Wardaddy' Collier), Shia LaBeouf (Boyd 'Bible' Swan), Logan Lerman (Norman Ellison), Michael Pena (Trini 'Gordo' Garcia), Jon Bernthal (Grady 'Coon-Ass' Travis), Jim Parrack (Sergeant Binkowski)

Inhalt: April, 1945. Während die Alliierten ihren letzten und entscheidenden Vorstoß in den Kriegsschauplatz von Europa wagen, kommandiert ein kampferprobter Army Sergeant namens Wardaddy einen Sherman Panzer und dessen fünfköpfige Besatzung auf einer tödlichen Mission hinter den Feindeslinien. Zahlen- und waffenmäßig weit unterlegen, und mit einem blutigen Anfänger-Rekruten, der ihnen aufgedrängt wurde, an ihrer Seite, müssen sich Wardaddy und seine Männer gegen überwältigend große Widerstände behaupten, als sie heldenhaft versuchen, mitten im Herzen von Nazi-Deutschland zuzuschlagen.

Mein Eindruck: Der 1. Januar ist ein Donnerstag und da laufen die neuen Filme an. Im Grunde kommt nur ein neuer Streifen in Frage und zwar das Kriegsdrama "Herz aus Stahl". In "Fury" (Originaltitel)  kommandiert Brad Pitt einen US-Panzer, der kurz vor Kriegsende in Nazi-Deutschland unterwegs ist. Er und seine Besatzung sind ein eingeschworener Haufen, und keine andere Panzer-Besatzung hat es so weit geschafft wie sie. Ich muss sagen, der erste Film des Jahres war ganz ordentlich. Als Highlight würde ich ihn nicht einstufen, und an Filme wie "Saving Private Ryan" kommt der Streifen von David Ayer ("End of Watch") nicht heran. Mit 134 Minuten ist der Film auch zu lang geworden, man hätte einige Szenen straffen können (vor allem die mit den beiden deutschen Frauen). Die Action-Sequenzen sind sehr gut und gehen richtig ab. Über den Endkampf muss man sich etwas wundern: Wie kann ein einzelner Panzer so vielen deutschen Soldaten, die sehr gut bewaffnet waren, trotzen? Na ja, ist halt Hollywood und die Nazis (speziell die Waffen SS) sind keine Menschen, sondern Feinde, die man abknallen muss. Diesen Standpunkt bringt ja Brad Pitt während des gesamten Films immer und immer wieder rüber. Apropos Brad Pitt: Der spielt den verbissenen Panzer-Chef wirklich überzeugend. Logan Lerman ("Noah"), der als Neuling und Bürohengst zu dem Panzer abkommandiert wird, wird in Rekordzeit zum Nazi-Hasser und mäht diese reihenweise nieder. Kann passieren... Fazit: Ordentlicher Panzer-Film, der etwas zu lang geraten ist.

Kino-Info: Am Neujahrstag war das kleine Kino 10 mäßig besucht. Im gesamten Cinemaxx war aber einiges los...

Kinostart: 1.1.2015
Krieg, Drama, Action
134 Min.
FSK: 12
1