Kino 2018

Hier schreibe ich alle alle Kinofilme aus 2018, die ich selber im Kino gesehen habe. Neben den üblichen Daten wie Stab, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder.

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017

Kinostarts im Februar: Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeswüste / Criminal Squad / The Disaster Artist / 50 Shades of Grey: Befreite Lust / Black Panther /  Die Verlegerin

 

Alles Geld der Welt

Alles Geld der Welt 

Regie: Ridley Scott. Darsteller: Michelle Williams (Gail Harris), Christopher Plummer (J. Paul Getty), Mark Wahlberg (Fletcher Chase), Romain Duris (Cinquanta), Charlie Plummer ( John Paul Getty III), Timothy Hutton (Oswald Hinge)

Inhalt: Im Sommer 1973 wird der 16-jährige John Paul Getty III., Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten John P. Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper sind Mitglieder der Mafia und verlangen 17 Millionen Dollar Lösegeld. Doch der reichste Mann der Welt sperrt sich: Er wittert hinter der Entführung eine Inszenierung, außerdem fürchtet er Nachahmer. Schließlich hat Getty insgesamt 14 Enkel! Als die Entführer ein abgeschnittenes Ohr schicken und ankündigen, John Paul "stückweise" freizulassen, falls nicht bald gezahlt werde, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. John Pauls Mutter Gail engagiert einen ehemaligen CIA-Vermittler, um ihren Sohn zu befreien - zur Not auch ohne die Hilfe des Schwiegervaters.

Mein Eindruck: Eins vorweg: Ridley Scott hat Kevin Spacey aus dem Film herausgeschnitten und ihn durch Christopher Plummer ersetzt. Das nenne ich einen Glücksgriff, denn Plummer geht in der Rolle des Öl-Magnaten Getty auf und bietet eine Meisterleistung. Ein Oscar ist vielleicht auch drin.

"Alles Geld der Welt" erzählt die Geschichte einer spektakulären Entführung aus den 70ern. Der Enkel des Milliardärs Jean Paul Getty wird in Italien entführt. Die Entführung zieht sich über Monate hin, weil Getty das Lösegeld (Anfangs 17 Millionen Dollar) nicht bezahlen will. Regisseur Ridley Scott ("Alien Covenant") erzählt die packende Geschichte in gewohnter Manier. Mit viel Aufwand lässt er die 70er Jahre wieder aufleben. Kleidung, Autos, Umgebung - das Leben in den 70er wird uns in tollen Bildern präsentiert. Neben dem brillanten Christopher Plummer gibt Michelle Williams ("Manchester by the Sea") als Gail Harris eine Galavorstellung. Auch Mark Wahlberg gefällt in einer Nicht-Action-Rolle als ehemaliger FBI-Agent. Trotz aller Vorteile bin ich mit dem Film nicht so recht zufrieden. Es liegt vielleicht daran, dass ich den Ausgang der Entführung kannte und das deswegen die Spannung etwas raus war. Auch kam mir der Streifen mit einer Lauflänge von 132 Minuten um einiges zu lang vor. Ich kann es nicht so genau sagen, aber "Alles Geld der Welt" hat mich nicht so in seinen Bann gezogen. Herausragend - und da wiederhole ich mich - ist Christopher Plummer. Man bekommt einen Eindruck von dem reichsten Mann der Welt, der wohl auch der geizigste war. "Wie viel Geld brauchen Sie noch, um sich sicher zu fühlen?" fragt Fletcher Chase seinen Chef J. Paul Getty. Seine Antwort: "Mehr." Damit ist alles gesagt.

Kino-Info: Nach ewigen Zeiten war ich mal wieder im Duisburger UCI. Die Abendvorstellung am Dienstag war spärlich besucht.

Kinostart: 15.2.2018
Drama, Krimi, Thriller
132 Min.
FSK: 12
11

 

 
Wind River

Wind River 

Regie: Taylor Sheridan. Darsteller: Jeremy Renner (Cory Lambert), Elizabeth Olsen (Jane Banner), Graham Greene (Ben), Gil Birmingham (Martin), Martin Sensmeier (Chip), Julia Jones (Wilma), Jon Bernthal (Matt), Kelsey Asbille (Natalie)

Inhalt: In der schroffen Wildnis des Indianer-Reservats 'Wind River' findet US Wildlife Agent Cory Lambert den vergewaltigten Körper eines jungen Mädchens. Der Mord erinnert ihn an den gewaltsamen Tod seiner eigenen Tochter. Zur Untersuchung des Falls schickt das FBI die frisch aus der Ausbildung kommende Agentin Jane Banner. Doch die ist nur ungenügend auf die rauen Wetterbedingungen und die Isolation durch den vorherrschenden Winter vorbereitet und engagiert Lambert als Fährtensucher und Führer, um ihr bei den Ermittlungen zu helfen. Gemeinsam dringen sie tief in eine Gegend, die stark von latenter Gewalt und den Elementen geprägt ist.

Mein Eindruck: Taylor Sheridan war für die Drehbücher von "Sicario" und "Hell or High Water" verantwortlich. Mit "Wind River" beschließt er seine 'American Frontier Trilogy', allerdings ist er hier nicht nur als Drehbuchautor, sondern auch als Regisseur tätig. Sein Erstlingswerk hat mir außerordentlich gut gefallen, dafür gibt's die Höchstwertung. Bei "Wind River" stimmt einfach alles. Ein absoluter Glücksfall ist Jeremy Renner (Hawkeye aus Avengers) als Jäger. Seine zurückhaltende, stoische Art charakterisiert einen gebrochenen Mann, der den Tod seiner Tochter nicht verkraftet hat. Allerdings ist er in seinem Job der Beste, was vor allem für die junge FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen - Scarlett Witch aus Avengers) ein Glücksfall ist. Ohne ihn könnte sie in der schroffen, eiskalten Umgebung keinen Blumentopf gewinnen. Neben den Top-Darstellern steht die Landschaft im Vordergrund. Im Indianer-Reservat Wind River (gibt es übrigens wirklich) in Wyoming hat man ein hartes Leben und Fehler werden tödlich bestraft. Die Aufklärung des Mordes ist nicht wirklich spektakulär, wobei es am Ende doch einige überraschende Szenen gibt. Als die FBI-Agentin an die Trailertür klopft gibt es einen famosen Schnitt - mehr will ich nicht verraten. Kurzum: "Wind River" hat mich komplett überzeugt und ist momentan der beste Film des Jahres.

Kino-Info: Dafür, dass der Film im Essener Cinemaxx nur um 18:35 Uhr läuft, ist Kino 14 gut gefüllt.

Kinostart: 8.2.2018
Krimi, Thriller
110 Min.
FSK: 16
10

 

 
Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Shape of Water - Das Flüstern des Wassers 

Regie: Guillermo del Toro. Darsteller: Sally Hawkins (Elisa Esposito), Michael Shannon (Richard Strickland), Richard Jenkins (Giles), Octavia Spencer (Zelda Fuller), Michael Stuhlbarg (Dr. Robert Hoffstetler), Doug Jones (Amphibian Man)

Inhalt: USA in den 60ern. Die stumme Elisa ist während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt, wo sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nachgeht. Doch als sie und ihre Kollegin und Freundin Zelda ein streng geheimes Experiment entdecken, das in dem Labor vorangetrieben wird, ändert sich Elisas Leben für immer. Sie freundet sich mit dem mysteriösen Fischwesen an, das dort in einem Tank gefangen gehalten wird. Ihre Gefühle für die Kreatur werden immer intensiver und zusammen mit ihrem Nachbarn Giles fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien.

Mein Eindruck: "Shape of Water" könnte bei der Oscar-Verleihung Anfang März abräumen, denn der Film ist für 13 Academy Awards nominiert. Ich persönlich glaube, dass er zum Besten Film des Jahres gewählt wird - nur mal so am Rande. Regisseur Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") hat einen Film geschaffen, der Lovestory, Drama, Fantasy und Thriller in einem vereint. Visuell ist der ein Fest. Die Optik der 60er Jahre ist top, erinnert eher an europäische Filme wie z.B. die von  Marc Caro & Jean-Pierre Jeunet ("Delikatessen"). Die Darsteller haben mir allesamt gut gefallen. Hauptdarstellerin Sally Hawkins, die einen Golden Globe für "Happy Go Lucky" gewonnen hat, überzeugt auf der ganzen Linie. Michael Shannon, der mir im Laufe der Zeit immer besser gefällt, seit er mir in "Boardwalk Empire" zum ersten Mal aufgefallen ist, gibt als Bösewicht eine Galavorstellung. Richard Jenkins ("Ein Sommer in New York") als schwuler Nachbar, Octavia Spencer ("Hidden Figures") als Elisa Freundin Zelda und Michael Stuhlbarg ("A Seriuos Man") als russischer Spion runden die gute Besetzung ab. Der Film ist natürlich nicht jedermanns Sache, weil er doch sehr speziell ist, aber ich habe mich gut unterhalten.

Kino-Info: Am Start Donnerstag war Kino 4 die Zuschaueranzahl sehr übersichtlich.

Kinostart: 15.2.2018
Lovestory, Drama, Fantasy
123 Min.
FSK: 16
9

 

 
Wunder

Wunder 

Regie: Stephen Chbosky. Darsteller: Julia Roberts (Isabel), Owen Wilson (Nate) Jacob Tremblay (Auggie), Izabela Vidovic (Via), Mandy Patinkin (Mr. Tushman), Noah Jupe (Jack Will), Bryce Gheisar (Julian), Danielle Rose Russell (Miranda)

Inhalt: Auggie Pullman ist humorvoll, schlau und liebenswert, hat eine tolle Familie und ist dennoch seit seiner Geburt ein Außenseiter. Denn er hat aufgrund eines Gendefektes ein stark entstelltes Gesicht. Er wird zu Hause von seiner Mutter Isabel unterrichtet. Als er jedoch zehn Jahre alt wird, diskutieren seine Eltern darüber, ihn nicht vielleicht doch am üblichen Schulbetrieb teilnehmen zu lassen, weshalb er kurz darauf in die fünfte Klasse an der Beecher Prep geht. Dort lernt er trotz anfänglicher Schwierigkeiten, sich mit seinem Äußeren zu arrangieren und findet schnell neue Freunde.

Mein Eindruck: "Wunder" ist ein Märchen und ein so genannter Feel-Good-Movie. Was da im Film passiert ist einfach zu schön um wahr zu sein. Natürlich hat der zehnjährige Auggie die Arschkarte gezogen: Sein stark entstelltes Gesicht macht ihn zum Außenseiter in der Schule, die anderen Kinder haben sogar Angst ihn zu berühren, weil sie dadurch die Pest bekommen. Trotz aller Schwierigkeiten steuert der Film auf ein Happy-End zu, dass man als Zuschauer gut findet und das zum Film passt wie die Faust aufs Auge. Auggie, der sehr gut von Jacob Tremblay gespielt wird, meistert alle Widrigkeiten, findet neue Freunde und geht schließlich gerne zur Schule. Auch seine Schwester Via (Izabela Vidovic) leidet und hat ihre eigenen Probleme, die aber auch direkt mitgelöst werden. Publikumsliebling Julia Roberts trägt natürlich auch dazu bei, dass der Streifen erfolgreich läuft. Owen Wilson hält sich als Auggies Vater zurück, hat aber immer wieder die Lacher auf seiner Seite. Wenn man sich auf "Wunder" einlässt, dann sieht man einen schönen Film, der zwar traurig ist, der aber durch seine Dynamik den Zuschauer am Ende glücklich im Kinosaal zurücklässt.

Kino-Info: In der frühen Nachmittagsvorstellung in Kino 10 war nicht viel los.

Kinostart: 25.1.2018
Drama
114 Min.
FSK: ohne
8

 

 
Januar 2018 kann sich mit 7 Filmen sehen lassen. Dummerweise hat mir nur ein Film richtig gut gefallen, ausgerechnet der mit dem bescheuertsten Titel: "Three Billboards outside Ebbing, Missouri". Liam Neeson hat als "The Commuter" total enttäuscht. Kurios: Von den 7 Filmen sind 2 Sneaks und eine Vorpremiere - das ist für meine Verhältnisse ungewöhnlich.
Three Billboards outside Ebbing, Missouri      

Die dunkelste Stunde

     
Jumanji - Willkommen im Dschugel      
Downsizing      
Nur Gott kann mich richten      
No Way Out - Gegen die Flammen      
The Commuter      
 
Downsizing

Downsizing 

Regie: Alexander Payne. Darsteller: Matt Damon (Paul Safranek), Christoph Waltz (Dusan Mirkovic), Hong Chau (Ngoc Lan Tran), Kristen Wiig (Audrey Safranek), Rolf Lassgård (Dr. Jorgen Asbjørnsen), Udo Kier (Konrad), Jason Sudeikis (Dave Johnson)

Inhalt: Die Ressourcen der Erde neigen sich dem Ende zu und der Planet platzt aus allen Nähten. Um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, haben norwegische Wissenschaftler eine Methode entwickelt, mit der sie Menschen schrumpfen und somit ihre Bedürfnisse und ihren Konsum enorm verringern können. Ein 12 Zentimeter kleiner Mensch verbraucht schließlich weniger Wasser, Luft und Nahrung als ein großer. In der Hoffnung auf ein glücklicheres und finanziell abgesichertes Leben in einer besseren Welt, entscheiden sich Durchschnittsbürger Paul Safranek und seine Frau Audrey ihr stressiges Leben in Omaha hinter sich zu lassen und ihr großes Glück in einer neuen "geschrumpften" Gemeinde zusuchen. Eine Entscheidung, die ein lebensveränderndes Abenteuer bereithält.

Mein Eindruck: Ich hab ein Problem mit dem neuen Film von Alexander Payne ("Sideways"): Er entsprich so gar nicht dem, was ich erwartet habe und was der Trailer angedeutet hat. Von da her habe ich enttäuscht das Kino verlassen. Matt Damon und Kristen Wiig sind das Ehepaar Safranek, die sich schrumpfen lassen wollen. Doch seine Frau bekommt kalte Füße und Paul muss alleine in seiner Villa in Leisureland leben. Einige Zeit später entdeckt Paul, dass Leisureland nicht so perfekt ist, wie in der Werbung vorgegaukelt wird. Auch bei den Kleinen gibt es die Kluft zwischen Arm und Reich, viele Menschen (vorwiegend Arbeiter) leben am Rande von Leisureland in Elendsvierteln. Das ist natürlich nicht lustig. Etwas Comedy bringt Christoph Waltz in den Film ein, denn seine Darstellung des russischen Allrounders Dusan ist wie gewohnt gut. Eine nette Nebenrolle hat Udo Kier als Capitän seiner eigenen Yacht. "Downsizing" ist mehr Drama als Komödie - und das hatte ich so nicht erwartet. Der Film ist sozialkritisch, übertreibt aber oftmals und ist nicht wirklich bissig. Deswegen vergebe ich nur 2 1/2 Sterne, mehr kann ich momentan nicht verantworten. Kann sein, dass mir der Streifen in eine paar Jahren, wenn ich den mir noch mal anschaue, besser gefällt. Aber im Moment eben nicht.

Kino-Info: Nach knapp 2 Wochen ist die Abendvorstellung in Kino 5 spärlich besucht.

Kinostart: 18.1.2018
Drama, Sci-Fi, Komödie
136 Min.
FSK: ohne
7

 

 
No Way Out - Gegen die Flammen

Sneak: No Way Out - Gegen die Flammen 

Regie: Joseph Kosinski. Darsteller: Josh Brolin (Eric Marsh), Miles Teller (Brendan McDonough), Jeff Bridges (Duane Steinbrink), Jennifer Connelly (Amanda Marsh), Taylor Kitsch (Christopher MacKenzie), James Badge Dale (Jesse Steed)

Inhalt: Eric Marsh ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele und bildet sein 19-köpfiges Team gerade zur renommierten Hotshot-Crew aus. Diese Elite-Einheit macht sich im wahrsten Sinne des Wortes die Hände schmutzig und kämpft an vorderster Front gegen das Feuer. Als sich der mit Drogenproblemen kämpfende Brandon McDonough bei Marshs Einheit bewirbt, gibt dieser ihm eine Chance. McDonough wird schnell ein unverzichtbares Mitglied der eingeschworenen Truppe. Mit der Unterstützung des Chefs der örtlichen Feuerwache, Duane Steinbrink, und hartem Training, schafft es das Team um den erfahrenen Marsh zur offiziellen Hotshot-Crew zu avancieren und bekämpft fortan Waldbrände in der ganzen Region an vorderster Front - bis es zu jenen tragischen Ereignissen kommt, die alles für immer verändern.

Mein Eindruck: Ich hatte von "No Way Out" bislang nur einen Trailer gesehen und war nicht gerade angetan davon. Immerhin hab ich einen Film gesehen, der erst Anfang Mai im Kino anläuft. Das bringt mich leider auch nicht weiter.

Der Streifen von Regisseur Joseph Kosinski ("Oblivion") ist handwerklich top. Die Darsteller sind gut, die Story kümmert sich um die Charaktere, die Feueraufnahmen sind gut gelungen. Da es sich um eine wahre Geschichte handelt muss man mit dem traurigen Ende leben. So weit, so gut. Trotz vieler Vorteile ist der Film nicht meiner. Irgendwie nervte mich die ganze Zeit diese 'Hotshot'-Sache. Auf Biegen und Brechen will Chief Marsh (Josh Brolin) seine Feuerwehrleute zu Elitekämpfern ranziehen. Hey, jetzt sind wir Hotshots, jetzt dürfen wir endlich die richtig gefährlichen Sachen machen! Miles Teller, der in "Whiplash" eine starke Darstellung abgeliefert hat, spielt hier einen geläuterten Junkie, der durch die Geburt seines Kindes zum Gutmenschen mutiert. Natürlich weist ihm Chief Marsh den Weg - hat er selber auch ein dunkle Vergangenheit. Das ist zu viel für mich. Auch die anderen Männer der Einheit sind zwar raue Typen, aber herzensgut und fürsorglich. Hier fällt keiner aus der Rolle, hier ziehen alle an einem Strang. All das stößt bei mir übel auf. Gerade am Ende wird einiges  - ich will nichts verraten - zu patriotisch abgehandelt, das hat mir den Rest gegeben. Es war toll, einen Film zu sehen, der erst in ein paar Monaten anläuft, aber "No Way Out - gegen die Flammen" ist  leider nicht auf meiner Wellenlänge.

Kino-Info: Die Sneak im großen Kino 6 war ganz gut besucht. Dieses Mal gab es ein richtiges Quiz mit 3 Fragen.

Kinostart: 3.5.2018
Drama, Biographie
133 Min.
FSK: 12
6

 

 
Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde 

Regie: Joe Wright. Darsteller: Gary Oldman (Winston Churchill), Kristin Scott Thomas (Clemmie), Ben Mendelsohn (King George VI), Lily James (Elizabeth Layton), Ronald Pickup (Neville Chamberlain), Stephen Dillane (Viscount Halifax)

Inhalt: Mai 1940: Das anfängliche Kriegsglück der Nazis stürzt die britische Regierung in eine existenzielle Krise, Premierminister Chamberlain tritt zurück. Nur dem reichlich unpopulären Winston Churchill traut man zu, die scheinbar ausweglose Lage in den Griff zu bekommen. Er übernimmt das Amt, sieht sich aber bald von Öffentlichkeit und Regierungsmitgliedern bedrängt, mit den scheinbar unaufhaltsamen Nazis über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Doch durch seine außerordentliche Weitsicht und Integrität gelingt es Churchill dennoch, an seiner Überzeugung festzuhalten und für die Freiheit seiner Nation zu kämpfen.

Mein Eindruck: Im Mai 2017 lief der Film "Churchill" in den deutschen Kinos. Die Hauptrolle spielt Brian Cox. Die Kritiken waren nicht gerade berauschend, ich habe den Film bis heute nicht gesehen. Im Januar 2018 kommt ein weiterer Streifen über Winston Churchill auf die große Leinwand: "Die dunkelste Stunde" zeigt, wie Churchill Premierminister wird und wie die ersten Wochen seiner Amtszeit verlaufen. Diesen Film kann ich empfehlen, vor allem wegen dem Hauptdarsteller, der alle an die Wand spielt: Gary Oldman ist als Churchill kaum wieder zu erkennen. Er spielt den charismatischen Staatsmann voller Leidenschaft und Hingabe. Ich bin mir sicher, dass er Anfang März den Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen wird - den Golden Globe hat er bereits eingesackt. Er steht auch im Mittelpunkt des Film, alles dreht sich um ihn. Deswegen bleiben die anderen guten Darsteller leider blass, sie kommen gegen ihn einfach nicht an. "Die dunkelste Stunde" von Regisseur Joe Wright ("Abbitte") ist für 6 Oscars nominiert, er als Regisseur leider nicht. Hier und da hat der Film ein paar Längen, aber allein wegen Gary Oldman kann ich "Die dunkelste Stunde" nur empfehlen.

Kino-Info: Die 15 Uhr Vorstellung im Astra war sehr gut besucht.

Kinostart: 18.1.2018
Drama, Krieg
125 Min.
FSK: 6
5

 

 
The Commuter

The Commuter 

Regie: Jaume Collet-Serra. Darsteller: Liam Neeson (Michael MacCauley), Vera Farmiga (Joanna), Patrick wilson (Alex Murphy), Jonathan Banks (Walt), Sam Neill (Captain Hawthorne), Elizabeth McGovern (Karen MacCauley), Andy Nyman (Tony)

Inhalt: Seit 10 Jahren pendelt der Versicherungsmakler Michael MacCauley jeden Tag aus seinem beschaulichen Vorort nach Manhattan und zurück. Doch als er nach einem harten Tag mal wieder in den ewig gleichen Zug einsteigt, ist alles anders. Die Fremde Joanna setzt sich zu ihm und verspricht ihm eine hohe Belohnung, wenn er für sie einen ganz bestimmten Passagier findet, der etwas sehr Wertvolles zu transportieren scheint. Michael erhält nur zwei Hinweise: Einen falschen Namen und den Zielbahnhof des Unbekannten. Als er zögert, macht Joanna ihm unmissverständlich klar: Sie hat nicht nur das Leben der Passagiere in ihrer Hand, sondern auch das von Michaels Familie.

Mein Eindruck: Filme von Liam Neeson sehe ich ganz gerne. In den letzten Jahren hat er ordentliche Action-Filme rausgehauen, allen voran "96 Hours". Jetzt liefert er seine vierte Zusammenarbeit mit Regisseur Jaume Collet-Serra ab ["Unknown Identity" (2011), "Non-Stop" (2014) and "Run All Night" (2015)]. Leider ist "The Commuter" ein richtig schlechter Film geworden. Fangen wir mit dem Titel an, der selten dämlich ist. Commuter bedeutet Pendler. Im Grunde ein sehr passender Titel, aber hier wäre die deutsche Übersetzung angebracht gewesen. Der Film spielt bis auf wenige Ausnahmen im Zug. Liam Neeson muss eine bestimmte Person finden, was durchaus hätte spannend sein können. Stattdessen gestaltet sich die Suche sehr langatmig. Immer wieder gibt es Komplikationen, die er meistern muss (gähn). Seine Feinde, kurz nur 'die' genannt, verfolgen ihn auf Schritt und Tritt und wissen immer wie durch Zauberhand, was er vorhat und wie man ihn manipulieren kann. Später muss man sich fragen, was diese ganze 'Such-die-Person-Sache' überhaupt bringen sollte? Ich möchte nicht mehr darauf eingehen, weil ich die Story nicht komplett verraten will. Im Schlußdrittel steigert sich die Action, allerdings mit wenig erbaulichen Spezialeffekten. Die Auflösung ist total vorhersehbar und die letzte Szene ist so was von 08/15, da fehlen mir die Worte. Fazit: "The Commuter" ist alles andere als ein spannender Film, er versagt auf den ganzen Linie.

Kino-Info: Kino 6 war zum Start der zweiten Kinowoche gut gefüllt. Dieses Mal haben wir uns mal die VIP-Sitze gegönnt...he he...

Kinostart: 11.1.2018
Thriller, Action
105 Min.
FSK: 12
4

 

 
Nur Gott kann mich richten

Sneak: Nur Gott kann mich richten 

Regie: Özgur Yildirim. Darsteller: Moritz Bleibtreu (Ricky), Edin Hasanovic (Rafael), Kida Khodr Ramadan (Latif), Birgit Minichmayr (Diana), Peter Simonischek (Vater), Ben Münchow (Jimbo), Franziska Wulf (Elena), Alexandra Maria Lara (Valerie)

Inhalt: Vor Jahren hat Ricky nach einem missglückten Überfall für seinen Bruder Rafael und Kumpel Latif den Kopf hingehalten. Latif möchte sich auf ganz besondere Weise bei Ricky für seine Zeit im Knast erkenntlich zeigen: Er bietet ihm ein scheinbar sicheres letztes Ding an, mit Aussicht auf viel Geld. Nach anfänglichem Zögern schlägt Ricky ein und holt auch seinen Bruder Rafael an Bord. Alles läuft reibungslos, bis die Polizistin Diana auftaucht und die Pläne der Jungs durchkreuzt.

Mein Eindruck: Die erste Sneak im Neuen Jahr war für mich keine Offenbarung. Erst kam die Panne (siehe unten) und dann gab es noch einen deutschen Film. Deutsche Filme sind nicht so mein Fall und "Nur Gott kann mich richten" hätte ich mir bestimmt nicht im Kino angesehen. Immerhin ist der Streifen von Regisseur Özgur Yildirim ("Chick") kein Totalausfall, aber ein Highlight auch nicht. Positiv war für mich vor allem Moritz Bleibtreu als Ricky. Mit dem Schauspieler kann ich leben, er spielt den geläuterten Knastbruder sehr gut. Auch die übrigen Besetzung, von denen ich kaum einen kenne, hat überzeugt. Generell bringt der Streifen die Gangster-Atmosphäre in Frankfurt gut rüber, auch wenn es von Klischees nur so strotzt. Leider gibt es ein paar Nachteile. Die Story ist wenig originell, das hat man so schon in vielen anderen Filmen gesehen. Im letzten Drittel wird es arg unrealistisch, die Dinge überschlagen sich und alles wirkt sehr konstruiert. Beispiel: Die erfahrene Polizistin Diana sackt sich die Tasche mit den Drogen ein - das kann ich noch nachvollziehen. Dann zieht sie in 'Verkleidung' durch die Frankfurter Drogenszene und versucht mal eben 2,5 kg Heroin an den Mann zu bringen. Wie dämlich ist das denn? Auch wenn die Frau verzweifelt ist, so eine hirnrissige Aktion kann ja nur schief gehen. Fazit: "Nur Gott kann mich richten" ist ein knallharter deutscher Gangsterfilm mit vielen fragwürdigen Aktionen. Mein Ding ist er nicht.

Kino-Info: Eine Sneak-Preview mit kleiner Panne. Als endlich Werbung und Trailer vorbei waren sah man "The Great Showman" auf der Kinoleinwand. Der Film ist bereits am 4.1. angelaufen. Nach ein paar Minuten wurde der gestoppt und der richtige Film wurde gezeigt - wieder mit 4 Trailern im Schlepptau. So ging der Film nach 21 Uhr endlich los. Grmpf.

Kinostart: 25.1.2018
Thriller
101 Min.
FSK: 16
3

 

 
Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Three Billboards outside Ebbing, Missouri 

Regie: Martin McDonagh. Darsteller: Frances McDormand (Mildred), Woody Harrelson (Sheriff Willoughby), Sam Rockwell (Dixon), Lucas Hedges (Robbie), John Hawkes (Charlie), Kathryn Newton (Angela), Abbie Cornish (Anne), Caleb Landry Jones (Red Welby)

Inhalt: Die Tochter von Mildred Hayes wurde vor Monaten ganz in der Nähe ihres Zuhauses vergewaltigt und ermordet, aber noch immer tut sich in dem Fall nichts. Von einem Hauptverdächtigen fehlt jedenfalls noch jede Spur und so langsam glaubt Mildred, dass die örtliche Polizei einfach ihre Arbeit nicht richtig macht. Darum lässt sie eines Tages an der Straße, die in ihren Heimatort Ebbing, Missouri führt, drei Werbetafeln mit provokanten Sprüchen aufstellen, die sich an Polizeichef William Willoughby richten. Klar, dass die Situation nicht lange friedlich bleibt.

Mein Eindruck: Schon witzig: Gestern im Kino als Vorpremiere gesehen, heute mit 4 Golden Globes ausgezeichnet. "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" von Martin McDonagh ("Brügge sehen und sterben") ist eine sehr schwarze Komödie mit einem ernsten Hintergrund und unglaublich guten Darstellern. So wundert es mich nicht, dass Frances McDormand (beste Hauptdarstellerin) und Sam Rockwell (bester Nebendarsteller) einen Golden Globe gewonnen haben. Frances McDormand ist und bleibt für mich immer Marge Gunderson aus dem Kultfilm "Fargo" - das ist die Rolle ihres Lebens. Allerdings gibt sie hier als Mildred Hayes eine sehr starke Vorstellung einer zu allen entschlossenen Frau und Mutter. Wie sie mit dem Pfarrer oder den Polizisten umgeht, dass ist schon sehenswert. Auch der Zahnarzt hat bei ihr nichts zu lachen. Einer ihrer Gegner ist der tumbe Dorfpolizist Dixon, den Sam Rockwell gnadenlos gut darstellt. Auch nicht zu verachten ist Woody Harrelson als Sheriff, der die sehr gute Besetzung abrundet. Da der Film erst Ende Januar im Kino anläuft habe ich recht wenig über den Streifen gewusst. So konnte ich mich recht unvoreingenommen dem Werk von Martin McDonagh hingeben - es hat sich gelohnt! Einziger Wehrmutstropfen für mich ist der Titel des Films: Zu lang, irgendwie nichts sagend und wer kann schon was damit anfangen, ohne irgendwelche Hintergrundinfos? Na ja, durch die Globes ist er jetzt schon bekannter geworden. 

Kino-Info: Die Vorpremiere im Eulenspiegel ist am Sonntag-Abend gut besucht.

Kinostart: 25.1.2018
Schwarze Komödie
116 Min.
FSK: 12
2

 

 
Jumanji - Willkommen im Dschungel (3D)

Jumanji - Willkommen im Dschungel (3D) 

Regie: Jake Kasdan. Darsteller:  Dwayne Johnson (Spencer), Kevin Hart (Fridge), Jack Black (Bethany), Karren Gillan (Martha), Bobby Cannavale (Van Pelt), Nick Jonas (Alex), Rhys Darby (Nigel), Alex Wolff (Young Spencer), Madison Iseman (Young Bethany)

Inhalt: Als vier Highschool-Kids eine alte Spielkonsole zusammen mit einem ihnen unbekannten Videospiel namens Jumanji entdecken und ausprobieren, werden sie sofort in die Dschungelwelt des Spiels gezogen und genau zu den Avataren, die sie auswählen: Der bescheidene Spencer wird zum Abenteurer Dr. Smolder Bravestone, Football-Spieler Anthony "Fridge" Johnson zum Zoologen und Waffenspezialisten Moose Finbar, It-Girl Bethany zum Kartografen/Kryptografen Shelly Oberon und die unsportliche Außenseiterin Martha zur Kämpferin Ruby Roundhouse. Um das Spiel zu gewinnen, müssen sie in ihren neuen Körpern allerlei gefährliche Abenteuer überstehen.

Mein Eindruck: Der erste Film im Neuen Jahr ist aus dem alten: Da am Donnerstag nichts interessantes für uns angelaufen ist, haben wir uns für die Neuauflage von "Jumanji" entschieden. Der Trailer war ja ganz pfiffig, der Film allerdings nicht so. Das ist leider ein wiederkehrendes Problem: Der Kinotrailer verrät zu viel von der Story und präsentiert die besten Gags. Wenn man dann im Kino sitzt gibt es kaum was Neues oder Überraschendes. Obwohl der Streifen vor Gags nur so strotz wurde im Kinosaal kaum gelacht - das sagt eigentlich alles. Im Gegensatz zum Ursprungs-Jumanji aus dem Jahr 1995 ist die Neuverfilmung zeitgemäß aufgepeppt worden. Das ehemalige Brettspiel hat sich selbst in ein Konsolen-Game transformiert, die Spieler werden jetzt in das Spiel reingezogen, das Spiel kommt nicht mehr zu den Spielern in der Jetzt-Zeit. Mit Dwayne The Rock Johnson, Kevin Hart und Jack Black hat man namhafte Schauspieler am Start, die ihre Rollen gewohnt abspulen. Der Film ist flott inszeniert und führt die Avatare von Level zu Level. 3D ist ganz nett, aber nicht wirklich nötig. "Jumanji" ist halt nettes Popkorn-Kino ist, wer mehr erwartet, ist fehl am Platze.

Kino-Info: Kino 6 ist Anfang des neuen Jahres gut gefüllt.

Kinostart: 21.12.2017
Abenteuer, Action, Fantasy, Komödie
119 Min.
FSK: 12
1