Kino 2018

Hier schreibe ich alle alle Kinofilme aus 2018, die ich selber im Kino gesehen habe. Neben den üblichen Daten wie Stab, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder.

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017

Kinostarts im Mai: No Way Out - Gegen die Flammen / I feel pretty / Deadpool 2/ Solo: A Star Wars Story / The Happy Prince

 

Der Buchladen der Florence Green

Der Buchladen der Florence Green 

Regie: Isabel Coixet. Darsteller: Emily Mortimer (Florence Green), Bill Nighy (Edmund Brundish), Patricia Clarkson (Violet Gamart), Hunter Tremayne (Mr. Keble), Horor Kneafsey (Christine), James Lance (Milo North), Frances Barber (Jesse), Reg Wilson (General Gamart)

Inhalt: Ende der 50er Jahre: Florence Green investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen - ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht. Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg. Vor allem der seit langem zurückgezogen lebende Mr. Brundish findet Gefallen am neuen Buchladen und dessen Besitzerin. Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber.

Mein Eindruck: Eigentlich bin ich in "Der Buchladen der Florence Green" nur wegen der Hauptdarstellerin gegangen. Emily Mortimer ist mir seit "Newsroom" ein Begriff und im Trailer machte sie als Buchhändlerin einen guten Eindruck. Der Streifen der spanischen Regisseurin Isabel Coixet ("Learning to Drive") ist ein ruhiges, beschauliches Porträt einer Frau, die sich selbst verwirklichen will, aber an den Konventionen der kleinstädtischen Bevölkerung scheitert. Florence Greens größter Feind ist eine gewisse Violet Gamart, Frau von General Gamart und einflussreichste Einwohnerin Hardboroughs. Sie bestimmt das Dorfleben und duldet keinen Widerspruch. Florence Green setzt sich mit ihrem Buchladen über sie hinweg, was katastrophale Folgen für sie haben wird. Emily Mortimer spiel Florence Green sehr überzeugend, ebenso wie Patrica Clarkson, die als Violat Gamart eine tolle Darstellung abliefert. Bill Nighy ("Ihre beste Stunde") gefällt als Einsiedler, der sein Haus selten verlässt und den ganzen Tag nur Bücher liest. Der Film ist in manchen Passagen zu ruhig und könnte etwas mehr Pep vertragen. So plätschert er vor allem im letzten Drittel so vor sich hin. Wegen der guten Darsteller ist der Film trotzdem sehenswert.

Kino-Info: Das Filmstudio Glückauf war am Donnerstagabend spärlich gefüllt.

Kinostart: 10.5.2018
Drama
110 Min.
FSK: 0
26

 

 
Rampage - Big meets Bigger

Rampage - Big meets Bigger 

Regie: Brad Peyton. Darsteller: Dwayne Johnson (Davis Okoye), Naomie Harris (Dr. Kate Caldwell), Malin Akerman (Claire Wyden), Jeffrey Dean Morgan (Harvey Russell), Jake Lacy (Brett Wyden), Joe Manganiello (Burke), P.J. Byrne (Nelson)

Inhalt: Mit Menschen ist Davis Okoye in seinem Leben noch nie besonders gut zurechtgekommen. Ganz anders sieht es mit Tieren aus. Besonders zu Gorilla George hat der Primatenforscher eine tiefe Bindung aufgebaut. Geschockt muss Davis eines Tages feststellen, dass George Opfer eines illegalen Gen-Experiments geworden ist. Der einst liebevolle und normal große Gorilla ist zu einem temperamentvollen Riesen mutiert, der bei der kleinsten Provokation sofort um sich schlägt. Doch damit nicht genug: Wie Davis erfahren muss, ist zwei anderen Tieren genau das gleiche angetan worden. Gemeinsam mit der Gentechnikerin Dr. Kate Caldwell sucht Davis fieberhaft nach einer friedlichen Lösung durch ein Gegenmittel.

Mein Eindruck: Zu "Rampage" von Regisseur Brad Peyton ("San Andreas") gibt es nicht viel zu sagen. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen Videospiel von Atari. In dem Game wurden Menschen zu Riesentieren mutiert, hier trifft es Tiere, die sich durch genmanipuliertes Material in Riesentiere mit bestimmten Fähigkeiten verwandeln ("Ja is klar, der Wolf fliegt!"). Primatenforscher Dwayne Johnson muss Chicago vor dem Untergang bewahren, denn die Riesenviecher werden durch ein Signal dorthin gelockt. Die Handlung geht aber erst im letzten Drittel so richtig ab. Massenzerstörung ist ja nichts Neues, hat man schon zigmal gesehen. "Rampage" hat mir aber trotzdem gefallen, weil der Film schlicht und ergreifend unterhaltsam ist. Immer wieder werden haarsträubende Situationen mit coolen Sprüchen ausgelockert, die vorzugsweise von The Rock kommen. Trotz der platten Handlung ist der Streifen nie langweilig, man wird als Zuschauer bei Laune gehalten. Auch Jeffrey Dean Stanton, bekannt als Negan aus "Walking Dead", hat als verschrobener Geheimagent seine Momente. Als weibliche Hauptrolle ist Naomie Harris ("Moonlight") leider nur Beiwerk, ihre Rolle gibt einfach nicht viel her. Fazit: Wenn man sich auf den Film einlässt kann man Spaß haben - so wie ich. Noch ein Wort zu 3D: nett, aber nicht zwingend notwendig.

Kino-Info: Kino 5 - das mit den harten Sitzen - war am Start-Donnerstag halbwegs gefüllt.

Kinostart: 10.5.2018
Abenteuer, Action
108 Min.
FSK: 12
25

 

 
Feinde - Hostiles

Sneak Preview: Feinde - Hostiles 

Regie: Scott Cooper. Darsteller: Christian Bale (Capt. Joseph J. Blocker), Rosamund Pike (Rosalee Quaid), Rory Cochran (Master Sgt. Thomas Metz), Wes Studi (Chief Yellow Hawk), Jesse Plemons (Lt. Rudy Kidder), Ben Foster (Philip Wills)

Inhalt: New Mexico, 1892: Der verdiente Offizier Joseph Blocker erhält den Auftrag, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk, der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianers ist es, zu Hause zu sterben. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt. Gemeinsam mit einigen Soldaten und der Familie des Häuptlings bricht die Truppe auf. Unterwegs stoßen sie auf die junge Witwe Rosalie Quaid, deren gesamte Familie kaltblütig von Komantschen umgebracht wurde. Die traumatisierte Frau schließt sich ihnen an und die Gruppe setzt ihren gefährlichen Weg quer durch das unwegsame Land und eine extrem feindselige Umgebung fort.

Mein Eindruck: Die dritte Sneak in diesem Jahr brachte einen Western, den ich mir auch so im Kino angeschaut hätte - immerhin 3 Wochen vor Kinostart.

"Feinde - Hostiles" von Regisseur Scott Cooper ("Black Mass") ist ein intensiver Neo-Western, der von starken Schauspielern geprägt wird. Allen voran Hauptdarsteller Christian Bale ("The Big Short"), der als Armee-Captain Blocker eine tolle Darstellung ablegt. Kurz vor seiner Pensionierung soll er ausgerechnet einen seiner größten Feinde, den Häuptling Yellow Hawk, in sein Stammesland begleiten. Er würde den Indianer am liebsten sofort töten, doch sein Pflichtbewusstsein läßt ihn die Mission ausführen. Auf dem langen Weg nach Montana muss sein Trupp einiges durchmachen, und auch Blocker durchläuft einige Veränderungen. Der Streifen von Scott Copper ist geprägt von Ruhe und Langsamkeit. Es gibt lange Einstellungen, keine überhasteten Kamerafahrten und viel Zeit, um die Situation zwischen Weißen und Indianern in sich aufzunehmen. Natürlich gibt es immer wieder kleine Actionszenen, die das raue Leben in der Zeit widerspiegeln - so wie das 'Intro' mit dem Indianerüberfall auf das Siedlerhaus. Der Film wird getragen von den guten Darstellern. Neben Bale brilliert Rosamund Pike ("Gone Girl") als traumatisierte Farmersfrau und auch Wes Studi ("Avatar") gibt eine zurückhaltende Performance als Yellow Hawk. Für mich ist der Streifen ein Tick zu ruhig ausgefallen, "Feinde - Hostiles" hatte leider einige Längen. Auf jeden Fall war es mal wieder angenehm, einen Western im Kino zu sehen, das gibt es auch nicht oft.

Kino-Info: Die Sneak-Preview war am Montagabend halbwegs gefüllt. Dieses Mal gab es nix zu gewinnen, nach ein paar Trailern fing sofort der Film an.

Kinostart: 31.5.2018
Western, Abenteuer
134 Min.
FSK: 16
24

 

 
Im April 2018 kommt ein weiterer 5 Sterne Film dazu: Der dritte Teil der Avengers, Infinity War, hat mich komplett überzeugt. Sehr gut war auch Stevens Spielbergs "Ready Player One" und das Indie-Drama "Lady Bird" von Greta Gerwig. Die Krawall-Orgie "Pacific Rim: Uprising" fällt - wie erwartet - durch.
Avengers: Infinity War

2018  

Avengers: Infinity War

Ready Player One

  Wind River
Lady Bird   I, Tonya
A Quiet Place   Three Billboards
Gringo   Black Panther
Pacific Rim: Uprising      
 
Avengers: Infinity War

Avengers: Infinity War 

Regie: Anthony Russo, Joe Russo. Darsteller: Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man), Chris Evans (Steve Rogers / Captain America), Mark Ruffalo (Bruce Banner / Hulk), Chris Hemsworth (Thor), Scarlett Johansson (Natasha Romanoff / Black Widow), Josh Brolin (Thanos), Don Cheadle, Benedict Cumberbatch, Tom Holland, Chadwick Boseman, Chris Pratt, Zoe Saldana, Karen Gillan, Tom Hiddleston, Paul Bettany, Elizabeth Olsen, Anthony Mackie

Inhalt: Während die Avengers immer wieder damit beschäftigt waren, die Welt vor Gefahren zu beschützen, mit denen ein einzelner Held alleine nicht fertig wird, ahnten sie nicht, dass die größte Bedrohung in der Dunkelheit des Alls wartete: Thanos, eines der mächtigsten Wesen im Universum! Um noch mehr Macht zu bekommen, will er alle sechs Infinity-Steine sammeln. Die Artefakte würden ihm gottgleiche Kraft verleihen – die er einsetzen will, um auf einen Schlag die Hälfte der Weltbevölkerung zu vernichten. Iron Man, Captain America, Thor, Black Widow und die restlichen Avengers erkennen, dass sie ihre Differenzen hinter sich lassen müssen, um überhaupt eine Chance gegen den galaktischen Zerstörer zu haben. Doch um die Welt zu retten, braucht die Heldentruppe noch weitere Unterstützung.

Mein Eindruck: Die Avengers sind zurück. Teil 1 war der Brecher, Teil 2 hat mir leider nicht so toll gefallen. Aber mit Teil 3 sind sie wieder zurück in der Spur. Es gibt keinen Marvel-Film, der so viele Superhelden vereint wie "Infinity War". Trotz des Überangebots funktioniert der Film. Der Kampf gegen den mächtigen Thanos entwickelt sich zum Überlebenskampf für die Erde, die Menschheit und die Avengers selber. Nur vereint haben Tony Stark und Co. überhaupt eine Chance gegen den unbarmherzigen Weltenzerstörer.

Hier gibt es keinen Spoileralarm, denn ich werde nicht mehr von der Handlung verraten. Am Ende des Film hat man genug Gesprächsstoff - das ist ja wohl klar. Außerdem gibt es (natürlich) wieder eine Szene nach dem Abspann, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Für mich ist der Streifen eine Erfüllung: Bombastische Kämpfe, Superhelden en masse, Drama, Humor, Tragik - alles drin was der Marvel-Fan braucht. Man sollte allerdings die Vorgängerfilme wie "First Avenger: Cicil War", "Black Panther" und "Thor - Tag der Entscheidung" kennen, damit man alle Feinheiten mitbekommt. Zum Thema 3D kann ich nichts sagen, denn ich habe die platte 2D-Version gesehen. Für mich reicht 2D immer aus, denn da muss man nicht die doofe Brille tragen.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war die 19 Uhr-Vorsdtellung in Kino 7 gut gefüllt.

Kinostart: 26.4.2018
Sci-Fi, Action, Comic
149 Min.
FSK: 12
23

 

 
Lady Bird

Lady Bird 

Regie: Greta Gerwig. Darsteller: Saoirse Ronan (Lady Bird McPherson), Laurie Metcalf (Marion McPherson), Tracy Letts (Larry McPherson), Lucas Hedges (Danny O'Neill), Timothée Chalamet (Kyle Scheible), Beanie Feldstein (Kulie Steffans)

Inhalt: Christine McPherson ist eine Teenagerin, die ihre Mutter Marion liebt - und mächtig von ihr genervt ist. Die konservative katholische Highschool und das Leben in der Kleinstadt allgemein gehen Christine, die sich selbst Lady Bird nennt, mächtig auf den Zeiger. Oft denkt sie daran, ihre nordkalifornische Heimatstadt Sacramento endlich zu verlassen. Sie will auf ein College an der Ostküste, doch dafür hat Lady Birds Familie nicht genug Geld und die Noten der jungen Frau sind zu schlecht. Innerhalb eines sehr prägenden Jahres verbringt sie viel Zeit mit ihrer besten Freundin Julie und lernt gleich zwei junge Männer kennen, zu denen sie sich stark hingezogen fühlt: Den aus gutem Hause stammenden Danny und das verdammt coole Bandmitglied Kyle.

Mein Eindruck: Frances McDormand hat in diesem Jahr den Oscar als beste Schauspielerin für "Three Billboards" gewonnen. Ihre Konkurrentinnen waren allesamt ebenbürtig. Margot Robbie hat mir in "I, Tonya" sehr gut gefallen und jetzt muss ich zugeben, dass Saoirse Ronan in "Lady Bird" den Preis ebenfalls verdient hätte. 2002 macht die Teenagerin Christine, die sich selber Lady Bird nennt, ihren Abschluss an der Highschool. Leider ist ihre Familie arm, und ihr Traum, an eine renommierte Ostküsten-Uni zu kommen, scheint unerreichbar. Die Handlung hört sich wenig spektakulär an, man sollte aber den Film nicht unterschätzen. Regisseurin Greta Gerwig, eine Ikone des Independent-Films ("Frances Ha", Maggies Plan"), erzählt in ruhigen Bilder die Story einer jungen Frau, die ihr Leben noch vor sich hat. Lady Bird versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Ziel durchzusetzen, auch wenn finanzielle Mittel oder gesellschaftliches Ansehen fehlen. Saoirse Ronan ist die absolute Top-Besetzung, die zurecht für den Oscar nominiert war. Gewonnen hat sie übrigens den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. Auch Laurie Metcalf, die man eher auf TV-Serien wie "Rosanne" kennt, liefert als Lady Birds Mutter Marion eine starke Vorstellung ab, die ihr ebenfalls eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin einbrachte. Meine Erwartungshaltung war nicht so hoch, jetzt bin ich mit dem Film sehr zufrieden: Top!

Kino-Info: In Kino 5 war am frühen Montagabend sehr wenig los.

Kinostart: 19.4.2018
Komödie
95 Min.
FSK: 16
23

 

 
A Quiet Place

A Quiet Place 

Regie: John Krasinski. Darsteller: Emily Blunt (Evelyn Abbott), John Krasinski (Lee Abbott), Millicent Simmonds (Regan Abbott), Noah Jupe (Marcus Abbott), Cade Woodward (Beau Abbott), Leon Russom (Mann im Wald)

Inhalt: Die Welt ist von rätselhaften, scheinbar unverwundbaren Kreaturen eingenommen worden, die durch jedes noch so kleine Geräusch angelockt werden und sich auf die Jagd begeben. Eine Familie mit 3 Kindern gelang es bisher zu überleben. Der Preis hierfür ist jedoch hoch: Ihr gesamter Alltag ist darauf ausgerichtet, sich vollkommen lautlos zu verhalten, denn das kleinste Geräusch könnte ihr Ende bedeuten.

Mein Eindruck: "A Quiet Place" ist ein ungewöhnlicher Film. John Krasinski ist als Schauspieler bekannt durch die TV-Serie "The Office" oder durch Filme wie "13 Hours" oder "Promised Land". In "A Quiet Place" fungiert er als Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion. Als Sahnehäubchen spielt Emily Blunt, mit der er im wahren Leben verheiratet ist, seine Filmfrau. Neben den 3 Kinderdarstellern (plus Baby) sieht man nur noch eine weitere Person in diesem minimalistischen Endzeitfilm. Soll heißen: Die komplette Handlung beschränkt sich auf die Familie, die auf dem Land lebt und sich da ein Leben aufgebaut hat, dass nur aus Stille besteht. In mehreren Etappen wird die Handlung vorangetrieben, und je länger der Film geht, je mehr Spannung  wird erzeugt. Man kann im Trailer schon ahnen, dass es ziemlich heftig wird. Ich bin überrascht, dass mir der Film so gut gefallen hat. Die guten Darsteller sorgen dafür, dass man mit den Personen mitfiebert. In vielen anderen Horror-Filmen sind einem die Schauspieler völlig egal, da wartet man nur darauf, wie und wann sie abgeschlachtet werden. Der Titel ist natürlich Programm: Gerade in der Anfangssequenz hört man so gut wie nichts: Keiner redet, die Umwelt ist leise, es gibt kaum irgendwelche Töne, weil die Erde fast menschenleer ist. Später kommen natürlich Musik und Effekte dazu, aber im Grunde ist "A Quiet Place" ein sehr ruhiger Film...oder auch nicht. :-)

Kino-Info: Kino 4 war am Start-Donnerstag erstaunlich gut besucht. Nur die VIP-Plätze sind leer geblieben...fast...

Kinostart: 12.4.2018
Thriller, Horror
90 Min.
FSK: 16
22

 

 
Gringo

Gringo 

Regie: Nash Edgerton. Darsteller: Joel Edgerton (Richard Rusk), Charlize Theron (Elaine Markinson), David Oyelowo (Harold Soyinka), Sharlto Copley (Mitch Rusk), Amanda Seyfried (Sunny), Harry Treadaway (Miles), Thandie Newton (Bonnie Soyinka)

Inhalt: Eben noch war Harold Soyinka ein unbescholtener US-Bürger mit glücklichem Privatleben und gutem Job in der Pharmaindustrie. Doch als er während eines Businesstrips nach Mexiko erfährt, dass seine Bosse Richard und Elaine einen intriganten Coup planen und seine Frau Bonnie ihn betrügt, hat er schlagartig nichts mehr zu verlieren. Harold inszeniert seine eigene Entführung und fordert ein hohes Lösegeld. Der vermeintlich geniale Plan geht allerdings mächtig nach hinten los, denn Harold ist ohne es zu wissen tief in schmutzige Deals verstrickt.

Mein Eindruck: "Gringo" ist eine schwarze Komödie im Tarantino-Stil. Regie führte Nash Edgerton, der ältere Bruder von Joel Edgerton, der nebenbei die Hauptrolle spielt. Joel Edgerton ist mir in letzter Zeit öfters aufgefallen: Er spielte neben Jennifer Lawrence in "Red Sparrow" und er war der Ork-Cop in dem Netflix-Streifen "Bright". Hier kann er sich als egozentrischer und knallharter Geschäftsmann Richard Rusk richtig austoben. An seiner Seite spielt Charlize Theron ("Atomic Blonde") ein richtiges Miststück, die der Karriere wegen über Leichen geht. Unser Held, Harold Soyinka (David Oyelowo), ist ein treuer und loyaler Mitarbeiter, der sich für die Firma aufopfert, aber von seinen Bossen gnadenlos abserviert wird. Während einer Geschäftsreise nach Mexiko überschlagen sich die Ereignisse. Unsere Protagonisten bekommen es mit einem mächtigen Drogendealer zu tun, zwei amerikanische Billig-Touristen spielen auch noch eine Rolle und selbst die beiden mexikanischen Hotelbesitzer wollen groß abkassieren. Da passt Einzelkämpfer Mitch, Bruder vom fiesen Richard, gut ins Bild, denn er soll Harold aus Mexiko rausholen. Skurrile Action, coole Dialoge und stetige Wendungen machen "Gringo" zu einem ordentlichen Streifen. Wegen der guten Schauspieler ist der Film sehenswert. Und wir werden vom Kartell-Boss aufgeklärt, welches das beste Album der Beatles ist...

Kino-Info: Der Film wird nach einer Woche aus den Kinos verschwinden. Am Montagabend verirrten sich 3 Leute in Kino 8.

Kinostart: 5.4.2018
Schwarze Komödie
111 Min.
FSK: 16
21

 

 
Ready Player One (3D)

Ready Player One (3D) 

Regie: Steven Spielberg. Darsteller: Ty Sheridan (Parzival / Wade), Olivia Cooke (Art3mis / Samantha), Ben Mendelsohn (Sorrento), Lena Waithe (Aech / Helen), T.J. Miller (I-ROk), Simon Pegg (Ogden Morrow), Mark Rylance ( Anorak / Halliday)

Inhalt: 2045 steht die Welt am Rande des Zusammenbruchs. Doch die Menschen finden Erlösung in dem gigantischen virtuellen Universum OASIS, das der geniale, exzentrische James Halliday entwickelt hat. Als Halliday stirbt, hinterlässt er sein ungeheures Vermögen der ersten Person, die jenes Easter Egg findet, das er irgendwo in der OASIS versteckt hat. Ein junger Held namens Wade Watts findet erste Hinweise, und schon gerät er in eine halsbrecherische, realitätsverändernde Schatzjagd durch ein ebenso fantastisches wie geheimnisvolles Universum voller Entdeckungen und Gefahren.

Mein Eindruck: Steven Spielberg ist noch mit "Die Verlegerin" in den deutschen Kinos, jetzt kommt er mit einem ganz anderen Film daher. "Ready Player One" ist ein actionreiches Sci-Fi-Abenteuer, dass zumeist in einer virtuellen Realität spielt. Von da her lässt es Spielberg ordentlich krachen und Genre-Freunde kommen voll auf ihre Kosten. Das liegt vor allem daran, dass es über 100 Anspielungen auf Filme, Games oder Musik vorwiegend der 80er Jahre gibt. Den DeLorean, den unser Held fährt, den hat man schon im Trailer gesehen. Im Laufe der 140 Minuten sieht man noch u.a. Freddy Krueger, Chucky die Mörderpuppe, King Kong oder das Set von Shining. Manches nur sehr kurz, anderes lang und breit. Mir hat der Trip in die OASIS gut gefallen, denn hier kommt endlich mal die 3D-Technik richtig zum Einsatz. Das extrem harte Autorennen am Anfang des Films ist ein rasanter Trip, den man als Zuschauer gerne noch mal sehen möchte. Die Handlung schwächelt gerade am Ende, aber damit kann ich gut leben. "Ready Player One" ist eine knallbunte Wundertüte, die man gerne mal auspackt.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war Kino 1 ordentlich gefüllt, ich hätte aber mehr Zuschauer erwartet.

Kinostart: 5.4.2018
Abenteuer, Sci-Fi
140 Min.
FSK: 12
20

 

 
Pacific Rim: Uprising (3D)

Pacific Rim: Uprising (3D) 

Regie: Steven S. DeKnight. Darsteller: John Boyega (Jake Pentecoast), Scott Eastwood (Nate Lambert), Cailee Spaeny (Amara Namani), Birn Gorman (Dr. Hermann Gottlieb), Charlie Day (Dr. Newton Geiszler), Tian Jing (Liwen Shao), Max Zhang (Marshal Quan)

Inhalt: Sieben Jahre sind seit der Vernichtung der Kaijus vergangen. Jake Pentecost schlägt sich als Dieb und Schwarzmarkthändler in der Unterwelt durch. Doch die Menschheit braucht ihn im Angesicht einer nie zuvor gesehenen Bedrohung. Seine Schwester Mako führt ein neues Team junger Jaeger-Piloten an, zu dem auch Jake stoßen soll. Gemeinsam mit seinem Rivalen Lambert und der jungen Hackerin Amara wird Jake Teil der wichtigen Verteidigungstruppe.

Mein Eindruck: 2013 lief "Pacific Rim" in den deutschen Kinos. Mir hat der Film nie so zugesagt. 5 Jahre später kommt Teil 2 auf die große Leinwand, dieses Mal unter der Regie von Steven S. DeKnight, der sich bislang mehr als Schreiber oder Produzent diverser TV-Serien hervorgetan hat. Der Streifen setzt einige Jahre nach Teil 1 an und bringt eine neue Generation Jaeger-Piloten hervor. Um es kurz zu machen: Ich habe das im Kino bekommen, was ich erwartet hatte: Hirnloses Geballer, gigantische Zerstörung und eine überschaubare Handlung. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, mir diesen CGI-Overkill im Kino anzutun, aber aus Mangel an Alternativen ist es doch dazu gekommen. Klar, die Action ist tricktechnisch gut gemacht, aber man hat so was schon viel zu oft gesehen - die Transformers lassen grüßen. Natürlich ist "Pacific Rim: Uprising" in 3D. Einige Kampfsequenzen sind ganz nett, aber wie meistens hätte ich drauf verzichten können. Immerhin kann ich mich zu 2 Sternen durchringen, denn im Vergleich zu "Red Sparrow" ist der Streifen halbwegs unterhaltsam.

Kino-Info: Ostermontag war das kleine Kino 8 nachmittags relativ gut gefüllt.

Kinostart: 22.3.2018
Action, Sci-Fi
111 Min.
FSK: 12
19

 

 
Der März 2018 hat Höhen und Tiefen. "I, Tonya" bekommt überraschend die Höchstwertung (5 Sterne), während der neue Jennifer Lawrence Streifen "Red Sparrow" total versackt (1 Stern). Marvel's "Black Panther" hat mir gut gefallen, der neue "Tomb Raider" war ganz okay. Bruce Willis als Rächer im "Death Wish" Aufguss kommt nicht aus den Puschen.
I, Tonya

2018  

Wind River

Black Panther

  I, Tonya
Mollys Game   Three Billboards
Tomb Raider   Black Panther
Death Wish      
Red Sparrow      
 
Red Sparrow

Red Sparrow 

Regie: Francis Lawrence. Darsteller: Jennifer Lawrence (Dominika Egorova), Joel Edgerton (Nate Nash), Matthias Schoenaerts (Vanya Egorov), Charlotte Rampling (Matron), Jeremy Irons (General Korchnoi), Mary-Louise Parker (Stephanie Boucher), Ciaran Hinds (Zakharov)

Inhalt: Dominika Egovora war bis zu ihrem Unfall eine umjubelte Ballerina. Als ihre Mutter erkrankt, lässt sich Dominika auf einen gefährlichen Deal ein, um Zugang zu den besten Ärzten zu erhalten: Sie wird zur neuesten Rekrutin des Geheimdienst-Programms der "Sparrow School". Die Ausbildung ist brutal und bringt Dominika an ihre körperlichen und psychischen Grenzen, macht aus ihr jedoch den gefährlichsten Sparrow aller Zeiten. Von nun an kann Dominika nicht nur ihren messerscharfen Verstand, sondern vor allem auch ihren Körper dazu nutzen, gegnerische Ziele zu verführen und auszuschalten.

Mein Eindruck: Der neue Film von Regisseur Francis Lawrence ("Die Tribute von Panem") ist für mich der totale Rohrkrepierer. Selten hab ich mich im Kino so gelangweilt wie bei "Red Sparrow". Fast alles an dem Streifen hat mich genervt, auch viele Kleinigkeiten. Der Film spielt in Russland, warum müssen alle Schauspieler den gleichen dämlichen russischen Akzent haben? Die Amerikaner haben ja auch keinen. Dann die Ausbildung als "Sparrow" in der Huren-Schule. Tut mir leid, aber ich fand die ganze Sache nur lächerlich. Dann wird einem untergejubelt, dass der Kalte Krieg viel schlimmer ist als früher, das ist mir ehrlich gesagt neu. Und als Sahnehäubchen: Die wichtigen Geheiminformationen wurde auf Disketten ausgetauscht. Ich war mir gar nicht bewusst, dass der Film in den 80ern spielt! Jennifer Lawrence ist als Schauspielerin sehr gut dabei, sie feiert mit all ihren Film kommerzielle und schauspielerische Erfolge. Persönlich ist sie nicht mein Fall, von da her haben mich ihre freizügigen Nacktszenen auch nur gelangweilt. Das größte Problem an "Red Sparrow": Jedes Klischee, dass mit Russland zu tun hat, wird gnadenlos bedient. Der Streifen kommt nicht aus den Pötten, ist mit 141 Minuten viel zu lang. Meistens passiert nix und die tolle Auflösung, wer der Informant ist, war mir so was von egal...  Kurz gesagt: Der rote Spatz kann mir gestohlen bleiben.

Kino-Info: Am Donnerstagabend vor Karfreitag ist das Kino gut besucht, und der Film geht schon in die vierte Woche.

Kinostart: 1.3.2018
Thriller, Drama
141 Min.
FSK: 16
18

 

 
I, Tonya

I, Tonya 

Regie: Craig Gillespie. Darsteller: Margot Robbie (Tonya), Sebastian Stan (Jeff), Allison Janney (LaVona), Julianne Nicholson (Diane Rwalinson), Paul Walter Hauser (Shawn), Bobby Cannavake (Martin Maddox), Caitlin Carver (Nancy Karrigan)

Inhalt: Sie war die berühmteste Person der Welt - nach Bill Clinton. Als erste Amerikanerin vollzog Tonya Harding innerhalb eines Wettbewerbs gleich zwei sogenannten Dreifach-Axel - einer der anspruchsvollsten Sprünge im Eiskunstlauf. Ihr Name wird jedoch für alle Zeiten mit dem schlecht geplanten und stümperhaft durchgeführten Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan in Verbindung bleiben, das ihre Erzrivalin trainingsunfähig machen und Tonya den Sieg in den amerikanischen Meisterschaften sichern sollte - doch es kam anders.

Mein Eindruck: Ich bin von mir selber überrascht: Ein Film über Eiskunstlauf und ich vergebe 5 Sterne - wie kann das sein? Ganz einfach, die 'Mockumentary' von Regisseur Craig Gillespie ("The Finest Hours") hat mich auf der ganzen Linie überzeugt. Das liegt vor allem an den beiden Frauen-Rollen. Die Australierin Margot Robbie ("The Wolf of Wall Street") gibt als Tonya Harding eine Oscar-würdige Darstellung (die leider nicht mit einem Oscar belohnt wurde). Sie geht in der Rolle der trashigen, ehrgeizigen Eisläuferin vollkommen auf. Allison Janney hat für die Darstellung in dem Streifen den Oscar gewonnen, und das zu recht. Ich kenne keine schlimmere, härtere und unbarmherzigere Frau und Mutter als LaVona Harding. Ihre Darstellung ist schlichtweg brillant. Da kann Sebastian Stan, bekannt als der Winter Soldier aus "Captain America", nicht mithalten, obwohl er auch sehr gut spielt. Craig Gillespies Film basiert auf Interviews, die die Hauptakteure gegeben haben. Deshalb wird in "I, Tonya" nicht immer die Wahrheit gezeigt, was die Sache aber sehr interessant macht. Einige Dinge laufen so bescheuert ab, das würde man nie im Leben glauben. Von da her erinnert der Film an eine böse Satire der Coen-Brüder - die könnten sich so was schräges ausdenken. Im Nachspann sieht man kleine Ausschnitte aus den Original-Interviews...die Umsetzung im Film ist nicht übertrieben! Sehr gelungen sind nebenbei die Eislaufszenen, die aus verschiedenen Blickwinkeln die Schönheit und Härte des Sports gut wiedergeben. "I, Tonya" ist für mich die Überraschung des Jahres: 5 Sterne!

Kino-Info: Am Montagabend ist das Eulenspiegel spärlich gefüllt.

Kinostart: 22.3.2018
Drama, Sport, Bio
120 Min.
FSK: 12
17

 

 
Tomb Raider (3D)

Tomb Raider (3D) 

Regie: Roar Uthaug. Darsteller: Alicia Vikander (Lara Croft), Dominic West (Lord Richard Croft), Walton Goggins (Mathias Vogel), Daniel Wu (Lu Ren), Kristin Scott Thomas (Ana Miller), Nick Frost (Max)

Inhalt: Vor sieben Jahren verschwand Lord Richard Croft, der Vater der mittlerweile 21-jährigen Lara Croft, doch noch immer hat sie nicht die Kontrolle über dessen global agierendes Wirtschaftsimperium übernommen, sondern lebt als Fahrradkurierin in London. Eines Tages beschließt Lara dann jedoch, den vermeintlichen Tod ihres Erzeugers aufzuklären. Dafür reist sie zu seinem letzten bekannten Aufenthaltsort, einer kleinen Insel vor der Küste von Japan. Dort hatte dieser ein geheimnisvolles Grabmal untersucht.

Mein Eindruck: Lara Croft ist bereits in zwei Filmen aufgetreten: In "Tomb Raider" (2001) und "Die Wiege der Sonne" (2003) spielte Angelina Jolie die Grabräuberin. Mir haben die Filme nicht so zugesagt, sie waren ganz nett, aber so richtig gut waren die auch nicht. Einzig Angelina Jolie war damals der große Hingucker. 2018 kommt ein Reboot daher, dieses Mal mit einer ganz anderen Lara Croft. Die schwedische Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander versucht sich jetzt als Amazone. Körperlich hat sich einiges getan: Sie ist klein, drahtig und hat nicht die Körbchengröße ihrer Vorgängerin. Außerdem startet der neue Film als Intro, man könnte den locker "Lara Croft begins" betiteln. Am Anfang ist sie noch weit entfernt von der großen Abenteurerin, sie arbeitet mehr schlecht als recht als Fahrradkurierin und ist ziemlich pleite. Erst die Suche nach ihren verschollenen Vater macht sie zu dem, was der Zuschauer kennt und erwartet. Ich hatte mich auf den Film gefreut, kann aber nicht sagen, dass dieser der große Wurf ist. Die Hauptdarstellerin ist kein Thema, die hat mir sehr gut gefallen. Auch Dominic West ("The Wire") kann als Laras Vater einige Akzente setzen. Der Rest der Crew ist nur Beigabe, selbst Walton Goggings ("The Hateful Eight") hinterlässt als Schurke keinen bleibenden Eindruck. Es gibt einige gut gemachte Action-Sequenzen, leider aber auch einige langatmige Sequenzen, die den Film ausbremsen. Alles in allem ist der neue "Tomb Raider" ein durchschnittlicher Streifen geworden, der noch viel Luft nach oben hat. In weiteren Teilen - sollten welche kommen - muss mehr drin sein.

Kino-Info: Das große Kino 1 war am Start-Donnerstag nur mäßig gefüllt.

Kinostart: 15.3.2018
Action, Abenteuer
112 Min.
FSK: 12
16

 

 
Molly's Game

Molly's Game 

Regie: Aaron Sorkin. Darsteller: Jessica Chastain (Molly Bloom), Idris Elba (Charlie Jaffey), Kevin Costner (Larry Bloom), Michael Cera (Spieler X), Jeremy Strong (Dean Keith), Chris O'Dowd (Douglas Downey), Graham Greene (Richter Foxman)

Inhalt: Molly Bloom hat in ihrem Leben schon viel gewonnen, aber auch schon ziemlich viel verloren. Die ehemalige Skifahrerin musste ihre sportliche Karriere wegen einer Rückenverletzung vorzeitig beenden. Molly überlegt sich, wie sie nun auf andere Art Geld verdienen kann und zieht von Colorado nach Kalifornien, wo sie als persönliche Assistentin für Dean Keith arbeitet, der Pokerspiele für Prominente ausrichtet. Still und leise wird Molly zum eigentlichen Kopf des Geschäfts. Als ihre Kollegen und allen voran ihr Chef versuchen, sie aus dem Geschäft zu halten, zieht Molly nach New York, wo sie Pokerspiele mit noch exklusiveren Gästen organisiert.

Mein Eindruck: Ich werde langsam ein Fan von Jessica Chastain. Letztes Jahr hat mich die nordkalifornische Schauspielerin in "Die Erfindung der Wahrheit" total überzeugt, jetzt gibt sie als Poker-Prinzessin Molly Bloom eine weitere Glanzvorstellung. Der Film ist komplett auf sie zugeschnitten, sie steht immer im Mittelpunkt der Handlung. Das Drehbuch kommt von Aaron Sorkin, einem der renommiertesten Schreiber in Hollywood. Weil er den Film nicht verbocken wollte hat er zum ersten Mal auch Regie geführt. Ich kann nur sagen: Sein Erstling kann sich sehen lassen. Es geht zwar in erster Linie um Poker, das Spiel an sich tritt in den Hintergrund. Viel interessanter ist die Motivation der Leute und natürlich die geschickte Vorgehensweise von Molly Bloom. Es gelingt ihr durch Willenskraft, Durchhaltevermögen, Raffinesse und Klugheit eine bemerkenswerte Karriere hinzulegen, die seinesgleichen sucht. Ohne je beim Poker mitgespielt zu haben erwirtschaftet sie sich ein Millionen-Vermögen. Leider wird sie schließlich vom FBI in die Zange genommen. Der Film springt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her und vermittelt einen Eindruck von einer Erfolgsfrau. Die weiteren Rollen sind prominent besetzt: Als ihr Anwalt fungiert Idris Elba ("Zwischen zwei Leben"), ihr Vater wird von Kevin Costner ("Der mit dem Wolf tanzt") gespielt. Auch Michael Cera ("Scott Pilgrim") gefällt als ausgeschlafener Spieler X - der wohl, wie ich gelesen habe, im wahren Leben Tobey Maguire sein soll. Mir hat "Molly's Game" sehr gut gefallen und ich bin froh, dass ich den Film noch im Kino erwischt hab.

Kino-Info: Der Film ist wohl ein Flop im Kino. In der Abendvorstellung am Montag sitzen gerade mal 3 Leute (incl. mir).

Kinostart: 8.3.2018
Drama
140 Min.
FSK: 12
15

 

 
Death Wish

Death Wish 

Regie: Eli Roth. Darsteller: Bruce Willis (Paul Kersey), Vincent D'Onofrio (Frank Kersey), Elisabeth Shue (Lucy Kersesy), Camila Morrone (Jordan Kersey), Dean Norris (Det. Kevin Raines), Beau Knapp (Knox), Kimberly Elise (Det. Leonore Jackson)

Inhalt: Als Chirurg in einer Notaufnahme in Chicago sieht Dr. Paul Kersey jeden Tag, was Gewalt und Verbrechen anrichten können. Nachdem seine Frau Lucy und Tochter Jordan im Familienheim überfallen werden, ist Paul zum ersten Mal auch persönlich betroffen. Während Jordan schwer verletzt überlebt, erliegt Lucy ihren Wunden. Paul hofft auf die Polizei, doch die kommt bei der täglich anwachsenden Zahl neuer Fälle kaum noch mit den Ermittlungen hinterher und macht keine wirklichen Fortschritte. Paul ist so gefrustet, dass er selbst zur Waffe greift und auf nächtlichen Streifzügen einen Kriminellen nach dem anderen niederstreckt. Schon bald machen Internetvideos von ihm die Runde und Fernsehsender, Radiostationen und Zeitungen werden auf ihn aufmerksam.

Mein Eindruck: Ich hab zwei Probleme mit der Neuverfilmung von "Ein Mann sieht rot" aus dem Jahre 1974: Bruce Willis und die FSK 18 Freigabe. Beides ist sehr enttäuschend. Ich sehe Bruce Willis als Schauspieler sehr gerne, muss aber leider sagen, dass er in der Rolle des Racheengels eine Fehlbesetzung ist. In keiner Weise nimmt man ihm die Transformation von Chirurg in einen Rächer, der Selbstjustiz begeht, ab. Willis hat auch nicht die schauspielerische Klasse, das Seelenleben bzw. seine Zerrissenheit seiner Rolle ordentlich darzustellen. Regie bei "Death Wish" führt Eli Roth. Der hat vor Jahren schon mit Filmen wie "Hostel" die Kinogänger geschockt. Da ist es nur konsequent, dass sein neustes Werk die FSK 18 Freigabe erhalten hat. Leider ist davon so gut wie nichts zu sehen. Ich will Gewalt bestimmt nicht verherrlichen, aber ich habe FSK 16 Filme gesehen, die zigmal härter sind als dieser Streifen. Die Freigabe kam wohl wegen der Szene mit dem Kopf, der etwas platt gedrückt wird - um es mal salopp zu sagen. Alle anders Szenen habe ich nicht als hart empfunden, da wird in "The Walking Dead" im TV wesentlich mehr gezeigt als hier. Der Grund für seine Rache ist auch schlecht gemacht: Man hätte die Wut auf die Täter viel besser schüren können, wenn man die Tat an sich härter gestaltet hätte. So kann man nur erahnen, was Frau und Tochter an dem Abend zugestoßen ist. Auch das Ende hat mir nicht gefallen, es passt sich aber dem Film an, den ich nur als Flop bezeichnen kann.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist Kino 5 nur mäßig gefüllt.

Kinostart: 8.3.2018
Action, Thriller
109 Min.
FSK: 18
14

 

 
Black Panther (3D)

Black Panther (3D) 

Regie: Ryan Coogler. Darsteller: Chadwick Boseman (T'Challa / Black Panther), Michael B. Jordan (Erik Killmonger), Lupita Nyong'o (Nakia), Danai Gurira (Okoye), Martin Freeman (Everett K. Ross), Letitia Wright (Shuri), Forest Whitaker (Zuri), Angela Bassett (Ramonda), Andy Serkis (Ulysses Klaue), Daniel Kaluuya (W'Kabi)

Inhalt: T'Challa alias Black Panther ist auf dem Rückweg in seine afrikanische Heimat Wakanda. Er bereitet sich darauf vor, seinen rechtmäßigen Platz als König des isolierten, aber technologisch höchst fortschrittlichen Staates einzunehmen. Der Söldner Erik Killmonger will ihm die Regentschaft jedoch streitig machen und sucht sich für sein Vorhaben Unterstützung beim zwielichtigen Waffenschieber Ulysses Klaue. Um das Erbe seines Vaters und seine Position als König zu bewahren, tut sich der Held mit CIA-Agent Everett K. Ross zusammen.

Mein Eindruck: Vorwort: Normalerweise freue ich mich auf Marvel-Filme und schaue sie mir direkt am Kino-Start-Tag an. "Black Panther" hat mich gar nicht in seinen Bann gezogen, der Trailer hat mich auch kaum neugierig gemacht. Meine Erwartungshaltung war dementsprechend sehr niedrig.

Nach dem Kino: Nachdem ich den Film gesehen habe bin ich sehr erfreut. Für mich ist "Black Paanther" ein sehr guter Streifen, der sich allerdings von der üblichen Marvel-Machart ziemlich unterscheidet. Black Panther ist zwar ein Superheld, der Hintergrund seines Schaffens ist viel vielschichtiger. Als schwarzer König eines scheinbar mittellosen afrikanischen Staates hat er viele Probleme zu bewältigen: Er muss den Tod seines Vaters verarbeiten, sich gegen Konkurrenten um den Thron messen und schlimme Dinge aus der Vergangenheit verarbeiten. T'Challa (Chadwick Boseman) hat zwar Superkräfte, doch diese werden ihm durch technischen Fortschritt gegeben. So fungiert seine Schwester Shuri (Letitia Wright) als eine Art Q, die ihren Bruder mit der neusten Waffentechnologie ausstattet. "Black Panther" ist bis auf wenige Ausnahmen mit Afroamerikanern besetzt. Abgesehen von der Südkorea-Sequenz spielt der Film in Wakanda. Der Look, die Ausstattung, selbst die Technologie ist afrikanisch inspiriert, was durch die Musik von Kendrick Lamarr unterstützt wird. Obwohl der Held ein Mann ist stehen die Frauen im Mittelpunkt - und haben starke Auftritte. Schwester Shuri hatte ich bereits erwähnt, Lupita Nyong'o ("12 Years a Slave") spielt seine Freundin Nakia, die als Spionin für Wakanda unterwegs ist. Auch Danai Gurica (Michonne aus "Walking Dead") als General Okoye hinterlässt einen starken Eindruck. 3D war nicht schlecht - wie bei Marvel immer - aber ist nicht wirklich zwingend. Natürlich sollte man bis zum Schluss sitzen bleiben, denn es kommt natürlich wieder was. Kurzum: Der schwarze Panther hat mich überzeugt.

Kino-Info: Kino 7 ist auch nach 2 Wochen Spielzeit um 20:15 Uhr ordentlich gefüllt.

Kinostart: 15.2.2018
Sci-Fi, Action, Comic
135 Min.
FSK: 12
13

 

 
Im Februar 2018, der gegen Ende sehr frostig war, hab ich mit 5 Filmen keinen Ausfall gehabt. Höchstwertung gibt es für Taylor Sheridans "Wind River". Auch Guillermo del Toros "Shape of Water" hat mich überzeugt. Marvels "Black Panther", der am 15.2. gestartet ist, kriegt seine Bewertung erst im März.
Wind River

2018  

Wind River

Shape of Water

  Three Billboards
Wunder   Shape of Water
Die Verlegerin   Die dunkelste Stunde
Alles Geld der Welt      
 
Die Verlegerin

Die Verlegerin 

Regie: Steven Spielberg. Darsteller: Meryl Streep (Kay Graham), Tom Hanks (Ben Bradlee), Sarah Paulson (Tony Bradlee), Bob Odenkrik (Ben Bagdikian), Tracy Letts (Fritz Beebe), Bradley Whitford (Arthur Parsons), Bruce Greenwood (Paul McNamara)

Inhalt: In den 1970er Jahren übernimmt Kay Graham die Washington Post und wird so zur ersten Zeitungsverlegerin der USA. Schon bald darauf bekommt sie die volle Last dieser Aufgabe zu spüren: Post-Chefredakteur Ben Bradlee und sein Reporter Ben Bagdikian haben vom Whistleblower Daniel Ellsberg geheimes Wissen über die so genannten Pentagon Papers, in Erfahrung gebracht. Die beiden Vollblutjournalisten wollen die Informationen um jeden Preis veröffentlichen, trotz aller etwaigen rechtlichen Konsequenzen. Kay Graham bangt dagegen um die Sicherheit und die finanzielle Zukunft ihrer Angestellten. Ihre Position als Verlegerin, amerikanische Patriotin und Geschäftsfrau bringt sie in eine moralische Zwickmühle.

Mein Eindruck: Steven Spielberg, Meryl Streep und Tom Hanks - was soll das schiefgehen? In "Die Verlegerin" (im Original "The Post") stehen die beiden Topdarsteller Streep und Hanks zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera. Streep spielt die Verlegerin der Washington Post, Kay Graham, mit deutlicher Zurückhaltung. Graham wurde Chef der Zeitung durch den Selbstmord ihres Mannes, sie ist keine Führungspersönlichkeit und sie tut sich schwer mit der Bürde, so viel Verantwortung zu tragen. Hanks hingegen ist ein Pressemann mit Leib und Seele, der sein Ding durchzieht, auch wenn es nicht immer leicht ist. Für Tom Hanks ist es seine fünfte Zusammenarbeit mit Spielberg nach "Der Soldat James Ryan", "Catch me if you can", "Termninal" und "Bridge of Spies". Regisseur Steven Spielberg liefert mit "Die Verlegerin" ein solides Drama ab, das - wie in letzter Zeit häufig - auf wahren Begebenheiten beruht. Der Film ist gut gemacht, keine Frage, aber so richtig hat er mich nicht gepackt. Irgendwie läuft alles seltsam glatt ab: Die Nixon Regierung setzt alles dran, die Veröffentlichung zu verbieten, doch da man weiß, wie es ausgeht, hält sich die Spannung in Grenzen. Trotzdem ist "Die Verlegerin" ein lohnenswerter Streifen, denn man sich im Kino geben kann.  

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist Kino 3 mäßig besucht.

Kinostart: 22.2.2018
Drama
115 Min.
FSK: 6
12

 

 
Alles Geld der Welt

Alles Geld der Welt 

Regie: Ridley Scott. Darsteller: Michelle Williams (Gail Harris), Christopher Plummer (J. Paul Getty), Mark Wahlberg (Fletcher Chase), Romain Duris (Cinquanta), Charlie Plummer ( John Paul Getty III), Timothy Hutton (Oswald Hinge)

Inhalt: Im Sommer 1973 wird der 16-jährige John Paul Getty III., Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten John P. Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper sind Mitglieder der Mafia und verlangen 17 Millionen Dollar Lösegeld. Doch der reichste Mann der Welt sperrt sich: Er wittert hinter der Entführung eine Inszenierung, außerdem fürchtet er Nachahmer. Schließlich hat Getty insgesamt 14 Enkel! Als die Entführer ein abgeschnittenes Ohr schicken und ankündigen, John Paul "stückweise" freizulassen, falls nicht bald gezahlt werde, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. John Pauls Mutter Gail engagiert einen ehemaligen CIA-Vermittler, um ihren Sohn zu befreien - zur Not auch ohne die Hilfe des Schwiegervaters.

Mein Eindruck: Eins vorweg: Ridley Scott hat Kevin Spacey aus dem Film herausgeschnitten und ihn durch Christopher Plummer ersetzt. Das nenne ich einen Glücksgriff, denn Plummer geht in der Rolle des Öl-Magnaten Getty auf und bietet eine Meisterleistung. Ein Oscar ist vielleicht auch drin.

"Alles Geld der Welt" erzählt die Geschichte einer spektakulären Entführung aus den 70ern. Der Enkel des Milliardärs Jean Paul Getty wird in Italien entführt. Die Entführung zieht sich über Monate hin, weil Getty das Lösegeld (Anfangs 17 Millionen Dollar) nicht bezahlen will. Regisseur Ridley Scott ("Alien Covenant") erzählt die packende Geschichte in gewohnter Manier. Mit viel Aufwand lässt er die 70er Jahre wieder aufleben. Kleidung, Autos, Umgebung - das Leben in den 70er wird uns in tollen Bildern präsentiert. Neben dem brillanten Christopher Plummer gibt Michelle Williams ("Manchester by the Sea") als Gail Harris eine Galavorstellung. Auch Mark Wahlberg gefällt in einer Nicht-Action-Rolle als ehemaliger FBI-Agent. Trotz aller Vorteile bin ich mit dem Film nicht so recht zufrieden. Es liegt vielleicht daran, dass ich den Ausgang der Entführung kannte und das deswegen die Spannung etwas raus war. Auch kam mir der Streifen mit einer Lauflänge von 132 Minuten um einiges zu lang vor. Ich kann es nicht so genau sagen, aber "Alles Geld der Welt" hat mich nicht so in seinen Bann gezogen. Herausragend - und da wiederhole ich mich - ist Christopher Plummer. Man bekommt einen Eindruck von dem reichsten Mann der Welt, der wohl auch der geizigste war. "Wie viel Geld brauchen Sie noch, um sich sicher zu fühlen?" fragt Fletcher Chase seinen Chef J. Paul Getty. Seine Antwort: "Mehr." Damit ist alles gesagt.

Kino-Info: Nach ewigen Zeiten war ich mal wieder im Duisburger UCI. Die Abendvorstellung am Dienstag war spärlich besucht.

Kinostart: 15.2.2018
Drama, Krimi, Thriller
132 Min.
FSK: 12
11

 

 
Wind River

Wind River 

Regie: Taylor Sheridan. Darsteller: Jeremy Renner (Cory Lambert), Elizabeth Olsen (Jane Banner), Graham Greene (Ben), Gil Birmingham (Martin), Martin Sensmeier (Chip), Julia Jones (Wilma), Jon Bernthal (Matt), Kelsey Asbille (Natalie)

Inhalt: In der schroffen Wildnis des Indianer-Reservats 'Wind River' findet US Wildlife Agent Cory Lambert den vergewaltigten Körper eines jungen Mädchens. Der Mord erinnert ihn an den gewaltsamen Tod seiner eigenen Tochter. Zur Untersuchung des Falls schickt das FBI die frisch aus der Ausbildung kommende Agentin Jane Banner. Doch die ist nur ungenügend auf die rauen Wetterbedingungen und die Isolation durch den vorherrschenden Winter vorbereitet und engagiert Lambert als Fährtensucher und Führer, um ihr bei den Ermittlungen zu helfen. Gemeinsam dringen sie tief in eine Gegend, die stark von latenter Gewalt und den Elementen geprägt ist.

Mein Eindruck: Taylor Sheridan war für die Drehbücher von "Sicario" und "Hell or High Water" verantwortlich. Mit "Wind River" beschließt er seine 'American Frontier Trilogy', allerdings ist er hier nicht nur als Drehbuchautor, sondern auch als Regisseur tätig. Sein Erstlingswerk hat mir außerordentlich gut gefallen, dafür gibt's die Höchstwertung. Bei "Wind River" stimmt einfach alles. Ein absoluter Glücksfall ist Jeremy Renner (Hawkeye aus Avengers) als Jäger. Seine zurückhaltende, stoische Art charakterisiert einen gebrochenen Mann, der den Tod seiner Tochter nicht verkraftet hat. Allerdings ist er in seinem Job der Beste, was vor allem für die junge FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen - Scarlett Witch aus Avengers) ein Glücksfall ist. Ohne ihn könnte sie in der schroffen, eiskalten Umgebung keinen Blumentopf gewinnen. Neben den Top-Darstellern steht die Landschaft im Vordergrund. Im Indianer-Reservat Wind River (gibt es übrigens wirklich) in Wyoming hat man ein hartes Leben und Fehler werden tödlich bestraft. Die Aufklärung des Mordes ist nicht wirklich spektakulär, wobei es am Ende doch einige überraschende Szenen gibt. Als die FBI-Agentin an die Trailertür klopft gibt es einen famosen Schnitt - mehr will ich nicht verraten. Kurzum: "Wind River" hat mich komplett überzeugt und ist momentan der beste Film des Jahres.

Kino-Info: Dafür, dass der Film im Essener Cinemaxx nur um 18:35 Uhr läuft, ist Kino 14 gut gefüllt.

Kinostart: 8.2.2018
Krimi, Thriller
110 Min.
FSK: 16
10

 

 
Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Shape of Water - Das Flüstern des Wassers 

Regie: Guillermo del Toro. Darsteller: Sally Hawkins (Elisa Esposito), Michael Shannon (Richard Strickland), Richard Jenkins (Giles), Octavia Spencer (Zelda Fuller), Michael Stuhlbarg (Dr. Robert Hoffstetler), Doug Jones (Amphibian Man)

Inhalt: USA in den 60ern. Die stumme Elisa ist während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt, wo sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nachgeht. Doch als sie und ihre Kollegin und Freundin Zelda ein streng geheimes Experiment entdecken, das in dem Labor vorangetrieben wird, ändert sich Elisas Leben für immer. Sie freundet sich mit dem mysteriösen Fischwesen an, das dort in einem Tank gefangen gehalten wird. Ihre Gefühle für die Kreatur werden immer intensiver und zusammen mit ihrem Nachbarn Giles fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien.

Mein Eindruck: "Shape of Water" könnte bei der Oscar-Verleihung Anfang März abräumen, denn der Film ist für 13 Academy Awards nominiert. Ich persönlich glaube, dass er zum Besten Film des Jahres gewählt wird - nur mal so am Rande. Regisseur Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") hat einen Film geschaffen, der Lovestory, Drama, Fantasy und Thriller in einem vereint. Visuell ist der ein Fest. Die Optik der 60er Jahre ist top, erinnert eher an europäische Filme wie z.B. die von  Marc Caro & Jean-Pierre Jeunet ("Delikatessen"). Die Darsteller haben mir allesamt gut gefallen. Hauptdarstellerin Sally Hawkins, die einen Golden Globe für "Happy Go Lucky" gewonnen hat, überzeugt auf der ganzen Linie. Michael Shannon, der mir im Laufe der Zeit immer besser gefällt, seit er mir in "Boardwalk Empire" zum ersten Mal aufgefallen ist, gibt als Bösewicht eine Galavorstellung. Richard Jenkins ("Ein Sommer in New York") als schwuler Nachbar, Octavia Spencer ("Hidden Figures") als Elisa Freundin Zelda und Michael Stuhlbarg ("A Seriuos Man") als russischer Spion runden die gute Besetzung ab. Der Film ist natürlich nicht jedermanns Sache, weil er doch sehr speziell ist, aber ich habe mich gut unterhalten.

Kino-Info: Am Start Donnerstag war Kino 4 die Zuschaueranzahl sehr übersichtlich.

Kinostart: 15.2.2018
Lovestory, Drama, Fantasy
123 Min.
FSK: 16
9

 

 
Wunder

Wunder 

Regie: Stephen Chbosky. Darsteller: Julia Roberts (Isabel), Owen Wilson (Nate) Jacob Tremblay (Auggie), Izabela Vidovic (Via), Mandy Patinkin (Mr. Tushman), Noah Jupe (Jack Will), Bryce Gheisar (Julian), Danielle Rose Russell (Miranda)

Inhalt: Auggie Pullman ist humorvoll, schlau und liebenswert, hat eine tolle Familie und ist dennoch seit seiner Geburt ein Außenseiter. Denn er hat aufgrund eines Gendefektes ein stark entstelltes Gesicht. Er wird zu Hause von seiner Mutter Isabel unterrichtet. Als er jedoch zehn Jahre alt wird, diskutieren seine Eltern darüber, ihn nicht vielleicht doch am üblichen Schulbetrieb teilnehmen zu lassen, weshalb er kurz darauf in die fünfte Klasse an der Beecher Prep geht. Dort lernt er trotz anfänglicher Schwierigkeiten, sich mit seinem Äußeren zu arrangieren und findet schnell neue Freunde.

Mein Eindruck: "Wunder" ist ein Märchen und ein so genannter Feel-Good-Movie. Was da im Film passiert ist einfach zu schön um wahr zu sein. Natürlich hat der zehnjährige Auggie die Arschkarte gezogen: Sein stark entstelltes Gesicht macht ihn zum Außenseiter in der Schule, die anderen Kinder haben sogar Angst ihn zu berühren, weil sie dadurch die Pest bekommen. Trotz aller Schwierigkeiten steuert der Film auf ein Happy-End zu, dass man als Zuschauer gut findet und das zum Film passt wie die Faust aufs Auge. Auggie, der sehr gut von Jacob Tremblay gespielt wird, meistert alle Widrigkeiten, findet neue Freunde und geht schließlich gerne zur Schule. Auch seine Schwester Via (Izabela Vidovic) leidet und hat ihre eigenen Probleme, die aber auch direkt mitgelöst werden. Publikumsliebling Julia Roberts trägt natürlich auch dazu bei, dass der Streifen erfolgreich läuft. Owen Wilson hält sich als Auggies Vater zurück, hat aber immer wieder die Lacher auf seiner Seite. Wenn man sich auf "Wunder" einlässt, dann sieht man einen schönen Film, der zwar traurig ist, der aber durch seine Dynamik den Zuschauer am Ende glücklich im Kinosaal zurücklässt.

Kino-Info: In der frühen Nachmittagsvorstellung in Kino 10 war nicht viel los.

Kinostart: 25.1.2018
Drama
114 Min.
FSK: ohne
8

 

 
Januar 2018 kann sich mit 7 Filmen sehen lassen. Dummerweise hat mir nur ein Film richtig gut gefallen, ausgerechnet der mit dem bescheuertsten Titel: "Three Billboards outside Ebbing, Missouri". Liam Neeson hat als "The Commuter" total enttäuscht. Kurios: Von den 7 Filmen sind 2 Sneaks und eine Vorpremiere - das ist für meine Verhältnisse ungewöhnlich.
Three Billboards outside Ebbing, Missouri      

Die dunkelste Stunde

     
Jumanji - Willkommen im Dschugel      
Downsizing      
Nur Gott kann mich richten      
No Way Out - Gegen die Flammen      
The Commuter      
 
Downsizing

Downsizing 

Regie: Alexander Payne. Darsteller: Matt Damon (Paul Safranek), Christoph Waltz (Dusan Mirkovic), Hong Chau (Ngoc Lan Tran), Kristen Wiig (Audrey Safranek), Rolf Lassgård (Dr. Jorgen Asbjørnsen), Udo Kier (Konrad), Jason Sudeikis (Dave Johnson)

Inhalt: Die Ressourcen der Erde neigen sich dem Ende zu und der Planet platzt aus allen Nähten. Um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, haben norwegische Wissenschaftler eine Methode entwickelt, mit der sie Menschen schrumpfen und somit ihre Bedürfnisse und ihren Konsum enorm verringern können. Ein 12 Zentimeter kleiner Mensch verbraucht schließlich weniger Wasser, Luft und Nahrung als ein großer. In der Hoffnung auf ein glücklicheres und finanziell abgesichertes Leben in einer besseren Welt, entscheiden sich Durchschnittsbürger Paul Safranek und seine Frau Audrey ihr stressiges Leben in Omaha hinter sich zu lassen und ihr großes Glück in einer neuen "geschrumpften" Gemeinde zusuchen. Eine Entscheidung, die ein lebensveränderndes Abenteuer bereithält.

Mein Eindruck: Ich hab ein Problem mit dem neuen Film von Alexander Payne ("Sideways"): Er entsprich so gar nicht dem, was ich erwartet habe und was der Trailer angedeutet hat. Von da her habe ich enttäuscht das Kino verlassen. Matt Damon und Kristen Wiig sind das Ehepaar Safranek, die sich schrumpfen lassen wollen. Doch seine Frau bekommt kalte Füße und Paul muss alleine in seiner Villa in Leisureland leben. Einige Zeit später entdeckt Paul, dass Leisureland nicht so perfekt ist, wie in der Werbung vorgegaukelt wird. Auch bei den Kleinen gibt es die Kluft zwischen Arm und Reich, viele Menschen (vorwiegend Arbeiter) leben am Rande von Leisureland in Elendsvierteln. Das ist natürlich nicht lustig. Etwas Comedy bringt Christoph Waltz in den Film ein, denn seine Darstellung des russischen Allrounders Dusan ist wie gewohnt gut. Eine nette Nebenrolle hat Udo Kier als Capitän seiner eigenen Yacht. "Downsizing" ist mehr Drama als Komödie - und das hatte ich so nicht erwartet. Der Film ist sozialkritisch, übertreibt aber oftmals und ist nicht wirklich bissig. Deswegen vergebe ich nur 2 1/2 Sterne, mehr kann ich momentan nicht verantworten. Kann sein, dass mir der Streifen in eine paar Jahren, wenn ich den mir noch mal anschaue, besser gefällt. Aber im Moment eben nicht.

Kino-Info: Nach knapp 2 Wochen ist die Abendvorstellung in Kino 5 spärlich besucht.

Kinostart: 18.1.2018
Drama, Sci-Fi, Komödie
136 Min.
FSK: ohne
7

 

 
No Way Out - Gegen die Flammen

Sneak: No Way Out - Gegen die Flammen 

Regie: Joseph Kosinski. Darsteller: Josh Brolin (Eric Marsh), Miles Teller (Brendan McDonough), Jeff Bridges (Duane Steinbrink), Jennifer Connelly (Amanda Marsh), Taylor Kitsch (Christopher MacKenzie), James Badge Dale (Jesse Steed)

Inhalt: Eric Marsh ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele und bildet sein 19-köpfiges Team gerade zur renommierten Hotshot-Crew aus. Diese Elite-Einheit macht sich im wahrsten Sinne des Wortes die Hände schmutzig und kämpft an vorderster Front gegen das Feuer. Als sich der mit Drogenproblemen kämpfende Brandon McDonough bei Marshs Einheit bewirbt, gibt dieser ihm eine Chance. McDonough wird schnell ein unverzichtbares Mitglied der eingeschworenen Truppe. Mit der Unterstützung des Chefs der örtlichen Feuerwache, Duane Steinbrink, und hartem Training, schafft es das Team um den erfahrenen Marsh zur offiziellen Hotshot-Crew zu avancieren und bekämpft fortan Waldbrände in der ganzen Region an vorderster Front - bis es zu jenen tragischen Ereignissen kommt, die alles für immer verändern.

Mein Eindruck: Ich hatte von "No Way Out" bislang nur einen Trailer gesehen und war nicht gerade angetan davon. Immerhin hab ich einen Film gesehen, der erst Anfang Mai im Kino anläuft. Das bringt mich leider auch nicht weiter.

Der Streifen von Regisseur Joseph Kosinski ("Oblivion") ist handwerklich top. Die Darsteller sind gut, die Story kümmert sich um die Charaktere, die Feueraufnahmen sind gut gelungen. Da es sich um eine wahre Geschichte handelt muss man mit dem traurigen Ende leben. So weit, so gut. Trotz vieler Vorteile ist der Film nicht meiner. Irgendwie nervte mich die ganze Zeit diese 'Hotshot'-Sache. Auf Biegen und Brechen will Chief Marsh (Josh Brolin) seine Feuerwehrleute zu Elitekämpfern ranziehen. Hey, jetzt sind wir Hotshots, jetzt dürfen wir endlich die richtig gefährlichen Sachen machen! Miles Teller, der in "Whiplash" eine starke Darstellung abgeliefert hat, spielt hier einen geläuterten Junkie, der durch die Geburt seines Kindes zum Gutmenschen mutiert. Natürlich weist ihm Chief Marsh den Weg - hat er selber auch ein dunkle Vergangenheit. Das ist zu viel für mich. Auch die anderen Männer der Einheit sind zwar raue Typen, aber herzensgut und fürsorglich. Hier fällt keiner aus der Rolle, hier ziehen alle an einem Strang. All das stößt bei mir übel auf. Gerade am Ende wird einiges  - ich will nichts verraten - zu patriotisch abgehandelt, das hat mir den Rest gegeben. Es war toll, einen Film zu sehen, der erst in ein paar Monaten anläuft, aber "No Way Out - gegen die Flammen" ist  leider nicht auf meiner Wellenlänge.

Kino-Info: Die Sneak im großen Kino 6 war ganz gut besucht. Dieses Mal gab es ein richtiges Quiz mit 3 Fragen.

Kinostart: 3.5.2018
Drama, Biographie
133 Min.
FSK: 12
6

 

 
Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde 

Regie: Joe Wright. Darsteller: Gary Oldman (Winston Churchill), Kristin Scott Thomas (Clemmie), Ben Mendelsohn (King George VI), Lily James (Elizabeth Layton), Ronald Pickup (Neville Chamberlain), Stephen Dillane (Viscount Halifax)

Inhalt: Mai 1940: Das anfängliche Kriegsglück der Nazis stürzt die britische Regierung in eine existenzielle Krise, Premierminister Chamberlain tritt zurück. Nur dem reichlich unpopulären Winston Churchill traut man zu, die scheinbar ausweglose Lage in den Griff zu bekommen. Er übernimmt das Amt, sieht sich aber bald von Öffentlichkeit und Regierungsmitgliedern bedrängt, mit den scheinbar unaufhaltsamen Nazis über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Doch durch seine außerordentliche Weitsicht und Integrität gelingt es Churchill dennoch, an seiner Überzeugung festzuhalten und für die Freiheit seiner Nation zu kämpfen.

Mein Eindruck: Im Mai 2017 lief der Film "Churchill" in den deutschen Kinos. Die Hauptrolle spielt Brian Cox. Die Kritiken waren nicht gerade berauschend, ich habe den Film bis heute nicht gesehen. Im Januar 2018 kommt ein weiterer Streifen über Winston Churchill auf die große Leinwand: "Die dunkelste Stunde" zeigt, wie Churchill Premierminister wird und wie die ersten Wochen seiner Amtszeit verlaufen. Diesen Film kann ich empfehlen, vor allem wegen dem Hauptdarsteller, der alle an die Wand spielt: Gary Oldman ist als Churchill kaum wieder zu erkennen. Er spielt den charismatischen Staatsmann voller Leidenschaft und Hingabe. Ich bin mir sicher, dass er Anfang März den Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen wird - den Golden Globe hat er bereits eingesackt. Er steht auch im Mittelpunkt des Film, alles dreht sich um ihn. Deswegen bleiben die anderen guten Darsteller leider blass, sie kommen gegen ihn einfach nicht an. "Die dunkelste Stunde" von Regisseur Joe Wright ("Abbitte") ist für 6 Oscars nominiert, er als Regisseur leider nicht. Hier und da hat der Film ein paar Längen, aber allein wegen Gary Oldman kann ich "Die dunkelste Stunde" nur empfehlen.

Kino-Info: Die 15 Uhr Vorstellung im Astra war sehr gut besucht.

Kinostart: 18.1.2018
Drama, Krieg
125 Min.
FSK: 6
5

 

 
The Commuter

The Commuter 

Regie: Jaume Collet-Serra. Darsteller: Liam Neeson (Michael MacCauley), Vera Farmiga (Joanna), Patrick wilson (Alex Murphy), Jonathan Banks (Walt), Sam Neill (Captain Hawthorne), Elizabeth McGovern (Karen MacCauley), Andy Nyman (Tony)

Inhalt: Seit 10 Jahren pendelt der Versicherungsmakler Michael MacCauley jeden Tag aus seinem beschaulichen Vorort nach Manhattan und zurück. Doch als er nach einem harten Tag mal wieder in den ewig gleichen Zug einsteigt, ist alles anders. Die Fremde Joanna setzt sich zu ihm und verspricht ihm eine hohe Belohnung, wenn er für sie einen ganz bestimmten Passagier findet, der etwas sehr Wertvolles zu transportieren scheint. Michael erhält nur zwei Hinweise: Einen falschen Namen und den Zielbahnhof des Unbekannten. Als er zögert, macht Joanna ihm unmissverständlich klar: Sie hat nicht nur das Leben der Passagiere in ihrer Hand, sondern auch das von Michaels Familie.

Mein Eindruck: Filme von Liam Neeson sehe ich ganz gerne. In den letzten Jahren hat er ordentliche Action-Filme rausgehauen, allen voran "96 Hours". Jetzt liefert er seine vierte Zusammenarbeit mit Regisseur Jaume Collet-Serra ab ["Unknown Identity" (2011), "Non-Stop" (2014) and "Run All Night" (2015)]. Leider ist "The Commuter" ein richtig schlechter Film geworden. Fangen wir mit dem Titel an, der selten dämlich ist. Commuter bedeutet Pendler. Im Grunde ein sehr passender Titel, aber hier wäre die deutsche Übersetzung angebracht gewesen. Der Film spielt bis auf wenige Ausnahmen im Zug. Liam Neeson muss eine bestimmte Person finden, was durchaus hätte spannend sein können. Stattdessen gestaltet sich die Suche sehr langatmig. Immer wieder gibt es Komplikationen, die er meistern muss (gähn). Seine Feinde, kurz nur 'die' genannt, verfolgen ihn auf Schritt und Tritt und wissen immer wie durch Zauberhand, was er vorhat und wie man ihn manipulieren kann. Später muss man sich fragen, was diese ganze 'Such-die-Person-Sache' überhaupt bringen sollte? Ich möchte nicht mehr darauf eingehen, weil ich die Story nicht komplett verraten will. Im Schlußdrittel steigert sich die Action, allerdings mit wenig erbaulichen Spezialeffekten. Die Auflösung ist total vorhersehbar und die letzte Szene ist so was von 08/15, da fehlen mir die Worte. Fazit: "The Commuter" ist alles andere als ein spannender Film, er versagt auf den ganzen Linie.

Kino-Info: Kino 6 war zum Start der zweiten Kinowoche gut gefüllt. Dieses Mal haben wir uns mal die VIP-Sitze gegönnt...he he...

Kinostart: 11.1.2018
Thriller, Action
105 Min.
FSK: 12
4

 

 
Nur Gott kann mich richten

Sneak: Nur Gott kann mich richten 

Regie: Özgur Yildirim. Darsteller: Moritz Bleibtreu (Ricky), Edin Hasanovic (Rafael), Kida Khodr Ramadan (Latif), Birgit Minichmayr (Diana), Peter Simonischek (Vater), Ben Münchow (Jimbo), Franziska Wulf (Elena), Alexandra Maria Lara (Valerie)

Inhalt: Vor Jahren hat Ricky nach einem missglückten Überfall für seinen Bruder Rafael und Kumpel Latif den Kopf hingehalten. Latif möchte sich auf ganz besondere Weise bei Ricky für seine Zeit im Knast erkenntlich zeigen: Er bietet ihm ein scheinbar sicheres letztes Ding an, mit Aussicht auf viel Geld. Nach anfänglichem Zögern schlägt Ricky ein und holt auch seinen Bruder Rafael an Bord. Alles läuft reibungslos, bis die Polizistin Diana auftaucht und die Pläne der Jungs durchkreuzt.

Mein Eindruck: Die erste Sneak im Neuen Jahr war für mich keine Offenbarung. Erst kam die Panne (siehe unten) und dann gab es noch einen deutschen Film. Deutsche Filme sind nicht so mein Fall und "Nur Gott kann mich richten" hätte ich mir bestimmt nicht im Kino angesehen. Immerhin ist der Streifen von Regisseur Özgur Yildirim ("Chick") kein Totalausfall, aber ein Highlight auch nicht. Positiv war für mich vor allem Moritz Bleibtreu als Ricky. Mit dem Schauspieler kann ich leben, er spielt den geläuterten Knastbruder sehr gut. Auch die übrigen Besetzung, von denen ich kaum einen kenne, hat überzeugt. Generell bringt der Streifen die Gangster-Atmosphäre in Frankfurt gut rüber, auch wenn es von Klischees nur so strotzt. Leider gibt es ein paar Nachteile. Die Story ist wenig originell, das hat man so schon in vielen anderen Filmen gesehen. Im letzten Drittel wird es arg unrealistisch, die Dinge überschlagen sich und alles wirkt sehr konstruiert. Beispiel: Die erfahrene Polizistin Diana sackt sich die Tasche mit den Drogen ein - das kann ich noch nachvollziehen. Dann zieht sie in 'Verkleidung' durch die Frankfurter Drogenszene und versucht mal eben 2,5 kg Heroin an den Mann zu bringen. Wie dämlich ist das denn? Auch wenn die Frau verzweifelt ist, so eine hirnrissige Aktion kann ja nur schief gehen. Fazit: "Nur Gott kann mich richten" ist ein knallharter deutscher Gangsterfilm mit vielen fragwürdigen Aktionen. Mein Ding ist er nicht.

Kino-Info: Eine Sneak-Preview mit kleiner Panne. Als endlich Werbung und Trailer vorbei waren sah man "The Great Showman" auf der Kinoleinwand. Der Film ist bereits am 4.1. angelaufen. Nach ein paar Minuten wurde der gestoppt und der richtige Film wurde gezeigt - wieder mit 4 Trailern im Schlepptau. So ging der Film nach 21 Uhr endlich los. Grmpf.

Kinostart: 25.1.2018
Thriller
101 Min.
FSK: 16
3

 

 
Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Three Billboards outside Ebbing, Missouri 

Regie: Martin McDonagh. Darsteller: Frances McDormand (Mildred), Woody Harrelson (Sheriff Willoughby), Sam Rockwell (Dixon), Lucas Hedges (Robbie), John Hawkes (Charlie), Kathryn Newton (Angela), Abbie Cornish (Anne), Caleb Landry Jones (Red Welby)

Inhalt: Die Tochter von Mildred Hayes wurde vor Monaten ganz in der Nähe ihres Zuhauses vergewaltigt und ermordet, aber noch immer tut sich in dem Fall nichts. Von einem Hauptverdächtigen fehlt jedenfalls noch jede Spur und so langsam glaubt Mildred, dass die örtliche Polizei einfach ihre Arbeit nicht richtig macht. Darum lässt sie eines Tages an der Straße, die in ihren Heimatort Ebbing, Missouri führt, drei Werbetafeln mit provokanten Sprüchen aufstellen, die sich an Polizeichef William Willoughby richten. Klar, dass die Situation nicht lange friedlich bleibt.

Mein Eindruck: Schon witzig: Gestern im Kino als Vorpremiere gesehen, heute mit 4 Golden Globes ausgezeichnet. "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" von Martin McDonagh ("Brügge sehen und sterben") ist eine sehr schwarze Komödie mit einem ernsten Hintergrund und unglaublich guten Darstellern. So wundert es mich nicht, dass Frances McDormand (beste Hauptdarstellerin) und Sam Rockwell (bester Nebendarsteller) einen Golden Globe gewonnen haben. Frances McDormand ist und bleibt für mich immer Marge Gunderson aus dem Kultfilm "Fargo" - das ist die Rolle ihres Lebens. Allerdings gibt sie hier als Mildred Hayes eine sehr starke Vorstellung einer zu allen entschlossenen Frau und Mutter. Wie sie mit dem Pfarrer oder den Polizisten umgeht, dass ist schon sehenswert. Auch der Zahnarzt hat bei ihr nichts zu lachen. Einer ihrer Gegner ist der tumbe Dorfpolizist Dixon, den Sam Rockwell gnadenlos gut darstellt. Auch nicht zu verachten ist Woody Harrelson als Sheriff, der die sehr gute Besetzung abrundet. Da der Film erst Ende Januar im Kino anläuft habe ich recht wenig über den Streifen gewusst. So konnte ich mich recht unvoreingenommen dem Werk von Martin McDonagh hingeben - es hat sich gelohnt! Einziger Wehrmutstropfen für mich ist der Titel des Films: Zu lang, irgendwie nichts sagend und wer kann schon was damit anfangen, ohne irgendwelche Hintergrundinfos? Na ja, durch die Globes ist er jetzt schon bekannter geworden. 

Kino-Info: Die Vorpremiere im Eulenspiegel ist am Sonntag-Abend gut besucht.

Kinostart: 25.1.2018
Schwarze Komödie
116 Min.
FSK: 12
2

 

 
Jumanji - Willkommen im Dschungel (3D)

Jumanji - Willkommen im Dschungel (3D) 

Regie: Jake Kasdan. Darsteller:  Dwayne Johnson (Spencer), Kevin Hart (Fridge), Jack Black (Bethany), Karren Gillan (Martha), Bobby Cannavale (Van Pelt), Nick Jonas (Alex), Rhys Darby (Nigel), Alex Wolff (Young Spencer), Madison Iseman (Young Bethany)

Inhalt: Als vier Highschool-Kids eine alte Spielkonsole zusammen mit einem ihnen unbekannten Videospiel namens Jumanji entdecken und ausprobieren, werden sie sofort in die Dschungelwelt des Spiels gezogen und genau zu den Avataren, die sie auswählen: Der bescheidene Spencer wird zum Abenteurer Dr. Smolder Bravestone, Football-Spieler Anthony "Fridge" Johnson zum Zoologen und Waffenspezialisten Moose Finbar, It-Girl Bethany zum Kartografen/Kryptografen Shelly Oberon und die unsportliche Außenseiterin Martha zur Kämpferin Ruby Roundhouse. Um das Spiel zu gewinnen, müssen sie in ihren neuen Körpern allerlei gefährliche Abenteuer überstehen.

Mein Eindruck: Der erste Film im Neuen Jahr ist aus dem alten: Da am Donnerstag nichts interessantes für uns angelaufen ist, haben wir uns für die Neuauflage von "Jumanji" entschieden. Der Trailer war ja ganz pfiffig, der Film allerdings nicht so. Das ist leider ein wiederkehrendes Problem: Der Kinotrailer verrät zu viel von der Story und präsentiert die besten Gags. Wenn man dann im Kino sitzt gibt es kaum was Neues oder Überraschendes. Obwohl der Streifen vor Gags nur so strotz wurde im Kinosaal kaum gelacht - das sagt eigentlich alles. Im Gegensatz zum Ursprungs-Jumanji aus dem Jahr 1995 ist die Neuverfilmung zeitgemäß aufgepeppt worden. Das ehemalige Brettspiel hat sich selbst in ein Konsolen-Game transformiert, die Spieler werden jetzt in das Spiel reingezogen, das Spiel kommt nicht mehr zu den Spielern in der Jetzt-Zeit. Mit Dwayne The Rock Johnson, Kevin Hart und Jack Black hat man namhafte Schauspieler am Start, die ihre Rollen gewohnt abspulen. Der Film ist flott inszeniert und führt die Avatare von Level zu Level. 3D ist ganz nett, aber nicht wirklich nötig. "Jumanji" ist halt nettes Popkorn-Kino ist, wer mehr erwartet, ist fehl am Platze.

Kino-Info: Kino 6 ist Anfang des neuen Jahres gut gefüllt.

Kinostart: 21.12.2017
Abenteuer, Action, Fantasy, Komödie
119 Min.
FSK: 12
1